Klanglich bester Soundtrack

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    • Lionel schrieb:

      Das wäre mal ein spannender Vergleich: Herrmann vs. Herrmann:
      Den gibt es, es existiert ja noch die DECCA- Aufnahme mit dem LPO, welche ich der späteren mit dem NPO sehr vorziehe.
      Zum Schluß hat Herrmann leider doch arg langsam dirigert.

      Die neue LP der Orginalaufnahme kann ich mir erst anhören, wenn mein Plattenspieler wieder läuft.

      Als Bootleg gibt es das Orginal allerdings schon lange auf CD.
      Es ist die beste Version, fetzig gespielt von einem Studioorchester, welches die besten der besten Streicher Hollywoods beinhaltete.
      Aber in bescheidener Klangqualität und mono.

      Ich frage mich, wie die LP klingen wird. Ich fürchte, ziemlich genau so mies. Ich lasse mich überraschen.

      Beim Plattenspieler ist das Netzteil abgeraucht und ein neues kann sehr teuer werden, mein Netzteil von Linn wird auch nicht mehr hergestellt, aber mittlerweile haben ich jemanden gefunden, der noch ein paar rumfliegen hat.
      Bin auf den Preis gespannt, der bleibt hoffentlich 3stellig.
    • Michael Schlechtriem schrieb:

      Bitte nicht....ich analysiere mit den Ohren, da bin ich Profi.
      Ich leider nicht, deswegen interessiert mich das umso mehr ;+)

      Aber oft sind das Änderungen, die einem gar nicht auffallen, besonders wenn man billiges Equipment hat, die man aber in diesen Grafiken deutlich werden ... und wenn es nur ein Bass ist, der deutlich angehoben wird, oder dass irgendwelche Frequenzen beschnitten werden, damit es weniger rauscht oder so.
    • Meine Bemerkung mit dem Vergleich "Herrmann vs. Herrmann" war auf die Interpretation bezogen, weil mich das erst einmal mehr interessiert als die klangliche Seite. Aber der OST von Psycho wäre tatsächlich eine Überlegung wert, mich mit dem Thema Vinyl zu beschäftigen.

      Lionel
      "Musik ist für mich ein schönes Mosaik, das Gott zusammengestellt hat. Er nimmt alle Stücke in die Hand, wirft sie auf die Welt, und wir müssen das Bild zusammensetzen." (Jean Sibelius)
    • Herrmanns eigene Wiedereinspielungen haben ihren Reiz; die Suite für Decca mag zu gefällig sein, fängt dennoch viel vom Wesentlichen ein. Die Wiedereinspielung mit dem sog. National Philharmonic Orchestra (einem reinen Studio-Körper) hat vergleichsweise extrem langsame Tempi, dennoch ist auch hier emotionale Beteiligung spürbar.

      McNeelys Dirigat folgt den Tempi der Originaleinspielung, spielt jeden Ton richtig und klingt dennoch ohne jede emotionale Verunsicherung, Bestürzung, Beteiligung. LANGWEILIG!

      Kommt, meiner Meinung nach, der hoch-nervösen Aufgepeitschheit des Originals am Nächsten: Der Soundtrack zu Gus van Saints (seltsamen) beinahe-1:1-Remake von 1998, ebenso beinahe-1:1 eingespielt unter der kompetenten Ägide von Danny Elfman und Steve Bartek.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Musenginst ()

    • Kommt, meiner Meinung nach, der hoch-nervösen Aufgepeitschheit des Originals am Nächsten: Der Soundtrack zu Gus van Saints (seltsamen) beinahe-1:1-Remake von 1998, ebenso beinahe-1:1 eingespielt unter der kompetenten Ägide von Danny Elfman und Steve Bartek.
      Stimmt, das ist eine bemerkenswerte "Hommage" an Herrmann und kommt dem Orginal
      "https://www.youtube.com/watch?v=4Xc89DN8gl8&list=PLsNB88nnkc4BjXuJcygqFvO9xwdzraZY5"
      wirklich am nächsten.
      Durch das Tempo, aber auch durch die trockene Akustik und dem daraus resultierendem direktem Klangbild.
      Das ist schon mal eine Bank und alleine deshalb die am besten aufgenomme Version!
      "https://www.youtube.com/watch?v=LqTfh2Ma36E"

      Und ich kann versichern:Wer DAS gehört hat, der erträgt keine andere Fassung mehr!
      Toll aufgenommen, auch wenn ich selbst am PC den Schnitt bei 2:03 hören kann...........warum auch immer der gerade dort vorgenommen wurde. :hide:

      Es ist kompositorisch etwas bearbeitet, aber nicht störend und mit großem Geschmack und Respekt.
      Ich habe die 15min. "Suite" , welche der Herrmann- DECCA- Aufnahme entspricht( "https://www.youtube.com/watch?v=9OMSwMJGl04" ), selber öfters gespielt, und es wurden bei Elfman nur einige col legno oder vielleicht sogar Bartok pizz Effekte- so ganz genau kann ich das nicht zuordnen- (tolle Idee jedenfalls, diese Effekte stehen nicht in der Partitur, passierten im Orginal nur unbeabsichtigt aus der Situation heraus und wurden hier wohlweislich integriert ) sowie ein paar Takte hinzugefügt, soweit ich das hörend beurteilen kann.
      Die Mittelstimmen kommen super heraus, kein Wunder:
      Die Orchesteraufstellung ist 1.VL, 2.Vl, Celli, Viola und KB schräg dahinter(im Gegensatz zu Hermanns eigenen Aufnahmen mit 1.Vl, 2 Vl, Viola, Celli, KB) .
      So spielen wir auch, das hat Vorteile für die Mittelstimmen.

      Nur: Celli und vor allem Kontrabässe(pizzicati off beats! ) hätten für meinen Geschmack noch etwas aggressiver behandelt werden können, so wie das in Herrmanns Aufnahmen der Fall ist.
      Da war Herrmann selber eben doch noch extremer, und das ist leider auch ein Nachteil dieser gewählten Orchesteraufstellung, in der das nicht so gut herüberkommt, selbst wenn es so gespielt wurde.

      Das ist natürlich Meckern auf einem derartig hohem Niveau, daß ich mich dafür ausdrücklich entschuldige.
      Ich liebe dieses Werk einfach.......

      Toller Job von Danny Elfman, wirklich beeindruckend!


      Mit Herrmanns sehr langsamen Tempi in seinen Studioaufnahmen seiner letzten Jahre ist das so eine Sache.
      Ich bin nach wie vor der Meinung, daß dies gesundheitliche Gründe- physische wie psychische- hatte.
      Als Chef des damaligen CBS- Orchesters in den 40ern hat er noch völlig "normale" Tempi genommen.

      Trotzdem haben seine langsamen Tempi Ihren Reiz und Ihre Berechtigung, z.B. in einer extremen Aufnahme von Holsts "Planets" ,welche man nur als "insane" im positiven Sinne bezeichnen kann.

      Jedenfalls vielen Dank an Dich, Musenginst, für die Vorstellung der tollen Elfman- Aufnahme!
      Ich gebe Dir in allen Belangen recht.

      :wink:
    • Michael Schlechtriem schrieb:

      Stimmt, das ist eine bemerkenswerte "Hommage" an Herrmann und kommt dem Orginal wirklich am nächsten.

      Es freut mich, dass Dir die Aufnahme zusagt! Danke für Deine Hinweise zur Orchesteraufstellung; muss bestimmt aufregend sein, das selbst zu spielen. Ich bin selbst nur »Konsument« und habe daher bestimmt nicht ganz so die Hand am Puls, aber ich sauge diese Musik auch auf schon seit frühen Teenager-Zeiten.

      Der Schnitt um die ca.-2:00-Marke stammt übrigens wohl vom Autor des Youtube-Videos, ist jedenfalls so nicht auf der CD. Und auch gerade die tiefen Stimmen kommen außerordentlich drohend-»dröhnender« in der Abmischung der CD rüber – falls Du einmal Gelegenheit haben solltest, die zu hören, sagt es Dir vielleicht noch besser zu. Klassik-Audio-Puristen könnten daran geradezu Anstoß nehmen.

      Das ist überhaupt das Schöne daran, wie Musik für Soundtracks aufgenommen wird: Erlaubt ist was »gefällt«, besser gesagt, was Regisseur und Musik-Verantwortliche als Klangbühne für angebracht halten, um eine gewünschte dramatische Wirkung zu erreichen. Der von Dir erwähnte »trockene« Klang gehört dazu, auch die extreme Körperlichkeit gerade der tiefen Stimmen in der CD-Mischung (möglicherweise erreicht u. a. durch sehr nahe Platzierung der Mikrofone).