Felix Mendelssohn - Klaviertrio Nr. 2 in c-Moll, op. 66

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    • gprengel schrieb:

      Michael Schlechtriem schrieb:

      Das ist schade und auch sehr befremdlich, geradezu verstörend.

      Warum ist es "sehr befremdlich, geradezu verstörend", wenn ich bisher die Streichquartete von Schostakowitsch noch nicht kenne ? Muß man alle Werke kennen, um hier etwas zu posten?


      Ja, das Mendelssohn-Quartett, op. 80, ist ein eindrucksvolles Werk. Ich habe es heute bewusster gehört als bisher; ich habe es wahrscheinlich ohnehin erst zum zweiten oder dritten Mal gehört.

      Weiter oben habe ich mich über Dich lustig gemacht; ich gebe es zu. Vielleicht hat es Dich ja nicht gestört. Es war nicht einmal so sehr gegen Dich gerichtet, sondern ich fand das Adjektiv "verstörend" deswegen amüsant, weil man kaum darüber hinweg kann, Schostakowitsch´ Streichquartette als verstörend zu empfinden, eigentlich alle - ganz besonders wohl das letzte mit den gereihten Adagio-Sätzen.

      Deine ursprüngliche Aussage im Verein mit obiger Frage lässt nun aber einen Touch Absurdität erkennen - oder Du hast Dich sehr ungeschickt ausgedrückt. Wie kann ich ein Musikstück mit einem anderen vergleichen und ihm dabei den Vorzug geben, wenn ich das andere Musikstück überhaupt nicht kenne? :wacko: Natürlich muss man nicht alle Werke kennen, um hier etwas zu posten.

      Nichts für ungut!

      :wink: Wolfgang
      He who can, does. He who cannot, teaches. He who cannot teach, teaches teaching.
    • gprengel schrieb:

      Warum ist es "sehr befremdlich, geradezu verstörend", wenn ich bisher die Streichquartete von Schostakowitsch noch nicht kenne ? Muß man alle Werke kennen, um hier etwas zu posten?
      Sicherlich nicht. Ich jedenfalls habe kein Problem damit, wenn jemand nicht die gesamte Streichquartettliteratur intus hat. Tatsächlich meinte ich die SQs von Schostakowitsch. Am ähnlichsten zu Mendelssohns op. 80 empfinde ich das 8. SQ Schostkowitschs.
      Im Zweifelsfall immer Haydn.
    • Ich habe dieses Werk in den letzten Tagen zweimal in München in Konzerten erlebt, beide ganz intensive, unmittelbare Liveerlebnisse (siehe Münchenkonzertthread). Kann mich Trichomonas´ im Eröffnungsbeitrag geäußerter Begeisterung nun vollends anschließen. Dieser unwiderstehliche Moll-Sog in den Sätzen 1 und 4, dieses wunderbare Lied ohne Worte des 2. Satzes, das wenn es so gespielt werden kann irrwitzig stuhlkantenschnelle Scherzo und im Finale die Choraleinbindung - ein singuläres Kammermusikwerk, unbedingt kennenlernenswert meine ich!

      Bei der Durchsicht der mir zur Verfügung stehenden Tonträger entpuppt sich einmal mehr was Kammermusik betrifft meine Martha Argerich Sammlung als Fundgrube. Hier spielt aber nicht Martha Argerich selbst.



      Nicholas Angelich, Renaud und Gautier Capuçon spielen das Werk so wie ich es höre bei tollem offenem Raumklang hochkonzentriert konzertant kontrolliert. Ich meine durchzuhören, wie genau sie versuchen miteinander musikalisch zu atmen. Gleichwohl scheint eine gewisse Distanz durch. Entstanden ist die Aufnahme live im Juni 2005 im Auditorio Stello Molo in Lugano, enthalten ist sie in der EMI 3 CD Box „Martha Argerich and Friends live at the Lugano Festival 2005“.

      Trichomonas verweist im Eröffnungsbeitrag auch auf eine Aufnahme des Altenberg Trios. Dieses spielt aktuell mit einem neuen Geiger, noch zwei Tage kann man unter anderem dieses Werk in einer Konzertaufzeichnung vom 22.10.2018 aus dem Wiener Brahmssaal hier hören, eine wie ich sie höre fließende, schubertische Deutung (19:30 Uhr):

      oe1.orf.at/programm/20181106

      Ich bin auf jeden Fall seit einigen Tagen nun auch ein Riesenfan dieses Werks.
      Herzliche Grüße
      AlexanderK
    • Mendelssohns 2. Trio ist mein absolutes Lieblingswerk der Kammermusik. Ich habe es sicher schon hunderte Male gehört und kriege trotzdem nie genug davon (ähnlich geht es mir mit der "Italienischen" oder dem Violinkonzert).
      Auffällig finde ich die enorme Ähnlichkeit mit dem 1. Trio. Der "Bauplan" des Trios, also die Satzreihenfolge und die einzelnen Sätze sind formal nahezu identisch. Bei so viel thematischem Einfallsreichtum macht das aber gar nichts.

      Trichomonas musicalis schrieb:

      Negativbeispiel:


      Ich führe die Einspielung der Wanderer hier nur an, da gerade sie sehr oft gelobt wird. Das halte ich für ärgerlich, denn die Wanderer reduzieren das Werk auf das Virtuose und hetzen durch die Sätze. Das Andante wird völlig hohl und öde. Non, merci!


      Deine Kritik an der Aufnahme der Wanderer kann ich nur teilweise nachvollziehen. Ich finde die Wahl des Tempos genau richtig, nur im Kopfsatz hetzen sie tatsächlich ein bisschen. Das Finale finde ich aber unglaublich mitreißend. Insgesamt ist dies daher eine meiner Präferenz-Aufnahmen, denn hier bringen die Musiker genug Schwung und Drive mit, der für Mendelssohn einfach essenziell ist.

      Felix
    • Felix schrieb:

      Deine Kritik an der Aufnahme der Wanderer kann ich nur teilweise nachvollziehen. Ich finde die Wahl des Tempos genau richtig, nur im Kopfsatz hetzen sie tatsächlich ein bisschen. Das Finale finde ich aber unglaublich mitreißend. Insgesamt ist dies daher eine meiner Präferenz-Aufnahmen, denn hier bringen die Musiker genug Schwung und Drive mit, der für Mendelssohn einfach essenziell ist.
      Es ist ja jetzt mehr als 6 Jahre her, dass ich das Trio Wanderer mit op. 66 gehört habe. Vielleicht käme ich heute zu einem anderen Schluss. Ich muss aber dennoch sagen, dass mir der langsame Satz weiterhin sehr wichtig ist und ich gerade mit diesem bei vielen Interpretationen unzufrieden bin.
      Im Zweifelsfall immer Haydn.