ZARZUELA - Die spanische Operette

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    • El barberillo de Lavapiés

      Meine 7. Zarzuela ist diese.
      (Amazon-Bilderverlinkung funktioniert hier leider nicht.)

      Volltreffer. Und zwar wegen der Aufnahme und der Ausstattung der CD. Rideamus bezeichnet weiter oben dieses Werk als die "Urmutter der Zarzuela". Es ist in in der Tat die bisher älteste meiner Sammlung (Uraufführung 1874). Hier gbt es tatsächlich 66 Minuten an Musik (sonst: 22 bis maximal 40 Minuten). Zusammen mit dem sehr schönen Booklet (Übersetzung in 3 Sprachen, inklusive Inhaltsangabe der gesprochenen Szenen) kann man dem Geschehen auch ohne Spanischkennntisse sehr gut folgen. Also bitte nicht die oben von Rideamus genannte Aufnahme nehmen: Von der Reihe habe ich 3 CDs, die sind aus den 50er Jahren und sehr spartanisch ausgestattet.

      Hinsichtlich der Bedeutung für das Genre ist "La verbena de la Paloma" nach wie vor unübertroffen. Und eine ähnlich gut ausgestattete CD wie die von "El barberillo de Lavapiés" scheint es da nicht zu geben. Das würde aber auch nicht viel bringen, da "La verbena de la Paloma" einfach textlastiger ist. Fokussierter, aber auch etwas textlastiger. "El barberillo de Lavapiés" ist eher was für den klassischen Opern- oder Operettenfreund.

      Und warum schafft es dieses Werk nicht auf deutsche Bühnen? Erstens aufgrund der Sprache (zu wenig spanischsingendes Personal auf dem Markt verfügbar), zweitens aufgrund der Spanien-lastigen Thematik. Der "Barberillo" ist das Gegenstück zu Rossinis "Figaro". Aber neben der Liebe geht es hier vor allem um eine Episode der spanischen Geschichte. Hier nachzulesen. Das ist Nichtspaniern nur schwer nahezubringen...


      Thomas
    • Einer meiner Schwiegersöhne ist Spanier, was mich jüngst in den glücklichen Besitz (nicht nur) dieser CD gebracht hat (diese habe ich aber gierig zuerst gehört):



      Sie wird auch bei Amazon unter dem Label SONY angeboten, mein Exemplar stammt vom Label Alhambra/BMG und wurde zuerst 1988 von BMG Ariola veröffentlicht. Die Platte vereint 16 Nummern aus 16 verschiedenen Zarzuelas von "La verbena de la paloma" bis "La dolorosa". Die Interpreten sind teils Weltstars (in der Reihenfolge Ausensi, Berganza, Carreras, Caballé, Domingo, Aragall), teils mir bisher unbekannte Sänger, die sich aber überwiegend vor dem Niveau ihrer berühmten Kollegen nicht im geringsten zu verstecken brauchen. Ich nenne nur die Sopranistin Angeles Gulin (1939-2002), deren traumhaftes Timbre und glockenreine Töne mich sofort erobert haben. Sie brillierte vor allem in Verdi-Partien (übrigens ist ihr Ehemann, der Bariton Antonio Blancas, auch hier zu hören).

      Wer Zarzuela-Musik kennenlernen möchte, dem kann ich die Scheibe bestens empfehlen. Einige Nummern sind älteren Datums und nicht ganz auf tontechnischer Höhe, aber das hat mich nicht im geringsten gestört. Seinerzeit hat vor allem Plácido Domingo meinen Sinn für diese musikalische Gattung erwärmt. Nach dieser CD lodert das Feuer in mir noch heller!
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      Homo sum, ergo inscius.


    • Alhambra (BMG Ariola 1994)

      Diese Doppelbox ist noch besser, weil tontechnisch sorgfältig aufbereitet. Man schwelgt in schönen Melodien und betörenden Stimmen. Man glaubt nicht, wie sich die Opernstars und -dirigenten (Rafael Frühbeck de Burgos!) da ins Zeug legen.5 Sterne in Gold!

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      Homo sum, ergo inscius.


    • In Spanien wird diese CD nicht unter EMI vertrieben, sondern unter dem Label Parlophone (2000) - ist aber alles Warner.

      Ich kann das obige Lob für "la verbena" nur bestätigen. "La revoltosa" ist etwas spröder, aber natürlich auch sehr gut. Die Aufnahmen haben schon einige Jahrzehnte auf dem Buckel, sind aber ausgezeichnet remastered. Die Hauptrollen singen jeweils die 1934 in Madrid geborene Teresa Tourné und der Italo-Argentinier Renato Cesari (1916-1992). Keine absoluten Spitzenstimmen, aber sehr gut. Umwerfend köstlich Antonio Pérez Bayod als Don Hilarión. "La verbena" wird übrigens von Federico Moreno Torroba dirigiert, selbst ein später und namhafter Zarzuela-Komponist. Das ist sozusagen, wie wenn Robert Stolz Johann Strauß interpretiert.
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      Homo sum, ergo inscius.
    • Gigantes y cabezudos

      Neu

      Falls heute unbegreiflicherweise jemand nicht in Saragossa ist (viele können das aber nicht sein):

      Ich sitze gerade in der Basílica del Pilar. Heute ist der Día del Pilar, der Höhepunkt des Festes der Stadtheiligen von Saragossa. Seit heute morgen, 6.45 Uhr ergießt sich ein kilometerlanger Menschenstrom zur Blumenspende auf der Plaza del Pilar. Es ist jetzt 15 Uhr, und ein Ende ist nicht abzusehen. Die Stadt platzt aus allen Nähten.

      Genau an diesem Tag spielt die 1898 uraufgeführte Zarzuela "Gigantes y cabezudos", weswegen ich eigentlich hier bin. Auch die Zarzuela selbst wird aufgeführt, insgesamt 4 mal. Ich werde sie morgen oder am Sonntag sehen.

      Witzigerweise endet der Krimi, den ich zur weiteren Vorbereitung gelesen habe (Luis Esteban: El río guardó silencio), genau an diesem Tag.

      Fazit: Zarzuela-Liebhaber müssen ein mal im Leben "Gigantes y cabezudos" in Saragossa gesehen haben. Wird hier offensichtlich jedes Jahr während der Fiestas del Pilar gespielt. Also für 2019: Nix wie hin!!!