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    • Aber jetzt klingt es mehr nach Brecht.
      :mlol:
      This play can only function if performed strictly as written and in accordance with its stage instructions, nothing added and nothing removed. (Samuel Beckett)
      playing in good Taste doth not confit of frequent Passages, but in expressing with Strength and Delicacy the Intention of the Composer (F. Geminiani)
    • Aus der Erinnerung ein scheußliches Gedicht, das ich einmal geschrieben habe:

      [erster Vers vergessen]
      Die U-Bahn knatterpüfft zugig um die Ecke.
      Der mölpe Glupsch nobbelt quauche Ümfe.
      Ach wie schön - ist es nicht!
      Wabbelt das Nichts, bekommen wir schlauche Visionen:
      Dem Gnocchi wachsen wurmige Beinchen.
      [letzter Vers vergessen]

      Ich glaube, wenn ich mich an Anfang und Schluss erinnere, ist es auch nicht besser.
      :thumbdown:
      This play can only function if performed strictly as written and in accordance with its stage instructions, nothing added and nothing removed. (Samuel Beckett)
      playing in good Taste doth not confit of frequent Passages, but in expressing with Strength and Delicacy the Intention of the Composer (F. Geminiani)
    • Lieder ohne Worte



      Der Gang im Kopf neigt sich zur Seite

      Und zeigt ihm auch wenn Wille spricht

      Niemals den Weg hinaus ins Weite

      Wo Herz mit Ton Gedanken bricht.



      Das Wort gebiert sich schwer auf dieser Zunge.

      Hängt vorher sich an seinen Lippen auf.

      Geschluckt hinauf, hinunter voll im Schwunge

      ereilt der Tod den Ton in vollem Lauf.



      Es schweigt der Mund und blickt hinunter

      Auf mein erwartungsvolles Ohr

      Blickt stumm bis zu den Händen runter,

      und singt mit ihnen seine Lieder vor.

    • Leichte Irritation

      Hätte ich nach hinten geblickt,
      so hätte ich festgestellt,
      daß sich hinter uns
      die Straße
      zusehends verengte.

      Meine Begleiterin
      machte mich
      irgendwann
      auf den Sachverhalt aufmerksam.

      Nach kurzem Überlegen
      beschlossen wir,
      unseren Weg fortzusetzen.
      Wir hätten ohnehin
      nicht zurückgepaßt.
      Das verstehst du noch nicht, sagten sie. Ich verstand. (Fred K. Linden)
    • audiamus schrieb:


      Moderne
      Lyrik ist
      wenn man Teile
      von Sätzen
      nicht neben
      einander
      sondern unter
      einander
      schreibt. Und auch mal

      Absätze macht.

      philmus schrieb:


      Danke Audi, Du hast mir den Morgen gerettet...
      Wenn ich Euch damit provoziert habe, kanns ja so schlecht nicht sein.
      Ich habe übrigens jetzt festgestellt, dass ich die Räder (leider) nicht neu erfunden habe - beide gab's schon früher.

      Gruß,
      Manfred
      Das verstehst du noch nicht, sagten sie. Ich verstand. (Fred K. Linden)
    • Der Körper

      Der Körper ist des Menschen Haus,
      darin er könnte Frieden finden,
      wenn er nicht würd', tagein, tagaus
      durch Nichtbeachtung ihn sehr schinden.

      Er gibt ihm nicht das, was er braucht,
      nährt ihn mit Fastfood und mit Gift,
      und wundert sich, dass dies ihn schlaucht –
      und ihn mit einer Krankheit trifft.

      Und wenn die Sonnenstrahlen funkeln,
      mit Licht und frischer Luft auftanken?
      nein, lieber sitzt er drin im Dunkeln
      und raucht, dass ihm's die Lungen danken.

      Der Weg, den gerne er noch geht,
      ist der vom Haus zu seinem Schatz,
      dem Auto – denn wo ihn umweht
      der Auspuffduft: dort ist sein Platz.

      Nicht mal die Nachtruh ist ihm heilig:
      nach Arbeit und nach Freizeitspaß
      studiert 's TV-Programm er eilig:
      nicht dass er dort versäumt noch was!

      Der Körper, wir erkennen's doch,
      bleibt bei dem Leben auf der Strecke,
      der Mensch macht trotzdem weiter noch –
      auf dass das Grab ihn früh bedecke.

      2003
      Klemperer: "Wo ist die vierte Oboe?" 2. Oboist: "Er ist leider krank geworden." Klemperer: "Der Arme."
    • philmus schrieb:

      Zitat von »Fred K. Linden«
      Wenn ich Euch damit provoziert habe, kanns ja so schlecht nicht sein.



      Hast Du nicht. Audis Gedicht fand ich wirklich gut.

      Mann, bin ich hier schon dünnhäutig geworden!
      Ich nehme hiermit jegliche Unterstellung zurück und koche mir jetzt endlich meine Nudeln. :pop:
      Gute Nacht.
      Das verstehst du noch nicht, sagten sie. Ich verstand. (Fred K. Linden)
    • Nichts geht verloren

      Fand mein Cello wieder
      als sie das Wasser abließen
      aus dem Quiet Lake
      oben im Norden
      Es hatte nur wenig gelitten

      Fand meinen Bogen wieder
      im Keller
      als ich den 85er
      Barolo suchte

      Fand auch mein Mädchen wieder
      weit draußen im Schnee
      Hatte es wohl vor Jahren
      dort liegenlassen
      Das verstehst du noch nicht, sagten sie. Ich verstand. (Fred K. Linden)
    • Wenn im Herbst die Stürme toben
      Und der Winter leise naht
      Und die Sonne hoch dort droben
      Strahlen sendet matt und fahl
      Will so manche Seele weinen
      Und dem Lichte nach sich sehnen
      Und die Lider zucken wehe
      Und die Augen sind voll Tränen

      Doch es naht die Zeit der Stille
      auch der Feste und der Gaben
      überall ein heimlich Raunen
      und ein Staunen und ein Laben
      und im Herzen auch der Zagen
      leuchten nun von innen kündend
      warm und gütig Sonnenflammen
      aus der Liebe reichen Gründen

      © LudwigvanGod