Haydn: 6 Feldparthien Hob. II:41-46

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    • Haydn: 6 Feldparthien Hob. II:41-46

      Braucht man das? Ja. Wegen Brahms. Brahms hat Ahnung. Was man an diesem Werk erkennt:
      Variationen über ein Thema von Joseph Haydn op. 56a

      Bevor man das beschafft, muss man sich erst mal mit dem Original auseinander setzen, und das ist eben von Haydn. Wobei sogar der große Meister zumindest mit dem "Chorale St. Antoni" (eben das Thema bei Brahms) auf ältere Quellen zurückgegriffen hat. Das tut aber nichts zur Sache. Die "Feldparthien" sind so oder so gut. Besagter Choral ist der zweite Satz von Hob. II:46.

      Bei mir war das zufälligerweise die als letzte gekaufte LP (1988). Zur Beschaffung der Brahms-Geschichte konnte ich mich erst 2005 aufraffen. So muss das sein.

      Mit meiner Haydn-Aufnahme bin ich sehr zufrieden: Bläser des Tonhalle-Orchesters Zürich, Label: Jecklin

      Die Besetzung ist passend und stimmungsvoll. Es gibt 2 Varianten:
      (a) 2 Oboen, 2 Klarinetten, 2 Hörner, 2 Fagotte
      (b) 2 Oboen, 2 Hörner, 3 Fagotte, Kontrafagott

      In beiden Fällen äußerst reizvoll. Scheint es leider nicht als CD zu geben. Daher brauche ich nach wie vor hin und wieder den Plattenspieler. Meine Aufnahme wäre diese hier:
      http://www.amazon.com/Joseph-Feldparthien-Zurich-Tonhalle-Orchestra/dp/B00BBFYHM0

      Das hier könnte aber auch passen:



      Enthält aber nur 4 von 6 Feldparthien. Der Chorale St. Antoni ist hier gleich das 2. Stück.

      Youtube-Beispiele:

      https://www.youtube.com/watch?v=OCPjrPrlo1Y (nur der Choral, etwas lahm)
      https://www.youtube.com/watch?v=0T4at_omvF4 (Hob. II:46 komplett)


      Jetzt aber die entscheidende Frage: Hat jemand die Haydn-Variationen von Brahms, aber nicht die Grundlage von Haydn? Die betreffenden Leute wissen nun, was zu tun ist...


      Thomas
    • Ecclitico schrieb:

      Das tut aber nichts zur Sache. Die "Feldparthien" sind so oder so gut. Besagter Choral ist der zweite Satz von Hob. II:46.

      Ja! Ja, ja, ja, sie sind wirklich verdammt gut! Ich kenne die Partita Hob. II:46 nicht vom Hören, sondern von eigenen Musizieren, ich habe sie in der Musikschule mit den anderen Holzbläsern des Orchesters gespielt und obwohl das schon viele Jahre her ist, kommt mir die Musik noch immer immer wieder einmal in den Kopf. Da ist natürlich jeder Satz gerade, klassisch und schulmäßig gebaut, aber auch mit viel Melodie und prallem Leben gefüllt. Am bekanntesten ist natürlich der Chorale Sancti Antonii, der unheimlich viele Möglichkeiten der Interpretation bietet (was kann man da allein mit dem Tempo machen!), aber auch das Menuett geht einem so schnell nicht mehr aus dem Kopf - und mein absolutes Highlight ist das Schluss-Rondo: von einer schier überquellenden Fröhlichkeit und ein Ohrwurm, den zumindest ich, wie geschrieben, nie wieder so ganz losgeworden bin.
      Ich will aber auch sagen: Das ist so die Art von Musik, die beim Selberspielen um ein Vielfaches mehr Spaß macht als beim bloßen Hören.

      Ecclitico schrieb:

      Bevor man das beschafft, muss man sich erst mal mit dem Original auseinander setzen, und das ist eben von Haydn.

      Das stimmt meines Wissens nicht. Die Musikforschung hat, so weit ich weiß, die Zuschreibung dieser Feldparthien an Haydn mittlerweile zurückgewiesen. Wer sie nun wirklich geschrieben hat, ist nicht ganz sicher, wird sich vielleicht auch nie zweifelsfrei klären lassen, als aussichtsreichster Kandidat gilt im Moment aber wohl Ignaz Pleyel.
      Das ändert an der Musik gar nichts, aber hätte man diese Stücke nie Haydn zugeschrieben, wären sie vermutlich selten aufgeführt und nie eingespielt worden und auch Brahms hätte sie wohl nie kennen gelernt und einen Satz "Pleyel-Variationen" geschrieben. Im Rückblick also gut für uns, dass man sie einst Haydn "untergeschoben" hat!
      Ich liebe Wagners Musik mehr als irgendeine andre. Sie ist so laut, daß man sich die ganze Zeit unterhalten kann, ohne daß andre Menschen hören, was man sagt. - Oscar Wilde
    • Egal wer der Komponist ist, es ist sehr unterhaltsame Musik und die Linos-CD gefällt mir sehr gut. sie haben noch eine weitere mit gemischter Kammermusik von Haydn (bzw. teilweise ebenfalls wohl eher nicht), die ist fast noch besser.
      ...a man who refuses to have his own philosophy will not even have the advantages of a brute beast, and be left to his own instincts. He will only have the used-up scraps of somebody else’s philosophy; which the beasts do not have to inherit; hence their happiness. Men have always one of two things: either a complete and conscious philosophy or the unconscious acceptance of the broken bits of some incomplete and shattered and often discredited philosophy. (G. K. Chesterton)