Sir Georg Solti (1912 - 1997)

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    • Wolfram schrieb:

      Ich bin mir gar nicht sicher, dass sie es kritisieren wollte. Es war damals bekannt und wurde als zum System gehörend hingenommen. Man darf nicht das Bewusstsein von heute mit dem von damals verwechseln.
      Ich verweise auf „hingenommen“ . Damit ist alles gesagt.
      Ich verwechsle nichts.
      Ich war diejenige, die sich für Solti ausgesprochen hatte. Ich habe ihm nichts vorgeworfen.

      Aber falls es tatsächliche Opfer gibt, stehen weder mir noch anderen heutzutage Witze über sie zu.
      Tut mir leid, ich habe zero Toleranz für so was.
    • In der New York Times gab es 1972 einen sehr langen und ausführlichen Artikel über Solti
      nytimes.com/1972/12/10/archive…o-means-sro-entracte.html
      Ich kann ihn sehr empfehlen.

      Zu dem Gossip hier. Wenn ich an die Biografien, die ich habe (u.a. Szell, Rubinstein, Toscanini, Karajan, Furtwängler, Klemperer) denke, dann amüsiert mich das eher..
      Gruß aus Kiel
      Ich vergesse niemals ein Gesicht. Doch bei Ihnen mache ich eine Ausnahme! (Groucho Marx)
    • Wolfram schrieb:

      Übrigens haben wir Solti nicht als 'Gentleman gegenüber Frauen' bezeichnet.
      Es gibt einen Unterschied zwischen Frauen direkt/indirekt nötigen (also "metoo") und eine Affäire mit einer Frau anzustreben oder zu haben, die das auch möchte, egal aus welchem Grund sie das möchte.

      Ich behaupte jetzt mal ganz kategorisch, dass eine betroffene Frau diesen Unterschied immer schon, früher wie heute, ganz genau für sich selber erkannt hat.

      Ich kann nicht für Damen, die von Solti weisse Pelze bekommen oder nicht bekommen haben sprechen, aber ich frage mich, wer hier so viel Zeit in der unmittlebaren Nähe von Solti verbracht hat wie ich, obwohl es, wenn ich nachrechne nur ungefähr 80 Stunden beruflich gewesen sein können, aber immerhin. Wenn also jemand von Gentleman sprechen kann oder nicht, dann kann ich es wohl schon, rein beruflich. Aber vielleicht andere auch hier?

      Ich habe meine Sätze entfernt, weil sie den unterstellenden und anzüglichen Witz mit dem Pelz nach sich gezogen haben. Dieser Witz wurde gestern gemacht.

      Weiterhin im Bezug auf meine Gentleman Aussage: Ich habe für Solti wie auch für Gatti genau ein Beispiel jeweils, wo die Herren sich sehr altmodisch und respektvoll angenähert haben und trotz ebenso altmodisch bekommenen Korb keinerlei negative Konsequenzen für die beiden betroffenen Frauen entstanden. Ich würde mir natürlich nicht erlauben, deshalb auf andere Fälle zu schliessen. Aber ich habe es eben nur so herum erlebt.

      Nun muss man aber sagen, dass man einem Orchestermusiker in London als Gastdirigent auch nichts am Zeuge flicken konnte. Nachhaltige Konsequenzen konnte es nicht geben.
      Im Bezug auf Chefdirigenten oder Sängerkarrieren ist die Lage ganz anders. Da kann ein Korb an eine Person mit Einfluss natürlich schlimme Folgen haben oder man kann diese befürchten. Das letztere reicht ja schon für "metoo". Aber bei uns im Orchester brauchte man sich da bei Gastdirigenten keine Sorge zu machen.
    • Wolfram schrieb:

      Wobei es selbst bei der Fassbaender wohl über das Schwerenötertum hinausging, wenn sie schreibt, dass sie sich körperlich seinen Avancen erwehren musste.

      Rosamunde schrieb:

      Es gibt einen Unterschied zwischen Frauen direkt/indirekt nötigen (also "metoo") und eine Affäire mit einer Frau anzustreben oder zu haben, die das auch möchte, egal aus welchem Grund sie das möchte.
      Die Fassbaender beschreibt Soltis Verhalten in London während der Aufnahme von Hänsel u. Gretel, wobei sie sich nun nicht übermäßig darüber entrüstet. Nach einem gemeinsamen Abendessen gingen sie noch durch die Straßen, wobei Solti sie zu einem Pelzgeschäft führte und fragte, ob sie nicht auch gerne einen weißen Pelz hätte. Erneut wie sie, wie auch schon während des gesamten Abends, seine Avancen zurück, wobei es dann trotzdem im gemeinsamen Hotel 'laut und handgreiflich' geworden wäre. Ich würde das jetzt nicht unter 'eine Affäre mit einer Frau anstreben, die das auch möchte' verbuchen, sondern schon unter sehr direkter Nötigung. Ähnliches erzählt sie übrigens von Domingo, der zunächst einmal ganz heftig mit ihr geflirtet hätte, dann aber die Absage akzeptiert hätte. Sie hätte sich aber dem intensiven Kuss auf der Bühne nicht erwehren können. Beide wären aber für ihren 'Frauenkonsum' bekannt gewesen.

      Rosamunde schrieb:

      Ich habe meine Sätze entfernt, weil sie den unterstellenden und anzüglichen Witz mit dem Pelz nach sich gezogen haben.
      Der 'weiße Pelz' wurde von Solti wohl immer an die Frauen verschenkt, die ihm nachgegeben haben. Die Fassbinder benennt eine Sängerin während der obigen Produktion, die dann plötzlich auch diesen berüchtigten 'weißen Pelz' getragen hat. Inwieweit da Karriereversprechungen gemacht wurden, kann man natürlich nicht sagen. Das Schema aber hat sich wohl regelmäßig wiederholt.

      :wink: Wolfram