Tadellöser und Wolff

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    • Tadellöser und Wolff

      Gestern abend habe ich nach Jahrzehnten mal wieder Eberhard Fechners Fernseh-Zweiteiler "Tadellöser und Wolff" aus dem Jahre 1974 nach Walter Kempowskis autobiographischem Roman gesehen. Gezeigt wird das Leben der Familie Kempowski in Rostock von 1938 bis 1945. Der in schwarz-weiß (bzw. sepia) gedrehte Film lebt ganz von seiner exquisiten Besetzung, vor allem Edda Seippel als Mutter Kempowski fand ich atemberaubend, aber auch Karl Lieffen als Vater und Martin Semmelrogge als Sohn Robert sind großartig. Die Szenen mit Ilsemarie Schnering als Klavierlehrerin und der wunderbaren Helga Feddersen als gnadenloser Nachhilfe-Despotin "Tante Anna" gehören zum Komischsten, was ich seit langer Zeit gesehen habe. Den Film gibt es als DVD:



      und bei youtube: http://www.youtube.com/watch?v=evBSfog5djA und http://www.youtube.com/watch?v=an_LOWd29Y4

      Ich freue mich auf die Fortsetzung "Ein Kapitel für sich" heute abend.

      Christian
      "Herr Professor, vor zwei Wochen schien die Welt noch in Ordnung."
      "Mir nicht."
      (Theodor W. Adorno)
    • Yukon schrieb:

      Volle Zustimmung, :juhu: :juhu: :juhu:

      Wenn Dir Fechner gefällt, liegt Egon Monk vielleicht auch auf Deiner Linie?
      Sehr sogar! Von Fechner habe ich übrigens vor ein paar Tagen auch wieder die bewegende Dokumentation über die Comedian Harmonists gesehen, die es auf DVD leider im Moment nur zum Wucherpreis gebraucht und bei Youtube nur in kurzen Ausschnitten gibt. Ich habe zum Glück noch einen Mitschnitt, den ich natürlich auch zu Youtube hochladen könnte, aber ich habe doch etwas Sorge vor den rechtlichen Konsequenzen... Jetzt bin ich noch auf der Suche nach Fechners Dokumentation "Der Prozess" über den Düsseldorfer Majdanek-Prozess.
      Noch einmal zu "Tadellöser und Wolff": Ich habe irgendwo noch einen Brief der Produktionsfirma aus den siebziger Jahren an meine Eltern. Es würde ein Junge gesucht, der Klavier spielen und im Film den zehnjährigen Walter Kempowski verkörpern könne. Man habe meinen Namen von der Firma Steinway bekommen. Meine Eltern waren damals dagegen, und so ist meine Filmkarriere schon vor ihrem Anfang gescheitert :cry: .

      Christian
      "Herr Professor, vor zwei Wochen schien die Welt noch in Ordnung."
      "Mir nicht."
      (Theodor W. Adorno)
    • ChKöhn schrieb:

      und so ist meine Filmkarriere schon vor ihrem Anfang gescheitert .
      :troest:

      ChKöhn schrieb:

      Jetzt bin ich noch auf der Suche nach Fechners Dokumentation "Der Prozess" über den Düsseldorfer Majdanek-Prozess.




      Sag bitte Bescheid, wenn Du was findest. Ich bin nämlich schon seit einiger Zeit auch auf der Suche nach dieser dreiteiligen Dokumentation des Düsseldorfer Verfahrens. Nach meiner Recherche ist das Werk auf DVD wohl nie veröffentlicht worden.

      Das Werk von Ingrid Müller-Münch vielleicht noch zur ergänzenden Info:

      http://www.amazon.de/Die-Frauen-von-Majdanek-M%C3%B6rderinnen/dp/3499149486

      [Blockierte Grafik: http://ecx.images-amazon.com/images/I/41er2JkDPWL._.jpg]
    • ChKöhn schrieb:

      Gestern abend habe ich nach Jahrzehnten mal wieder Eberhard Fechners Fernseh-Zweiteiler "Tadellöser und Wolff" aus dem Jahre 1974 nach Walter Kempowskis autobiographischem Roman gesehen.

      Ich gucke mir gemeinhin keine Filme an, wenn ich die literarische Vorlage kenne ... aber diese Filme sind wirklich toll und zeichnen die Kempowski-Biografie in den Charakteren und der Szenerie sehr gut nach. Großartige Schauspieler!

      BG eloisasti
      Klemperer: "Wo ist die vierte Oboe?" 2. Oboist: "Er ist leider krank geworden." Klemperer: "Der Arme."
    • Yukon schrieb:

      Volle Zustimmung, :juhu: :juhu: :juhu:

      Wenn Dir Fechner gefällt, liegt Egon Monk vielleicht auch auf Deiner Linie?


      Dieses Highlight deutscher Filmkunst ist mir kürzlich bei Youtube begegnet, eine Kombination von Monk (Regie) und Fechner (Darsteller: Oberinspektor Frerksen). Im übrigen wirkt noch eine Reihe von weiteren erstklassigen deutschsprachigen Schauspielern mit, wie Ernst Jacobi, Arno Assmann (herrlich), Siegfried Wischnewski, u.a. Gemeint ist die 5-teilige Kurzserie Bauern, Bonzen und Bomben nach dem gleichnamigen Roman von Hans Fallada, Erstausstrahlung im April/Mai 1973. 450 Minuten Fernsehunterhaltung im allerbesten Sinne.

      Hier der Link zu der Playlist: https://www.youtube.com/playlist?list=PLXUmuDtk9xM6d3Z8FeVRWZRWbIL6qwhVq

      Die Dokumentation Fechners zum Düsseldorfer Majdanek-Prozess schlummert leider immer noch in einem öffentlich-rechtlichen Archiv, lieber Christian - sehr bedauerlich.
    • ChKöhn schrieb:

      "Tadellöser und Wolff"

      ChKöhn schrieb:

      "Ein Kapitel für sich"
      Für mich zwei echte Highlights der deutschen Fernsehunterhaltung!
      "Nein, wie isses schön"
      l-l l-l l-l l-l l-l



      Herzliche Grüße:
      KALEVALA :wink:
      Die Wahrheit ist hässlich: wir haben die Kunst, damit wir nicht an der Wahrheit zugrunde gehen. (Nietzsche)


      Es gibt nichts Überflüssigeres und Schädlicheres als wie Musik. Wenn ein Mensch eine gewisse Zeit lang Musik hört, wird sein Gehirn faul und unseriös. (Ayatollah Khomeini)
    • Karl Lieffen als Vater Kempowski (wie ist meine Haut?) am Klavier: "Jahre des Lebens, alles vergebens" zur Melodie des 1. Satzes der 6. von Tschaikowski.
      Unvergesslich!
      Gruß aus Kiel
      Manchmal tue ich so, als wäre ich normal. Doch dann wird mir langweilig und ich bin wieder ich selbst.
    • Auf der Suche nach einem anderen Thread stolperte ich über diesen hier. Und muss natürlich meinen Senf auch gleich dazugeben.

      'Tadellöser und Wolff' bezeichnet wirklich eine Sternstunde des deutschen Fernsehens, rundum gelungen und für mich jedenfalls etwas, was ich immer wieder gerne sehe oder sehen muss.

      Was mir aber dabei auch immer wieder einfällt, ist die Reaktion meiner Eltern (geboren 1916 und 1924) bei der Erstausstrahlung im TV. Sie haben diesen Zweiteiler geliebt, v.a. meine Mutter (logischerweise, zeitlich gesehen), weil zum ersten Mal damals öffentlich gemacht wurde, dass man, trotz allem, eine schöne Kindheit im Nationalsozialismus haben konnte, dass die 'Verwerfungen' einem bewusst waren, dass man sie registrierte auch wenn man sie als normal hinnahm und nicht hinterfragte, dass man aber trotzdem Kind und mehr oder weniger glücklich sein durfte. Unabhängig vom Zeitgeschehen.
      Vorher lag über allem ja quasi eine Art Tabu. Nichts und niemand, was und wer mit dem Dritten Reich zu tun hatte, durfte auch nur irgendwie positiv betrachtet werden. Und nun wurde plötzlich eine ganze Generation, eine Kindergeneration 'freigesprochen'. Das war speziell für meine Mutter extrem wichtig. Und ich glaube erst danach konnte sie sich dann vorurteilslos und direkt dieser Zeit zuwenden.

      :wink: Wolfram
    • ChKöhn schrieb:

      Von Fechner habe ich übrigens vor ein paar Tagen auch wieder die bewegende Dokumentation über die Comedian Harmonists gesehen, die es auf DVD leider im Moment nur zum Wucherpreis gebraucht und bei Youtube nur in kurzen Ausschnitten gibt. Ich habe zum Glück noch einen Mitschnitt, den ich natürlich auch zu Youtube hochladen könnte, aber ich habe doch etwas Sorge vor den rechtlichen Konsequenzen... Jetzt bin ich noch auf der Suche nach Fechners Dokumentation "Der Prozess" über den Düsseldorfer Majdanek-Prozess.

      Yukon schrieb:

      Sag bitte Bescheid, wenn Du was findest. Ich bin nämlich schon seit einiger Zeit auch auf der Suche nach dieser dreiteiligen Dokumentation des Düsseldorfer Verfahrens. Nach meiner Recherche ist das Werk auf DVD wohl nie veröffentlicht worden.
      Inzwischen gibt es "Der Prozess" auf DVD:


      Der Zweiteiler über die Comedian Harmonistst ist hingegen anscheinend immer noch vergriffen (bei Amazon nur gebraucht erhältlich für 112,97), aber jemand hat ihn inzwischen zu Youtube hochgeladen:
      youtube.com/watch?v=3r-ZWjX0gPA