Eben gewälzt

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    • Mein Lesevorhaben in den Sommerferien: Tolstoi, Krieg und Frieden - hatte ich nach dem Abitur zuletzt in der Hand, damals missfiel mir Tolstois Geschichtsphilosophie sehr, nach 25 Jahren war der Urlaub in der Normandie eine gute Gelegenheit zu einer Wiederbegegnung. Leider habe ich nur die etwas mehr als die Hälfe geschafft, den ersten Band der Dünndruckausgabe und 200 Seiten des zweiten Bandes :) Wir befinden uns im Jahr 1812, der kleine Korse ist in Russland eingefallen und auf Seite der Russen herrscht Konfusion, wie man dem Invasor begegnen solle :) Fazit schon jetzt: Die Wiederbegegnung hat sich gelohnt, später mehr :)

      Rem tene- verba sequentur - Beherrsche die Sache, die Worte werden folgen

      Cato der Ältere
    • Einer der größten Romane! Ja! Allerdings, so meine Meinung :

      Man kann ja die geschichtsphilosophischen Einlassungen (es ist lang her, aber waren das nicht die langen einleitenden Kapitel von Band 3 und 4?) recht bequem überblättern... Gute Leser haben den Mut zur Lücke, jedenfalls bei erneuter Lektüre find ich das absolut OK!... Das kann man doch gut überspringen, ohne daß Wesentliches fehlte. Zum Ende hin wird dieser Roman immer mitreißender, laß es dir nicht entgehen, lasse dich treiben, lese ihn weiter und überspringe einfach die Tolstoischen Theorieeinlassungen. Du gewinnst alles, eine Welt gewinnst Du, und vermißt nichts. Man möchte doch erleben wie Pierre vom idealistischen Jüngling zu einem verantwortungsvollen Mann wird und Natascha zu einem nervigen Mädchen zur reifen Frau unter dem Druck der Ereignisse, in diesem grandiosen Panorama, das läßt man sich doch nicht zerreden von stümperndem Geschichtstheoretisieren, oder? Da übergeht man eben mal 80 Seiten, es bleiben 1500 geniale Seiten über :D

      Das wär mein Rat :)


      LG :)
      "Verzicht heißt nicht, die Dinge dieser Welt aufzugeben, sondern zu akzeptieren, daß sie dahingehen."
      (Shunryu Suzuki)
    • garcia schrieb:

      Das kann man doch gut überspringen, ohne daß Wesentliches fehlte. Zum Ende hin wird dieser Roman immer mitreißender, laß es dir nicht entgehen, lasse dich treiben, lese ihn weiter und überspringe einfach die Tolstoischen Theorieeinlassungen. Du gewinnst alles, eine Welt gewinnst Du, und vermißt nichts. Man möchte doch erleben wie Pierre vom idealistischen Jüngling zu einem verantwortungsvollen Mann wird und Natascha zu einem nervigen Mädchen zur reifen Frau unter dem Druck der Ereignisse, in diesem grandiosen Panorama, das läßt man sich doch nicht zerreden von stümperndem Geschichtstheoretisieren, oder? Da übergeht man eben mal 80 Seiten, es bleiben 1500 geniale Seiten über
      Ich stimme Dir absolut zu, Garcia! Aber genau diese geschichtsphilosphischen Diskurse möchte ich noch einmal lesen. Lese ich sie heute mit dem Abstand der Jahre, dem Geschichtsstudium anders als damals nach dem Abitur? Nenn es Masochismus - aber genau das reizt mich: Hat sich meine Sicht auf Tolstoi verändert, lese ich diese Passagen anders? Du hast recht. Das Panorama, welches Tolstoi entfaltet ist atemberaubend. Tolstoi hat einen langen Atem, und den verlangt er auch von seinem Leser. Aber das hat mich eigentlich immer gereizt.
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      Cato der Ältere