Berg, Alban: Violinkonzert ("Dem Andenken eines Engels")

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    • Ich kann Violinkonzerten generell nichts abgewinnen, aber Bergs Violinkonzert ist die große Ausnahme, das habe ich sehr gerne!

      Mauerblümchen schrieb:

      Neben dem bereits erwähnten Bach-Choral gibt es ein zweites Zitat in diesem Konzert. Es ist die in der Partitur als solche bezeichnete „Kärntner Volksweise“. Diese trägt den Titel „Ein Vogel auf’m Zwetschgenbaum“. Leider liegt mir nur eine englische Übersetzung des Textes vor. Darin wird in eindeutig zweideutiger Weise die Möglichkeit besungen, im Bett einer gewissen Mizzi zu übernachten.
      Mittlerweile stehen der Originaltext und genauere Erklärungen zum Zitat im Forum, nämlich im Thread "Das Kärntnerlied".
      Ein Ausschnitt:

      Sadko schrieb:

      Rein zufällig habe ich soeben eine Aufnahme jenes Liedes gefunden, das Alban Berg in seinem Violinkonzert verwendet hat.
      Die Aufnahme befindet sich auf der CD "Typisch 5 Gailtaler" (einer der obenerwähnten Musikgruppen), im Booklet steht dazu nur, was wir ohnehin schon wussten:
      Ein altes Volkslied, welches verdeutlicht, wie auch Klassiker bisweilen aus dem Volksliedschatz schöpfen. Alban Berg hat einen Teil der Melodie in seinem Violinkonzert verwendet. So ist ein Kärnterlied auch in der 12-Ton Musik verewigt worden.
      Die CD ist nicht mehr erhältlich. Ich habe sie aber und kann sie an Interessierte verborgen (bei Interesse: Kontakt per PN).
      In Bergs Partitur steht ja bei Takt 215 (gegen Ende des ersten Satzes): "Diese hier unmerklich einsetzende Kärntner Volksweise allmählich immer mehr hervortreten", und tatsächlich tritt die Melodie zunächst sehr unmerklich in Erscheinung. Der Text ist jedenfalls genau der, den ich in Beitrag 3 gepostet habe.

      Die Musikgruppe "5 Gailtaler", die ich sehr schätze, da sie sich fernab in sehr hoher Qualität der Vermarktung vor allem dem selten gesungenen Liedgut widmete (auch dem slovenischen Liedgut Kärntens!), hat dankenswerterweise ein Liederbuch und ein Liederheft zu allen jemals von ihnen aufgenommenen Volksliedern herausgegeben und so einige Lieder vor dem Verschwinden gerettet. Darin sind auch die Noten zu "A Vögle aufn Zwetschenbam" (Volksweise, fünfstimmig gesetzt von Franz Mörtl) enthalten. Wenn Interesse besteht, kann ich die Noten ebenfalls herborgen.

      Ich habe mir nun die Partitur von Alban Berg angeschaut und sie mit (den Noten) der Volksweise verglichen. Ergebnis:
      Die "Kärntner Volksweise" wird zunächst (Takte 215-221) vom Horn gespielt, während die Solovioline ein diminuendo vorgeschrieben hat mit dem Vermerk "allmählich Hornmelodie durchlassen". In Takt 219 passt sich die Solovioline dem Horn an. Die Melodie wird danach (Takt 221-225) von der zweiten Trompete gespielt, die erste Trompete übernimmt in den Takten 226-228. Die Solovioline spielt ab Takt 221 mit der Trompetenstimme mit, aber nach Takt 228 kommt ganz andere Musik.
      Insofern ist das Zitat der "Kärntner Volksweise" ein kurzes (Takte 215-228), das man leicht verpasst, wenn man davon nichts weiß - wenngleich die Alban-Berg-Musik tatsächlich an dieser Stelle immer stärker volksliedhafter wirkt. Wer es anhand einer beliebig gewählten Aufnahme überprüfen will: Maazel, New York Philharmonic, Anne-Sophie Mutter, 2007: Wir befinden uns zwischen 10:07 und 10:57.

      Alle Angaben ohne Gewähr!
    • Ich darf noch drei Damen hinzufügen, deren Beiträge mir sehr gefallen haben.

      Kennengelernt habe ich das Stück durch die Aufnahme von Kyung Wha Chung unter der Leitung von Georg Solti.



      Sehr einfühlsam ist die Aufnahme mit Jenny Abel:



      Und schliesslich auch sehr hörenswert: Edith Peinemann unter Rudolf Kempe



      Bei den Herren darf ich noch ergänzen:

      Ivry Gitlis



      und Andre Gertler mit Paul Kletzki am Pult

    • Der Vollständigkeit halber sei noch auf eine Aufnahme hingewiesen , die Wolfgang Wendel auf seinem Podium anbietet : Tibor Varga Vol.1 - Berg : Violinkonzert mit dem Kölner RFO unter der Leitung von Georg Solti , aufgenommen am 17.6.1957 . Ich kenne die Aufnahme nicht .
      Good taste is timeless / "Ach, ewig währt so lang "
    • Sadko schrieb:

      Ich kann Violinkonzerten generell nichts abgewinnen
      hab generell Schwierigkeiten mit Violinkonzerten vor dem 20. Jahrhundert bzw. vor NWS.fabriziert. Also ältere VKs gehen größtenteils mir leider weiterhin am Arsch vorbei :( :( :( ; mit Ausnahme von Brahms.

      Sadko schrieb:

      Bergs Violinkonzert ist die große Ausnahme, das habe ich sehr gerne!

      Melione schrieb:

      unglaubliche Musik
      Und ob !! :jaja1: :jaja1: :jaja1: :jaja1:
      Bergs VK kommt mir gleichfalls mega-fetzig rüber, wird mir bloß noch von Schönbergs sau-geilen VK getoppt…
      beides Super-Hits dieser Mucken-Gattung; also rangiert im VK-Champions-League-Level :thumbup: :thumbup: :thumbup:

      Allerdings Bergsteigerei in Gestalt von Studiokonserven funzt bei mir kaum bis gar nicht; bis auf wenigen Ausnahmen…

      VK wird häufig gespielt, aber nicht jeder reingezogene Mitschnitt erreicht meine Löffel. Schönbergs VK in vergleichsweise geringerer Aufführungszahl (jedoch mittlerer Weile häufiger) scheint leichter zu realisierbar, obwohl technisch alles andere als einfacher. ?(

      => Interessieren mich bei Berg-VK ausschließlich Radio-Mitschnitte; folgende Strings bisher Favoriten mit Stammplatz im Bergsteiger-Kader:

      .. aus Lederhosen-Town mit S.O. des Bayerischen RF mit Veronika Eberle als Saitenquälerin und Nézet-Séguin als Orchesterquäler vom 17.02.17
      ... oder aus der Hertha-Stadt mit RSO Saarbrücken unter Chung mit Chung Kyung-wha als Saitenquälerin (= Schwester vom selbigen Orchesterquäler)
      .. geil auch eine Sparversion von Tom Young mit camerata freden und Adrian Adlam in Doppelfunktion vom 31.07.11 aus Alfeld (Kaff in Niedersachsen)

      .. beim Kadenz-Abschnitt-Reinziehn (2. Teil) inzwischen öfters Feeling, ob von Durchführung der Tschaikowsky-Sinfonie-6 (allerdings dort Fugato-Start) einige Impulse rüberkamen….
      „Ein Komponist, der weiß, was er will, will doch nur was er weiß...“ Helmut Lachenmann
    • Es gibt noch 2 Mitschnitte des Violinkonzerts mit Wolfgang Schneiderhan . Zum einen mit dem NDR Sinfonieorchester unter Tennstedt aus dem September 1978 , und mit Manfred Manhart und dem RSO Berlin vom 14.3.1983 .
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