Lieder der Malocher

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    • Lieder der Malocher

      Wenn ich schreiben darf: ich habe die Sendung erst heute gehört - krankheitsbedingt. Einiges ist bei mir liegen geblieben, darunter der Mitschnitt dieser Sendung

      SWR2 Musik kommentiert Thema Musik

      SWR2 Musik kommentiert vom Mittwoch, 19.6. | 20.03 Uhr | SWR2

      "Wir hier unten, die da oben"
      Bergarbeiterlieder
      Von Torsten Möller


      "http://www.swr.de/swr1/bw/programm/-/id=446250/nid=446250/did=11413820/15qcaau/index.html"

      Es freut einen, wenn so manche mehr spekulativ aufgestellte steile These ihre Bestätigung beim Spezialisten findet, vielleicht war mir auch deshalb die Sendung so sympathisch. Hier wurde der Bogen geschlagen vom Volkslied zu den Schlachtgesängen in der Veltins-Arena. Die Geschichte der Bergarbeiterlieder ist auch die Geschichte des Ruhrpotts mit seinen Freuden und seinen Katastrophen. Musikalisch findet man Neugetextetes aus dem musikalischen Allgemeingut (wie von Schubert) bis zu Eisler (kongenial interpretiert von Ernst Busch), das inzwischen gezähmte Steigerlied, das man in Streichquartettfassung für Parteifestivitäten gebrauchen kann, Rap und "Schlimmeres" das sich immer noch quer stellt und nicht eingemeindet werden kann. Auch die Leichtigkeit, mit dem man historische Lieder heutigen Gegenheiten anpassen kann, verblüfft eher nicht - ist es doch eine gute Tradition in "traditioneller" Musik. Die auf der Website mitgegebene Liederliste zeigt die Breite dessen, was in der Sendung geboten wurde.

      Warum weise ich jetzt noch auf diese Sendung hin? Nicht nur, weil ich sie heute erst gehört habe. Schon lange trage ich mich mit dem Gedanken, die fantastische Anthologie, die bei Bear Family Records ("http://www.bear-family.de/bear-family-serien/150-jahre-arbeiter-und-freiheitslieder/") herausgekommen ist (und dank Büchergilde Gutenberg bei mir im Regal steht), ausführlicher zu dokumentieren. So steht der Hinweis auf die hörenswerte SWR-Sendung gleichzeitig als Eröffnung eines Threads, in dem es um das deutsche Arbeiterlied gehen soll.

      Liebe Grüße Peter
      .
      Auch fand er aufgeregte Menschen zwar immer sehr lehrreich, aber er hatte dann die Neigung, ein bloßer Zuschauer zu sein, und es kam ihm seltsam vor, selbst mitzuspielen.
      (Hermann Bahr)
    • Dass nichts bleibt, wie es war! 1844-1918

      Ich werde in den folgenden Beiträgen, bei denen ich um Korrekturen und Ergänzungen dankbar bin, den Booklets der von mir schon vorgestellten Sammlung von Arbeiter- und Freiheitsliedern unter dem Titel "Dass nichts bleibt, wie es war" von Bear Family Records folgen. Bei der Ausführlichkeit der von Jürgen Schebera beigesteuerten Informationen, werde ich mich bemühen, das Gelesene zusammenzufassen. Wo ich von der Textabhängigkeit abweiche, werde ich es deutlich machen. Ich schreibe dies nachdrücklich voran, weil hier nicht jedem die Funktion einer Zusammenfassung bekannt ist, bevor da jemand meint, Plagiate festzustellen.Zusammenfassungen arbeiten mit den Begriffen, die sie vorfinden.

      Die erste Frage, die sich stellt, ist die, womit (und wann) man eine Sammlung von Liedern beginnt. Es gibt ja kein festes Datum, seit dem die Arbeiterbewegung besteht, Freiheitslieder gab es schon sehr viel früher. Das Fanal am Ende des 18. Jahrhunderts war die Große Französische Revolution, 1848 wird ein weiterer Orientierungspunkt sein. Mit der Entwicklung der industriellen Produktionsweise entsteht, was wir das moderne Industrieproletariat nennen, der Träger eben der Lieder, die hier besprochen werden. Die politische Organisation der Arbeiter ging Hand in Hand mit der Agitation für die gemeinsamen Ziele, Gesang gehörte von Anfang an dazu. Es entstanden Organisationen der Arbeiter, 1847 gründeten Karl Marx und Friedrich Engels den Bund der Kommunisten, 1863 wurde der Allgemeine Deutsche Arbeiterverein gegründet, 1869 die Sozialdemokratische Arbeiterpartei (Vorsitzende August Bebel und Wilhelm Liebknecht). 1875 entstand in Gotha die Vereinigung beider Organisationen, die Sozialistische Arbeiterpartei Deutschlands mit Bebel als Vorsitzenden.

      Das Blutgericht

      Das erste vorgestellte Lied führt in den Umkreis der Revolution von 1848. Typisch ist, dass der Autor anonym, die Melodie "geklaut" ist. Ursprünglich gehörte sie zu Es liegt ein Schloss in Österreich ("http://www.lieder-archiv.de/es_liegt_ein_schloss_in_oesterreich-notenblatt_300419.html"), eine Volksballade aus dem 16. Jahrhundert. Auch da ging es schon um Unrecht. Die populäre Melodie verhalf dem neuen Text eine schnelle Verbreitung. Er bezieht sich auf den Weberaufstand 1844

      Hier im Ort ist ein Gericht
      viel schlimmer als die Femen,
      wo man nicht mehr ein Urteil spricht
      das Leben schnell zu nehmen.

      Hier wird der Mensch langsam gequält
      hier ist die Folterkammer
      hier werden Seufzer viel gezählt
      als Zeuge von dem Jammer.

      Die Herren Zwanziger die Henker sind
      die gierig sind wie die Schergen
      davon ein jeder tapfer schindt
      anstatt was zu verbergen.

      Ihr Schurken all, ihr Satansbrut
      ihr höllischen Kujone,
      ihr freßt den Armen Hab und Gut
      und Fluch wird Euch zum Lohne.

      Was kümmert's euch, ob arme Leut'
      Kartoffelschalen essen,
      wenn ihr nur könnt zu jeder Zeit
      Den besten Braten fressen.

      Kommt nun ein armer Weber an,
      die Arbeit wird besehen
      findt sich der kleinste Fehler dran,
      wird's ihm gar schlecht ergehen.

      Da hilft kein Bitten, hilft kein Flehn,
      umsonst sind alle Klagen
      gefällt’s euch nicht, so könnt ihr geh’n,
      am Hungertuche nagen.

      Nun denke man sich diese Not
      und Elend dieser Armen
      zu Hause keinen Bissen Brot,
      ist das nicht zum Erbarmen ?

      Erbarmen, ha! Ein schön Gefühl,
      euch Kannibalen! Fremde!
      ein jeder kennt schon euer Ziel,
      der Armen Haut und Hemde.

      Ich frage, wem ist wohlbekannt,
      wer sah vor zwanzig Jahren
      den übermüt'gen Fabrikant
      in Staatskarossen fahren?

      O, euer Geld und Euer Gut,
      das wird dereinst zergehen
      wie Butter an der Sonne Glut ,
      wie wird`s dann um euch stehen?


      Karl Marx schrieb über das Lied, es stelle eine kühne Parole des Kampfs dart, worin Herd, Fabrik, Distrikt nicht einmal erwähnt werden, sondern das Proletariat sogleich seinen Gegensatz gegen die Gesellschaft des Privateigentums in schlagender, scharfer, rücksichtsloser, gewaltsamer Weise herausschreit (zit. nach Booklet, S. 5)

      Liebe Grüße Peter
      .
      Auch fand er aufgeregte Menschen zwar immer sehr lehrreich, aber er hatte dann die Neigung, ein bloßer Zuschauer zu sein, und es kam ihm seltsam vor, selbst mitzuspielen.
      (Hermann Bahr)
    • Das Lied vom Bürgermeister Tschech

      Auch dieses Lied, eine Moritat, stammt aus dem Jahr 1844. Zugrunde liegt ihm die Melodie eines Festmarsches von Joseph Gung’l (1809–1889). Der Textdichter ist unbekannt. Das Lied wurde umgehend verboten, da es als Aufforderung zum Königsmord interpretiert wurde. Friedrich Engels zählte es zu den „beiden besten Volkslieder(n) seit dem 16. Jahrhundert“, ganz im Gegensatz zu dem patriotisch gesinnten Lieutnant Vogelsang in Theodor Fontanes Roman Frau Jenny Treibel, den es (1892) angewidert als einen „erbärmliche(n) Gassenhauer“ erinnert, „darin ganz der frivole Geist spukte, der die Lyrik jener Tage beherrschte“ (wikipedia "Tschech", ein Artikel, den ich dem Interessierten empfehlen darf.).

      Als Bürgermeister von Storkow war Tschech in Konflikt mit den Behörden und der Bürgerschaft geraten, so dass er zurücktreten musste. In der Folge versuchte er sich durch eine Vielzahl von Eingaben in sein Amt zurückzuklagen, doch auch der König reagierte nicht. Darauf entschloss er sich zu einem Attentat. Seine Begründung (nach Wikipedia)

      da ich eine höhere menschliche Macht zur Erlangung meines Rechtes nicht in Anspruch nehmen konnte, so blieb mir nur noch das einzige Mittel, mein so tief verletztes Recht, meine mit Füssen getretene Ehre zu erreichen, vielleicht zu erhalten und wieder herzustellen. Denn nur auf diese Weise konnte meine Angelegenheit zur allgemeinen Weltsache werden.


      Das Attentat misslang kläglich, Friedrich Wilhelm IV. hätte den Missetäter gerne begnadigt, aber der hatte sich in den Kopf gesetzt, als Märtyrer für seine 'Sache zu sterben.

      Das volkstümliche Bänkellied verspottet nun beide: den unfähigen Großbürger Tschech wie den dicken vom Gottesgnadentum erfüllten König


      Das Lied vom Bürgermeister Tschech




      Aber keiner war so frech
      wie der Bürgermeister Tschech,
      denn er traf um fast ein Haar
      unser teures Königspaar.
      Ja, er traf die Landesmutter
      durch den Rock ins Unterfutter.


      Wie die Uhr war kaum halb achte
      und noch niemand Böses dachte,
      ist ein Mann im grauen Mantel
      durch das Schlossportal gewandelt.
      Dies war Tschech, der Hochverräter,
      Königsmörder, Attentäter.



      Ach, es hat der Bösewicht
      unsern Gott im Herzen nicht,
      Pickel hat er im Gesicht,
      sonsten sah man Böses nicht.
      Friedrich Wilhelm trat heraus,
      sah noch ganz verschlafen aus.



      Tschech zieht sein Pistol hervor,
      trifft den König fast ans Ohr,
      doch es packt ihn ein Schandarme
      an dem frevelhaften Arme.
      Man verkeilt den Wüterich
      auf der Stelle fürchterlich.



      Wie der König ihn erblicket
      von Gendarmen rings umstricket
      zeigt er plötzlich viel Courage
      und ruft nach der Equipage.
      „Auf dem Schlossplatz halt mal still,
      weil das Volk mich sehen will."



      Da dreht er sich um und spricht:
      „Leute, ick hab nischt gekriegt."
      Dick und fett, es fehlt ihm wenig,
      alles brüllt: „Es leb der König!"
      Aber Leute hört nun mal
      von dem Liede die Moral:



      Hatte je ein Mensch so'n Pech
      wie der Bürgermeister Tschech,
      dass er diesen dicken Mann
      auf zwei Schritt nicht treffen kann!



      Während das Bürgertum betroffen den Anschlag auf den Staat wahrnahm, die Bedrohung des Thrones durch den Attentäter und die wundersame Rettung Gottes Hilfe zuschrieb (s. Mendelssohn: Denn er hat seinen Engeln befohlen), sah das einfache Volk die Geschehnisse aus einer anderen Perspektive. Kongenial gesungen von Dieter Süverkrüp

      "http://www.youtube.com/watch?v=N_usJvKxAl4"

      Den Wikipedia- Artikel findet man hier "http://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Ludwig_Tschech"

      Liebe Grüße Peter
      .
      Auch fand er aufgeregte Menschen zwar immer sehr lehrreich, aber er hatte dann die Neigung, ein bloßer Zuschauer zu sein, und es kam ihm seltsam vor, selbst mitzuspielen.
      (Hermann Bahr)


    • Interessanterweise hat gerade die Reaktion auf den zu dem letzten Beitrag parallel geschriebenen, der sich auf Mendelssohns "Denn er hat seinen Engeln", die Probleme aufgezeigt, die wir heute damit haben, uns mit vergangener Geschichte auseinander zu setzen. Für Leser, die sowohl den Beitrag hier wie den über Mendelssohn lasen, war es nicht so einfach, Dinge misszuverstehen. Nahm man aber nur die eine Seite wahr, so konnte gar der Vorwurf einer "marxistischen" Interpretation erhoben werden. Damit wurde eine Polarisierung übernommen, die es zum historischen Zeitpunkt nicht, bzw. so nicht gab. Da ist auch die Äußerung von Engels missverständlich, denn sicher war er kein Befürworter des Königsmordes. Kein Wunder, dass sich die Tochter Tschechs nicht an Marx oder Engels wandte, sondern an Bakunin. Damit haben wir aber die Perspektive der Malocher verlassen, wir haben wiederum eine bürgerliche Spielart der Auseinandersetzung.

      Dass der Terror, die Gewalt gegen Einzelne, nicht die Aufgabe der Arbeiterbewegung sein kann, war damals einverständlich. Deshalb liegt die Anziehungskraft des Bänkelsongs auch in anderem: in der Verspottung des unfähigen Attentäters, in der Verspottung des dicken Königs - beides Symbole für die Gesellschaft, die damit kritisiert wurden. Die Geschichte des Bürgermeisters Tschech findet keine Fußnote bei den "Klassikern".

      Ganz anders ist die Wirklichkeit, auf die sich das vorliegende Lied bezieht. Eine Rolle dabei spielt wieder der dicke König. Am 18. März 1848 war es zu einer Auseinandersetzung zwischen Bürgern und dem preußischen Militär in Berlin gekommen - mehrere hundert Tote unter der Bürgerschaft waren die Folge. Die Empörung war so groß, dass sich der preußische König genötigt fühlte, die Märzgefallenen auf dem Schlossplatz aufbahren zu lassen und ihnen die Ehre zu erweisen. In die Trauer mischn sich Rachegefühle: Nicht der Kopf des Potentaten wird gefordert, sondern die Abdankung der Fürstenhäuser, eine demokratische Verfassung. Eine Krone als Volkskönig hat Friedrich Wilhelm IV. abgelehnt.

      Hier ist der Autor bekannt, es ist Ludwig Seeger. Die Melodie ist traditionell, eine eindrucksvolle Interpretation gibt es von Ernst Busch ("http://www.youtube.com/watch?v=_9uMAKPzuSE")


      Am 19. März 1848, nach ihrem Sieg, zwingen die Berliner
      Barrikadenkämpfer König Friedrich Wilhelm IV, sich auf dem
      Schloßhof vor den Gefallenen zu verneigen.

      Ein schwarzer Zug wallt langsam hin,
      dumpf grollend durch die Straßen von Berlin.
      Zweihundert Freiheitskämpfer trägt der Trauerzug.
      Ihr eigner König war's, der sie erschlug.

      Die Opfer, die dahingestreckt,
      auf Schragen jetzt, mit Kränzen überdeckt,
      schrei'n Rache für den Mord, für Wortbruch und Verrat
      Sie fordern Sühne von dem Potentat: Rache!

      Der Zug kommt vor des Königs Haus:
      "He, Menschenschlächter, komm heraus!"
      Kalkweiß tritt Majestät heraus auf den Balkon.
      "Den Hut ab! Königlicher Erzkujon" - Rache!

      Da steht er mit verbissner Wut,
      barhaupt und in der Hand den hohen Hut.
      Denkt er an Reu? O macht euch da nichts vor,
      er hasst uns heut noch mehr als je zuvor! - Rache!

      Und bis das letzte Volk gesiegt,
      der letzte Königsthron zertrümmert liegt,
      der letzte Herrscherstamm verdorrt,
      bleibt dies des Unterdrückten Losungswort: Rache!


      Liebe Grüße Peter
      .
      Auch fand er aufgeregte Menschen zwar immer sehr lehrreich, aber er hatte dann die Neigung, ein bloßer Zuschauer zu sein, und es kam ihm seltsam vor, selbst mitzuspielen.
      (Hermann Bahr)
    • Trotz alledem!

      Die Bedeutung der Lieder für uns ist sehr unterschiedlich. Z.T. sind es "nur" historische Dokumente, andere Lieder haben sich durch eine mehr oder weniger durchgängige Rezeption im Bewusstsein gehalten, wieder andere wurden umgedichtet und angepasst, wie es bei den meist mündlich verbreiteten Liedern der Sammlung oft so ist, dass es mehrere Fassungen gibt.

      Hier liegt eine schottische Melodie zugrunde ( „Lady McIntosh’s Reel“, der Autor ist prominent, es ist Ferdinand Freiligrath. Der Freiligrath der Zeit von 1844-48 war ein revolutionär gesinnter Liberaler, der mit einer Vielzahl von Gedichten auf die poloitischen Geschehnisse reagierte. In Düsseldorf beteiligte er sich 1848 aktiv an den Auseinandersetzungen. Er wurde angeklagt wegen Aufreizung zu hochverräterischen Thaten. Später wurde Freiligrath zum Autor von national-patriotischen Gedichten.

      Für den Text gibt es ein Vorbild, A Man’s a Man for A’ That von Robert Burns. Freiligrath übertrug den Text, veränderte ihn 1848 zu einer 2. Fassung, in der das Lied populär wurde. So verwendete Karl Liebknecht den Titel des Gedichts als geflügeltes Wort in der Überschrift seines letzten Artikels in Die Roten Fahne vom 15. Januar 1919 ("http://de.wikipedia.org/wiki/Trotz_alledem"). Bei youtube findet man eine Interprertation von Hannes Wader (auch hier wieder textlich neu gefasst). Auf meiner CD singen Hein und Oss, das Urgestein von der Burg Waldeck. Eine ausführliche Besprechung findet man hier: "http://www.liederlexikon.de/lieder/trotz_alledem"


      1. Das war 'ne heiße Märzenzeit,
      Trotz Regen, Schnee und alledem!
      Nun aber, da es Blüten schneit,
      Nun ist es kalt, trotz alledem!
      Trotz alledem und alledem -
      Trotz Wien, Berlin und alledem -
      Ein schnöder scharfer Winterwind
      Durchfröstelt uns trotz alledem!

      2. Das ist der Wind der Reaktion
      Mit Meltau, Reif und alledem!
      Das ist die Bourgeoisie am Thron -
      Der annoch steht, trotz alledem!
      Trotz alledem und alledem,
      Trotz Blutschuld, Trug und alledem -
      Er steht noch und er hudelt uns
      Wie früher fast, trotz alledem!


      3. Die Waffen, die der Sieg uns gab,
      Der Sieg des Rechts trotz alledem,
      Die nimmt man sacht uns wieder ab,
      Samt Pulver, Blei und alledem.
      Trotz alledem und alledem,
      Trotz Parlament und alledem.
      Wir werden uns´re Büchsen los,
      Soldatenwild, trotz alledem.

      4. Doch sind wir frisch und wohlgemut,
      Und zagen nicht trotz alledem!
      In tiefer Brust des Zornes Glut,
      Die hält uns warm trotz alledem!
      Trotz alledem und alledem,
      Es gilt uns gleich trotz alledem!
      Wir schütteln uns: Ein garst'ger Wind,
      Doch weiter nichts trotz alledem!


      5.Denn ob der Reichstag sich blamiert,
      Professorenhaft, trotz alledem.
      Und wenn der Teufel reagiert
      Mit Huf und Horn trotz alledem.
      Trotz Dummheit, List und alledem,
      Wir wissen doch, die Menschlichkeit
      Behält den Sieg, trotz alledem!

      6. Nur, was zerfällt, vertretet ihr!
      Seid Kasten nur, trotz alledem!
      Wir sind das Volk, die Menschheit wir,
      Sind ewig drum, trotz alledem!
      Trotz alledem und alledem:
      So kommt denn an, trotz alledem!
      Ihr hemmt uns, doch ihr zwingt uns nicht -
      Unser die Welt trotz alledem!


      Liebe Grüße Peter
      .
      Auch fand er aufgeregte Menschen zwar immer sehr lehrreich, aber er hatte dann die Neigung, ein bloßer Zuschauer zu sein, und es kam ihm seltsam vor, selbst mitzuspielen.
      (Hermann Bahr)
    • Das Heckerlied

      Zum Kennenlernen: "http://www.youtube.com/watch?v=9JLWOt3sBZ".
      Zur Analyse des Liedes folge ich weitgehend "https://www.tu-berlin.de/fileadmin/i65/Publikationen_Mitarbeiter/Kohlstruck/08_Kohlstruck_Scheffler.pdf"
      Zu Friedrich Hecker "http://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Hecker"

      Vorbild für das historische Heckerlied war das "Lied der Verfolgten"

      Lied der Verfolgten

      (1) Wenn die Fürsten fragen: / Was macht Absalon?
      Lasset ihnen sagen: / Ei, der hänget schon –
      Doch an keinem Baume, / Und an keinem Strick
      Sondern an den Traume / Einer Republik.

      (2) Wollen sie gar wissen, / Wie’s dem Flüchtling geht;
      Sprecht: der ist zerrissen, / Wo ihr ihn beseht.
      Nichts blieb ihm auf Erden / Als Verzweiflungsstreich’
      Und Soldat zu werden / Für ein neues Reich.

      (3) Fragen sie gerühret: / Will er Amnestie?
      Sprecht, wie sichs gebühret: / Er hat steife Knie’.
      Gebt nur eure großen / Pupurmäntel her;
      Das gibt gute Hosen / Für das Freiheitsheer


      Friedrich Hecker war eines der Idole der 48er-Revolution. Seine Reden waren populär. Er wurde Wortführer des linken Flügels der liberalen und demokratischen Opposition. "Hecker propagierte radikaldemokratische, zum Teil auch gemäßigt sozialistische Ideen: Die Gründung staatlich geförderter, aber frei konkurrierender Arbeiterassoziationen, die Abschaffung der Monarchie und die Einführung einer parlamentarischen Republik" (Wikipedia) Das Frankfurter Parlament enttäuschte ihn. und so unternahm er es, mit einem Zug von Konstanz nach Karlsruhe durch das Land Baden, eine gewaltsame Umwälzung zu unternehmen. Am Ende waren es 800 Kämpfer, die sich den badischen und preußischen Truppen stellten, denen sie bei Kandern unterlagen. Hecker flüchtete über die Schweiz in die USA, wo er als Offizier am Bürgerkrieg auf der Seite der Nordstaaten teilnahm.

      Was zu Heckers Popularität beitrug, war die Selbststilisierung als edler Räuber, symptomatisch dafür der berühmte Heckerhut mit seiner wallenden Feder. Als nun das Heckerlied entstand, gab es schnell eine größere Anzahl von Varianten, von der ich hier die von Hein und Oss auf der CD gesungene zitiere:


      Wenn die Leute fragen:
      Lebt der Hecker noch?
      Dann könnt ihr ihnen sagen:
      Ja, er lebet noch!

      Er hängt an keinem Baume
      Und er hängt an keinem Strick,
      Er hängt an seinem Traume
      Von der freien Republik.

      Wenn die Leute fragen:
      Wo ist Absalom?
      Könnt ihr ihnen sagen:
      Ja, er hänget schon.

      Er hängt an keinem Baume
      Und an keinem Strick,
      Sondern an dem Traume
      Der freien Republik.

      Dann wird's, dann bleibt's erst gut,
      Wenn du an Gut und Blut
      Wagst Gut und Blut.
      Wenn du Gewehr und Axt,
      Schlachtbeil und Sense packst,
      Zwingherrn den Kopf zerhackst -
      Brenn, alter Mut


      Hier kommt eine Tendenz der Tradierung zum Vorschein, die im weiteren neben die Rezeption der Arbeiterbewegung treten wird. Es kommen brutale Zeilen dazu, die das Lied zu einem blutrünstigen Räuberlied machen. Und damit beginnt eine zweite Karriere als Studentenlied, wo es in Verbindungen als Anstichlied (Lied zum Anstechen eines neuen Fasses) beliebt ist. Über diesen Weg findet es auch seinen Platz in der Wandervogel-Bewgung (wie andere blutrünstige Lieder, die man am Lagerfeuer singen kann), wird aber nicht in die offiziellen Liedsammlungen aufgenommen.

      Aber auch so ist die mündliche Verbreitung des beliebten Liedes allgemein - und erklärt auch, dass immer neue Varianten entstehen. Nun kommt der dunkele Teil der Geschichte des Liedes, über die Existenz als Soldatenlied bekommt es einen neuen, einen antisemitschen Text. Hier wird gegen die "Judenrepublik" aufgerufen, das Blut, das fließen soll, ist "Judenblut". Vor 1933 kommt der Text nicht in die Liederbücher, wenn aber die Kapelle das Lied anstimmt, so wird der antisemitische Text gesungen. Im 3. Reich erfährt das Lied offizielle Billigung.

      Nach dem Krieg hält sich die antisemitische Variante in rechtsradikalen Kreisen. Unter dem Titel "Blut" wurde es von "Tonstörung" aufgezeichnet. Es folgte ein Strafprozess und die Auflösung der Band, das Lied ist aber in rechtsradikalen Kreisen noch immer aktuell.

      Es ist das Schicksal von rhetorisch einfach gestrickten Liedern, wie es das "Heckerlied" ist, dass sie leicht umkehrbar sind. Mit nur wenigen Eingriffen wird ein populäres Lied vereinnahmt.

      Liebe Grüße Peter
      .
      Auch fand er aufgeregte Menschen zwar immer sehr lehrreich, aber er hatte dann die Neigung, ein bloßer Zuschauer zu sein, und es kam ihm seltsam vor, selbst mitzuspielen.
      (Hermann Bahr)
    • eifelplatz schrieb:

      Peter Brixius schrieb:

      Wenn die Leute fragen:
      Wo ist Absalom?
      Könnt ihr ihnen sagen:
      Ja, er hänget schon.

      Das ist eine Strophe, die ich nie verstanden habe. Wie kommt der Absalom dahin?



      lg vom eifelplatz, Chris.



      Liebe Chris,

      die Anspielung bezieht sich auf die Bibelstelle. Inhaltsschwer ist die Stelle nicht, aber es ist wohl auch als Stich gegen die Kirche gemeint. Wenn man die vielen Fassungen des "Heckerliedes" durchgeht, so sind es die wenigsten, die den "Absalom" auslassen.

      (Für die weniger Bibelfesten: Absalom war Sohn Davids, der sich gegen seinen Vater erhob. Auf der Flucht blieb er mit seinem langen Haupthaar an einem Ast hängen und wurde getötet).

      Es ist wohl der Triumph: die anderen habt ihr erwischt und füsiliert, selbst den Absalom in der Bibel hat es erwischt, aber nicht unseren Hecker.

      Liebe Grüße Peter
      .
      Auch fand er aufgeregte Menschen zwar immer sehr lehrreich, aber er hatte dann die Neigung, ein bloßer Zuschauer zu sein, und es kam ihm seltsam vor, selbst mitzuspielen.
      (Hermann Bahr)
    • Peter Brixius schrieb:

      die Anspielung bezieht sich auf die Bibelstelle. Inhaltsschwer ist die Stelle nicht, aber es ist wohl auch als Stich gegen die Kirche gemeint. Wenn man die vielen Fassungen des "Heckerliedes" durchgeht, so sind es die wenigsten, die den "Absalom" auslassen.

      (Für die weniger Bibelfesten: Absalom war Sohn Davids, der sich gegen seinen Vater erhob. Auf der Flucht blieb er mit seinem langen Haupthaar an einem Ast hängen und wurde getötet).

      Es ist wohl der Triumph: die anderen habt ihr erwischt und füsiliert, selbst den Absalom in der Bibel hat es erwischt, aber nicht unseren Hecker.

      Aber gerade die Absalom-Geschichte fand ich weit weg, andererseits sind die Anspielungen in den Liedtexten oft etwas weit hergeholt. Die Melodien sind - wie es sich für solche populären Lieder gehört - recht gut zu singen. Das Hecker-Lied mochte ich immer gern, außerdem "In dem Kerker saßen, zu Frankfurt an dem Main" und ganz besonders "Ob wir rote, gelbe Kragen, Helme oder Hüte tragen", im Urtext "Prinz Eugen..."



      lg vom eifelplatz, Chris.
    • Liebe Chris,

      das erinnert mich an eine LP, die ich auch heute gerne wieder auflege



      Hannes Wader: Volkssänger

      Danach hoffte ich jahrzehntelang, dass er noch eine Bellman-Platte herausbringt. Als er es endlich tat, war seine Stimme hin.

      Auch das Bürgerlied, Trotz allem usw. sind hier überzeugend aufgenommen.

      Was mich daran erinnert: Im Laufe der Beiträge sollte ich Interpreten vorstellen, die heute (leider) nicht mehr so geläufig sind, wie etwa Dieter Süverkrüp, dessen LP "1848" eine gute Ergänzung zu den hier vorgestellten Liedern ist



      Liebe Grüße Peter
      .
      Auch fand er aufgeregte Menschen zwar immer sehr lehrreich, aber er hatte dann die Neigung, ein bloßer Zuschauer zu sein, und es kam ihm seltsam vor, selbst mitzuspielen.
      (Hermann Bahr)
    • Das Lied von Robert Blum

      Robert Blum war ein bedeutender demokratischer Politiker des Vormärz. Er war, aus Köln stammend, eine führende Persönlichkeit der liberalen und nationalkirchlichen Bewegung des Deutschkatholizismus. Als Abgeordneter der Frankfurter Nationalversammlung. Blum reiste im Oktober 1848 mit einer Delegation demokratischer Abgeordneter der Frankfurter Nationalversammlung nach Wien, um den dortigen Aufständischen eine Grußadresse zu überbringen. Dabei beteiligte er sich aktiv an der militärischen Verteidigung der von kaiserlichen Truppen belagerten Stadt. Nach der Erstürmung Wiens durch die konterrevolutionären Truppen wurde Blum am 4. November verhaftet und – trotz seiner Immunität als Abgeordneter – fünf Tage später in der Brigittenau bei Wien hingerichtet. Das exekutierte Urteil löste in Deutschland eine große Empörung aus. Es entstanden mehrere Blumlieder. Bei diesem ist der Text von Adolf Stahr. Aus Anlass der Totenfeier in Bremen verfasste er den Text "Was zieht dort zur Brigittenau" zur Melodie des damals populären Liedes "Schier dreißig Jahre bist du alt" . Diese Melodie war durch Karl von Holteis Singspiel "Leonore" (1827/28) als sogenanntes "Mantel-Lied" immens bekannt geworden. Ursprünglich stammt diese Melodie jedoch von der traditionellen Ballade "Es waren einmal drei Reiter gefangen" (Erk/Böhme Nr. 65d).

      Das Brigittenau-Lied wurde erst nach dem Zweiten Weltkrieg wieder reaktiviert. Durch Schallplattenaufnahmen von Hein und Oss Kröher (1974) und der Folkrockgruppe "Ougenweide" (1978) wurde "Was zieht dort zur Brigittenau" ein relativ bekanntes Lied im damals wiederentdeckten Repertoire der historischen demokratischen Lieder. In der Aufnahme von Hein & Oss wird es im Duktus eines Militärmarsches gespielt.

      "http://www.liederlexikon.de/lieder/was_zieht_dort_zur_brigittenau"
      "http://www.youtube.com/watch?v=LCrPwHQdmoc"
      Noten: "http://www.liederlexikon.de/lieder/was_zieht_dort_zur_brigittenau/editiond"


      Was zieht dort zur Brigittenau
      Im blut'gen Morgenrot?
      Das sind die kroatischen Jäger
      Die führen den Fahnenträger
      Der Freiheit hin zum Tod.

      Sie haben ihn gefangen
      Trotz Recht und Reichsgesetz
      Es hat ihm das Urteil gesprochen
      Es hat ihm den Stab gebrochen
      Der Mörder Windischgrätz.

      Zum Richtplatz sie ihn führen
      Ihn schreckt nicht Tod noch Grab;
      Doch als er denkt der Lieben
      Die ihm daheim sind geblieben
      Fällt still eine Träne herab.

      Die Träne für Weib und Kinder
      Entehret keinen Mann
      Lebet wohl! Jetzt gilt es zu sterben
      Für die Freiheit Herzen zu werben
      Ihr Jäger, wohlauf, schlagt an!

      Er schlingt sich selbst die Binde
      Wohl um der Augen Licht:
      0 du Deutschland, für das ich gestritten
      Für das ich im Leben gelitten
      Verlass die Freiheit nicht.

      Es krachen die Gewehre
      Im Blute liegt der Held
      Es haben die Büchsen der Jäger
      Der Freiheit Fahnenträger
      Den Robert Blum gefällt.

      Der Fähnrich ist erschlagen,
      Es fiel der Robert Blum.
      Auf Brüder, die Fahne zu retten
      Der Freiheit aus Banden und Ketten
      Zu Deutschlands Eigentum!


      Liebe Grüße Peter
      .
      Auch fand er aufgeregte Menschen zwar immer sehr lehrreich, aber er hatte dann die Neigung, ein bloßer Zuschauer zu sein, und es kam ihm seltsam vor, selbst mitzuspielen.
      (Hermann Bahr)
    • Danke, lieber Peter, für diesen Thread, und schön, daß die Liedkultur der "Malocher" darin weiter gefaßt wird und auch die Frühdemokraten berücksichtigt.

      Namentlich die Figur Robert Blums ist den meisten heute wenig bekannt, gehört aber zweifellos zu den positiven Vorreitern einer demokratischen Traditionslinie in Deutschland.

      Mich hat immer schon gewundert, daß sein Todestag, der 9. November 1848, nie in die berühmte 9.-November-Linie jenes bundesrepublikanischen Gedenktages aufgenommen worden ist.

      :wink:

      Magus
      "Whenever we hear sounds, we are changed, we are no longer the same..." Karlheinz Stockhausen 1972
    • Das Proletariat

      Lieber Magus,

      mir ist auch bei dem Verfassen der Artikel aufgefallen, was für eine wichtige Epoche diese Zeit ist, hier ist sie tatsächlich eher ein Seitenaspekt, ein Teil des Erbes, der sichtbar geblieben und überliefert wurde. Aber bei Interesse mache ich gerne noch einen Thread "Lieder deutscher Demokraten" auf, in dem ich diese Zeit ausführlicher vorstelle. Die von mir vorgestellte Auswahl verdankt sich der Edition bei Bear Family Records. Die erste CD besteht zur Hälfte aus Neuaufnahmen, verständlicherweise. Die zweite Hälfte wird historische Aufnahmen vorstellen.

      Hier nun ein Lied, das sich auch auf der Platte "1848" von Dieter Süverkrüp findet. Es gibt eine neue Perspektive an, die sich entwickelt. Eine zeitgemäße Fassung findet man hier "http://www.youtube.com/watch?v=qX3irAcP-Ag"

      Es quillt und keimt von unten auf,
      Wie frisch gesäte Saat,
      Es wächst wohl aus der Erd' heraus:
      Das Proletariat!

      Es ist erwacht der vierte Stand,
      Der nützlichste im Staat;
      Denn wer ernährt das ganze Land?
      Das Proletariat!

      Es schindet sich nur fur den Sarg,
      O Schande, Volksverrat!
      Es zehrt von seinem Lebensmark
      Das Proletariat!

      Die ihr in weichen Kissen ruht,
      Im Überfluß und Staat,
      Denkt, wenn ihr satt und wohlgemut,
      Ans Proletariat!

      Was nutzt noch hohler Phrasen Schwall,
      Frisch auf zur ernsten Tat!
      Es regt und reckt sich uberall
      Das Proletariat!


      Das Lied ist 1849 entstanden, sein Autor ist Johann Christian Lüchow. Lüchow war Mitglied im Bund der Kommunisten. Als gelernter Schneider gründete er u.a. eine Arbeiter-Assoziation der Schneider. Er war Mitarbeiter verschiedener politischer Zeitungen, für diese schrieb er Beiträge, darunter auch Gedichte.

      Liebe Grüße Peter
      .
      Auch fand er aufgeregte Menschen zwar immer sehr lehrreich, aber er hatte dann die Neigung, ein bloßer Zuschauer zu sein, und es kam ihm seltsam vor, selbst mitzuspielen.
      (Hermann Bahr)
    • Hier ein aktuelles Malocherlied:

      Ja, ja,
      die Arbeiterlieder hat der gute Gerhard Seyfried schon in der "kleinen undogmatischen Geschichte der Linken" verkackeiert, um der Sache den Ernst auszutreiben.
      Denn die "Westdeutsche und Berliner Linke Liedermacherszene" hat sich so manche Deutsche Mark hinzuverdient und der eine oder andere (Degenhardt, Süverkrüpp, zeitweise leider auch der so gut gestartete Hannes Wader) haben sich zu Bänkelsängern der Revolution ernennen lassen und haben sich dabei doch nur den elendigen Spiessern der DKP angedient. Allein die Frecheit, dass damals "Trotz alledem" von der DKP vereinnahmt wurde, lässt mich heute noch schäumen! Was haben die mit 1848 zu tun?
      Egal!
      Hier ein aktuelles Beispiel eines Malocherliedes zum Jahresausklang. Text einem Liveauftritt abgelauscht und aufgeschrieben
      Andreas Rebers. Fliesenleger, Fliesenleger

      Morgens fahr ich früh zur Arbeit
      [...] [Text entfernt. Copyright! :gurni: ]

      Nichts für ungut
      Gruß aus Kiel
      Ich vergesse niemals ein Gesicht. Doch bei Ihnen mache ich eine Ausnahme! (Groucho Marx)
    • Lied der Amnestierten im Ausland

      Die 48er Revolution war verloren, sie hatte das demokratische Bürgertum eine Reihe von Blutopfern gekostet, Robert Blum steht da für die große Anzahl der Gefallenen und Füsilierten in dieser kleinen Reihe. Dass ihm am 9.11. als einer der Väter unserer heutigen Demokratie nicht gedacht wird, zeigt, wie geschichtslos doch viele inzwischen aufgewachsen sind. Da ist man sensibler versuchten Regiziden gegenüber als dem Unrecht, das Demokraten geschah. Die Folge des Zusammenbruchs war, dass führende Köpfe ins Ausland flüchteten, sei es in die USA, für die dies ein Jungbrunnen an einer tatkräftigen demokratischen Elite war, sei es nach Paris oder Londen. Auch Ferdinand Freiligrath hatte seine Heimat verlassen müssen, lebte für einige Zeit in Holland, bevor er auch für mehr als zehn Jahre nach London ging. Die Melodie, auf das sein Gedicht gesungen wurde, entstammt "Der Gott, der Eisen wachsen ließ", zu einem von Arndt verfassten patriotischen Text gesungen, ein Lied das in der NS-Zeit besonders gepflegt wurde

      Berlin

      Ferdinand Freiligrath: Lied der »Amnestierten« im Auslande

      (Aus "Neuere politische und soziale Gedichte", 1849-51;
      das Gedicht erschien zuerst als Flugblatt mit dem Titel
      "Neues Revolutionslied, dem deutschen Volke gewidmet,
      geschrieben in London am 25. März 1848")

      Zum Völkerfest, auf das wir ziehn,
      Zu dem die Freiheit ladet,
      Wie wandelst herrlich du, Berlin!
      Berlin, in Blut gebadet!
      Du wandelst rußig und bestaubt
      Einher in deinen Wunden!
      Du wandelst hin, das bleiche Haupt
      Mit Bannertuch verbunden!

      Mit Tuch, von dem du jene Nacht
      Geheiligt jeden Faden!
      Oh, erste deutsche Fahnenwacht
      Auf deutschen Barrikaden!
      Du rissest es aus langer Schmach
      Empor zu neuer Schöne!
      In einer Nacht, auf einen Schlag
      Rein wuschen's deine Söhne!

      So helfe dir nun Gott, Tyrann!
      Erstochen und erschossen!
      Und abwärts durch die Straßen rann
      Ihr Blut in allen Gossen!
      Arbeiterblut, Studentenblut-
      Wir knirschen mit den Zähnen,
      Und in die Augen treibt die Wut
      Uns seltne Männertränen!

      Sie fochten dreizehn Stunden lang,
      Die Erde hat gezittert!
      Sie fochten ohne Sang und Klang,
      Sie fochten stumm erbittert!
      Da war kein Lied wie Ça ira –
      Nur Schrei und Ruf und Röcheln!
      Sie standen ernst und schweigend da,
      Im Blut bis zu den Knöcheln!

      So schlaft denn wohl im kühlen Grund,
      Schlaft ewig unvergessen!
      Wir können euch den bleichen Mund,
      Die starre Hand nicht pressen!
      Wir können euch zu Ehr' und Zier
      Mit Blumen nicht bewerfen –
      Doch können wir und wollen wir
      Die Schwerter für euch schärfen!

      Denn einen Kampf, der so begann,
      Soll kein Ermatten schänden!
      Ihr strittet vor, ihr finget an:
      So laßt denn uns vollenden!
      Wir sind bereit, wir sind geschwind,
      Wir treten in die Lücken!
      Mit allen, die noch übrig sind,
      Die Klinge wolln wir zücken!

      Denn heißen soll es nimmermehr:
      Für nichts sind sie gestorben!
      Für nichts, als was sie Tags vorher
      Ertrotzt schon und erworben!
      Denn keiner sage je und je:
      Sie waren brav im Schießen!
      Doch fehlt' auch ihnen die Idee,
      Da sie sich metzeln ließen!

      Drum sollen eure Leichen nicht
      Den Strom der Freiheit stauen;
      Den Strom, der seine Fesseln bricht
      In diesem Märzestauen!
      Drum sollen sie die Stufen sein,
      Die Stufen grün von Zweigen,
      Auf denen wir zum Dach hinein
      Der freien Zukunft steigen!

      Was Manifest noch, was Bescheid!
      Was Bitten noch und Geben!
      Was Amnestie und Preßfreiheit –
      Tod gilt es oder Leben!
      Wir rücken an in kalter Ruh',
      Wir beißen die Patrone,
      Wir sagen kurz: Wir oder du!
      Volk heißt es oder Krone!

      Daß Deutschland stark und einig sei,
      Das ist auch unser Dürsten!
      Doch einig wird es nur, wenn frei,
      Und frei nur ohne Fürsten!
      O Volk, ein einz'ger Tag verstrich –
      Und schon von Vivats heiser?
      Erst gestern ließ Er schlachten dich – –
      Und heute deutscher Kaiser?!

      Schmach! mit dem Blute wild verspritzt
      Bei jenem freud'gen Sterben,
      Mit dem jetzt möcht' Er sich verschmitzt
      Den Kaiserpurpur färben!
      Allein, daß das unmöglich sei,
      Dafür noch stehn wir Wache,
      Dafür bleibt unser Feldgeschrei:
      Hie Republik und Rache!

      Wir treten in die Reiseschuh',
      Wir brechen auf schon heute!
      Nun, heil'ge Freiheit, tröste du
      Die Mütter und die Bräute!
      Nun tröste Weib, nun tröste Kind,
      Die Witwen und die Waisen –
      Wie derer, die gefallen sind,
      So unsre, will's das Eisen!


      London, 25. März 1848


      Liebe Grüße Peter
      .
      Auch fand er aufgeregte Menschen zwar immer sehr lehrreich, aber er hatte dann die Neigung, ein bloßer Zuschauer zu sein, und es kam ihm seltsam vor, selbst mitzuspielen.
      (Hermann Bahr)
    • Während meiner Beschäftigung mit der Frühliberalen Bewegung -ist jetzt auch schon 20 Jahre her.... :schaem: - stieß ich auf den Journalisten und Dichter

      Georg Ludwig Weerth (1822-1856)

      Weerth war von der Profession her Kaufmann (Lehre in Elberfeld, erste Anstellung in Köln) und seine Reisen hatten ihn auch nach England geführt, wo er das britische Industriearbeiterelend kennenlernte. Hier schloß er zunächst Freundschaft mit Friedrich Engels, später lernte er dann auch Karl Marx kennen, mit dem ihn ebenfalls eine lebenslange Freundschaft verband.

      Weerth schloß sich 1847 dem Bund der Communisten an und leitete 1848-49 das Feuilleton der "Neuen Rheinischen Zeitung".

      Neben politischen Satiren und sozialkritischen Reportagen verfaßte er um 1845 eine Reihe von Liedern und Gedichten, die das Los der Elenden und der Arbeiter besangen.

      Dazu an dieser Stelle folgende:



      Das Hungerlied

      Verehrter Herr und König,
      Weißt du die schlimme Geschicht?
      Am Montag aßen wir wenig,
      Und am Dienstag aßen wir nicht.

      Und am Mittwoch mußten wir darben,
      Und am Donnerstag litten wir Not;
      Und, ach, am Freitag starben
      Wir fast den Hungertod!

      Drum laß am Samstag backen
      Das Brot, fein säuberlich -
      Sonst werden wir sonntags packen
      Und fressen, o König, dich!


      Arbeite

      Du Mann im schlechten blauen Kittel;
      Arbeite! Schaffe Salz und Brot.
      Arbeite! Arbeit ist ein Mittel,
      Probat für Pestilenz und Not.

      Arbeite! Rühre deine Arme.
      Arbeite sechzehn Stunden so!
      Arbeite! Nachts ja lacht das warme,
      Das Lager dir von faulem Stroh!

      Arbeite! Hast ja straffe Sehnen.
      Arbeite! Denk, mit schwangerem Leib
      Harrt in der Hütte dein mit Tränen
      Ein schönes, leichenbleiches Weib.

      Arbeite! Gleich der Stirn der Rinder
      Ist ja die deine breit und dick.
      Arbeite! Deine nackten Kinder,
      Die küssen dich, kehrst du zurück.

      Arbeite bis die Adern klopfen!
      Arbeite bis die Rippe kracht!
      Arbeite bis die Schläfen tropfen -
      Du bist zur Arbeit ja gemacht!

      Arbeite bis die Sinne schwinden!
      Arbeite bis die Kraft versiegt!
      Arbeite! - Wirst ja Ruhe finden,
      Wenn dein Gebein im Grabe liegt.


      Die hundert Bergleute

      Die hundert Bergleute von Haswell,
      Die starben an einem Tag!
      Die starben zu einer Stunde!
      Die starben auf einen Schlag!

      Und als sie still begraben,
      Da kamen wohl hundert Fraun,
      Wohl hundert Fraun von Haswell,
      Gar kläglich anzuschaun.

      Sie kamen mit ihren Kindern,
      Sie kamen mit Tochter und Sohn:
      "Du reicher Herr von Haswell,
      Nun gib uns unseren Lohn!"

      Der reiche Herr von Haswell,
      Der stand nicht lange an:
      Er zahlte wohl den Wochenlohn
      Für jeden verunglückten Mann.

      Und als der Lohn bezahlet,
      Da schloß er die Kiste zu.
      Die eisernen Riegel klangen -
      Die Weiber weinten dazu.


      Der Kanonengießer

      Die Hügel hingen rings voll Tau:
      Da hat die Lerche gesungen!
      Da hat geboren die arme Frau;
      Geboren den armen Jungen!

      Und als er sechzehn Jahre alt:
      Da wurden die Arme strammer;
      Da stand er in der Werkstatt bald
      Mit Schurzfell und mit Hammer;

      Und rannte den Öfen in den Bauch
      Mit schweren Eisenstangen,
      Daß hell aus Schlacken und aus Rauch
      Metallne Bäche sprangen.

      Kanonen goß er - manches Stück!
      Die brüllten auf allen Meeren;
      Die brachten die Franzen ins Ungelück
      Und mußten Indien verheeren;

      Die warfen Kugeln, leidlich schwer,
      Den Chinesen in die Rippen;
      Die jauchzten Britannias Ruhm daher
      Mit eisernen Kehlen und Lippen!

      Und immer goß der rüst´ge Held
      Die blitzenden Geschütze:
      Bis ihm das Alter ein Bein gestellt -
      Die Fäuste wenig nütze.

      Und als sie versagten den Dienst zuletzt,
      Da gab es kein Erbarmen:
      Da ward er vor die Tür gesetzt
      Wohl unter die Krüppel und Armen.

      Er ging - die Brust so zornig weh,
      Als ob sie der Donner durchgrollte
      Von allen Mörsern, die er je
      Hervor aus den Formen rollte.

      Doch ruhig sprach er: "Nicht fern ist das,
      Vermaledeite Sünder,
      Da gießen wir uns zu eignem Spaß
      Die Verundzwanzigpfünder!"

      Zuguterletzt ein Lied Weerths, das den Bogen der Arbeiterinternationale spannt:

      Sie saßen auf den Bänken

      Sie saßen auf den Bänken,
      Sie saßen an ihrem Tisch,
      Sie ließen Bier sich schenken
      Und zechten fromm und frisch.
      Sie kannten keine Sorgen,
      Sie kannten kein Weh und Ach,
      Sie kannten kein Gestern und Morgen,
      Sie lebten nur diesen Tag.

      Sie saßen unter der Erle -
      Schön war des Sommers Zier -
      Wilde zorn´ge Kerle
      Aus York und Lancashire.
      Sie sangen aus rauhen Kehlen,
      Sie saßen bis zur Nacht,
      Sie ließen sich erzählen
      "
      Von der schlesischen Weberschlacht."

      Und als sie alles wußten,
      Tränen vergossen sie fast,
      Auffuhren die robusten
      Gesellen in toller Hast.
      Sie ballten die Fäuste und schwangen
      Die Hüte im Sturme da;
      Wälder und Wiesen klangen:
      "
      Glück auf, Silesia!"

      :wink:

      Magus
      "Whenever we hear sounds, we are changed, we are no longer the same..." Karlheinz Stockhausen 1972
    • Bundeslied für den ADAV

      Wenn wir nun die heroischen Jahre der demokratischen Bürgerbewegung hinter uns lassen und uns den Arbeitern zuwenden, scheint die Ausbeute an Lieder deutlich unspektakulärer. Es ist die Phase, in der sich Organisationen der Arbeiter bilden, darunter der Allgemeine Deutsche Arbeiterverein. Er ist als erste deutsche Arbeiterpartei 1863 gegründet worden, maßgeblich war Ferdinand Lasalle. Ein Bundeslied hatte die wichtige Funktion, ein Symbol des Zusammenstehens zu sein und eine Werbung nach außen. Lasalle wandte sich an Georg Herwegh, man brauche dringend ein kämpferisches und zugkräftiges Bundeslied. Kennen gelernt hatte man sich übrigens bei Heinrich Heine. Herwegh lieferte einen mitreißenden Text, wer kennt nicht "Alle Räder stehen still, wenn dein starker Arm es will"?


      1. "Bet' und arbeit'!" ruft die Welt.
      Bete kurz, denn Zeit ist Geld!
      An die Türe pocht die Not,
      bete kurz, denn Zeit ist Brot!

      2. Und du ackerst, und du säst,
      und du nietest, und du nähst.
      Und du hämmerst, und du spinnst,
      sag, o Volk, was du gewinnst?

      3. Wirkst am Webstuhl Tag und Nacht,
      schürfst im Erz- und Kohlenschacht,
      füllst des Überflusses Horn,
      füllst es hoch mit Wein und Korn.

      4. Doch wo ist dein Mahl bereit?
      Doch wo ist dein Feierkleid?
      Doch wo ist dein warmer Herd?
      Doch wo ist dein scharfes Schwert?

      5. Alles ist dein Werk, o sprich,
      alles, aber nichts für dich!
      Und von allem nur allein,
      die du schmiedst, die Kette, dein!

      6. Mann der Arbeit, aufgewacht,
      und erkenne deine Macht!
      Alle Räder stehen still,
      wenn dein starker Arm es will!

      7. Brecht das Doppeljoch entzwei!
      Brecht die Not des Sklaverei!
      Brecht die Sklaverei der Not!
      Brot ist Freiheit, Freiheit Brot!


      Es gibt eine ganze Anzahl von Vertonungen dieses Textes, eine erste von Hans von Bülow (unter dem Pseudonym Solinger). Eine andere wird später Eisler schreiben. Am populärsten wurde die Vertonung des Wieners Josef Scheu, Musiker im Orchester des Burgtheaters. Sie konnte als Massenlied vorgetragen werden. 1910 wurde das "Bundeslied" vom Landgericht I Berlin verboten.

      Eine Rezitation des Textes findet man hier: "www.youtube.com/watch?v=61B2oN5tV3M"


      Liebe Grüße Peter
      .
      Auch fand er aufgeregte Menschen zwar immer sehr lehrreich, aber er hatte dann die Neigung, ein bloßer Zuschauer zu sein, und es kam ihm seltsam vor, selbst mitzuspielen.
      (Hermann Bahr)
    • Vorwärts! Vorwärts!

      Es bilden sich in der Folgezeit auch Unterorganisationen. 1877 wird in Gotha der Allgemeine Arbeiter-Sänger-Bund durch den sozialdemokratischen Verleger Emil Sauerteig gegründet. Es hatten sich in den Jahrzehnten vorher selbständige Arbeiterchöre gebildet, die nun übergreifend vereinigt wurden. Diese Arbeiterchöre kamen aus den Arbeiterbildungsvereinen, aus dem Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein und aus gewerkschaftlichen Fachverbänden. Häufig dienten sie zur Zeit des Verbots auch als Unterschlupf für Sozialdemokraten, gerieten damit aber auch in Gefahr, selbst verboten zu werden. Das Repertoire waren Volkslieder, klassische Chorstücke und die nun entstehende Arbeiterchorliteratur.

      Das folgende Lied entstand um 1880, der Textdichter ist unbekannt. Ernst Busch hatte sang es auf eine selbst komponierte Melodie.

      1. Vorwärts! Vorwärts heißt die Losung,
      welche unser Banner schmückt!
      Vorwärts gegen jede Fessel,
      welche noch die Menschheit drückt!
      Vorwärts, dass auf dieser Erde
      stolz der Dom der Freiheit steh!
      Vorwärts, dass auf jedem Berge
      wahrer Freiheit Banner weh!

      2. Nieder drum mit dem Betrüger,
      der den Geist in Fesseln schlägt!
      Der die Giftsaat blinden Glaubens
      in der Jugend Herzen legt.
      Der das Fundament der Freiheit
      allerorten unterwühlt
      und mit seinem Druck vom Himmel
      armem Volk die Erde stiehlt.

      3. Lasst das Licht des Geistes strahlen,
      dass die Herzen es durchglüht.
      Und die reine Menschenliebe
      überall auf Erden blüht!
      Dass kein finstrer Hass die Völker
      wieder voneinander trennt,
      dass man gern in jedem Menschen
      seinen Bruder anerkennt.

      4. Freie Menschen, keine Knechte,
      jedem Teil an dieser Erd!
      Gleiche Pflichten, gleiche Rechte,
      jedem Mann sein eigner Herd!
      Dies das Ziel, wofür wir ringen,
      ringen, bis wir es erreicht,
      bis einst aus zerstörter Knechtschaft,
      stolz der Freiheit Sonne steigt!


      Liebe Grüße Peter
      .
      Auch fand er aufgeregte Menschen zwar immer sehr lehrreich, aber er hatte dann die Neigung, ein bloßer Zuschauer zu sein, und es kam ihm seltsam vor, selbst mitzuspielen.
      (Hermann Bahr)
    • Lieber Peter,

      da mich dieses Liedgut auch stets interessiert hat, hier noch die Empfehlung einer anderen Einspielung der Leipziger Folksessionband- einer Projektformation die sich in der Mehrzahl aus den Mitgliedern der legendären Folkband zusammensetzt, die ursprünglich,,Folkländer", später ,,Folkländers Bierfiedler", später ,,Bierfiedler" und schließlich,,Die sieben Leben " hieß und seit ein paar Jahren nicht mehr existiert. Wenn ich die Wiederauferstehung einer einzigen Band herbeizaubern könnte, dann wäre es diese...! :juhu: :juhu: :juhu:
      Doch zurück zum Thema, 2 Empfehlungen noch lieferbarer Scheiben mit Arbeiter und Gesellenliedern:




      Gruß
      Oolong
      Oh, Mensch bedenke: auch ein Fenghuang Dancong oder ein Da Hong Pao ist kein Huang Zhi xiang Dangcong!
    • Lieber Oolong,

      vielen Dank für diesen Hinweis. Ich habe mal in die Schnipsel hinein gehört - und bin begeistert. Da sammelt sich ja schon einiges für den geplanten Thread zu "1848". Super!

      Liebe Grüße Peter
      .
      Auch fand er aufgeregte Menschen zwar immer sehr lehrreich, aber er hatte dann die Neigung, ein bloßer Zuschauer zu sein, und es kam ihm seltsam vor, selbst mitzuspielen.
      (Hermann Bahr)