Igor Levit (geb. 1987) - ein zukünftiger Jahrhundertpianist?

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    • Josquin Dufay schrieb:

      du willst nur eben Papier und physische Tonträger in der Hand haben.
      Dafür sterben Wälder, und es wird Plastikmüll in Form von Silberlingen produziert, die Jahrzehnte später als unfreiwilliges Fischfutter dienen ...

      Gruß
      MB

      :wink:
      "Ich will keine leidenschaftslose Gehirnarbeit, sondern ein durchlebtes Kunstwerk mit einer Aussage." - Karl Amadeus Hartmann, aus seinem Artikel "Von meiner Arbeit" (1962)
    • Mauerblümchen schrieb:

      Dafür sterben Wälder, und es wird Plastikmüll in Form von Silberlingen produziert, die Jahrzehnte später als unfreiwilliges Fischfutter dienen
      Nicht ganz. Die Daten sind auf Server, die auch irgendwann getauscht werden müssen - also ebenso klimaschädlich sind, weil Elektroschrott (wenn auch in deutlich geringerem Umfang).

      Alles hat ein Vor- und Nachteil... :schnaps1:
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    • Mauerblümchen schrieb:

      Josquin Dufay schrieb:

      du willst nur eben Papier und physische Tonträger in der Hand haben.
      Dafür sterben Wälder, und es wird Plastikmüll in Form von Silberlingen produziert, die Jahrzehnte später als unfreiwilliges Fischfutter dienen ...
      Deshalb Dino... mir ist da nicht wohl bei. Aber das führt wohl hier zu weit. Diese Büchse öffne ich lieber nicht noch weiter. :versteck2:
      Ich habe eiserne Prinzipien. Wenn sie Ihnen nicht gefallen, habe ich auch noch andere.
    • Eine Besprechung der Beethoven-Aufahmen auf sz.de. Eher kritisch:

      sueddeutsche.de/kultur/igor-le…-klaviersonaten-1.4646155
      „Music is a nexus. It's a conduit. It's a connection. But the connection is the thing that will, if we can ever evolve to the point if we can still mutate, if we can still change and through learning, get better. Then we can master the basic things of governance and cooperation between nations.“ - John Williams
    • Tichy1988 schrieb:

      Eine Besprechung der Beethoven-Aufahmen auf sz.de. Eher kritisch:

      sueddeutsche.de/kultur/igor-le…-klaviersonaten-1.4646155


      Ich habe nur stichprobenartig in die GA hineingehört, aber beim Lesen der folgenden Formulierungen dachte ich: "Passt!"

      Das ist bei Levit wie bei Schnabel zu hören, auch wenn der Jüngere in den schnellen Stücken glatter und gleichförmiger spielt als sein Vorbild.

      Levit transzendiert den Notentext allzu wenig. So wirkt diese Musik harmlos. Sie übersteigt keine Schwelle, sie reißt keine Grenze ein.

      Das ist respektheischend, aber nicht atemberaubend.

      Anders als Schnabel trotzt Levit den Tönen nie ihr utopisches Potenzial ab. Nie reißt er den Hörer aus dessen (Selbst)Sicherheit heraus, nie stößt er ihn an existenzielle Abgründe, aus denen ihn die ungelösten und unlösbaren Daseinsfragen seines Lebens höhnisch angrinsen.

      Sein Beethoven wahrt die Contenance. Was angenehm, aber nicht unbedingt im Sinne dieses Komponisten ist.


      Gruß
      MB

      :wink:
      "Ich will keine leidenschaftslose Gehirnarbeit, sondern ein durchlebtes Kunstwerk mit einer Aussage." - Karl Amadeus Hartmann, aus seinem Artikel "Von meiner Arbeit" (1962)
    • Ich habe ebenfalls bislang nur stichprobenartig hineingehört und kann die "Kritikpunkte" bzw. Aussagen zwar nachvollziehen und einordnen, empfinde das aber nicht wirklich als störend. Es ist für mich eher ein Beethoven zum Hören, weniger zum Entdecken von Grenzerfahrungen.
      „Music is a nexus. It's a conduit. It's a connection. But the connection is the thing that will, if we can ever evolve to the point if we can still mutate, if we can still change and through learning, get better. Then we can master the basic things of governance and cooperation between nations.“ - John Williams
    • Knulp schrieb:

      Außerdem wurde schon sehr oft auf das bekannte Phänomen hingewiesen, dass der Vergleichsmaßstab außerordentliche Bedeutung hat.
      Wie immer.

      Knulp schrieb:

      Nicht so temperamentvoll gespielt wie Schnabel besagt daher nicht viel.
      Nun ja - immerhin besagt es das.

      Klar spielt persönlicher Geschmack die entscheidende Rolle, wie auch immer der zustande gekommen ist. Ich habe den Beethoven jenseits der Klavierstunden mit Brendel kennengelernt (Philips I), dann kamen Gulda (Amadeo) und Schnabel ... die fand und finde ich immer noch sehr angemessen ... da erscheint mir Levits Spiel geradezu geglättet.

      Gruß
      MB

      :wink:
      "Ich will keine leidenschaftslose Gehirnarbeit, sondern ein durchlebtes Kunstwerk mit einer Aussage." - Karl Amadeus Hartmann, aus seinem Artikel "Von meiner Arbeit" (1962)
    • Beim BR erscheint ein sehr unterhaltsamer Podcast namens 32xBeethoven, in dem Levit mit einem Sidekick die 32 Sonaten vorstellt. Momentan ist man bei Folge 4, und bislang fühlte ich mich gut und intelligent unterhalten. Ich bin aber auch anspruchslos, wenn ich beim Reinigen des Aquariums oder der Küche Podcasts höre :D
      Ich habe eiserne Prinzipien. Wenn sie Ihnen nicht gefallen, habe ich auch noch andere.
    • Keine Ahnung, ob es Querwirkungen mit dem BR-Podcast gibt: Igor Levit über Beethoven:

      theguardian.com/music/2020/feb…ven-piano-sonatas-op2-no2

      Gruß Benno
      Überzeugung ist der Glaube, in irgend einem Puncte der Erkenntniss im Besitze der unbedingten Wahrheit zu sein. Dieser Glaube setzt also voraus, dass es unbedingte Wahrheiten gebe; ebenfalls, dass jene vollkommenen Methoden gefunden seien, um zu ihnen zu gelangen; endlich, dass jeder, der Überzeugungen habe, sich dieser vollkommenen Methoden bediene. Alle drei Aufstellungen beweisen sofort, dass der Mensch der Überzeugungen nicht der Mensch des wissenschaftlichen Denkens ist (Nietzsche)
    • Wie an anderer Stelle bereits geschrieben, hat Igor Levit die Idee gehabt, die aktuelle Konzertpause dadurch zu überbrücken, dass er Aufführungen aus seinem Wohnzimmer über Twitter streamt.

      Er scheint dies täglich ab 19.00 h zu machen. Gestern gab es die Waldstein-Sonate, jetzt gerade spielt er The people united will never be defeated.

      LG :wink:
      "Was Ihr Theaterleute Eure Tradition nennt, das ist Eure Bequemlichkeit und Schlamperei." Gustav Mahler