Beethoven: Die Klaviersonaten - Gesamteinspielungen

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    • @Martin G, ich weiß nicht, welche neuere Beethoven-Aufnahmen einen klanglich besonders guten Ruf genießen. Vermutlich irgendeine SACD mit Pianist/in, von der ich noch nie was gehört habe. Vor 30 Jahren hatten Gelbers Aufnahmen bei Denon einen solchen Ruf, aber es sind nur 5 oder 6, teils nicht gut gefüllte CDs und ich habe seitdem auch Kommentare gelesen, die meinen, es sei dort viel zu viel Hall, und einen, der meinte, es sei eine hyperromantische Verzerrung Beethovens. Ich fand die klanglich und interpretatorisch beim letzten Hören immer noch so gut, dass ich es eine der bedauerlicheren Umstände der Diskographie finde, dass dieses Projekt nie beendet wurde (die größten Lücken sind opp. 106, 109, 110)
      Tout le malheur des hommes vient d'une seule chose, qui est de ne pas savoir demeurer en repos dans une chambre.
      (B. Pascal)
    • Kater Murr schrieb:

      Vor 30 Jahren hatten Gelbers Aufnahmen bei Denon einen solchen Ruf, aber es sind nur 5 oder 6, teils nicht gut gefüllte CDs und ich habe seitdem auch Kommentare gelesen, die meinen, es sei dort viel zu viel Hall, und einen, der meinte, es sei eine hyperromantische Verzerrung Beethovens.
      bei den ersten CDs der Gelber-Serie empfand ich das auch so, das hat sich im weiteren Verlauf gebessert. Die letzte - Vol. 6 von 1995 mit Nr. 7+1+6 - kommt vergleichsweise klassizistisch daher, enthält sogar alle vorgeschriebenen 2. Wiederholungen und ist deutlich weniger hallig, was auch dem schön klingenden, nicht zu halligen Concertgebouw Nijmegen zu verdanken ist. So hätte es nach meinem Geschmack gerne weitergehen können.
      Die alten Denon-Aufnahmen werden seit diesem Jahr von MDG neu in Bundles herausgegeben. Grimaud war schon dran, da kann eigentlich Gelber nicht mehr weit sein.
    • Ich sehe Gelber auch nicht als non plus ultra, aber bei mir ist auch mal nicht so streng klassizistischer Beethoven erlaubt, und ich finde es nach wie vor sehr hörenswerte Aufnahmen. Klanglich war ich nie so wählerisch, da gehören sie aber auch zu den besten, die ich gehört habe. Die GA Kovacevich aus den 90ern und frühen 2000ern ist klanglich stellenweise grausam ("brutal", angeblich auch teils die Schuld des Aufnahmeorts, die Auswahl, die er Mitte der 70er aufgenommen hat, ist klanglich viel besser, wenn auch interpretatorisch gemäßigter). Später Pollini ist zwar nicht schlecht, aber weder klanglich besonders gut noch interpretatorisch besser als seine "frühen späten" Sonaten. Wie gesagt, bin ich alles andere als audiophil veranlagt, aber mir fällt spontan keine Beethoven-GA (oder signifikante Auswahl) aus den letzten 20-25 Jahren ein, die ich als klanglich besonders herausragende Klavieraufnahme ihrer Zeit einstufen könnte.
      Mir ist aber auch nicht klar, wonach Martin G gesucht hat; nur fiel mir eben seine kritische Anmerkung zum Klang der (schon etwas älteren "späten") Aufnahmen Levits auf.
      Gelber/Denon ist trotz allem immer noch das erste, das mit bei Beethovensonaten als klangliche Topempfehlung einfällt.
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      (B. Pascal)
    • MartinG schrieb:

      Aber mir ist das Klangbild zu indirekt, zu viel Raum für Beethoven solo.
      Nachtrag: ich kenne allerdings nur die späten Sonaten, die ja deutlich früher aufgenommen sind als der Rest.

      Rosamunde schrieb:

      also mir fällt weiterhin nichts Störendes auf *....
      hi Martin, ich muss mich verbessern. Ich habe eben die Levit Hammerklavier im Wohnzimmer ohne Kopfhörer angestellt und kann nun bestätigen, was Du oben sagtest. Sehr boomy/ hallig. Eigentlich viel zu hallig. Gulda im Vergleich zu dumpf, Gilels ok.

      Ich habe nun, wie sonst immer, meine Kopfhörer an und die Levit GA klingt wieder, wie sonst auch, perfekt für mich! Ein wunderbarer Klavierklang, nicht zu hallig.

      Kann es sein, dass viele neue Aufnahmen für Kopfhörer mit iPad produziert sind?

      Oder habe ich einfach miese Kopfhörer? Aber das kann eigentlich auch nicht sein, es klingt doch so gut mit ihnen.....
    • Rosamunde schrieb:

      Gulda im Vergleich zu dumpf...



      Kann es sein, dass viele neue Aufnahmen für Kopfhörer mit iPad produziert sind?

      Oder habe ich einfach miese Kopfhörer? Aber das kann eigentlich auch nicht sein, es klingt doch so gut mit ihnen.....
      Also dass Kopfhörer- und Lautsprecherwiedergabe nicht zu identischen Eindrücken führen können ist systembedingt. Ich bin mir aber sehr sicher, dass im Bereich Klassik bei der Klangeinstellung praktisch ausschließlich mit Lautsprechern beurteilt wird. Ich denke, dass dieses Klangbild einfach so gewollt war.
      Mich wundert, dass du Gulda als dumpf empfindest? Bei den CDs fehlt es mir ganz eindeutig an Wärme, und ich habe das Gefühl, dass da im Präsenzbereich etwas angehoben wurde. Die alten LPs klingen da deutlich anders/besser für mich, sind allerdings im Stereopanorama deutlich schmaler.

      Viele Grüße
      Martin
    • Kater Murr schrieb:

      Mir ist aber auch nicht klar, wonach Martin G gesucht hat
      also hier suche ich nicht nach dem "audiophilen" Geheimtipp. Ich finde die Badura-Skoda-Box von 69/70, die ich gerade ausgiebig höre klanglich sehr gelungen. Direkt, aber nicht zu direkt... und sehr ausgewogen im Klangbild. Etwas mehr "Stereo" dürfte vielleicht sein. Aber so würde ich den Levit gern hören.
    • ja ok - danke - vielleicht ist es auch unser soundsystem, was mies ist, habe ich aber eigentlich noch nie so empfunden.

      MartinG schrieb:

      Mich wundert, dass du Gulda als dumpf empfindest
      Muss nochmal hinhören. Mit Kopfhörern finde ich diese GA nicht dumpf. Ich finde sie ganz trocken, also kein Hall, aber nicht unangenehm, ein bisschen Rauschen, aber nicht störend. Ich gewöhne mich langsam an alte Aufnahmen und kann sie inzwischen durchaus geniessen, trotz Rauschen.
      Es ist eine GA auf spotify, Decca 1950-58.
    • Korrektur:

      Mein Mann hatte an unserem Soundsystem etwas anders eingestellt, was ich nicht wusste. Jetzt hat er es wieder auf Klassik eingestellt und Levit klingt auch hier wunderbar, besser als mit Kopfhörern (natürlich!).
      Gulda klingt auch wieder sehr ähnlich wie in Beitrag 187 von mir beschrieben.

      Entschuldigung für die Verwirrung !
    • Die sich hier urspr. anschließenden Folgebeiträge wurden in diesen Thread verschoben, da diese nichts mit Aufnahmen von Beethovens Klaviersonaten zu tun hatten, sondern es ausschl. um technische Sachen ging.

      Lionel - Für die Moderation
      "Musik ist für mich ein schönes Mosaik, das Gott zusammengestellt hat. Er nimmt alle Stücke in die Hand, wirft sie auf die Welt, und wir müssen das Bild zusammensetzen." (Jean Sibelius)