Domenico Scarlatti, Sonaten für Tasteninstrumente

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    • Tach,

      also die Aufnahme von Scott Ross kennt anscheinend niemand. Ich habe sie bestellt, zumal sie jetzt als Reiussue recht günstig angeboten wird.

      Eben gehört habe ich die Auswahl von Alexandre Tharaud



      Scheint mir sehr gelungen zu sein, sowohl die Auswahl wie auch die Interpretation.

      VG Bernd
    • B.Albert schrieb:

      also die Aufnahme von Scott Ross kennt anscheinend niemand.
      Keine voreiligen Schlüsse ziehen! Das ist die Gesamtaufnahme der Scarlatti-Sonaten schlechthin.
      Erst mit dieser

      hat sie Konkurrenz bekommen.
      Scott Ross' Aufnahme hat Mythos-Charakter: sie wurde vom todgeweihten Cembalisten in 18 Monaten realisiert (Juni 1984 - August 1985; er starb an der Folge von AIDS im Juni 1989). Belder hat dafür 7 Jahre gebraucht.
      Es war noch nicht die Zeit der großen Boxen und der Riesen-Editionen.
      Scott Ross war ein begnadeter Cembalist und eine schillernde Persönlichkeit. Das ganze Drumherum macht es schwer, eine sachbezogene Bewertung der Aufnahme zu finden (um das Wort "objektiv" zu vermeiden, denn eine objektive Kritik gibt es sowieso nicht). Immerhin ist es ein Monument der Aufnahmegeschichte.
      Ich bin weder Scarlatti- noch Cembalo-Spezialist, deshalb hat meine Meinung wenig Wert. Ich mag diese Aufnahme, die immerhin sehr emotional ist. Scott Ross' Spiel ist alles andere als mechanisch, aber fantasievoll, brillant, poetisch. Man spürt ab und zu, daß sie in Zeitnot realisiert wurde (als Negativum: einige wenige Sonaten klingen etwas uninvolviert, hier und da ist der Ton zu hallig, als hätte man keine Zeit gehabt, alles sorgfältig zu justieren, als Positivum: eine flüssige Lesart, die die Werke nicht überfrachtet), aber immerhin ist keine Gesamtaufnahme dieses Formats auf homogenem Niveau.

      Was mich betrifft, ziehe ich es vor, ein paar Sonaten zu hören, als in die Gesamtaufnahme einzutauchen (es gibt Menschen, die so mit Schubert-Liedern reagieren, für mich unfaßbar !!! ;) ;) ).
      Deshab greife ich eher zu Tharaud, Marcelle Meyer, Zacharias ...

      Aber wer die Scarlatti-Welt grundsätzlich durchforschen will, kann mit Scott Ross sicher nichts Falsches machen.
      Zumal diese Box jetzt außerordentlich schwabenfreundlich ist.
      Alles, wie immer, IMHO.
    • Die Rezeption von Scarlattis Sonaten sollte man vorsichtig dosieren, da sich schnell ein Ermüdungseffekt einstellt. Auf Dauer wirken seine Werke doch etwas gleichförmig. Selbst eine komplette CD mit einer guten Stunde Musik finde ich schon anstrengend, obwohl ich zumeist mitlese (die Ausgabe von Ricordi steht genau in meinem Blickfeld vom Schreibtisch), und dadurch meine Aufmerksamkeit stärker gefordert ist. Bei der Menge an Musik, die meistens ja bestellt war, liegt es auf der Hand, dass es qualitative Unterschiede gibt. Daher ist es bei Compilationen auf einer CD wichtig, welche Sonaten darauf gespielt werden.
      Ich habe als einzige vollständige Ausgabe diejenige mit Pieter-Jan Belder. Aber den Klang eines Cembalos kann ich nicht lange ertragen. Ich habe die Aufnahmen auch in erster Linie deswegen, um überhaupt mall alle Sonaten anhören zu können. Bis Naxos mit seiner Edition fertig ist werde ich wohl nicht mehr unter den Lebenden sein.

      LG Peter
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    • Tach,

      da war ich wohl wieder zu ungeduldig :whistling:

      Heute kam die Box und ich werde mir jertzt mal die Zeit nehmen und mich einhören.

      Bei meinem wöchentlichen Saturnbesuch lief mir diese Aufnahme von Angela Hewitt über den Weg und wollte unbedingt mitgenommen werden.Den Gefallen musst ich natürlich tun.



      Und es hat sich gelohnt. Von den - wenigen - Aufnahmen die ich gehört habe, scheint sie mir die schönste zu sein. Die Auswahl scheint stimmig und Hewitt spielt sehr flüssig und intensiv. Dazu kommt ein sehr informatives Booklet. Es soll wohl die erste von mehreren Aufnahmen der Sonaten Scarlattis sein.

      VG Bernd