Klassik in der Filmmusik - negative Seiten?

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    • Recordatorio schrieb:

      die Szene aus Birth von Jonathan Glazer wo das Paar zu spät in die Oper kommt und das Gewitter aus dem 1. Akt Walküre die Großaufnahme von Annas Gesicht begleitet
      Ich habe den Film vor ein paar Jahren gesehen, aber mir sind da nur zwei Szenen im Gedächtnis geblieben: die tolle Anfangssequenz, wo die Kamera in einer endlos langen Sequenz hinter einem Läufer mitfährt, und diese besagte Szene, mit dieser ebenfalls-endlos-Einstellung des Gesichts. Dass da die Walküre gespielt wird wusste ich damals nicht, aber jetzt wo du es sagst kann ich es mir lebhaft vorstellen!

      Du meinst, du denkst jetzt bei der Musik immer an diese Szene, an das Gesicht?

      Recordatorio schrieb:

      Wichtig ist beim Einsatz natürlich auch wie genau - dafür ist die Glazer-Stelle auch ein hervorragendes Beispiel. Das Attacca verbindet das 'Gewitter' (= das innere der Figur, die in diesem Moment anfängt zu 'glauben') mit dem Zusammenbruch des Kindes, der es auslöst.
      Da gab es ja wilde Spekulationen, was diese Szene bedeuten kann. Aber was meinst du mit dem "Zusammenbruch des Kindes"?
    • "Melancholia"

      Ich hab Lars von Triers „Melancholia“ nur einmal gesehen, und werd es dabei belassen.

      Ich wusste vorher, dass sich der Score im Wesentlichen aus Teilen des „Tristan“-Vorspiels zusammensetzt, war auch entsprechend neugierig. Ich fand den Film, mit Einschränkungen, insgesamt auch gelungen, und den Einsatz dieser speziellen Musik für den Film wirksam.

      Für eine Weile (und das spricht für die Wirksamkeit des Films!) hatte ich tatsächlich diese Bilder von kollidierenden Himmelskörpern, dem Schicksal der Protagonisten, den Tableaus des Films etc. dominant vor Augen, wann immer ich das Tristan-Vorspiel hörte. Das fand ich nicht angemessen und beschloss, den Film kein weiteres Mal anzuschauen. Mit der Zeit verblasste der Eindruck auf ein angemessenes Maß – ich erinnere mich an einen interessanten Einsatz der Musik, höre die Musik aber wieder ohne eine dominierende Erinnerung an den Film.
    • Spartacus schrieb:

      Höre ich Rossinis Ouvertüre zu La gazza ladra, kommt mir sofort der Anfang von Kubriks Clokwork Orange in den Sinn.

      Na ja, Rossini war dafür bekannt, dass er viel abgeschrieben hat. :D

      Gruß
      MB

      :wink:
      Un homme d'esprit est perdu s'il ne joint pas à l'esprit l'énergie de caractère. Quand on a la lanterne de Diogène, il faut avoir son bâton. (Nicolas-Sébastien de Chamfort)