Eben gewälzt

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    • b-major schrieb:

      Dieser Roman gehört für mich zu meinen 'Unveräußerlichen' .
      Für mich leider nicht, ich habe ihn nämlich wieder verkauft. Aber nicht, weil ich ihn für zu schlecht hielt, sondern ganz im Gegenteil. Mir gingen die Schilderung viel zu nahe, ich konnte das nicht mehr aushalten und deshalb mache ich einen großen Bogen um das Werk, habe ihn auch nie zu Ende gelesen. Was ich einerseits bedauere, andererseits geht es halt nicht.

      :wink: Wolfram
    • Untenrum Frei - Margarete Stokowski

      Dieses Buch, das vor wenigen Jahren rauskam, ist hervorragende feministische Literatur und ist schon so etwas wie ein "zeitgenössischer Klassiker" an Literatur für mein Studium geworden. Ich habe es gerade durchgelesen. Es ist aus einer klugen und scharfsinnigen Perspektive geschrieben. Wer Angst bekommt, vorsicht, es geht "nur" um die Gleichberechtigung von Menschen egal welches Geschlechts, welche Sexualität oder welcher Körper. Nichts was zu befürchten ist. Der Schreibstil macht auch noch Fun.
      Gerade Männern kann ich dieses Buch nahelegen, wenn sie sich für die Bedürfnisse und Rechte der restlichen 51% der Bevölkerung in Deutschland interessieren (Stand 2018).


      „Ohne Kunst, ohne Kultur kann sich eine Gesellschaft nicht mit der Gegenwart auseinandersetzen.“

      Rebecca Saunders
    • Wolfram schrieb:

      Mir gingen die Schilderung viel zu nahe, ich konnte das nicht mehr aushalten
      Ich weiß , ich weiß . Es ist hart . Aber es gibt auch viel . wenn man durchkommt . Mir jedenfalls .
      Good taste is timeless / "Ach, ewig währt so lang " - Don't all thank me at once (Scott Miller) - Jung sterben , aber so spät wie möglich ( F. Jourdain )
    • @Cherubim:
      Bücher zum Thema "Feminismus" empfinde ich als sehr wichtig :thumbup: ... vor allem in der heutigen Zeit. Ich bin ja zum Glück noch in einer Zeit aufgewachsen, in der die Emanzipation der Frau noch keine Rolle rückwärts gemacht hat (wie heutzutage ja in vielen Bereichen). Daher schön, dass auch dazu mal eine Literaturempfehlung gibt.
      "Wer Werte verteidigen will, hat sie schon aufgegeben. Man kann Werte nur leben, sodass sie manifest werden und Strahlkraft erlangen." (Hagen Rether)
    • b-major schrieb:

      Da der an den Armeniern verübte Völkermord gerade erneut Schlagzeilen macht , habe ich mal wieder ' Die 40 Tage des Musa Dagh ' von Franz Werfel gelesen . Und war wieder erschüttert . Neben 'Die Kinder der Finsternis' von Niebelschütz war dies das Buch , das mich in späten Jugendjahren am tiefsten beeindruckte . Dieser Roman gehört für mich zu meinen 'Unveräußerlichen' .
      Abb. zeigt nicht meine alte Ausgabe .


      Ja, ein großartiges Meisterwerk - wie so vieles aus Werfels Feder. Mein Favorit ist aber nach wie vor sein "Stern der Ungeborenen".
      Im Zweifelsfall immer Haydn.


    • “Wir alle leben provisorisch... Jeder von uns denkt: Jetzt, in diesem Augenblick, ist das Leben nicht erfreulich, man muß sich irgendwie arrangieren, man muß auch Demütigungen hinnehmen, aber alles ist nur vorübergehend. Eines Tages wird das wahre Leben beginnen... So vergehen die Jahre, und vielleicht werden wir sterben, ohne wirklich gelebt zu haben... Man muß handeln. Man muß sagen: Genug. Ab heute.”, (Zitat aus "Wein und Brot")

      Ein Kleinod - absolut zeitlos. :verbeugung1: :verbeugung1: :verbeugung1:
    • Nach dem Werfel habe ich ein weiteres Buch gelesen , in welchem die Geschehnisse in der Türkei eine Rolle spielen : Gardens Grief von Boston Teran . Der Name - ein Pseudonym - ist hierzulande noch ziemlich unbekannt . Aber schon sein 1999 erschienener Erstling , God is a Bullet , erregte Aufsehen . Noir allererster Güte , und im UK benannte sich sogar eine Band nach Case Hardin , einer der Hauptfiguren . In der Folge erschien u.a. auch 'The Creed of Violence' , ein düsterer Roman aus dem Mexico 1910 , in dem der Agent John Lourdes zum ersten Mal auftritt . 1915 ist Lourdes dann in der Türkei . Teran hat gut recherchiert , und ich empfand die Ereignisse und das Drumherum als "echt" , nicht so wie bei vielen der derzeit gerade grassierenden "historischen" Krimis aus den 20er und 30er Jahren , die mir nur konstruiert vorkommen und in keinster Weise ein 'Zeitgefühl' entstehen lassen . Bei Teran 'ist man drin' , und so hoffe ich nur , daß vielleicht bald mal einige seiner Werke übersetzt werden , was spätestens nach einer Hollywood-Verfilmung erfolgen wird . Solange heißt es , im Original lesen - oder warten . Aber dafür sind die erwähnten Bücher zu gut .

      Good taste is timeless / "Ach, ewig währt so lang " - Don't all thank me at once (Scott Miller) - Jung sterben , aber so spät wie möglich ( F. Jourdain )
    • Newbie69 schrieb:

      ...
      Als Nächstes (ab morgen) dann diese Biographie:



      ...
      Ich bin zwar leider erst bei Seite 110 (von knapp 550 Seiten) angelangt, aber ich muss wirklich sagen, dass sich die Anschaffung jetzt schon gelohnt hat. Äußerst interessant! Klare Kaufempfehlung.
      "Wer Werte verteidigen will, hat sie schon aufgegeben. Man kann Werte nur leben, sodass sie manifest werden und Strahlkraft erlangen." (Hagen Rether)
    • Beim Balzac (hier nochmal der Link zur wundervollen Gesamtausgabe der Menschlichen Komödie, das ist teuer aber eine Anschaffung fürs Leben auch wenn man niemals alles lesen wird können)


      ... Also beim Balzac hab ich zwei wundervolle Sachen wiedergelesen, das Changrinleder und die Erzählung "Das Mädchen mit den Goldaugen", mein bislang geltender Lieblingstext in dieser unüberschaubaren Flut die dieser Mann rausgehauen hat.

      Nun bleibe ich in Frankreich. Stendal ist ein ziemlich weißer Fleck auf meiner literarischen Landkarte. Dies Buch eben begonnen um das zu ändern :



      ... Und Frankreich, überhaupt... Nebenher lese ich eh einen Maigret nach dem anderen, hier stehen jetzt 14 der wunderschönen Bücher aus der neuen Gesamtausgabe des Kampa Verlags, drei noch ungelesen. Dieser Reihe bin ich verfallen.


      LG :)
      "Verzicht heißt nicht, die Dinge dieser Welt aufzugeben, sondern zu akzeptieren, daß sie dahingehen."
      (Shunryu Suzuki)
    • garcia schrieb:

      Nun bleibe ich in Frankreich. Stendal ist ein ziemlich weißer Fleck auf meiner literarischen Landkarte. Dies Buch eben begonnen um das zu ändern :
      'Rot und Schwarz' und die 'Kartause' sind wirkliche Hammer. ^^ Du wirst es genießen.

      garcia schrieb:

      mein bislang geltender Lieblingstext in dieser unüberschaubaren Flut die dieser Mann rausgehauen hat.
      So sehr ich Balzac genieße, aber das ist vielleicht doch der wesentliche Unterschied zu Stendal und anderen. Er hat zu viel 'herausgehauen'. Das allerdings meistens in hoher Qualität.

      garcia schrieb:

      ... Und Frankreich, überhaupt... Nebenher lese ich eh einen Maigret nach dem anderen, hier stehen jetzt 14 der wunderschönen Bücher aus der neuen Gesamtausgabe des Kampa Verlags, drei noch ungelesen. Dieser Reihe bin ich verfallen.
      Ist das nicht ein Genuss? Ich muss dringend mal wieder in die örtliche Bücherei, um die Reihe aufzufüllen. ^^

      :wink: Wolfram
    • Noch einmal: es gibt Stendal in Sachsen-Anhalt und Stendhal im Bücherregal!
      Dazu gibt es das - unvollendete- Lucien Leuwen, die Chroniques italiennes, und nicht zu vergessen das Vie de Rossini, was biographisch gesehen nicht so akkurat, aber als Gesellschaftsporträt unschätzbar ist!
      Alles, wie immer, IMHO.
    • Ich poste ja nicht all die Maigrets die ich lese seit Wochen aber zwei ganz besonders charmante und herzgreifende (und sehr kurze, der Kampa Verlag könnte seine Preispolitik mal überprüfen), f<r Fans aber besonders lohnende (hallo Wolfram :) ) möchte ich doch mal explizit erwähnen


      Weihnachten bei den Maigrets

      Und


      Madame Maigrets Liebhaber.

      Da zahlt man aber 15 Tacken für 65/100 Seiten, das finde ich schon trotz der extrem liebevollen Aufmachung etwas krass... Aber die Erinnerung wirkt ja wesentlich länger nach als das eigentliche Leseerlebnis, zu schweigen vom immer tiefren Eindringen in diesen Kosmos :)


      Der Stendhal (mit h, ich lass mich ja von der Textkorrektur meines Handys nimmer vorführen :D ) macht sich großartig. Ich lasse von mir hören wenn ich ihn durchhabe, und dann ist Rot und Schwarz auch nochmal dran, an dem ich oft gescheitert war früher. 56 scheint ein gutes Alter für Stendhal zu sein...


      LG :) in die Runde :clap:
      "Verzicht heißt nicht, die Dinge dieser Welt aufzugeben, sondern zu akzeptieren, daß sie dahingehen."
      (Shunryu Suzuki)
    • Neu

      Jetzt ist wieder die Zeit, in der allerorten Rilkes Bausparergedicht zitiert wird . Ich greife dann zu Georg von der Vring , der für mich ein Meister der Schilderung des Herbstlichen ist . Oktoberrose , Notenblatt im November , Im Herbstrauch - und noch so viele Gedichte mehr . Gärten , Regen , Nebel - Themen , die von der Vring beschäftigten , natürlich neben anderen . Oft tief und schwermütig , und gerade vielleicht deshalb so den Herbstcharakter treffend . Soll ich warnen : Für gefestigte Gemüter ? Aber für mich ist von der Vring immer lesenswert , aber ganz besonders im Herbst .

      Good taste is timeless / "Ach, ewig währt so lang " - Don't all thank me at once (Scott Miller) - Jung sterben , aber so spät wie möglich ( F. Jourdain )