Eben gewälzt

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    • Mon chère chevalier Falstaff,

      Falstaff schrieb:

      Ich lese zur Zeit das hier:

      Es ist die Romanvorlage von Korngolds Oper "Die tote Stadt". Ich kannte Jaques Rodenbach nicht, bevor ich den Literaturverweis im CD-Booklet gelesen habe. Das ist doch hoffentlich keine Bildungslücke, oder? Ich habe erst wenige Kapitel gelesen, bin aber recht angetan. Ich beschäftige mich zur Zeit auch mit Korngolds Oper, Anlass ist die baldige Aufführung am Staatstheater Nürnberg. Es ist hochinteressant, Romanvorlage und Opernumsetzung gleichzeitig kennen zu lernen.

      Gibt es hier das Interesse, sich mit Literaturvorlagen von Opern und deren musikdramatische Umsetzung zu beschäftigen? Zum Beispiel mit Dumas' Kameliendame.


      Den Rodenbach solltest Du Rodenbachs wegen lesen und nicht Korngolds wegen. :) Das ist ein glänzender Autor, und, obwohl er französisch geschrieben hat, ein Meister der flämischen Phantastik, die ja auch von Jean Ray und dem kaum bekannten, aber schlicht genialen Thomas Owen bereichert wurde.

      Als literarisch-musikalischen Diskussionsstoff empfehle ich übrigens "Fredigundis" von Franz Schmidt. Dann mußt Du nämlich Felix Dahn lesen... :rolleyes:
      O.K., sadistische Anwandlung meinerseits, bitte nicht ernst nehmen... :D

      :wink:
      Na sdarowje! (Modest Mussorgskij)
    • Edwin schrieb:

      Den Rodenbach solltest Du Rodenbachs wegen lesen und nicht Korngolds wegen. :)
      Spätestens ab dem dritten Kapitel war ich von "Das tote Brügge" so begeistert, dass ich es Rodenbachs, nicht Korngolds wegen weitergelesen habe!


      Edwin schrieb:

      Als literarisch-musikalischen Diskussionsstoff empfehle ich übrigens "Fredigundis" von Franz Schmidt. Dann mußt Du nämlich Felix Dahn lesen... :rolleyes:
      O.K., sadistische Anwandlung meinerseits, bitte nicht ernst nehmen... :D

      :wink:
      Ich denke, "Ein Kampf um Rom" in Jugenzeiten einmal gelesen zu habe, reicht völlig aus :P .
    • HollaD schrieb:

      Hallo miteinander,

      ein jedem zu empfehlender Autor : Leo Perutz

      Von mir gerade zu Ende gelesen, und das mit dem größten Vergnügen:

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      Der Meister des jüngsten Tages

      Gruß, HollaD



      Das Buch kann ich auch nur empfehlen, spannend, mit einer tollen Auflösung.

      Da klassische Musik auch vorkommt, hatte das Buch bei mir noch Folgekosten: Brahms Klaviertrio Nr. 1

      Kannte ich noch nicht, bin begeistert. :thumbsup:

      Gruß Ralf
    • Gewälzt ist zwar etwas übertrieben,aber mit Genuss gelesen reicht doch auch!


      [Blockierte Grafik: http://ecx.images-amazon.com/images/I/31owiXH6lcL._SL500_AA240_.jpg]


      Ein liebenswertes Büchlein, das zeigt, dass Lesen nicht nur unsereinen verändert. Und dann erfährt man noch, wie's bei der Queen zu Hause so zugeht! ;)

      Liebe Grüße,
      :wink:
      Renate
      Unsre Freuden, unsre Leiden, alles eines Irrlichts Spiel... (Wilhelm Müller)
    • Hallo Renate,
      ich fand den Benett auch sehr charmant, sehr witzig und unterhaltsam. Ich habe ihn allerdings nicht gelesen, sondern habe mir das Audiobook angehört, das er selbst aufgenommen hat. Und das ist einsame Klasse. :juhu:



      Wie der alte Mann, der auch noch leicht lispelt, die Queen spricht, in einem traumhaften Britisch, mit all' dem Snobismus, den wir an den Engländern so lieben, das macht wahnsinnig viel Spaß. Auch wenn man nicht alles versteht, es ist ein fast musikalisches Vergnügen, Bennett zu zuhören.
      Ich kann Dir (und jedem anderen natürlich) die CDs nur wärmstens empfehlen.

      Liebe Grüße,
      :wink: Talestri
      One word is sufficient. But if one cannot find it?
      Virginia Woolf, Jacob's Room
    • Ich habe gestern mal wieder "Die Nase" von Gogol gelesen.

      Um "die Nase" ist es folgendermaßen bestellt: wenn man sie nicht kennt, einem aber erzählt wird, um was es geht, kann man sie für nichts anderes als albernen Blödsinn halten. Wenn man sie aber liest, so erkennt man, dass sie nicht albern ist, sondern dass das Alberne als Stilmittel gebraucht, um eine gewitzte Komik zu erzeugen, die ihresgleichen sucht. Es ist wohl unmöglich zu sagen, "um was es geht", ohne einen völlig dem Werk zuwiderlaufenden Eindruck zu machen. Dadurch wird die "Nase" zu einem dieser seltenen Kunstwerke, die sich nicht beschreiben, sondern nur erleben lassen.

      Ich habe die "Nase" wieder hervorgeholt, weil ich mir die gleichnamige Schostakowitsch-Oper besorgt habe (in der neuen Gergiev-Einspielung).

      Beste Grüße,
      Falstaff
    • Das ist auch ein von mir sehr geschätztes Stück Literatur - wobei man als bekennender Hesse-Leser inzwischen mancherorts gewaltig belächelt wird....mir soll das aber weitgehend wurscht sein.... :whistling:

      In den letzten Jahren habe ich verstärkt damit begonnen, Bücher zum zweiten oder auch zum dritten Mal zu lesen. Der Gewinn an Verständnis und Genuß ist nach meinen Erfahrungen vergleichbar mit demjenigen, der sich häufig einstellt, wenn man komplexere Musik zum wiederholten Male hört.

      Gerade befinde ich mich beim dritten und trotzdem spannendsten Gang durch Dostojewskis "Der Idiot". Für so etwas benötige ich allerdings mehrere Monate Zeit (ohne Internetsucht ginge es wohl deutlich flüssiger....).

      Viele Grüße

      a.d.
    • Ich habe gerade mit dem neuesten Roman des neuesten Büchner-Preisträgers begonnen:



      Ein Roman über den alternden Hugo von Hofmannsthal, der in die Sommerfrische seiner Jugend zurückkehrt. Bis jetzt gefällt mir das sehr gut!

      Liebe Grüße,
      :wink:
      Renate
      Unsre Freuden, unsre Leiden, alles eines Irrlichts Spiel... (Wilhelm Müller)
    • RE: Gerade gelesen

      HollaD schrieb:

      Hallo miteinander,

      heute aufgrund von Schlafproblemen fertig gelesen:

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      "Die Absonderung" von Georges-Arthur Goldschmidt
      Beklemmendes Werk, über die Jugend eines jüdischen Jungen
      in einem französischen Kinderheim zur Nazizeit.
      Auf jeden Fall großartige Sprache. :!:

      Noch einen schönen Morgen, HollaD


      Hallo HollaD,

      dieses Buch habe ich vor Jahren - als es herausgekommen ist, meine ich - ebenfalls gelesen. Ich erinnere mich gut, dass mir Goldschmidts Sprache, sein Ausdrucksvermmögen, ebenfalls hervorragend gefallen hat. Allerdings war ich nach der Lektüre trotzdem unbefriedigt. Wesentlich lag das an dem Thema des Buches. Warum noch eine Törless-Geschichte, fragte ich mich. Das Buch gab mir keine Antwort.

      Viele Grüße
      Thomas
    • Hallo HollaD,

      dieses Buch habe ich vor Jahren - als es herausgekommen ist, meine ich - ebenfalls gelesen. Ich erinnere mich gut, dass mir Goldschmidts Sprache, sein Ausdrucksvermmögen, ebenfalls hervorragend gefallen hat. Allerdings war ich nach der Lektüre trotzdem unbefriedigt. Wesentlich lag das an dem Thema des Buches. Warum noch eine Törless-Geschichte, fragte ich mich. Das Buch gab mir keine Antwort.

      Viele Grüße
      Thomas


      Hallo Thomas,
      da würde ich dir recht geben, wenn nicht, ja wenn das nicht die Kindheitserinnerungen von
      Goldschmidt wären, die er damit versuchte aufzuarbeiten.
      Hinzu kommt, das das sein erstes Buch in deutscher Sprache war.
      Er selbst wurde 1938 von seinen Eltern nach Florenz geschickt, wo er dann mit seinem
      Bruder nach Savoyen flüchtete, und die Besatzungszeit bei Bergbauern versteckt überlebte.

      Schönen Sonntag noch, HollaD
    • Liebe Capricciosis!

      Da ich viktorianische Romane sehr mag, habe ich begonnen die politischen Romane von Anthony Trollope zu lesen. Gestern konnte ich den zweiten Band fertig lesen:



      Bei diesen Romanen muss man wirklich Zeit und Muse aufbringen - aber es lohnt sich sehr. Politik, Liebe und so manche Intrige sind hier auf knapp 800 Seiten versammelt. Die Handlung schreitet sehr langsam voran - aber das ist für mich Luxus in unserer hektischen Zeit :juhuu:

      Liebe Grüße

      Peter


    • Ich lese mich gerade mit verschiedenen Büchern durch die griechische Antike. Das oben abgebildete Büchlein habe ich heute verschlungen. Die Übersetzung Grünbeins ist höchst eindrucksvoll. Wunderbar lassen sich einzelne Sätze auf der Zunge zergehen, wiederlesen, genießen. So stellt beispielsweise Aischylos die persische Armee vor, welche sich auf gemacht hat in den Krieg gegen die Griechen. Und dann heißt es:

      "Solche Mannschaft war es, die Blüte Persiens,
      Die uns verließ. Um sie bangt in Sehnsucht
      Das Land, das sie nährte. Und Gattinnen, Eltern
      Die Tage zählend, quälen sich durch die Zeit."

      Zu solchen Zeilen kann ich nur sagen: :juhu:

      :wink: Thomas