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    • Jaja, bevor etwas Kunst wird, kommt das Handwerk ... z.B. Tempus in Vers 3. (Vielleicht " entlaubt' "?)

      Schwierig genug, das so hinzubekommen. Aber befriedigender als Kreuzworträtsellösen!

      Gruß
      MB

      :wink:
      "Es ist ein Jammer, dass die Dummköpfe so selbstsicher und die Gescheiten so voller Zweifel sind." - Bertrand Russell
    • Benutzername schrieb:

      andréjo schrieb:

      Hallo, Francesco!

      :thumbup:

      Ich habe schon deutlich fragwürdigere Lyrik in bayrischen Abituraufgaben vorgefunden!

      :) Wolfgang
      :D Da würde mich ja mal ein Beispiel interessieren. :D
      Gut. Ein halb zu null für Dich, auch weil ich zu faul zum Suchen bin. Es wurde aber vergleichend zumindest bereits NS-Lyrik angeboten oder gequälter Hagedorn aus der dritten Reihe als Beispiel für echte Aufklärungsdichtung oder zeitgenössische Prosalyrik, die man wirklich ebenso gut oder besser gleich als Prosa anbieten hätte können. Wie gesagt: im Vergleich! Aber in jedem Falle finde ich Francescos beide Nummern doch ganz amüsant. Ob Guggenmos, Gernhardt, Ringelnatz und die Dadaisten immer so viel besser waren ... :/ ?

      :D :) Wolfgang
      He who can, does. He who cannot, teaches. He who cannot teach, teaches teaching.
    • Meine Gedichte folgen immer einem strengen Formprinzip, ein Charakteristikum das ich in moderner Lyrik oft vermisse. Die Zeilenvorschübe erscheinen mir bei vielen Autoren oft absolut willkürlich; man könnte sie genausogut woanders setzen oder gleich ganz weglassen.

      Gernhardt und Ringelnatz schätze ich sehr; sie sind jedoch keineswegs meine Vorbilder.

      Ich habe für "Die Priesterin der Gäa" bewusst eine klassizistische Sprache gewählt (Born, Schmach, Fron). Tatsächlich wähle ich grundsätzlich jedes Wort ganz gezielt aus, insbesondere in meinen Geschichten. Da wird oft lange gefeilt bevor ich endlich zufrieden bin.
    • Francesco schrieb:

      Mauerblümchen schrieb:

      Jaja, bevor etwas Kunst wird, kommt das Handwerk ... z.B. Tempus in Vers 3. (Vielleicht " entlaubt' "?)

      Schwierig genug, das so hinzubekommen. Aber befriedigender als Kreuzworträtsellösen!

      Gruß
      MB

      :wink:
      "Entlaubt" ist hier natürlich poetische Verkürzung von "entlaubt hat".
      Das nennt man "Ellipse". Oder so. Kannten schon die antiken Dingens- äh- Rhetoriker... Kannten auch Archaismen (schon wieder eine Ellipse!), die hammse auch schon verwendet.

      audiamus schrieb:

      Francesco schrieb:

      Plusquamperfekt.
      Heißt der nicht Plumpaquatsch?
      Nee. Plampatsch. Wohnt immer auf der anderen Seite des Sees, in den Worlitzer Wäldern oder im Siebengiebelwald, je nach eigenem Wohnort. Und die Zotteln hat der Zwottel Zottelschratz. Kann man nachlesen in "Hörbe mit dem großen Hut". O.Preussler muß es schließlich wissen!
      viele Grüße

      Bustopher


      Wenn ein Kopf und ein Buch zusammenstoßen und es klingt hohl, ist denn das allemal im Buche?
      Georg Christoph Lichtenberg, Sudelbücher, Heft D (399)
    • Literatur im Zeichen des Virusdefekts wäre eine Option (für einen allerneuesten thread) ... die (also jetzt nicht das Geschreibsel an sich, sondern die Übertitelung!) viell. erst noch mal ein paar Nächte überschlafen werden sollte, da am Ende evtl. doch ein bisken zu geschmacklich verseucht...

      anyway erträumte sich mir vorvorigen Nachts folgende buddhistische Legende :alter1: >die allen gewöhnlich sterbenden nicht vollumfänglich verständlich sein dürfte, woran ich nun aber nichts ändern kann :) <

      " So habe ich gehört.

      Einstmals als die Eisenvögel sich stetig minderten und selbst die Trollplätze der noch zu Erweckenden verwaist darniederlagen, begab Tara sich in das nahe Nussbaumwäldchen von Holsterhausen, um ihre des Vortags versandete Metta Bhavana zur nahen Vollendung zu bringen.

      Zur Hälfte des Weges verweilte sie eine gemessene Zeit auf dem Friedhofsbänkchen von Ost-Rüttenscheid, wo sie in alsbald des Amitabha gewahrte, wie er sich in Stille und Behagen ein Haschischpflanzerl genehmigte.

      'Sach ma geehdd et noch???' hub Tara die ihre Metta Bhavana noch nicht vollkommen Vollendete der Lehre folgend zu sprechen an, worauf Amitabha einige Viertelmonde für nötig fand, um diesen seinen Geist (der eben in Regionen verweilte, die nur den Allüberwindern zugänglich sind) zu einer Antwort bereitet zu sehen.

      'Wie Sach ma geehdd et noch???' entgegnete sodann der Amitabha. 'Wir haben die größte Krisensituation seit Ende des zweiten Weltkrieges, und Duuh machssd einen auff pääpsstlicher alsse Paapssd! Nuh blaib ma logga, Kurze! Glaubsse nich hömma.....'

      Und Tara begab sich für eine gemessene Zeit unter den Erhabendsten der Birnblütenbäume nahe des Friedhofsbänkchens von Ost-Rüttenscheid, um die eben gehörten Worte des Amitabha den verschiedenen Stufen ihres Gewahrseins zuzuführen.

      Endlich schritt sie, nicht überzeugt, aber sich ihres ursprünglichen Vorhabens wieder erinnernd, im Schweigen dahin. "
      Das Schlimmste ist Konsequenz >Bruno Maderna< Fleiß ist gefährlich >Henning Venske ''Inventur''< Majo ist ätzend >Gus Van Sant ''Paranoid Park''<
    • Der Kalenderschwätzer. Der Vorsitzende. Ein Nekrolog.

      Professor Beissenfang, doch eigentlich zu den profiliertesten Psychiatern der Westschweiz zählend und längst auch ein zu den Kongressen von Meran und Solothurn Jahr für Jahr gebetener, stets heftig akklamierter, Referent, hat mir beiliegendes, ihm anonym zugespieltes, Manuskript zur genaueren Beschäftigung und Bearbeitung überlassen. Er selbst fühle sich schon mit erheblich schlichter abgefassten Textversuchen im Moment vollkommen überfordert: wie in den Osterwochen üblich häuften sich gerade die durchzusehenden Exzerpte seiner Studierenden, die, eben mit den Behandlungsprotokollen der zur Entlassung anstehenden Patienten befasst gewesen, deren komplexe Krankheitsbilder in ein den hiesigen Gesundheitsbehörden und Arbeitsagenturen zuträgliche Sprache zu transportieren sowie, was ja noch weitaus kniffliger sei, diese den derzeit anerkannten und praktizierten therapeutischen Methoden anzugleichen hätten. Die mühseligste aller ihm qua Amt zukommenden Aufgaben sei es, so der Professor weiter, besagte Arbeiten, die dazu noch dem grammatikalisch und orthographisch heute geläufigen in keinster Weise entsprächen, in vortrefflich und verwerflich zu unterteilen, oder auch, was selbstredend weitaus häufiger der Fall, in einer Unzahl von Fächern zwischenzulagern, die alle nur irgend denkbaren zwischen beiden Extrembeurteilungen liegende Einschätzungen abdecken sollten. Ganze Tage sei er mit nichts als dem Ein-, Aus- und Umsortieren beschäftigt, längst habe er diese Fron an einen seiner Zuarbeiter weiterreichen wollen, doch ebenso pünktlich, wie zum Ende eines jeden Sommersemesters der entsprechende Antrag an den zuständigen Minister abgehe, erreiche ihn zum Ende eines jeden Wintersemesters dessen Ablehnung. Die Sortierarbeiten seien die denkbar nervenaufreibendsten: nicht selten gehörten Eltern der ihm eben anvertrauten Exzerpteverfertiger zu den einflussreichsten Kreisen der Westschweiz, und schon die allergeringste Beurteilungsnachlässigkeit könne eben begonnene psychiatrische Karrieren auf Jahre, wenn nicht Jahrzehnte, hinaus empfindlich behindern. Letztendlich, schon viel zu lange behellige er mich mit diesen seinen Rechtfertigungen, ginge es ihm ja lediglich darum, dass ich, der, zugegebenermaßen, kein Kollege vom Fach sei, diesen mir hier vorliegenden biographischen Abriss, oder als was auch immer man diese Papier am Ende bezeichnen mag, in ein zumindest im Ansatz allgemeinverträgliches Deutsch übertrüge. Diese, wie er nach flüchtiger Durchsicht bereits habe feststellen können, beinahe den gesamten Text geradezu vibrieren lassende, die nervliche Zerrüttung eines gewöhnlichen Geisteskranken bei weitem übersteigende, Verbitterung lasse ihn zwar mit einiger Sicherheit auf den Verfasser schließen, doch verbiete ihm die ärztliche Schweigepflicht, hierzu näheres auszuführen.

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      Das Schlimmste ist Konsequenz >Bruno Maderna< Fleiß ist gefährlich >Henning Venske ''Inventur''< Majo ist ätzend >Gus Van Sant ''Paranoid Park''<