Sagt uns die Operette heute noch etwas?

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    • Lieber Sune!

      Da kann ich mich völlig anschließen, weder die Lortzinger Spieloper, noch die Operette wird heute so gespielt, dass man sich, schon zu Nachtzeiten, stundenlang anstellen musste, genauso ist es mir und meiner Mutter, ebenfalls bei der damaligen Wiener Staatsopern - Fledermaus, etwa 1963, mit Hilde Güden und Eberhard Waechter gegangen, als diese Operettenfassung [auch Regie Leopold Lindtberg ], nicht nur zu Silvester oder Neujahr gebracht wurde,

      sondern mitten im normalem Spielplan, zumindest einmal im Monat gespielt wurde, auch wir waren begeistert, zumal es an der Volksoper noch die Oscar Fritz Schuh Inszenierung gab, die ebenfalls blendend war.

      Heute wird alles verfremdet, und die Salzburger Fledermaus kann mir gestohlen bleiben, da stimmt ja alles hinten und vorne nicht mehr. :stern: :stern:

      Liebe Grüße sendet Dir Peter aus Wien. :wink:
    • Ein paar Zeilen zum Thema werde auch ich als Wiener und - zwar nicht häufiger, aber mehr als gelegentlicher - Operettenbesucher von mir geben.

      Ich formuliere die Frage zunächst einmal um. Nicht "sagt uns die Operette heute noch etwas ?" sondern "warum sagt uns die Operette heute nicht mehr viel ?" Und das ist für mich - unabhängig davon, dass die Musik und das Libretto nicht immer von hoher Qualität sind - vor allem deshalb der Fall, weil sie häufig schlecht gebracht wird. Das heißt von wenig geeigneten/ambitionierten SängerInnen und/oder in einer bestenfalls nichtssagenden Regie - auch wenn die Bühnenbilder noch so schön sind.

      Ich habe kürzlich in Leipzig eine Aufführung von "Land des Lächelns" gesehen, die chinesischer nicht hätte sein können, die mich aber dennoch nicht begeistert hat. Nicht, weil die Inszenierung alle "Staubis" zu Begeisterungsstürmen hingerissen hätte, sondern weil ein ganz wesentliches Thema - die kulturellen Unterschiede zwischen Österreich-Ungarn und China - nur ansatzweise interpretiert worden ist. Da hat es dann auch wenig genutzt, dass die meisten SängerInnen durchaus niveauvoll agiert haben.

      Ich habe in Dresden und in Hamburg Aufführungen der "Fledermaus" gesehen, die wahrlich nichts Wienerisches hatten, aber in sich stimmige Lösungen boten.

      Ich erinnere mich an eine "Gräfin Mariza" in der Wiener Volksoper in einer modernen Inszenierung von Vera Nemirova, in der der erste und der zweite Akt eine ausgezeichnete Übertragung der Thematik in die jüngere Vergangenheit bot und der dritte Akt nicht einmal ansatzweise erkennbar war. Die "Lustige Witwe" in der Wiener Staatsoper vor einigen Jahren war regiemäßig wie stimmlich ein Scheitern auf hohem Niveau - und dennoch bin ich nach wie vor der Meinung, dass die "Witwe" grundsätzlich ein gutes Stück ist. Man muss sie nur so auf die Bühne stellen, dass nicht das Schmalz aus den Geigen rinnt - auch die "Witwe" ist ein durchaus gesellschaftskritisches Stück - und da muss man das Werk nicht erst verbiegen (eine Aufführung in Leipzig war für mich szenisch ein Albtraum - mehr Revue als Operette).

      Die Wiener Volksoper (VOP) behauptet von sich gerne, das bedeutendste Operettenhaus zu sein. Dazu fehlt allerdings "nur" Operettendiva, eine Nachfolgerin für Mirjana Irosch. Und es fehlt auch ein geeigneter Tenor (obwohl, würde ein Ensemblemitglied der VOP mehr gesangliche Disziplin aufbringen, er wäre ein idealer Operettentenor - gut aussehend und mit zumeist sicherer Höhe).

      Auch die Libretti vieler Opern sind vom Literaturnobelpreis weit entfernt. Und dennoch wirft man dieses Manko in der Regel bloß der Operette vor. Ich stelle einmal eine gewagte These auf - und erwarte dafür vehementen Widerspruch: Oper und Operette sind historisch zumeist in anderen Häusern und vor einem anderen Publikum aufgeführt worden. Und weil das Publikum der Hof- und späteren Staatsoper eben ein elitäreres war, galten Werke an anderen Häusern a priori als schwächer. Ich behaupte, hier wurden gesellschaftliche Probleme auf eine andere Ebene transferiert; vielleicht störte die "bessere" Gesellschaft auch, dass eben diese in den Operetten nicht nur glänzte sondern auch menschliche Niederlagen einstecken mussten.

      Ich bin überzeugt, würden sich erste Künstler (Dirigenten, SängerInnen, Bühnenbildner und nicht zuletzt Regisseure) mit dem Thema Operette ernsthaft auseinandersetzen und vor allem auch die Werke der goldenen und silbernen Operetenära von unnötigem Herz-Schmerz, Schmalz und Patina befreien und auf Aussagen und Inhalte reduzieren - ohne dabei das Stück zu zertrümmern und zu verunstalten (wie seinerzeit in Salzburg - das war einfach eine schlechte (!) Provokation) - die Operette könnte aus dem Dornröschenschlaf erwachen. Ich erwarte mir so einen Ansatz von Olivier Tambosi bei seiner Regie für die "Fledermaus" in Dortmund im Oktober.

      abendliche Grüße aus Wien

      Michael
    • Lieber Michael!

      Das stimmt alles, so wie Du meinst, dass die"Fledermaus" nicht unbedingt in Wien, bzw. bei Wien spielen muss,es heißt im Libretto "In einem Badeaort in der Nähe einer großen Stadt", damit muss keinefalls Wien gemeint sein.

      Bei Mirjana Irosch hast Du Recht,sie ist nach langen Jahren als Diva, ins komische Fach gegangen, [ ebenso Sigrid Martikke ], nur Nachfolgerinnen sehe ich keine.

      Für viele Absolventen der Konservatorien, ist Operette es nicht wert, erwähnt zu werden. Natürlich haben wenige Operetten, auch für heute noch, ein gutes Libretto, was mir so einfällt, um diese Stunde so sind es nur:

      Bei den Wienern:

      1. Die Fledermaus.

      2. Die Lustige Witwe.

      3. Der Bettelstudent.

      4. [eventuell] Wiener Blut und

      5. Der Zigeunerbaron.

      6. Der Vogelhändler und

      7. [eventuell] Boccaccio.

      Bei den französischen Operetten, im Original, eigentlich der gesamte Offenbach und seine Vorgänger, und bei der englischen Operette, ebenfalls in Englisch:

      Der Mikado.

      Jetzt bleib ich stehen, denn alles andere gehört gründlich, aber liebevoll, vom Schmalz befreit, es genügt nicht "Die Nacht in Venedig" in einem Bordell spielen zu lassen,wie es an der Volksoper geschieht, nur weil am Gürtel das Rotlicht-Millieu ist, das ist gegen die Grundkonzeption. Gegen die Operette zu inszenieren wird immer scheitern.

      Früher hatte die Volksoper ein Grundkonzept, Operette zwar vom Staub der Jahre zu befreien, die Patina aber - etwas - zu lassen, und das Konzept ging auf. "Pariser Leben" und "Gasparone" in den mittleren 1980er Jahren waren solche Beispiele, und "Die Herzogin von Chikago" später war auch ein solches Beispiel.

      Die moderne "Fledermaus", die durch die ältere Fassung, unter der bewährten Regie von Heinz Zednik, zum Glück ersetzt wurde, war so ein abschreckendes Besipiel.

      Liebe Grüße sendet Dir, zur späten Stunde, Peter aus Wien. :wink: :wink:
    • ich zähle ja eher zu den "operettenverweigerern".

      meist kann ich damit nichts anfangen.

      bin mir aber auch nicht sicher,warum dem so ist.



      ich liebe es ja eher,wenn die operetten "gegen den strich gebürstet werden".



      es gibt eine ausnahme und das ist "die fledermaus".

      die sehe ich immer wieder gerne.(ob in "klassischer oder moderner inszenierung)

      die meiner meinung nach beste,ist jene,aus dem theater an der wien.(baltsa,dussmann..)

      aber ich liebe auch die salzburger fledermaus.(sehr sogar).

      sie hatte für mich sowas erfrischendes und gerade,weil es die "konservativen" im publikum so schockte und mich begeistert hat,finde ich sie sehr wichtig.

      ich fand alles sehr gelungen und was ich wichtig fand,dem regisseur auch nicht der mut verlassen.er hat den faden,den er gesponnen hat,nie verlassen.

      oft verlieren regiesseure eben diesen.

      es verlässt sie der mut und sie verlassen den weg,den sie eingeschlagen habe.

      wenn das so ist,(was ja auch oft bei opern passiert),gefällt mir dann das ergebnis (meist)nicht mehr.

      (ich erfreue mich dann halt mehr,an den hoffentlich tollen leistungen der sänger und vergesse nach möglichkeit die inszenierung*g*)



      viell. versuche ich es diese saison wieder mal in dortmund und viell. in essen.eventuell in der VOP.(nur da hat das haus,für mich,seit der neuen direktion,sehr viel an niveau verloren).



      danke gestreifter peter für diesen thread,viell. kannst du mich ja ein bissl neugierig machen auf operette.



      lg.yago



      noch ein paar zeilen.

      an eine operettenaufführung erinnere ich mich immer wieder gerne.

      es ist zwar schon 30 jahre her,damals hat mich meine "schwiegermutter" in ihrer heimatstadt budapest mit in die "gräfin marizza" genommen.

      es war ein tolles erlebnis.

      in budapest habe ich auch "elisabeth" gesehen,ist zwar ein musical,aber die verwandtschaft ist ja da.

      was mich immer wieder fasziniert,ist,dass es in pudapest eine menge hochtalentierter darsteller gibt.

      nach meinem empfinden nach,mehr als hier im deutschsprachigen raum.

      auch holland hat da mehr richtig hervorragende darsteller(hier bin ich aber eher in sachen musicals unterwegs).



      ich hoffe ich habe nicht zu sehr das eigentl. thema (stellenweise) verlassen.

      lg in mein schönes wien.

      yago :wink:
    • Lieber Yago!

      Es ist ja gut, dass auch Operette, wie in Salzburg, "gegen den Strich" inszeniert gebracht werden kann, da siehst Du, dass die Operette Manches aushält.

      Dass ich kein Liebhaber solcher "Bravourstückerln" bin ist etwas anderes, wobei Ungarn wohl zeigen kann, dass man Operette gut, für alle Generationen, machen kann.

      An der Volksoper wird auf alle Fälle Operette falsch inszeniert, vor leeren Häusern was zu bringen hat, das hat wohl Herr Meyer zusammengebracht, er will halt mehr Oper spielen, und da greift er oft daneben. "Sein" Fra Diavolo" ist wohl sehr daneben gegangen, da diese Oper zu den, von mir gleichfalls geliebten, Spielopern gehört, schätze ich solche Inszenierungen nicht, da ich ein bekennender Staubi bin.

      Man kann modern sein, aber nicht auf muss! Übrigens Agnes Baltsa und Sylvia Dussman, die ich noch aus der Kammeroper kannte, waren bestimmt sehr gut, nur Kostüme zu bringen, die kaum etwas ausagen sondern nur Klamauk sind das erinnert mich an meinen ironischen "Fledermaus- Thread" im "Gestreiften Thread".

      Recht liebe Grüße sendet Dir Peter aus dem morgendlichen Wien. :wink: :wink:
    • Lieber Yago! - Und natürlich alle Operettenfreunde!

      Im ZDF Theaterkanal gibt es eine Sendung über die Entstehung der Operette in Paris - Wien - Berlin. :sparkle: :sparkle: :sparkle:

      Die Termine habe ich dort bekannt gegeben, und die 55 Minuten, es wird im August der 1. Teil gesandt, finde ich äußerst gelungen. :klatsch: :klatsch: Es ist eine französische Produktion, die Seinerzeit arte herausbrachte.

      Habe diese aufgenommen und schon auf VHS kopiert. :yes: :yes:

      Liebe Grüße Dir und Euch sendet Euch Peter aus Wien. :wink:
    • hallo peter,

      gutes musiktheater (ob nun oper,operette oder musical) hält in der tat alles mögliche aus,so lange ich gute sänger/darsteller auf der bühne habe.



      hier in NRW ist das leider meist so eine sache und oft fällt es mir schwer,gerade da abstriche zu machen.

      leider sind wir hier nicht so verwöhnt,wie in wien.



      von 9.-14. nov: bin ich wieder in wien und hoffe auf ein paar theaterbesuche.

      LG YAGO
    • Meine Lieben!

      Operette ist der Ausdruck des Charmes einer Nation und Gesellschaft. :yes: :yes:

      Ich höre so nebenbei beim Schlafen - Offenbach - nicht weil er zum Einschläfern ist, im Gegenteil, sondern weil er so erfrischend ist, wie eine kühle Sommerbrise. :juhu:



      Liebe morgendliche Grüße sendet Euch Euer Peter. :wink: :wink:
    • MeineLieben!

      Noch ein Offenbach - d. h. Es sind eigentlich Drei, als Operetten -Freund, bitte nicht vergessen!



      Darunter der, Seinerzeit, mit Willy Millowitsch und Hildegard Heichele im TV gebrachte "Salon Pitzelberger" ["Herr Pitzelberger gibt sich die Ehre"] - einfach grandios!!!! :juhu: :juhu:

      Liebe Grüße sendet Euch Euer Peter aus Wien. :wink: :wink: :wink:
    • oper337 schrieb:

      Im ZDF Theaterkanal gibt es eine Sendung über die Entstehung der Operette in Paris - Wien - Berlin.

      Die Termine habe ich dort bekannt gegeben, und die 55 Minuten, es wird im August der 1. Teil gesandt, finde ich äußerst gelungen. Es ist eine französische Produktion, die Seinerzeit arte herausbrachte.


      Lieber Peter,

      Ich habe mir damals deine oben empfohlene Sendung auf ZDF angesehn und sie war wirklich sehr aufschlussreich und mit vielen guten Operettenauszügen interesssant gestaltet.Vorallem die Erläuterungen der französischen Musikwissenschaftler gefielen mir sehr gut,sie waren viel aussagekräftiger als die der österreichischen ( für mich zmindest).

      Gibt es eigentlich noch einen 2.Teil,denn der erste endete ja mit der Berliner Operette "Frau Luna".

      Und dazu habe ich gleich eine Bitte an dich.

      Da ich in absehbarer Zeit wieder einmal nach einigen Jahrzehnten eine Operette ansehn werde,nämlich "Frau Luna" in Salzburg,würde es mich freuen,wenn du mit deinem Wienercharme und deiner Liebe zu den Operetten dazu ein paar einführende Worte mit CD-Empfehlung schreiben würdest.

      Danke und liebe steirische Grüße nach Wien[IMG:http://www.smileygarden.de/smilie/Schleifchen-Girls/smilie_girl_205.gif]

      Mozartinaa
      " Das Österreichisch klingt wie ein einzig großer Topfenknödel "......Zitat aus der Krimiserie "Bella Block"
    • Liebe Mozartina! :fee: :fee: :fee:

      Der 2. Teil ist im ZDF Theaterkanal auch im Oktober nicht dran, unverständlich, warten ma halt auf November.

      Dann wegen "Frau Luna", willst Du die Beschreibung in diesem Thread haben - oder im anderen? :?: :?:

      Also ernst oder als Parodie? Aber ich kann Beides machen. :angel: :angel: :klatsch: :klatsch:

      Liebe Grüße sendet Dir, mit Handküssen, Peter aus Wien. :wink: :wink:
    • Lieber Peter,


      oper337 schrieb:

      Dann wegen "Frau Luna", willst Du die Beschreibung in diesem Thread haben - oder im anderen?


      Meinst du mit "anderem Thread" einen neuen mit dem Titel "Frau Luna"? Ich bin ohnhin ein bisserl verwirrt[IMG:http://www.smileygarden.de/smilie/Schleifchen-Girls/smilie_girl_035.gif],was nun in diesen Thread gehört und wann man einen neuen öffnen sollte.

      Also,wenn wir mehr über diese "Frau Luna" korrespondieren,dann vielleicht den anderen Thread,was immer du jetzt damit meinst.[IMG:http://www.smileygarden.de/smilie/Schleifchen-Girls/smilie_girl_242.gif]


      Also ernst oder als Parodie? Aber ich kann Beides machen.


      Ich mag beides von dir. Aber wenn ich es mir schon aussuchen darf,dann den Inhalt als Parodie[IMG:http://www.smileygarden.de/smilie/Schleifchen-Girls/smilie_girl_123.gif],so wie du es mit den Opern machst und das "Geschichtliche rumherum" in ernster Version.[IMG:http://www.smileygarden.de/smilie/Schleifchen-Girls/smilie_girl_034.gif]

      Ich freue mich schon sehr darauf und danke

      Mozartinaa
      " Das Österreichisch klingt wie ein einzig großer Topfenknödel "......Zitat aus der Krimiserie "Bella Block"
    • Liebe Mozartinaa! :fee: :fee:

      Dann bitte im anderen Thread! Ichwerde versuchen so seriös, wie nur möglich bleiben. :klatsch: :klatsch: :klatsch:

      Kann ich es morgen machen, denn ich bin heute seit 4,30 Uhr auf, da ich, ab 5,45 Uhr, Hundesitten war. :sleeping: :sleeping:

      Liebe Grüße sendet Dir, mit Handküssen, Peter der Gestreifte. :wink: :wink:
    • oper337 schrieb:

      Dann bitte im anderen Thread! Ichwerde versuchen so seriös, wie nur möglich bleiben.

      Kann ich es morgen machen, denn ich bin heute seit 4,30 Uhr auf, da ich, ab 5,45 Uhr, Hundesitten war.




      Lieber Peter,

      bitte mach dir keinen Stress wegen einer "Frau Mozartinaa" oder einer "Frau Luna",sondern nimm dir alle Zeit ,die du brauchst,um wieder ordentlich ausgeschlafen zu sein.

      Schlaf gut[IMG:http://www.smileygarden.de/smilie/Schleifchen-Girls/smilie_girl_231.gif]

      Mozartinaa



      P.s.Ich hätte eine Bitte. Könnte man bitte die Beiträge vom "Das Dreimäderlhaus" auch in einen eigenen Operettenthread verschieben.

      Danke für die Mühe.

      Liebe Mozartinaa, ich habe einen neuen Thread für "Das Dreimäderlhaus" eingerichtet. Liebe Grüße, Petra
      " Das Österreichisch klingt wie ein einzig großer Topfenknödel "......Zitat aus der Krimiserie "Bella Block"
    • Reynaldo Hahn, der Komponist, der auch Operetten schrieb!

      Meine Lieben!

      Einer der wohl vielseitigsten französischen Komponisten für Chansons, Klaviermusik aber auch Operette ist wohl Reynaldo Hahn, 1873 in Caracas geboren.

      Der Vater war Deutscher und die Mutter war Venezuleanerin, also eine gute Mischung.

      Seine Operette "Ciboulette" wurde am 7.4.1923 in Paris aufgeführt und erfreut sich [aber es wie die "Siberne Operette" in einer ganz anderen Art], eher eine Fortsetzung von Offenbach in der Melodienführung, in Frankreich noch großer Beliebtheit.



      Die Musik ist auf alle Fälle bezaubernd. :pfeif: :pfeif: :pfeif:

      Vielleicht weiß da unser liebe Fairy mehr davon, die Zauberfee, oder der liebe Rideamus mehr davon. :?: :?: :?:

      Liebe Grüße sendet Euch Euer Peter. :wink: :wink: :wink:
    • Ciboulette / Schnittlauch

      Lieber Peter,

      dieser Empfehung schließe ich mich sehr gerne an, zumal diese erste Operette Reynaldo Hahns als einzige bis heute am Markt verfügbar ist. Mit gutem Grund. Wer allerdings schmissige Nummern à la Offenbach erwartet, dürfte eher etwas enttäuscht werden, auch wenn es ein paar davon gibt. Hahn war ein Melodiker und hochsensibler Stilist, aber die reißerischen Bedürfnisse der Operette waren sein Ding eher nicht.

      So ist an einigen Stellen zwar durchaus die Wurzel Offenbach zu erkennen (in dessen MESDAMES DE LA HALLE gibt es sogar eine Blumenverkäuferin namens Ciboulette), zumal Hahn ihn zweimal auffällig zitiert, das Werk liegt aber weit näher an Lecoqs LA FILLE DE MADAME ANGOT oder noch erkennbarer bei den Operetten von Hahns Lehrer und Vorbild André Messager (z. B. VÉRONIQUE). Volker Klotz hat das Werk in seinem Operettenbuch deshalb sehr zu Recht als Abschluss einer großen Epoche bezeichnet, denn CIBOULETTE ist so etwas wie die Summe und der abschließende Höhepunkt der zweiten Generation der französischen Operette, die es mehr auf den Zauber des Charmes als die umwerfende Groteske der Gesellschaftssatire anlegte. Allerdings kann Hahn auch da punkten, wenn es gefordert ist, vor allem in den herrlich karikierenden Szenen um die acht dörflichen Bewerber um Coboulettes Hand.

      Erzählt wird die Geschichte des Dorfmädchens Ciboulette, das nach Paris kommt und dort auf den all zu gutmütigen Antonin, einen adeligen Flaneur trifft, der sich von seiner Maitresse, einer Sängerin, an der Nase herum führen und Hörner aufsetzen lässt. Da sie selbst keine Lust hat, einen der acht Dorftrottel zu heiraten, die sich um ihre Hand bewerben, glaubt sie nur zu gerne einer Weissagung, dass sie den Richtigen finden werde, der aus dem Kohl auftauchen würde (was Antonin tut, weil er in ihrem Gewmüsewagen eingeschlafen ist), und dessen Geliebte plötzlich weiß würde (was der Sängerin zustößt, als sie von Mehl überschüttet wird). Dies aber nur unter der Bedingung, dass sie zum richtigen Zeitpunkt ihre Rivalin aussticht, was sie schließlich in der Maske einer andalusischen Sängerin tut. So merkt schließlich sogar Antonin, der eigentlich noch seiner Liebe zu der hochnäsigen Sängerin nachtrauert und für Ciboulette nur brüderliche Gefühle empfinden will, dass in Wahrheit sie die richtige Frau für sein Leben ist.

      Wie Peter schon schrieb, steckt das Stück voller liebenswerter Einfälle, die, wie meist bei Hahns Operetten, manchen aber erst beim wiederholten Hören so richtig lieb werden dürften. Es lohnt sich also, da nicht nur einmal hinein zu hören, sondern die cd-Box zu erwerben, solange sie noch so günstig zu haben ist, was leider für ihr baldiges Verschwinden spricht. Musikalisch und auch in den (sparsamen) Dialogen ist sie nämlich vorbildlich gelungen, obwohl ich gestehen muss, dass mir das beständige Zwitschern Mady Mesplés auf die Dauer etwas auf den Keks geht. Da lobe ich mir doch eher die Lieblingssängerin Hahns, Géorie Boué, mit der es mal einen, leider schon lange vergriffenen, Querschnitt unter der Leitung von Marcel Cariven gab, ganz zu schweigen von Susan Grahams Interpretation von Ciboulettes "C'est Paris, c'est sa banlieue" auf ihrer vorzüglichen Zusammenstellung französischer Operettenarien, die ich jedem, der sich für dieses Repertoire interessiert, nicht genug empfehlen kann, zumal sie auch einige der schönsten Arien Reynaldo Hahns enthält:


      Zu Reynaldo Hahn im Allgemeinen hat Fairy Queen sehr liebevoll und ausführlich in Tamino berichtet, weshalb ich ausnahmsweise mal dorthin verlinke, bis sie dazu kommt, ihr Vorhaben, diesen Thread hierher zu importieren und zu aktualisieren, in die Tat umzusetzen: tamino-klassikforum.at/thread.…117&hilight=Reynaldo+Hahn

      :wink: Rideamus
      Ein Problem ist eine Chance in Arbeitskleidung
    • Lieber Rideamus!

      Ich komme erst heute dazu Danke zu sagen, für Deine so ausführliche Beschreibung von

      Ciboulette. :juhu: :juhu:

      Diese Operette ist wirklich hörenswert und zur Zeit preisgünstig. :yes: :yes: :yes:

      Liebe Grüße sendet Dir Peter aus Wien. :wink: :wink:
    • Meine lieben Operettenfreunde!

      Heute habe ich etwas ganz Besonderes bekommen, zwar per Post, aber es ist bezaubernd!



      Zwar mit Ronald Schneider als Klavierbegleiter, und nicht mit Orchester, aber die CD hat's in sich.

      Barbara Bonney singt ihr Deutsch, kaum merkt man, dass es nicht ihre Muttersprache ist, mit viel Charme.

      Ich kann diese CD in eine Reihe mit einer Schwarzkopf oder Güden stellen, wenn ein Sopran, hier eher ein Mezzo, Operettenarien singt.

      Das Schwipslied von Johann Strauss, Sohn - "Mir ist auf einmal so eigen zumute" ist bezaubernd gesungen. :juhu: :juhu:

      Liebe Grüße sendet Euch Euer, fleißig lernender, Peter aus Wien. :wink: :wink:
    • oper337 schrieb:

      Liebe Mozartinaa!

      Frau Luna ist schon im"Gestreiften Thread" drin und ich wünsche eine gute Nacht, "Der Mond ist aufgegangen, die hellen Sternlein prangen" u.sw.....


      Lieber Peter,

      jetzt muss ich doch tatsächlich nachfragen,was du mit "Gestreiften Thread" meinst ?

      Liebe Grüße

      Mozartinaa
      " Das Österreichisch klingt wie ein einzig großer Topfenknödel "......Zitat aus der Krimiserie "Bella Block"