Sir Georg Solti (1912 - 1997)

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    • Sir Georg Solti (1912 - 1997)

      Guten Abend zusammen,

      soeben habe ich mit Erstaunen festgestellt, dass es noch keinen Solti Thread gibt 8| Dann mache ich mal den Anfang 8+)


      kurz zur Person:
      geboren am 21. Oktober 1912 in Budapast
      gestorben am 5. September 1997 in Antibes

      ursprünglich hieß Sir Georg "György Stern" - in den 1920er Jahren wurde aus "Stern" "Solti" (Solti nach dem Ort Solt - der Ort aus dem seine Familie stammt).


      Solti studierte an der Franz-Liszt-Musikakademie (Budapest) unter anderem bei Bela Bartok, Leo Weiner, Zoltan Kodaly und Ernst von Dohnanyi.

      Solti war 22 Jahre Chefdirigent des Chicago Symphony Orchestra, sowie künstlerischer Leiter des London Philharmonic Orchestra und des Orchestre de Paris.


      Auf youtube gibt es zwei interessante Dokumentationen über Sir Georg Solti:
      "http://www.youtube.com/watch?v=TjOr9Bkxc7s"
      "http://www.youtube.com/watch?v=2O-ClNBcZF0"



      Zu seinem 100sten Geburtstag veröffentlichte die Plattenfirma Decca (Solti wurde 1947 von Maurice Rosengarten für die Decca verpflichtet, dort blieb er auch bis zu seinem Ableben) die wichtigstens Werke von Solti in einigen Boxen.





      weiteres von Sir Georg


    • Ich habe Solti mit dieser Aufnahme vor wohl 30 Jahren kennen gelernt:


      (die CD-Ausgabe, die ich besitze, scheint es heute nicht mehr zu geben, aber die Zusammenstellung war die gleiche)

      Es ist trotz mittlerweile vieler guter bis hervorragender Vergleichseinspielungen, die sich so angesammelt haben, meine Lieblingsaufnahme insbesondere des Zarathustra geblieben. Ich finde, in diesen Aufnahmen kann man genau die Qualitäten entdecken, die ich an Solti schätze: Energie, Vorwärtsdrang, das gewisse musikantische Etwas.
    • Als ich anfing Klassische Musik zu hören, war Solti bei mir an jeder Ecke zu finden, seine Aufnahmen entsprachen vielem, was ich mir damals so vorstellte. Gerade seine "Über"aufnahmen von Strauss' "Salome" hat mich ganz lange geprägt. Und auch, wenn ich andere Aufnahmen davon auch sehr mag, Soltis gehört immer noch in meine erste Reihe.
      Mittlerweile ist das mit Solti ein wenig anders geworden. Vieles ist mir manchmal so laut und effekthascherisch, manchmal auch zu undifferenziert.
      Ich will hier beileibe nicht Soltis Lebensleistung schmälern (wegen mir wird sich seine Reputation ganz sicher keine Sorgen machen) und gerade mit seinem Ring hat er ja auch Aufnahmegeschichte geschrieben, aber mein Favorit ist er nicht (mehr).
      "Allwissende! Urweltweise!
      Erda! Erda! Ewiges Weib!"
    • Zunächst einmal vielen Dank für diesen thread ...

      als Jugendlicher habe ich die folgende Aufnahme der Aida, noch auf LP und als Querschnitt, kennengelernt und nach Hören in Endlosschleife beschlossen, daß Aida meine Lieblingsoper sei ...... das hat sich im Laufe der Jahre relativiert - allerdings ist für mich diese Aida-Interpretation nach wie vor unerreicht :juhu:



      ebenso wie diese Salome



      und diese Meistersänger



      und der Tannhäuser



      Aber vor diesen habe ich Soltis Beethoven mit

      (allerdings nur das Erste und auf LP)

      und



      schätzen gelernt ....

      nicht zu vergessen Mahlers Dritte ...



      Zuviel der guten Aufnahmen .... kaum zählbar ....

      und ja ..... natürlich ..... DER RING
    • RE: Richard Strauss

      Braccio schrieb:

      Es ist trotz mittlerweile vieler guter bis hervorragender Vergleichseinspielungen, die sich so angesammelt haben, meine Lieblingsaufnahme insbesondere des Zarathustra geblieben. Ich finde, in diesen Aufnahmen kann man genau die Qualitäten entdecken, die ich an Solti schätze: Energie, Vorwärtsdrang, das gewisse musikantische Etwas.

      Lieber Braccio,

      dem gibt es nicht hinzuzufügen - bei mir dito ! Ich hatte zuerst die hervorragenden Reiner-Aufnahmen der meisten R.Strauss-Dichtungen auf RCA-VICS-LP´s = TOP-Aufnahmen, die mir immer viel Hörspass vermittelten.
      Solti mit dem gleichen Orchester CSO hat den grossen Vorteil der noch besseren Klangtechnik zu sich verbuchen. Darauf stehe ich natürlich und habe dann später auf CD auch die von Dir abgebildtete Decca-CD in der Decca-Erst-Ausgabe gekauft. Er legt auch hier und da noch ne Schippe mehr Schmackes drauf ! Auch Till Eulenspigel und Don Juan sind erstklassig mit Solti.

      - die Abb der Hochpreis- Erstausgabe habe ich nicht mehr gefunden. Aber mir ist darauf gerade ein Fehler von DECCA aufgefallen: Dort steht auf dem Cover Digital-Aufnahmen; hinten dann richtig ADD -
      Eine weitere Ausgabe sieht so aus:
      --> <-- oder auch auf Doppel-CD =
      Decca, 1976, ADD
      ______________

      Gruß aus Bonn

      Wolfgang
    • (Bezieht sich auf Teletons Beitrag zu Solti/Strauss)

      Lieber Wolfgang!

      Ja, auf der von Dir abgebildeten Doppel-CD sind die gleichen Aufnahmen von Zarathustra, Till und Don Juan aus Chicago. Die Alpensinfonie ist eine Aufnahme mit dem Symphonie-Orchester des BR von 1979.
      Meine Eindrücke:
      Solti treibt sein Riesenorchester - diesmal das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks in einer Aufnahme von 1979, Ort unklar - in 44 Minuten (Karajan und Sinopoli brauchen um die 51 Minuten) geradezu den Berg hoch. So schnell habe ich zumindest noch nie das Thema des "Anstiegs" gehört, übrigens perfekt und virtuos umgesetzt von den Bässen, im Gegensatz etwa zu den Berliner Bässen der Karajan-Aufnahme. Im Verlauf gerät Solti sicher manchmal an die Grenze des Gehetztseins, manche lyrische Passage hätte man sich vielleicht mit mehr Ruhe gewünscht, aber insgesamt ist das Ergebnis für mich zumindest als Alternative überzeugend. Schön auch die Transparenz, etwa im Abschnitt "Auf dem Gipfel" mit seinem Holzbläserdialog, der in anderen Aufnahmen schon mal von den Streichern zugedeckt wird. Auch die Leistungen der Blechbläser finde ich hervorragend, wenngleich ich sie etwa im Abschnitt "Anstieg" noch strahlender gewohnt bin. In jedem Fall legt die Aufnahme beredt Zeugnis von der Klasse des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks ab, das auch Ende der 1970er Jahre schon ein Spitzenensemble war und später unter Lorin Maazel viele Strauss-Tondichtungen für die RCA einspielte. Die Aufnahmetechnik ist gut mit schönem Fundament und breitem Panorama, die Auflösung einer solchen "Tohuwabohu"-Stelle wie "Gewitter und Sturm" etwa gelingt auch in anderen Einspielungen nicht besser.

      Viele Grüße, Peter
    • Georg Solti gehört zu meinen 3 Lieblingsdirigenten.

      Natürlich habe und schätze ich alles, was von ihm an sinf.Musik verfügbar ist (incl. mehrerer DVD-Konzert-Ausgaben).
      Mit den GA der Beethoven-Sinfonien (Beide GA = ADD und DDD); Beethoven - KK mit Ashkenazy (in Beitrag 4 von tastenrade abgebildet); Brahms-GA.; Bruckner-GA, Mahler-GA; Tschaikowsky-Sinf.4 - 6; Schumann-GA; Mendelssohn 3 und 4; Bartok-Werke und KK mit Ashkenazy; Kodaly-Werke; Liszt- Sinf.Dichtungen; Wagner-Ouv.; Strawinsky - Le Sacre, Petruschka u.a. bin ich "megazufrieden".


      Die Schostakowitsch-Sinfonien hat Solti leider nicht komplett auf CD vorliegen.
      Er hat die Nr. 1, 5, 8, 9, 13, 15 auf Decca eingespielt. Leider sind diese Einzel-CD´s so wahnsinnig teuer, dass ich es bisher nur geschafft habe, die CD der Schost Sinfonie Nr.1 an Land zu ziehen. Hier exquisit mit dem Royal Concertgebow Orchester Amsterdam. Auf meiner Wunschliste bleiben sie alle auf jeden Fall stehen !
      Strawinsky´s Le sacre steht in seiner Aufnahme mit dem CSO gleich von Anfang an auf Hochspannung, sodass die Kontraste nicht so angemessen getroffen sind. Diesen Fehler hat er in dieser seiner späteren Aufnahme von 1992 mit dem RCGBO deutlich vermieden und kommt so zu einem noch packenderen Gesamtergebnis.

      - dieser Decca - CD - Edelstein mit Schost 1 und Strawinsky Le Sacre ist derzeit nicht gelistet -


      Zu Richard Strauss - Alpensinfonie:
      Lieber Braccio, nach deinen aufwühlenden Worten in Beitrag 7 über die Alpensinfonie gab es für mich nun kein halten mehr. Ich habe nur die Decca-Einzel-CD ohne Heldenleben und Alpensinfonie mit Solti. Als Solti-Fan habe ich immer schon bedauert, dass ich die nicht besitze. Da ich die Doppel-CD nun Megapreiswert in den USA bestellen konnte, habe ich gleich den Bestellklickfinger runter gedrückt. Schade das solche Preise nicht auch bei den Schostakowitsch-Sinfonien vorhanden sind - 8+) aber da bleibe ich auf dem Teppich !
      :D In ca 2 Wochen geht die Lucy auch bei mir ab ! Nein, rauf in die Alpen.
      ______________

      Gruß aus Bonn

      Wolfgang
    • teleton schrieb:

      Nein, rauf in die Alpen.
      Ein Ausflug in die Alpen ist immer ein Erlebnis. Hoffentlich habe ich nicht zu viel versprochen. Bin gespannt, wie sie Dir gefällt. Das Heldenleben (mit den Wienern) gefällt mir in dieser Aufnahme sowieso nicht ganz so gut, was allerdings sicher mit am Werk liegt, mit dem ich irgendwie nicht so viel anfangen kann.
      Von Soltis Schostakowitsch-Aufnahmen habe ich nur diese:


      Die finde ich jetzt gar nicht so teuer. Ich höre sie allerdings sehr selten, die Konkurrenz ist da dermaßen groß und gut, und gerade in der Dreizehnten finde ich Solti unerwartet zurückhaltend.


    • Diese Aufnahme gibt es derzeit für 1 Cent.
      Ich höre ja wenig englische Musik und kenne mich auch nicht genug aus, um mir ein annähernd qualifiziertes Urteil erlauben zu können (Agravain, wie wär's?), aber zumindest haben mich die Enigma-Variationen in dieser Interpretation sehr angesprochen, mag Soltis Zugang auch ziemlich knallig und druckvoll sein.
    • Auch bei mir waren Solti-Aufnahmen (neben Dutoit) ab Anfang der 80iger Jahre das Maß aller Dinge, sowohl was die Interpretationshaltung, gekennzeichnet durch Lebendigkeit, Straffheit und Auskostung dynamischer Valeurs, als auch die legendäre Decca-Tonqualität anbetraf.

      Nur beispielhaft sei auf folgende Aufnahmen verwiesen, die für mich heute immer noch Referenzqualitäten haben:



      oder



      (an dieser Stelle funktioniert der amazon-link zu den Bildern einer Ausstellung (1982) nicht :( )




      Mit dieser CD habe ich 1984 meinen ersten CD-Player, einen SABA, eingeweiht. Fasziniert höre ich bei den "Mortuis" die Schlüssel in der Jackentasche eines Orchestermitgliedes klimpern.

      Was er wohl aus den Sibelius-Symphonien gemacht hätte, wenn er sie aufgenommen hätte?

      Auffällig ist, wie wenig Konzerte er aufgenommen hat, der Schwerpunkt lag klar auf Opern und Symphonien.

      LG
      Andreas
      Die Berührung eines Calzone Piano ist immer schön und nicht schlammig.

      (Japanische Weisheit)


    • Genau dieses Doppelalbum höre ich mir zufällig zur Zeit im Vergleich mit Strauss-Aufnahmen anderer Dirigenten an. Bisher nur Don Juan und Till Eulenspiegel, Zarathustra und Alpensinfonie werden folgen.

      Zwiespältige Eindrücke: Das Chicago Symphony Orchestra spielt atemberaubend, die Decca-Klangtechnik der 70er ist großartig. Vorbildliche Transparenz des Stimmengeflechts. Temperament, Energie und rhythmische Präzision von Dirigat und Orchesterspiel - toll! Aber was mir auch aufgefallen ist: Solti geht von Anfang an in die Vollen, verbaut sich (Don Juan) im Gegensatz z.B. zu Maazel/Cleveland (1979, klanglich viel schlechter) alle Steigerungsmöglichkeiten. Zwischen höchster Energie und lyrischem Schmachten gibt es kaum Zwischentöne, wo Maazel elegant ist, wirkt Solti oft wuchtig, fast brutal. Und, was ich allgemein für Solti charakteristisch finde: Er kann in langsamen Passagen (oder Sätzen) die Spannung nicht halten, bremst oft etwas zu stark ab, lässt lyrische Themen nicht singen (man vergleiche die subtile Phrasierung des Oboenthemas im Don Juan bei Maazel mit den schematischen Rubati bei Solti).

      Früher habe ich relativ oft Solti gehört und verbinde mit ihm überwältigende Details, bezeichnenderweise immer schnelle und/oder laute Passagen: die wie zum Jüngsten Gericht dröhnenden Posaunen, nachdem Otello Desdemona im dritten Akt zu Boden geschleudert hat. die Dramatik am Ende des zweiten Walküre-Akts, das Bacchanal aus Tannhäuser, die Wildheit der Streicher am Beginn des Kopfsatzes von Mahlers Zweiter in der späteren Chicago-Aufnahme. Aber einige, auch hochgelobte Aufnahmen höre ich mir nicht mehr gern an: die brutale Mahler-Sechste ohne Zwischentöne und mit ausdruckslosem langsamen Satz, dito Bruckners Achte, die Dauer-Hochspannungs- und gerade darum so einförmigen Salome- und Elektra-Einspielungen, Haydns Londoner Sinfonien, bei denen Solti nur bei dramatischen Einschüben wie dem Moll-Mittelteil des Uhr-Satzes aus Nr. 101 in seinem Element ist. Die ein oder andere Verdi-Aufnahme finde ich gelungen, etwa den Maskenball mit M. Price/Pavarotti/Bruson.

      Zu Soltis Ring-Dirigat hatte ich schon früher etwas geschrieben: Bei dramatischen Zuspitzungen wie in den letzten zwanzig Minuten des zweiten Walküre-Akts, bei Mimes Angstvisionen oder manchmal in der Götterdämmerung zeigt Soltis Dirigat seine zupackenden Qualitäten. Aber sonst geht es oft massiv und blechlastig zu. Das Vorspiel zum zweiten Walküre-Akt fand ich immer klasse gespielt, bis ich andere Interpretationen kennengelernt habe - Solti lässt z.B. ab Takt 54 den Walküren-Rhythmus in Hörnern, Streichern und Holzbläsern so brutal herausdonnern, dass der in Tuben und Pauken dagegengesetzte Hunding-Rhythmus völlig untergeht. Vor allem geht mir der akustische Zeigefinger bei den Leitmotiven auf den Zeiger: sie werden meist überdeutlich herausgestellt, Speer- und Fluchmotiv spielen die Posaunen grundsätzlich in stahlhartem, breit artikuliertem Fortissimo. "Lyrik" und Melos bleiben dagegen unterbelichtet, oft wird Solti dann nur überproportional langsam.

      Natürlich kenne ich viele Solti-Aufnahmen nicht und würde auch die oben von mir kritisierten Strauss-Aufnahmen immer noch als auf ihre Art gelungen bezeichnen.


      Viele Grüße

      Bernd
      Details are always welcome. (Vladimir Nabokov)
    • Zwielicht schrieb:

      Zwiespältige Eindrücke: Das Chicago Symphony Orchestra spielt atemberaubend, die Decca-Klangtechnik der 70er ist großartig. Vorbildliche Transparenz des Stimmengeflechts. Temperament, Energie und rhythmische Präzision von Dirigat und Orchesterspiel - toll! Aber was mir auch aufgefallen ist: Solti geht von Anfang an in die Vollen, verbaut sich (Don Juan) im Gegensatz z.B. zu Maazel/Cleveland (1979, klanglich viel schlechter) alle Steigerungsmöglichkeiten. Zwischen höchster Energie und lyrischem Schmachten gibt es kaum Zwischentöne, wo Maazel elegant ist, wirkt Solti oft wuchtig, fast brutal. Und, was ich allgemein für Solti charakteristisch finde: Er kann in langsamen Passagen (oder Sätzen) die Spannung nicht halten, bremst oft etwas zu stark ab, lässt lyrische Themen nicht singen (man vergleiche die subtile Phrasierung des Oboenthemas im Don Juan bei Maazel mit den schematischen Rubati bei Solti).
      Das kann ich leider nicht entkräften, lieber Bernd. Ich habe die Aufnahme denn doch zu wenig präsent vor Ohren, und derzeit habe ich keine Strauss-Phase. Irgendwie ist Solti bei mir mit diesen drei Werken trotz der nachvollziehbar von Dir geschilderten "Mängel" vorn geblieben, wahrscheinlich wegen des packenden, stürmischen Gestus seines Zugangs. Ich habe allerdings gestern länger überlegt und muss schon einräumen, dass ich mich an keine Solti-Aufnahme erinnern kann, die ich insbesondere ihrer lyrischen Qualitäten wegen schätze.
    • RE: Elgar und Mussorgsky

      Lieber Braccio, Andreas und Bernd,

      ihr habt beide zwei ganz wichtige Soli-CD´s genannt, die ich ganz vergessen hatte zu erwähnen:

      !.) Mussorgsky: Bilder einer Ausstellung (Ravel_Fassung) ist für mich die Aufnahme schlechthin - ich kenne keine bessere und will auch gar keine Andere (von den Ravel-Fassungen) mehr hören. :thumbsup: Die ist dermassen packend und bietet alle Details bis ins letzte Eckchen. Mein Lieblingssatz Die Hütte der Baba Jaga wird man kaum irgendwo so begeisterungswürdig hören können. :angel: Das ist Gänsehaut pur - :D oder anders gesagt : die teleton-musik.

      Hier noch das Bild von diese Hammer-Scheibe:
      oder die Erstausgabe: [Blockierte Grafik: http://ecx.images-amazon.com/images/I/4186ZxFzUkL.jpg]-->
      Decca, 1980, DDD (der heutige amazon-Preis spricht für sich ... ;+) den muss man ja nicht löhnen)

      2.) Elgar: Enigma-Variationen / Pomp und Circumsdances 1-5 / Cockaigne-Oucertüre mit dem LSO/Solti (Decca). Wer kann das noch besser rüber bringen ??? Die Enigma-Var ist doch auch die Wahnsinns-Int. Ich habe auch die Solti-Aufnahme mit den Wiener PH; doert mit den Blacher-Var gekoppelt - die ist allerdings lange nicht so perfekt, wie seine LSO-Aufnahme (obwohl ohne Vergleich auch Klasse). Auch wenn Agravain als Elgar - Spezialist hier anderer Meinung sein mag und noch etliche weitere Aufnahmen auf dem Programm hat. Ich bin ehrlich gesagt auch nicht der grosse Elgar-Fan (bis auf diese Werke) aber wenn es um Elgar geht, dann nur Solti, denn nur er hat es geschafft mir weitere Werke von Elgar dennoch schmackhaft zu machen -> ich habe auch die beiden Sinfonien und noch eine weitere Ouv als einzige Aufnahme mit Solti (Decca).


      Peter (Braccio), Du erwähntest die Decca-CD mit den Schostakowitsch-Sinfonien Nr. 13 und 15. Die Sinf Nr.13 interssiert mich ohnehin nicht unbedingt von anderen Dirigenten - mit Kondraschin mit Artur Eisen habe ich aufs Beste ausgesorgt - und damit habe ich das Thema Nr.13 für mich abgeschlossen ! Die Sinfonie Nr.15 auf gleicher CD würde mich aber schon interessieren.

      Bernds Kritik an Richard Strauss´s Don Juan, dass er gleich Hochdruck aufbaut, kann ich schon aus seiner Sicht nachvollziehen. Aber ich schätze es genau so und habe seine Interpretation für mich schon verinnerlicht. Ich finde, dass die Steigerungen trotzdem noch vorhanden sind. Ich kenne auch Maazel (Decca und DG), Dohnanyi Decca), Metha (Decca), Ormandy (SONY), Karajan (Decca und DG, Kempe (EMI/Brill); gleich neben Karamalz in seiner fabelhaften Wiener Decca-Aufnahme, steht Solti bei mir an der Spitze.

      Die Neunte von Dvorak mit Solti, habe ich wegen der grossen und herausragenden Konkurrenz immer hinten an gestellt - da war ich bereits von Bernstein, Kondraschin, Szell, Fricsay u.a. so gebügelt, dass der "Solti-Kauf" nie erwogen wurde. Muss ich die nach den gennanten Namen noch haben ?

      .
      ______________

      Gruß aus Bonn

      Wolfgang
    • Lieber Wolfgang,

      ich fürchte, Du mußt...

      teleton schrieb:

      Die Neunte von Dvorak mit Solti, habe ich wegen der grossen und herausragenden Konkurrenz immer hinten an gestellt - da war ich bereits von Bernstein, Kondraschin, Szell, Fricsay u.a. so gebügelt, dass der "Solti-Kauf" nie erwogen wurde. Muss ich die nach den gennanten Namen noch haben ?
      Fairerweise muß ich allerdings gestehen, daß ich die von Dir genannten Alternativen nicht kenne, also ist mein Urteil natürlich äußerst fragwürdig ;+)

      Als Solti-Fan ist die Aufnahme allerdings ein Muß. Wer meint, Solti könne nicht lyrisch, höre mal in das Largo - überirdisch.

      :wink: Andreas

      P.S.: Ich finde übrigens seine Brahms-Symphonien ebenfalls äußerst gelungen - trotz oder wegen AAD ;+)
      Die Berührung eines Calzone Piano ist immer schön und nicht schlammig.

      (Japanische Weisheit)
    • Solti gehört zu den Dirigenten, mit denen ich nicht so richtig warm geworden bin. Egal ob Messias oder Haydns Londoner Sinfonien oder Nozze di Figaro oder Aida oder Tschaikowsky 6 oder Mahler oder Salome oder Elektra ... käme von Solti eine 50-CD-Box heraus, mein Ding wäre sie nicht.

      Ich stimme Bernd Zwielicht tendenziell zu: hochpräzises, erstklassiges Orchesterspiel, an Höhepunkten packend, wenn's sein soll auch fetzig, aber der größte Lyriker war Solti nicht. Manches finde ich einfach zu sehr zugespitzt. Die Decca-Klangtechnik kam den Wünschen des Ungarn offenbar perfekt entgegen. Ich würde gerne wissen, wie sich Soltis orchestrale Beißattacken und Morgensternhiebe bei DG angehört hätten. Zu viel Effekt und zu wenig Musik.

      Überragend finde ich allerdings Siegfried und Götterdämmerung aus seinem Ring und auch seine Bartók-Aufnahmen. Da kommt für meinen Geschmack wenig mit, vielleicht Keilberth und Kna (GöDä Müchen live, orfeo) bei Wagner und Fritz Reiner bei Bartók.

      Also vielleicht doch die ganz oben gezeigte 7-CD-Box mit Werken von Bartók. Wenn man bei den Konzerten und bei Blaubarts Burg der Solisten wegen anders wählen wollte, dann gäbe es die reinen Orchesterwerke ja noch hier:



      Gruß
      MB

      :wink:
      "Die Menschen heute sind ziemlich arrogant in der Beurteilung dessen, was gut ist und was nicht. Die Beurteilung der Kunst einer anderen Zeit gehört zum Schwierigsten." - Nikolaus Harnoncourt, Interview vom 22. Juni 2007 (harnoncourt.info/ich-bin-eifoermig/)
    • Was schätze ich besonders unter den vielen, vielen Solti-Aufnahmen?

      - Ganz klar seinen Ring; auch alle anderen Wagner-Aufnahmen finde ich gut bis sehr gut dirigiert;
      - Bartok unbedingt, wobei Fritz Reiner mich noch einen Tick mehr überzeugt;
      - Ich mag seinen Sacre sehr;
      - Von den Mahler-Sinfonien gefallen mir nur die 6. und 7., die 7. vor allem zählt für mich zu den besten Einspielungen;
      - die umwerfende Achte von Schostakowitsch;
      - die Brahms- und Tschaikowsky-Sinfonien finde ich tadellos, allerdings gibt es bei der großen Konkurrenz nun mal viel Besseres.

      Natürlich war Solti "nicht der Lyrischste"; sein zupackender, spannungsgeladener Stil macht dies aber häufig für mich wett.

      Zwei weitere Aufnahmen möchte ich jedoch sehr empfehlen, die vielleicht weniger populär, aber für meine Begriffe sehr gelungen sind: Die Londoner Kodaly-Aufnahmen und KV 466 mit dem ECO und Solti am Klavier! Eine Deutung, die (mir zumindest) unter die Haut geht, auch wenn es sicher Einspielungen mit brillianteren Pianisten gibt.




      Cheers,

      Lavine :wink:
      "You gotta grab'em by Debussy" (DJ Trump)
    • RE: Brahms-Sinfonien

      Andreas schrieb:

      Ich finde übrigens seine Brahms-Symphonien ebenfalls äußerst gelungen - trotz oder wegen AAD

      Lieber Andreas,

      das kann ich nur bestätigen. Nachdem ich damals mit den fabelhaften Klemperer-Aufnahmen (EMI) auf LP zuerst meinen Brahms kennengelernt und genossen habe, kam dann als erstes auf CD Solti (Decca).
      Ich hab dann für Jahre nichts weiteres erwogen zu kaufen - was war das auch eine klangliche Offenbarung gegenüber den EMI-LP´s.
      ;+) Aber mit ADD oder DDD hat das nichts zu tun - die Solti-Decca-CD´s sind alle astrein im Sound !


      Ich habe ja von Beethoven beide Sinfonien-GA mit Solti (Decca, ADD und DDD). Tolle GA !
      Die Sinfonie Nr.3 ,5 7 sind allerdings in seinen früheren Aufnahmen mit den Wiener PH von 1958/9 auch erstklassig gelungen - :thumbsup: die Sinfonie Nr.5 ist die Packenste und übertrifft noch mal deutlich seine späteren Aufnahmen, die vergleichsweise zahm dagegen wirken. Das ist die Fünfte die ich zusammen mit Bernstein/Bayerisches RSO (DG) und Karajan (DG) am höchsten schätze !


      Decca, 1958/9, ADD
      ______________

      Gruß aus Bonn

      Wolfgang
    • Eine weitere empfehlenswerte Aufnahme mit Solti zusammen mit Murray Perahia am Klavier ist diese CD mit Werken von Brahms und Bartok:


      (AD: 1987, Snape Maltings Concert Hall, Snape, Suffolk, England)

      Lionel
      "Musik ist für mich ein schönes Mosaik, das Gott zusammengestellt hat. Er nimmt alle Stücke in die Hand, wirft sie auf die Welt, und wir müssen das Bild zusammensetzen." (Jean Sibelius)