Persönliche Referenzstücke in groß angelegten oder zyklischen Werken

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    • Persönliche Referenzstücke in groß angelegten oder zyklischen Werken

      Jeder von uns kennt das, ob man nun blind (wohl eher taub) bei Amazon bestellt oder im Fachgeschäft zunächst einmal probehört. Jeder hat da seine Lieblingsstücke oder -stellen, die er anspielt, um zu erfahren, ob sich der Kauf gelohnt hat oder lohnen wird. Dabei sind die Herangehensweisen sehr unterschiedlich und zuweilen auch unkonventionell. Ich beispielsweise höre bei Beethovengesamtaufnahmen der Sinfonien eben nicht in die 3., 5. oder gar 9. herein, sondern immer in die 2. Warum? Ich weiß es nicht mehr, aber die so genannten großen und bekannten Sinfonien will ich erst später hören, mich interessiert der Zugriff bei so einem unterschätzten "Frühwerk", weil man die Philosophie (so es eine gibt) eines Thielemann oder Järvi wesentlich besser einschätzen kann. Diese Tendenz setzt sich anderswo fort: Von den fünf Klavierkonzerten des gleichen Komponisten eben nicht die Bravourstücke ab Nr. 3, sondern eben gerade das erste. Und wenn man da Gould oder Gilels gehört hat, haben es selbst Brendel oder Buchbinder schwer. Schumanns Liederkreis op. 39 dagegen muss mit der berühmten "Mondnacht" herhalten - wenn Sänger und Begleiter hier versagen, will ich den Rest gar nicht erst hören! Das mag ungerecht und zuweilen dumm sein, aber so gehe ich vor. Genauso der "Ring": Ich lege immer zuerst den ersten Aufzug der "Walküre" auf und wenn da Siegmund und Sieglinde nicht stimmen oder das Orchester das Geschwisterliebemotiv nicht gänsehäutig hinbekommt; wenn nur eine von beiden Rollen versagt, habe ich schon einen Hals und will gar nicht mehr weiterhören. Ich denke, so wird es vielen gehen; mit anderen Stücken und anderen Referenzstellen!
      Liebe Grüße

      Yorick


      Hoffnung ist etwas für Leute, die unzureichend informiert sind. (Heiner Müller)
    • Referenzstücke

      Das ist ein toller Einfall, mal die persönlichen Codes abzugleichen, wer eigentlich nach welchen Kriterien Aufnahmen bewertet, vielen Dank dafür, Yorick! :klatsch:
      Für mich ist bei Beethoven die Vierte so eine Schlüsselsymphonie- die Balance und das oft überzogene Tempo des 3. Satzes etwa, wo mir Szell alles zu schlagen scheint;
      oder Lohengrin: Ouvertüre und Elsas "Zweifelarie".
      ja, ich bin auf weitere Beiträge gespannt- meine (bescheidene) Sammlung ruht in Deutschland und harrt ihrer ûbersiedlung, vor allem fehlen mir meine Partituren schmerzlich!

      Später vielleicht mehr, holgerdent
    • holgerdent schrieb:

      Das ist ein toller Einfall, mal die persönlichen Codes abzugleichen, wer eigentlich nach welchen Kriterien Aufnahmen bewertet, vielen Dank dafür, Yorick! :klatsch:

      Na ja, offensichtlich nicht wirklich! :wink:
      Liebe Grüße

      Yorick


      Hoffnung ist etwas für Leute, die unzureichend informiert sind. (Heiner Müller)
    • Nun gut, bei Beethoven ist es auch die 2., die ich als Vergleich heranziehe.

      Liebe Grüße Peter
      .
      Auch fand er aufgeregte Menschen zwar immer sehr lehrreich, aber er hatte dann die Neigung, ein bloßer Zuschauer zu sein, und es kam ihm seltsam vor, selbst mitzuspielen.
      (Hermann Bahr)