Eben gewälzt

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    • Sadko schrieb:

      zum Beispiel vor einem halben Jahr den „Process“ des allgemein überschätzten Franz Kafka.
      Hier scheint ein geschichtlicher Prozess wirksam zu werden (behaupte ich in unzulässiger Verallgemeinerung).

      Beide Söhne von mir können mit Kafka rein gar nichts anfangen. MIT KAFKA!!! Ich kann das nicht verstehen. Für mich schon immer (ich war jünger als meine Söhne) eines der ganz großen literarischen Genies.

      Aber schwupps: Die jetzige jung-erwachsene Generation (keine Ahnung: twentyagers) sieht es offenbar anders.
    • Hallo Rosamunde!
      Nein, "Das Chasarische Wörterbuch" von Milorad Pavić kenne ich nicht. Bzw. ist mir Pavić völlig unbekannt.

      Hallo Knulp!
      Ich kann mit Kafka fast nichts anfangen (ich finde ihn mühsam und belanglos – Werke anderer, durchaus bekannter, "großer" Autoren sprechen mich viel mehr an) und habe einige Freunde/Bekannte (Alter zwischen 22 und 40) gefragt, sie alle fangen mit ihm nichts an.
      Natürlich war "des allgemein überschätzten Franz Kafka" subjektiv gemeint und gegen seine aus meiner Sicht ungerechtfertigte Sonderstellung in der Literatur gerichtet, aber das ist ja bei einer Buchbesprechung selbstverständlich.
    • Es ist ja alles so gre/äulich , da muß ein Gegengewicht am Bett liegen . Durch das Erscheinen der Corfu Triology konnten die Einzelbände verschenkt und wichtiger Raum für was-auch-immer geschaffen werden . Auf - und manchmal auch erhellend .

      Good taste is timeless / "Ach, ewig währt so lang " "Kamikaze - You Yellow Fiend !"
    • King Richard von Shakespeare.
      Erst vor ein paar Jahren zu Grabe getragen war er einer der wenigen, die an der Front gekämpft haben. Unter modernen Feldherren eher eine Rarität.
      Gib dich nicht der Traurigkeit hin, und plage dich nicht selbst mit deinen eignen Gedanken. Denn ein fröhliches Herz ist des Menschen Leben, und seine Freude verlängert sein Leben.

      Parsifal ohne Knappertsbusch ist möglich, aber sinnlos!
    • VonHumboldt schrieb:

      King Richard von Shakespeare.
      Erst vor ein paar Jahren zu Grabe getragen war er einer der wenigen, die an der Front gekämpft haben. Unter modernen Feldherren eher eine Rarität.
      Shakespeare ist natürlich interessant, deshalb würde mich interessieren welchen Richard Du meinst ? Und welchen Feldherrn? Und was ist der Zusammenhang?

      Ich habe vor ein paar Jahren den hier gesehen - Richard 3rd - war beeindruckend.
      youtube.com/watch?v=HOWfQkFphI8
    • Aber nicht im 15. Jhd., oder? Ich bin nun kein Militärhistoriker, aber wenig vorher, im hundertjährigen Krieg, haben praktisch alle Fürsten an der Front mitgekämpft und noch 200 oder fast 300 Jahre nach Richard III. haben Gustav Adolf und Prinz Eugen an der Front gekämpft (als es aufgrund Artilleriebeschuß sicher weit gefährlicher war als im Mittelalter, als man sich noch mit einer Leibwache recht gut absichern konnte) und ich vermute, dass es das auch im frühen 19. Jhd. noch vereinzelt gegeben hat.
      Tout le malheur des hommes vient d'une seule chose, qui est de ne pas savoir demeurer en repos dans une chambre.
      (B. Pascal)
    • Ich bin wieder im Wallace:



      Es ist bereits die dritte Lektüre dieses überbordenden (und gelegentlich auch überfordernden) Werkes innerhalb weniger Jahre. Das erste Mal war faszinierend, aber oberflächlich - es ging nur darum, irgendwie durchzukommen und nicht in dieser Flut unterzugehen. Interpretationen, Zusammenfassungen, Fanseiten aus dem Internet haben sehr geholfen. Die Zweitlektüre war unvollständig, so 1000 von den 1500 Seiten mit gelegentlichen Überblätterungen und ohne die Fußnoten.

      Diesmal ist es das schiere Vergnügen, ich muß sagen, ich bin diesem Roman (wenn es denn einer ist) nun völlig verfallen. Das kann auch erst nach mehreren Durchläufen so sein. Erst jetzt weiß ich jederzeit wie die Dinge miteinander verknüpft sind und wo ich stehe im Lesen. Ein Wunderwerk!

      Dies Buch ist unter meinen 5 absoluten All-Time-Favourites in der Literatur (und unter denen das einzige welches nach 1925 rausgekommen ist).

      Ein Drittel hab ich schon wieder rum, eine Gesamtlektüre dauert bei mir so 6-8 Wochen (je nach Jobbelastung), es sollte also meine Leseerlebnisse 2020 beschließen.


      :)
      "Verzicht heißt nicht, die Dinge dieser Welt aufzugeben, sondern zu akzeptieren, daß sie dahingehen."
      (Shunryu Suzuki)
    • Gerade beendet:



      Klaus Schmidt
      Sie bauten die ersten Tempel
      Das rätselhafte Heiligtum am Göbekli Tepe

      Ein toller Einblick in ein beeindruckendes Monument in der Türkei - ein Ort, der mich sehr fasziniert allein aufgrund seiner Bedeutung in Bezug der Neolithischen Revolution.

      Sehr traurig, daß der Autor und Ausgräber des Tepe leider nicht mehr lebt. Er starb bereits vor sechs Jahren.
      "Interpretation ist mein Gemüse."
      Hudebux
      "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation."
      Jean Paul
    • Neu

      Anregende Lektüre, zuletzt gelesen:

      Thomas Fuchs: Verteidigung des Menschen. Grundfragen einer verkörperten Anthropologie. Berlin, Suhrkamp 2020



      Unserem Werbepartner ist da ein Fehler bei den biographischen Angaben unterlaufen: Es handelt sich hier nicht um den Hörspielautor und Moderator von Kindersendungen, sondern um diesen Herrn: klinikum.uni-heidelberg.de/per…dr-phil-thomas-fuchs-1884

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
    • Neu

      Rosamunde schrieb:

      Was hälst Du nun vom Menschen?
      Soweit ich es verstehe, finde ich Fuchs' Argumente recht überzeugend, auch weil er in der alten Körper-Geist-Diskussion eine holistische Position bezieht.

      :wink:

      PS: Noch zwei Links. Eine Besprechung des Buchs: swr.de/swr2/literatur/thomas-f…en-anthropologie-100.html. Und ein Interview mit dem Autor: brandeins.de/magazine/brand-ei…en/das-gehirn-denkt-nicht
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann