Sibelius: Kullervo, op. 7 - Werk und Aufnahmen

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    • Lionel schrieb:

      Erscheint am 04. Oktober 2019:


      Na, da bin ich aber gespannt! Lintus Sibelius geht bisher nicht so recht an mich (zumindest das, was ich kenne ;) ). Mal sehen, ob er mich hier zu packen vermag.
      Da ich die letzte Neueinspielung des Werkes (Dausgaard) - vorsichtig gesagt - mäßig fand, würde ich mich über eine knackige Neuaufnahme freuen. :D

      :wink: Agravain
    • Agravain schrieb:

      Na, da bin ich aber gespannt! Lintus Sibelius geht bisher nicht so recht an mich (zumindest das, was ich kenne ). Mal sehen, ob er mich hier zu packen vermag.
      Da ich die letzte Neueinspielung des Werkes (Dausgaard) - vorsichtig gesagt - mäßig fand, würde ich mich über eine knackige Aufnahme freuen.
      Die CPO-Aufnahme soll sehr gut gelungen sein. Ich muss sie irgendwann mal hören, doch das dauert noch. Hier liegen habe ich sie schon.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
    • Solltest Du die mittlerweile 14 Jahre alte Rasilainen-Aufnahme meinen (oder gibt es eine neuere bei CPO?), so wünsche ich viel Vergnügen. Sie ist recht hübsch - von der Besetzung der Vokalsolistin einmal abgesehen. Hurwitz meint (hier durchaus zurecht), sie höre sich an, als sei sie 100 Jahre als. Passt nicht recht zur Partie.

      :wink: Agravain
    • Ich bin mal so frei, dies aus „Eben gehört“ hier rüber zu kopieren:

      Agravain schrieb:

      Eine Neubegegnung. Ich bin gespannt!



      Jean Sibelius: Kullervo, op. 7

      Johanna Rusanen - Sopran
      Ville Rusanen - Bariton

      Estonian Male National Choir
      The Polytech Male Choir
      Finnish Radio Symphony Orchestra
      Hannu Lintu

      :wink: Agravain

      Agravain schrieb:

      Agravain schrieb:

      Eine Neubegegnung. Ich bin gespannt!



      Jean Sibelius: Kullervo, op. 7

      Johanna Rusanen - Sopran
      Ville Rusanen - Bariton

      Estonian Male National Choir
      The Polytech Male Choir
      Finnish Radio Symphony Orchestra
      Hannu Lintu

      :wink: Agravain
      Die gute Nachricht: Ich bin nicht so enttäuscht wie von der Dausgaard-Aufnahme. Ville Rusanen taucht sehr erfolgreich in die Partie ein und zeichnet ein überzeugendes Bild vom Anti-Helden Kullervo. Johanna Rusanen klingt für meine Ohren zu alt und zu bieder. Chor und Orchester sind brillant, der Klang insgesamt hervorragend. Leider überzeugt mich Hannu Lintus Zugriff nicht. Das Schlüsselwort dieser Wiedergabe heißt: Hochdruck. Alles immer in hohem Tempo, immer zupackend, immer voll Saft, Kraft und Dramatik, immer zackig artikuliert. Kann man so machen. Die Idee hatte weiland schon Neeme Järvi, nur dass das Endergebnis bei ihm fürchterlich fahrig wirkt. Das kann Lintu vermeiden. Wie dem auch sei, so meine ich doch: repetitio non placet. Die Partitur wirkt m.E. auch, wenn man differenzierter herangeht (s. Segerstam II). Lediglich mit einer Idee ums Eck zu kommen und dies dem geneigten Hörer als „Interpretation“ verkaufen zu wollen, wirkt auf mich bereits beim ersten Lausch ermüdend, ja im Grunde sogar dürftig.
      :wink: Agravain

      Tichy1988 schrieb:

      Agravain schrieb:

      Agravain schrieb:



      Jean Sibelius: Kullervo, op. 7

      Johanna Rusanen - Sopran
      Ville Rusanen - Bariton

      Estonian Male National Choir
      The Polytech Male Choir
      Finnish Radio Symphony Orchestra
      Hannu Lintu
      Die gute Nachricht: Ich bin nicht so enttäuscht wie von der Dausgaard-Aufnahme. Ville Rusanen taucht sehr erfolgreich in die Partie ein und zeichnet ein überzeugendes Bild vom Anti-Helden Kullervo. Johanna Rusanen klingt für meine Ohren zu alt und zu bieder. Chor und Orchester sind brillant, der Klang insgesamt hervorragend. Leider überzeugt mich Hannu Lintus Zugriff nicht. Das Schlüsselwort dieser Wiedergabe heißt: Hochdruck. Alles immer in hohem Tempo, immer zupackend, immer voll Saft, Kraft und Dramatik, immer zackig artikuliert. Kann man so machen. Die Idee hatte weiland schon Neeme Järvi, nur dass das Endergebnis bei ihm dann auch noch fahrig wirkt. Wie dem auch sei, so meine ich doch: repetitio non placet. Die Partitur wirkt m.E. auch, wenn man differenzierter herangeht (s. Segerstam II). Lediglich mit einer Idee ums Eck zu kommen und dies dem geneigten Hörer als „Interpretation“ verkaufen zu wollen, wirkt auf mich bereits beim ersten Lausch ermüdend, ja im Grunde sogar dürftig.
      Ich kann deine Eindrücke nur unterschreiben! Bei den Solisten bin ich allerdings noch kritischer, als du ;) Johanna Rusanen fand ich stellenweise einfach nur zum Weghören. Ville Rusanen ist okay, allerdings weit enfernt von der Dramatik und Brillanz eines Peter Mattei (was jetzt keine Überraschung ist). Im Orchester gab es einige schöne, perlende Stellen, besonders in den Holzbläsern. Aber wie du sagst, alles irgendwie auf Hochdruck, allerdings klang es dabei auch etwas weich gespült. Ich mag es, wenn der Kullervo ein wenig kantig/wuchtig gespielt wird. Daher bleibt Paavo Järvi auf meinem Thron ganz oben :) .

      Agravain schrieb:

      Tichy1988 schrieb:

      Ich kann deine Eindrücke nur unterschreiben!
      Ich lese es gern. :D

      Tichy1988 schrieb:

      Bei den Solisten bin ich allerdings noch kritischer, als du ;) Johanna Rusanen fand ich stellenweise einfach nur zum Weghören. Ville Rusanen ist okay, allerdings weit enfernt von der Dramatik und Brillanz eines Peter Mattei (was jetzt keine Überraschung ist).
      Stimmt, Johanna Rusanen ist wirklich nicht der Hit. Ich wollte nur nicht so mit der Tür ins Haus fallen...Mattei bei P. Järvi (und auch bei Davis) ist schon eine Hausnummer. Überzeugender finde ich persönlich nur Hynninen. Übrigens insbesondere in Neeme Järvis ansonsten erratischer Aufnahme.

      Tichy1988 schrieb:

      Ich mag es, wenn der Kullervo ein wenig kantig/wuchtig gespielt wird. Daher bleibt Paavo Järvi auf meinem Thron ganz oben :) .
      So geht es mir auch. Nach meinem Empfinden sollte ein nicht unerhebliches Maß an Archaik durch eine Darstellung dieses Werkes/Stoffes wehen. Ich persönlich empfinde diesen Ansatz idealtypisch in Segerstams Einspielung aus Helsinki umgesetzt. Paavo Järvis Einspielung finde ich in dieser Hinsicht aber ebenfalls sehr gelungen.
      :wink: Agravain