Fotografie - Kunst und Gebrauchstechnik

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Fotografie - Kunst und Gebrauchstechnik

      Nach einem Thread über Architektur und Bildende Kunst (zu Recht kann natürlich gefragt werden, ob Fotos da nicht auch in gewisser Weise hineingehören) haben wir schon. Jetzt also zur Fotografie (oder Photographie? Wie habet ihr das lieber?).
      Schon seit seiner Erfindung hat die Fotografie Kontroversen ausgelöst, ob das noch Kunst sei oder lediglich Reproduktion. Pioniere haben mit allerlei Bearbeitungen und Experimenten der Fotografie künstlerische Bedeutung abgetrotzt, doch nebenher existiert auch immer noch jene alltägliche Gebrauchfotografie mit Urlaubsimpressionen, Party-Schnappschüssen oder Socialmedia-Selbstdarstellungsflut.
      Es gibt Foto-Kunst, Foto-Reportagen, Werbe-Fotografie und vieles mehr. Portraits, Landschaften, Stillleben...Heute im digitalen Zeitalter ist die Bearbeitung von Fotos für jedermann möglich.
      Ist Fotografie für euch Kunst und wenn ja ab wann?
      Macht ihr einen Unterschied zwischen Digital- und Analogbildern? Ist das überhaupt ein Thema?
      Fotografiert ihr selbst (also nicht generell bei Tantes Geburtstag, sondern schon semi-professionell)?
      Gibt es berühmte Fotografen, berühmte (oder weniger berühmte) Bilder, Bildserien, Bild-Reportagen, die ihr schätzt?
      Was ist mit Fotos, die sich durch medialen Einfluss zu bestimmten geschichtlichen Ereignissen ins kollektive Gedächtnis eingebrannt haben?

      Alles, was euch einfällt dazu oder auch anderen Dingen rund um die Fotografie kann hier eingestellt werden.
      "Allwissende! Urweltweise!
      Erda! Erda! Ewiges Weib!"
    • Succubus schrieb:

      Fotografiert ihr selbst (also nicht generell bei Tantes Geburtstag, sondern schon semi-professionell)


      Ich habe "ein paar" Bilder von mir bei der Fotoseite ipernity (so ähnlich wie flickr). Es sind keine Familienfotos - obs deshalb schon "semi-professionell" ist? Jedenfalls macht es Spass...

      Das sieht dann zB so aus:

      "http://www.ipernity.com/doc/einton/6477962"

      Hier noch ein paar mehr:

      "http://www.ipernity.com/doc/einton/popular/favorites"

      Gruß,

      Normann
      zwischen nichtton und weißem rauschen
    • Lieber EinTon, Du liebst anscheinend die Perspektive in die hintere Mitte (weiß nicht, wie man das fachgerecht bezeichnet, etwas, das den Blick nach hinten in die Tiefe führt, gern symmetrisch). Sehr schön, mir gefällt's.

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
    • Succubus schrieb:

      ...
      Ist Fotografie für euch Kunst und wenn ja ab wann?


      Das dürfte heute keine Frage mehr sein. Fotografie war - neben ihrem Gebrauchswert - immer schon Kunst.

      Succubus schrieb:

      Gibt es berühmte Fotografen, berühmte (oder weniger berühmte) Bilder, Bildserien, Bild-Reportagen, die ihr schätzt?


      Henri Cartier-Bresson.

      Wikipedia: "http://de.wikipedia.org/wiki/Henri_Cartier-Bresson"

      Magnum: "http://www.magnumphotos.com/C.aspx?VP3=CMS3&VF=MAGO31_10_VForm&ERID=24KL53ZMYN"

      Literatur:





      Durch ihn bin ich überhaupt erst zum Fotografieren gekommen.

      Succubus schrieb:

      Was ist mit Fotos, die sich durch medialen Einfluss zu bestimmten geschichtlichen Ereignissen ins kollektive Gedächtnis eingebrannt haben?
      ...


      Dieses Foto hatte für mich eine besondere Bedeutung:

      "http://www.derwesten.de/politik/schockbild-verbindet-napalm-maedchen-und-fotograf-bis-heute-id6739664.html"

      Nachdem ich das gesehen hatte, wurde ich zum Kriegsdienstverweigerer.

      Heute bewundere ich immer noch den Mut des Fotografen. Nicht jeder hätte sich getraut, in einem solchen Moment auf den Auslöser zu drücken.

      VG Bernd
    • Ein schönes Thema.

      Fotografie ist natürlich auch Kunst, geht im digitalen smartphone-Geknipse aber auch schnell im Gebrauchsmüll unter.

      Meine fotografishcen Ergebnisse sind maximal untere Mittleklasse und wie zu vielem anderen fehlt mir in den letzten Jahren die Zeit für die Beschäftigung mit diesem spannenden Hobby.

      Meine favorisierten Fotografen sind schon seit Jahren Thomas Höpker und Andreas Grusky.
      Es war schon faszinierend, dass "berühmte" 9/11-Bild im Emder Museum als Großabzug sehen zu können.

      Beste Grüße
      Achim
    • B.Albert schrieb:

      Zitat von »Succubus«
      ...
      Ist Fotografie für euch Kunst und wenn ja ab wann?

      Das dürfte heute keine Frage mehr sein. Fotografie war - neben ihrem Gebrauchswert - immer schon Kunst.

      Da war weniger der Zeitpunkt gemeint als die Abgrenzung hin zur reinen Gebrauchsfotografie, aber egal.
      Hier stimme ich auf jeden Fall zu :

      B.Albert schrieb:

      Henri Cartier-Bresson.

      Achim schrieb:

      Andreas Grusky

      :yes:

      Da heute grad erst ein Bericht über sie im Fernsehen war : Francesca Woodward ("http://de.wikipedia.org/wiki/Francesca_Woodman)



      Generell halte ich Fotografie auf jeden Fall für Kunst, aber ich finde, es gibt da auch so eine Grauzone. Fotos, die weder reine Gebrauchsfotos sind (so wie die, die ich mache...Lieschen-Müller-Fotos eben) und Fotos, die den Anspruch haben künstlerisch zu sein. Ich habe zum Beispiel einen Bekannten, der Hobby-Fotograf ist, wirklich mit Leidenschaft dabei, digital wie anlog, mit nem halben Dutzend Kameras und eigener Dunkelkammer zu Hause. Und viele seiner Bilder sind durchaus hochwertig, aber so weit zu gehen, dass Kunst zu nennen, würde ich nicht, dazu ist meiner Meinung nach vieles zu flach, uninspiriert und recht beliebig. Überhaupt würde ich auch im professionellen Bereich so eine Abgrenzung (die stichgenau schwierig ist) machen.
      Aber ich will hier nicht den Kunstbegriff diskutieren (da kommt die Menschheit sowieso nie auf nen grünen Zweig).

      B.Albert schrieb:

      Dieses Foto hatte für mich eine besondere Bedeutung:

      "http://www.derwesten.de/politik/schockbild-verbindet-napalm-maedchen-und-fotograf-bis-heute-id6739664.html"

      Das ist wirklich ein starkes Zeitbild, finde ich auch.
      "Allwissende! Urweltweise!
      Erda! Erda! Ewiges Weib!"
    • Hi

      es scheint ja nicht gerade viele Liebhaber der Fotografie hier zu geben, oder :S

      Die Abgrenzung zwischen "Gebrauchsfotografie" und künstlerischer dürfte ähnlich schwierig sein, wie die zB. zwischen künstlerischer Architektur und einer solchen, die an einem Gebrauchszweck ausgerichtet ist.

      Ich würde mir da nicht zutrauen, allgemeine Kriterien aufstellen zu wollen. Die Grenze ist fließend und liegt zum einen im Betrachter zum anderen dürfte sie aber auch historisch bedingt sein.

      VG Bernd
    • Piktorialismus kann mich schon sehr entzücken und Karl-Blossfeld-Abzüge hätte ich fast gekauft.
      In meiner Wohnung hängen aber nur zwei selbst gemachte Fotos (zumindest abgedrückt habe ich).

      Ich mag z.B. Alfred Stieglitz, Karl Blossfeldt, Heinrich Kühn, August Sander, Edward Steichen, Alvin Langdon Coburn, Frantisek Drtikol, Edward Weston, Paul Strand, Man Ray, André Kertész, Laszlo Moholy-Nagy, Albert Renger-Patzsch.
      This play can only function if performed strictly as written and in accordance with its stage instructions, nothing added and nothing removed. (Samuel Beckett)
    • putto schrieb:

      Alfred Stieglitz, Karl Blossfeldt, Heinrich Kühn, August Sander, Edward Steichen, Alvin Langdon Coburn, Frantisek Drtikol, Edward Weston, Paul Strand, Man Ray, André Kertész, Laszlo Moholy-Nagy, Albert Renger-Patzsch
      Ich merke schon, eigentlich kann ich hier nicht mitreden: Von den Genannten sagt mir lediglich der Name Man Ray etwas: Von dem habe ich immerhin ein eindrucksvolles Portrait Arnold Schönbergs bei mir hängen: "http://sgtr.files.wordpress.com/2011/06/arnold.jpg".

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
    • putto schrieb:

      Piktorialismus kann mich schon sehr entzücken und Karl-Blossfeld-Abzüge hätte ich fast gekauft.
      Den Blossfeldt find ich genial. Vor ein paar Jahren habe ich mal eine große Ausstellung seiner Arbeiten sehen können. Danach bin ich sofort zur Kunstbuchhandlung König gelaufen und habe mir dieses Buch geholt, das ich sehr empfehlen kann:






      lg vom eifelplatz, Chris.
    • Und werfe (...) noch Robert Doisneau ins den Ring.



      Den mag ich auch sehr.

      Ganz anders natürlich, aber einer meiner liebsten Fotografen - ohne in diesem Feld einen echten oder gar soliden Überblick zu haben - ist Ansel Adams. Die Bilder können mich wirklich immer wieder hinreißen.

      :wink: Agravain


      Gesendet von meinem iPhone
    • putto schrieb:

      Ich mag z.B. Alfred Stieglitz, Karl Blossfeldt, Heinrich Kühn, August Sander, Edward Steichen, Alvin Langdon Coburn, Frantisek Drtikol, Edward Weston, Paul Strand, Man Ray, André Kertész, Laszlo Moholy-Nagy, Albert Renger-Patzsch.

      gib's zu: Du hast die Time Life-Photobücher aus den 70ern... ;+)

      Nachtrag: fehlt da in der Liste nicht Dorothea Lange? Und Ansel Adams?
      viele Grüße

      Bustopher


      Wenn ein Kopf und ein Buch zusammenstoßen und es klingt hohl, ist denn das allemal im Buche?
      Georg Christoph Lichtenberg, Sudelbücher, Heft D (399)
    • Ach den österreichischen Fotografen Franz Hubmann (1914 - 2007) (u.a. Bilderserien über Wien, Kaffeehäuser, Künstler) schätze ich ebenfalls sehr! Über meinem Esstisch hängt ein Bild vom Café Hawelka.

      :wink:
      Renate
      Unsre Freuden, unsre Leiden, alles eines Irrlichts Spiel... (Wilhelm Müller)
    • Hi

      es scheint ja nicht gerade viele Liebhaber der Fotografie hier zu geben, oder :S


      Na ja, die tummeln sich halt in speziellen Foren, in denen es dann umgekehrt nicht unbedingt viele Liebhaber der klassischen Musik gibt.

      Auch ich fahre da - wie vermutlich viele andere auch - eher mehrgleisig, bespiele viele Foren, und alle eher in deren hauptsächlichen Themenorientierung (und weniger in den Ausfransungen am Rand, die andernorts die Hauptsache sind)...

      Gruß,
      Ralph
      »Toren wir, auf Lind'rung da zu hoffen, wo einzig Heilung lindert!« (Gurnemanz)
    • Gerade wurde ja wieder das Worl Press Photo für dieses Jahr gewählt.
      Ich finde es ganz gut, hat auch großen Symbolwert.
      Auch die anderen Preisträger gefallen mir durch die Bank gut und sehr gut.
      Alle Photos kann man hier einsehen :
      "http://www.worldpressphoto.org/awards/2014
      "Allwissende! Urweltweise!
      Erda! Erda! Ewiges Weib!"
    • B.Albert schrieb:

      Hi

      es scheint ja nicht gerade viele Liebhaber der Fotografie hier zu geben, oder :S

      doch, mich. ;+) Und sogar (hobbymässig) anwendend.

      Die Abgrenzung zwischen "Gebrauchsfotografie" und künstlerischer dürfte ähnlich schwierig sein, wie die zB. zwischen künstlerischer Architektur und einer solchen, die an einem Gebrauchszweck ausgerichtet ist.

      Ich würde von Reportage/street, Studio-Gebrauchsfotografie und künstlerischer Fotografie sprechen.

      An Fotografen, die mich persönlich interessieren, steht ebenfalls Cartier-Bresson ganz oben. Aber das Feld ist breit und umfasst - u. a. - auch Doisneau, Inge Morath, Franz Hubmann, René Burri ( -> für die Wiener: Ausstellung in der Galerie Ostlicht!), Erich Lessing, Barbara Klemm ....

      Beste Grüße,
      eloisasti
      Klemperer: "Wo ist die vierte Oboe?" 2. Oboist: "Er ist leider krank geworden." Klemperer: "Der Arme."
    • Fasziniert war ich seit jeher von den Zeugnissen aus der Frühphase der Photographie.

      Zu nennen wären hier die Daguerreotypien der 1840-1860er Jahre und ihre Schöpfer:

      Etwa Hermann Krone, Carl Ferdinand Stelzner, Alois Löcherer und v.a. Hermann Biow mit seiner Serie von Proträts der Paulskirchenparlamentarier 1848/49. Alle versammelt in diesem wunderbaren Katalog:

      Silber und Salz: Zur Frühzeit der Photographie im deutschen Sprachraum 1839-1860, Edition Braus 1989

      Später dann insbesondere die Photographien aus dem Amerikanischen Bürgerkrieg; dort wäre an erster Stelle Mathew Brady zu nennen.

      :wink:

      Magus
      "Whenever we hear sounds, we are changed, we are no longer the same..." Karlheinz Stockhausen 1972
    • Magus schrieb:

      Fasziniert war ich seit jeher von den Zeugnissen aus der Frühphase der Photographie.


      ich auch! :thumbup:
      Ich werfe hier mal das Büchlein von Hans Frank, "Vom Zauber alter Lichtbilder - Frühe Photographie in Österreich 1840–1860", Molden Edition 1981 in den Raum. Mit Bildern, Fotografie-Anzeigen und kurzen Biografien von Fotografen.

      Dein Buch werde ich mal im Hinterkopf behalten ...

      Besonders interessiert bin ich übrigens an früher Straßenfotografie ("street"); die Fotos sind so ab 1860, als dann allmählich bewegte Motive möglich wurden.


      BG eloisasti
      Klemperer: "Wo ist die vierte Oboe?" 2. Oboist: "Er ist leider krank geworden." Klemperer: "Der Arme."