Im Schatten der Wiener Klassik - weniger bekannte Komponisten des klassischen Zeitalters

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    • Im Schatten der Wiener Klassik - weniger bekannte Komponisten des klassischen Zeitalters

      Ich fände es schön, hier mal ein bißchen ins Gespräch zu kommen über die weniger bekannten Komponisten des Zeitalters sagen wir mal von Friedemann Bach bis Beethoven, also der Zeit der Klassik, die wir meistens die Wiener Klassik nennen. Nun ist es klar, Haydn, Mozart und Beethoven waren Giganten, die unglaubliche Wertschätzung, die sie erfahren, ist auch gerechtfertigt. Ich glaube Charles Rosen hat in seinem Buch "Der klassische Stil" den Stil dieses Dreigestirns als etwas unglaublich ambitioniertes geschildert, das eigentlich nur das Dreigestirn der Wiener Klassik beherrschte, so gesehen haben "klassische" Musik dann nur Haydn, Mozart und Beethoven geschrieben, alle anderen dann nur herum gestümpert, ohne das erforderliche geistige Niveau zu erreichen. Nun, ist das so?

      Ich gebe zu, ich kenne, bzw. kannte bist vor wenigen Tagen eigentlich nur zwei weitere Komponisten dieses Zeitalters etwas genauer, das sind Boccherini und CPE Bach. Von denen hatte ich schon seit längerem einige CDs. Boccherini finde ich grundsätzlich sehr schön, wenn es nur nicht so wäre, daß bei ihm Geniestreich sich mit Belanglosem abwechselte. Was mir hier fehlte, wäre das Trüffelschwein, das mir die Perlen, bzw. Trüffel heraus suchte. Seine Streichquintette Opus 27 aber kann ich reinen Herzens empfehlen.

      Ähnlich geht es mir mit CPE Bach, die Sinfonien mag ich, aber ich habe eine Capricciobox mit etwa 10 oder 12 CDs - vieles andere mochte ich auch nicht.

      Nun habe ich in den letzten Tagen mir einiges auf Spotify angehört, um meinen Horizont mal etwas zu erweitern. Bei Wilhelm Friedemann Bach ist mein Eindruck noch etwas gemischt. Seine Klaviersonaten mit einem gewissen Colombo ( gespielt auf einem modernen Klavier) fand ich teilweise gut, teilweise auch etwas lahm, hörte dann auch noch etwas Cembalomusik ( bzw., Clavecin) hier war mein Eindruck ähnlich. Trotzdem finde ich Wilhelm Friedemann in seinen besten Momenten als einen ausgesprochen interessanten Komponisten, vielleicht entschließe ich mich mal dazu, die CD mit Sinfonien zu kaufen, die hat Spotify nicht. Das Angebot an Wilhelm Friedemann Bach CDs scheint insgesamt überschaubar zu sein.

      Dann habe ich mal wieder Johann Christian Bach gehört. Der war mir durchaus kein unbekannter, hatte schon früher gelegentlich etwas von ihm gehört. Mozart hat über ihn geschrieben "Ich liebe ihn" und in der Tat hat diese Musik viel Mozartzüge, allerdings entspannter als Mozart, was man auch positiv gesehen kann, allerdings nun beileibe nicht von der Mozartschen Genialität. Ich finde diese Musik mehr angenehm, als daß sie mich wirklich vom Hocker reißt.

      Auch Dittersdorf war mir durchaus kein unbekannter, habe eine CD mit einer Sinfonie von ihm, die ich sehr gerne höre und die ich auch schon seit ein paar Jahren habe. So gesehen war ich froh gestimmt, mir auf Spotify mal wieder was neues von ihm anzuhören. Ich wurde auch nicht enttäuscht, ich hörte die Naxoseinspielung der Sinfonien nach den Ovidschen Metamorphosen 4 - 6. Ich muß sagen ausgesprochen erfreuliche Werke mit einer angenehmen Melodik und einer für klassische Verhältnisse ausgesprochen raffinierten Orchesterbehandlung, das klingt niemals primitiv, ich glaube diese Musik könnte einem jeden Freude machen.

      Das waren nun Erfahrungen auf Spotify, ich gebe aber auch noch mal eine CD Empfehlung, denn diese CD ist auch wirklich schon seit längerem in meinem Besitz:



      Der Link funzt nicht. Die CD hat das geschmackvolle Cover von Wiener Kaffee und Kuchen und enthält Haydns Sinfonie "Mit dem Hornsignal", Albrechtsbergers Harfenkonzert und Dittersdors Sinfonie "Die vier Weltalter". Eine Billig CD, mal irgendwo gebraucht erworben.

      Diese CD lohnt sich nicht zuletzt für das Harfenkonzert von Albrechtsberger. Dabei mag es dann sein, daß den Albrechtsberger keine Sau kennt, das ist Konzert ist auch nicht "genial", aber durchaus sehr stimmungsvoll. Die CD ist wirklich sehr nett, auch wegen dem Haydn und Dittersdorf.

      Was habe ich noch gehört. Etwas von dem Kraus, was mir sehr gut gefiel. Aus einer 3 CD Box mit Werken von Mozart Zeitgenossen. Dann aber begann ich zu zappen, weder der Salieri, der Naumann noch sonst jemand gefiel mir auf der CD.

      Gut, also das war die Erfahrung der letzten zwei Tage, ich fasse zusammen: Wilhelm Friedemann Bach ist nicht immer gut, aber doch sehr interessant, ich denke über die eine oder andere CD Anschaffung mal nach und der Dittersdorf, den ich vorher schon kannte, ist doch sehr erfreulich.

      Nun wird es sicherlich Menschen geben, die noch viel mehr wissen über dieses Thema als ich. Ich muß sagen, daß ich zum Beispiel in der Musik der Romantik, speziell auch der Spätromantik doch so einiges ausgefallenes kenne. Dagegen das "klassische Zeitalter", das sich ja teilweise mit dem Spätbarock überschneidet, ist etwas, wo ich mich eigentlich immer an den großen drei Haydn, Mozart und Beethoven abgearbeitet habe, was doch eigentlich nicht ganz gerecht ist.

      Nun also Menschen vor, deren eigentliches Steckenpferd diese Epoche ist und die mehr zu diesem Thema berichten wissen. Auf interessante Beiträge hoffend.

      Gruß
      Martin
      Der Hedonismus ist die dümmste aller Weltanschauungen und die klügste aller Maximen.
    • Von Wilhelm Friedemann Bach sind m.E. die 12 Polonaisen Meisterwerke, würde ich glatt D. Scarlatti zur Seite stellen:

      "https://www.youtube.com/watch?v=LaenBZQ0vXU"
      ---
      Es wäre lächerlich anzunehmen, daß das, was alle, die die Sache kennen, daran sehen, von dem Künstler allein nicht gesehen worden wäre.
      (J. Chr. Lobe, Fliegende Blätter für Musik, 1855, Bd. 1, S. 24).


      Wenn du größer wirst, verkehre mehr mit Partituren als mit Virtuosen.
      (Schumann, Musikalische Haus- und Lebensregeln).
    • Die Bach-Söhne wären zu nennen, klar ...

      ... aber Concerto Köln hat da doch stapelweise Aufklärungsarbeit geleistet ... Joseph Martin Kraus, Christian Cannabich, Johann Baptist Vanhal, Antonio Rosetti, Leopold Kozeluh u. v. a. m. ...

      Ich poste mal keine Cover, alles leicht zu finden.

      Albrechtsberger ist nicht ganz so unbekannt. Hatte als Lehrer eine gewisse Bedeutung und den Harfen- und Posaunisten wohl das Konzert der Klassik schlechthin geliefert.

      Gruß
      MB

      :wink:
      Die Hammerklaviersonate macht anspruchsvoll. Von ihr berührt, wird man ungeduldig gegenüber vielem Mittelmäßigen und Mäßigen, das sich wer weiß wie aufspielt und doch nichts anderes ist als eine höhere Form der Belästigung. (Joachim Kaiser)
    • Malcolm schrieb:

      Dabei mag es dann sein, daß den Albrechtsberger keine Sau kennt
      Die Säue, die sich für Beethoven interessieren, kennen ihn als dessen Lehrer. Als Musiktheoretiker und Lehrer genoß er in Wien und europaweit große Anerkennung. Schubert erwähnt ironischerweise "die Fugen des unsterblichen A."
      Unsterblich ist er auch für alle Maultrommelsäue.
      Alles, wie immer, IMHO.
    • Diese Epoche ist ausgesprochen reichhaltig, denn es ist eine Übergangszeit, wo in den 20er Jahren des 19. Jh schon die Romantik aufkeimt. Erstaunlicherweise wurde Schubert nicht in einem Atemzug mit Beethoven genannt, obwohl er ihn gerade um 1 Jahr überlebt hat. Aber das wäre ein eigenes Kapitel.

      Ich nehme mal aus dem großen Angebot einige heraus, die mir wichtig erscheinen:

      Ferdinand Ries (1784-1838)

      Bekannt geworden vornehmlich als Schüler Beethovens, aber ein sehr eigenständiger Musiker. Die Anklänge an sein Vorbild sind zwar gelegentlich spürbar (etwa in seinen Klavierkonzerten), aber ansonsten hat er eine große Zahl nenneswerter Kompositionen geliefert. Diskografisch ist das Werk recht gut erschlossen: seine Klavierkonzerte sind bei Naxos erschienen (mit dem fabelhaften Christopher Hinterhuber), seine Klaviersonaten ebenso (Susan Kagan), und bei CPO seine Sinfonien (Howard Griffith). CPO hat sich wohl am intensivsten für diesen Komponisten eingesetzt. So ist hier auch der größte Teil seiner Kammermusik erschienen.

      Johann Nepomuk Hummel (1778-1837)

      Auch hier rührt ein Teil der Bekanntheit daher, dass er Schüler Mozarts war. Aber Hummel hat sich schnell als eigenständiger und profilierter Musiker etabliert. Seine Klavierkonzerte z.B. sind superb, und ich habe bis Heute nicht verstanden, weswegen immer nur die von Beethoven oder Mozart aufgeführt werden, nicht aber die von Hummel. Howard Shelley hat sie alle aufgenommen, und ich höre immer gerne wieder hinein. Auch hat er eine Menge wirkungsvoller Klaviermusik komponiert. Sein Schaffen ist ebenfalls auf CD sehr gut vertreten.

      Jan Ladislav Dussek (1760-1812)

      Ein sehr produktiver Komponist und zu seiner Zeit berühmter Pianist, der einer der ersten Reisepianisten war. Die Damenwelt (und auch die Musikliebhaber) lagen ihm zu Füßen. Naturgemäß hat er eine Menge Klaviermusik komponiert. Eine CD mit Klavierkonzerten ist gerade bei Hyperion erschienen (mit Howard Shelley, dem Spezialisten für diese Epoche, und als Auftakt einer neuen Serie mit klassischen Klavierkonzerten). Zu erwähnen sind auch die beiden CD's mit Markus Becker, die bei CPO erschienen sind.

      Muzio Clementi (1752-1832)

      Wohl eine der interessantesten Persönlichkeiten dieser Epoche. Er war Pianist, Impresario, Komponist, Verleger und handelte mit Klavieren. Als Pianist hatte er ähnlich wie bei Dussek einen großen Erfolg. Allerdings verging ihm schnell die Lust daran, und er fing an mehr zu komponieren. Er hat eine beeindruckende Anzahl von Klaviersonaten produziert, die wiederum von Howard Shelley bei Hyperion eingespielt wurden. Die Werke sind z.T. ausgesprochen virtuos angelegt und sollten m.E. öfter aufgeführt werden, denn sie sind sehr wirkungsvoll.
      Daneben gibt es auch noch eine ganze Reihe von Kammermusik und ein paar Sinfonien von ihm.

      Dies für den Anfang

      Eusebius
      "Sie haben mich gerade beleidigt. Nehmen Sie das eventuell zurück?" "Nein" "Na gut, dann ist der Fall für mich erledigt" (Groucho Marx)
    • Lieber Malcolm,

      ich kann mich MB anschließen, die von Ihm genannten Concerto Köln-Symphonien-Aufnahmen sind sehr lohnenswert. Mir haben davon v.a. Kraus und Rosetti-Symphonien gefallen, allerdings fand ich bei weiteren Aufnahmen dieser Komponisten, dass ich von den anderen Stücken nicht so gefesselt worden bin, auch toll sind die Wilms-, Rigel-,Gossec- und vor allem die Eberl-Symphonien. In meinen Ohren ist diese Eberl-Platte mit Beethoven auf Augenhöhe, auch wenn er sich entschieden hat, nicht diesen Weg der musikalischen Logik so stringent zu gehen. Und der Mann ist schon 1807 verstorben.

      In der Generation etwas älter als Haydn ist F.X. Richter mit Symphonien (z.B. die Aufnahmen bei Naxos) und Streichquartetten eine absolut erstrangige Entdeckung. Zuletzt haben hier einige Mitforisten sehr Lobendes über die neue Gesamtaufnahme der Streichquartette des Casal-Quartetts geschrieben. Diese Aufnahme kenne ich (noch) nicht, aber die Stücke sind sehr anregend und für die 1750'er Jahre absolut überwältigend. Nicht ganz so überzeugt bin ich von den Symphonien von Wagenseil. Bei CPE Bach bitte ich dringend, die Hamburger Symphonien (Streicher- und Orchestersymphonien) und seine Cembalokonzerte zu versuchen. Ich würde immer eher zu den HIPpen Aufnahmen von Miklos Spanyi und Andreas Staier tendieren, mich überzeugen die neuen Aufnahmen mit modernen Instrumenten deutlich weniger. Bei den Bach-Söhnen lohnt es sich, auf die Box, die vor zwei Jahren erschienen ist, zuzugreifen:



      In der Generation Haydns kann ich nur dringend empfehlen, sich auf die Symphonien von F.I. Beck einzulassen, die von Michael Schäfer und La Stagione Frankfurt wirklich überzeugend eingespielt worden sind. Ich finde es jammerschade, dass dieser Mann in den 1770'er Jahren anscheinend aufgehört hat, Symphonien zu schreiben. Die Aufnahmen von Symphonien von Myslivecek sind ganz lohnend.

      In der Generation Mozart halte ich Kraus (schon mehrfach genannt) für sehr lohnend, manches vokale von Salieri ist absolut großartig, evtl. traust Du Dich an die Alben von Diana Damrau (Mozart, Salieri, Righini) und Cecilia Bartoli (Salieri) ran. Kozeluch- und Just- Klaviertrios sind toll, ebenso die Klavierquintette von Boccherini, Streichquartette von G. Brunetti, Streichquintette von E.A. Förster, eher schwach die Symphonien von LeDuc und Pleyel, die Streichquartette von Rosetti. Ich mag die Klaviermusik-Aufnahmen von Staier und van Imnerseel von Clementi sehr.

      Von den Beethoven-Zeitgenossen kann ich Ferdinand Ries, Georges Onslow und Louis Spohr vorbehaltlos und eigentlich in allen Genres empfehlen. Ich mag die Symphonien 1&2 von Mehul sehr. Streichquartette von Cherubini, Dussek, Klaviertrios von Hummel, Eberl, Prinz Louis von Preußen lohnen!

      Und jetzt habe ich wahrscheinlich irgendwen noch übersehen ....

      LG Benno
    • Von Hummel sind (außer dem Trompetenkonzert) auch die Klaviertrios - seine Kammermusik mit Klavier im allgemeinen - erwähnenswert. Davon ist eine ganze Menge von Einspielungen vorhanden.

      Da zu jener Zeit Böhmen als das "Konservatorium Europas" galt, ist es kein Wunder, daß böhmische Namen oft vorkommen. Dussek (Dusík), Kozeluch (Koželuh), Vanhal (Vaňhal) ... sind bereits benannt worden. Dazu gibt es die Dynastien der Stamitz (Stamic) und Benda, die allerlei Interessantes produziert haben. Franz Kommer (František Kramář) ist für seine Werke für Clarinette bekannt: hier ein guter Einstieg

      Tomaschek (Tomášek) lebte schon etwas später (1774-1850) aber ich kann nicht umhin, auf seine Lieder hinzuweisen. Jedem Liederfreund sei diese Aufnahme wärmstens empfohlen:

      Dessen Schüler Worzischek (Jan Václav Voříšek)wurde kein so langes Leben gegönnt (1791-1825). Mit seinem Opus 7 hat das Wort Impromptu in die Musikgeschichte Einzug gefunden.
      Diese Einspielung verbindet ihn mit Schubert auf einem anderen Gebiet und ist auch sehr empfehlenswert.
      Alles, wie immer, IMHO.
    • Malcolm schrieb:

      Boccherini finde ich grundsätzlich sehr schön, wenn es nur nicht so wäre, daß bei ihm Geniestreich sich mit Belanglosem abwechselte. Was mir hier fehlte, wäre das Trüffelschwein, das mir die Perlen, bzw. Trüffel heraus suchte.
      Von Boccherini habe ich vor einer Woche in einem Konzert mit dem Bayerischen Kammerorchester Bad Brückenau eine weitere "Perle" gehört, die ich bis dato auch noch nicht kannte: "La Musica Notturna della Strade di Madrid" op. 30 Nr. 6

      Und hier zum anhören:

      "http://www.youtube.com/watch?v=8dmWAve3Pvk"
      Viele Grüße - Allegro

      "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixier." Lajos Lencsés
    • Vergessen wir nicht den " spanischen Mozart " Juan Crisóstomo de Arriaga, der am 27. Januar ( ! ) 1806 in Bilbao zur Welt kam und bereits 1826, zehn Tage vor seinem zwanzigsten Geburtstag, an den Folgen der Tuberculose verstarb. Er hinterließ eine Sinfonie, diverse Kammermusik, darunter drei Streichquartette, die von erstaunlichem kompositorischem Können zeugen.

      Ciao. Gioachino
      miniminiDIFIDI
    • Einige Komponisten aus Böhmen und Mähren hätte ich noch zu bieten:

      Frantisek Xaver Richter (1709 - 1789)
      Johann Stamitz (1717 - 1757) wurde bereits von Philbert genannt.
      Frantisek Xaver Brixi (1732 - 1771)
      Jacub Jan Ryba (1765 - 1815)
      Johann Baptist Krumpholz (1742 - 1790)
      Johann Baptist Vanhal (1739 - 1830)

      Ich bin nicht sicher, ob noch Johann Adolf Hasse (1699 - 1783), Il divino Sassone, in die Zeit hineinpasst.
      Die aufgezählten Komponisten sind für mich keine "Kleinmeister". Diverse CDs und Schallplatten befinden sich bei mir im Regal und werden auch aufgelegt.

      calisto
    • Oper. Da war doch was ...

      Giovanni Paisiello: Il Barbiere di Siviglia

      Lange vor Rossini wurde das Libretto veropert. Mozarts "Nozze di Figaro", bekanntlich die Fortsetzung der Story, wurde angefeindet, weil das Werk die ungeheure Popularität des "Barbiere" Paisiellos hätte beeinträchtigen können.



      Antonio Salieri: Falstaff

      Selber Textbeginn: Lange vor Verdi ... hm. Hier wurde die Aktstruktur Shakespeares beibehalten, Falstaff wurde dreimal an der Nase herumgeführt.



      Domenico Cimarosa: Il matrimonio segreto

      Kenne ich nicht, steht aber gefühlt seit Jahrzehnten auf der Wunschliste ... :hide:



      Gruß
      MB

      :wink:
      Die Hammerklaviersonate macht anspruchsvoll. Von ihr berührt, wird man ungeduldig gegenüber vielem Mittelmäßigen und Mäßigen, das sich wer weiß wie aufspielt und doch nichts anderes ist als eine höhere Form der Belästigung. (Joachim Kaiser)
    • Mauerblümchen schrieb:

      Giovanni Paisiello: Il Barbiere di Siviglia

      Lange vor Rossini wurde das Libretto veropert. Mozarts "Nozze di Figaro", bekanntlich die Fortsetzung der Story, wurde angefeindet, weil das Werk die ungeheure Popularität des "Barbiere" Paisiellos hätte beeinträchtigen können.

      Als Rossinis Oper 1816 uraufgeführt wurde, wurde sie in Almaviva ossia l'inutil precauzione umgetauft, um dem direkten Vergleich mit Paisiello, dessen Werk lange nach Mozarts Tod noch ungeheuer populär war, aus dem Weg zu gehen. Immerhin hat Mozart Paisiellos Oper gekannt. Anspielungen darauf findet man in Le Nozze, aber auch in Don Giovanni.
      Die ungarische Einspielung ist sehr gut (musikologisch sehr akribisch, stilvoll dirigiert und mit schönen Stimmen), aber diese ist bezaubernd:
      Alles, wie immer, IMHO.
    • Andere Opern Paisiellos hatten einen wenigstens so hohen Bekanntheitsgrad wie sein Barbiere:
      Nina, o sia la pazza per amore


      wird noch ab und zu gespielt, z.B. vor 12 Jahren in Zürich mit Cecilia Bartoli und einem wenig bekannten Jonas Kaufmann


      La serva Padrona (diesmal Konkurrenzstück zu Pergolesi)


      La molinara, deren Popularität auch in deutschen Landen groß war, wo man sie unter dem Titel Die schöne Müllerin aufführte:
      Alles, wie immer, IMHO.
    • Bei Salieri, Schüler von Gluck und Lehrer (u.a.) von Schubert, treffen sich viele Pfade.

      Um ihn in Paris zu lancieren, wurde das Gerücht verbreitet, Les Danaïdes sei eine Gemeinschaftsarbeit mit dem Meister Gluck gewesen, der selber das Gerücht dementierte, als das Stück mit Erfolg uraufgeführt wurde.

      Axur, Re d'Ormus ist die italienische Bearbeitung (libretto: Lorenzo da Ponte) seiner französischen Oper Tarare, dessen Libretto ein gewisser Pierre Augustin Caron de Beaumarchais verfaßt hatte


      L'Europa riconosciuta wurde am 03.08.1778 im Rahmen der feierlichen Einweihung des Teatro alla Scala uraufgeführt. 2004 wurde die renovierte Scala mit derselben Oper wiedereröffnet (Mitschnitte kursieren hier und da). Mit von der Partie war die bayerisch-schwäbische Sopranistin Diana Damrau, die einige Arien daraus aufgenommen hat:
      Alles, wie immer, IMHO.
    • Hallo!

      Danke für Eure Antworten. Ja, da kommt ja noch viel auf mich zu. Ich wußte nicht, daß Albrechtsberger so ein berühmter Mann ist, ich mag halt nur sein Harfenkonzert.

      Komisch, daß sich niemand zu dem Dittersdorf äußern mag, den höre ich im moment sehr gerne, also da insbesondere die Sinfonien nach den Metamorphosen nach Ovid. Die gefallen mir wirklich sehr gut, wobei ich sie ungefähr so einschätzen würde, daß sie selbstverständlich nicht an die Pariser und Londoner von Haydn heranreichen, daß ich sie aber interessanter finde als viele der weniger ambitionierten Sinfonien von Haydn. Diese sechs Sinfonien von Dittersdorf scheinen zumindest im Orchestralen das wichtigste zu sein, was Dittersdorf hinterlassen hat, jedenfalls wenn man dem englischsprachigen Wikipedia folgt.

      Ries und Hummel kenne ich schon, aber kann man das noch zur Klassik zählen, ist das nicht eher Frühromantik?

      Gruß
      Malcolm
      Der Hedonismus ist die dümmste aller Weltanschauungen und die klügste aller Maximen.
    • Dittersdorf wird ganz besonders von den Kontrabassisten geliebt:

      Folgende CD habe ich in anderer Aufmachung. Gefällt mir ganz gut

      und erlaubt, einen anderen Tschechen vorzustellen, der auch von Ondřej Kukal dirigiert wird: Josef Rejcha (Joseph Reicha): 1752-1795

      dessen Neffen und Schüler Anton (Antonín) berühmter ist, aber wohl aus dem zeitlichen Rahmen fällt (1770-1836). Er hat u.a. 10 CDs mit Bläserquintetten gefüllt, deren Gesamtaufnahme bei cpo seinerzeit hochgelobt wurde:
      Alles, wie immer, IMHO.
    • calisto schrieb:

      Frantisek Xaver Richter (1709 - 1789)
      Johann Stamitz (1717 - 1757) wurde bereits von Philbert genannt.
      Frantisek Xaver Brixi (1732 - 1771)
      Jacub Jan Ryba (1765 - 1815)
      Johann Baptist Krumpholz (1742 - 1790)
      Johann Baptist Vanhal (1739 - 1830)



      Anton Wranitzky (1761-1820) auch Vranick, Antonin geschrieben, je nachdem wie man ihn vereinnahmt, gehörte in Wien zu Beethovens Freundeskreis und war Assistent von J. Haydn

      Francois-Joseph Gossec (1734 -1829)

      Etienne Nicolas Méhul (1763 - 1817)

      die Franzosen waren berühmt für ihre Revolutionssinfonien. Die französische Erato brachte vor Jahren mal ne CD "Geschichte der französischen Musik" mit Beispielen heraus und dabei auch von diesen beiden Komponisten einzelne Sätze, quasi die Bindeglieder vom Barock hin zu Berlioz.
    • Klarinettenkonzerte links und rechts von Mozart:
      Krommer, Hummel und Eybler


      Im Schatten seines grossen Bruders ist hier noch Michael Haydn zu nennen und im Schatten des Sohnes Leopold Mozart.
      Von beiden finden sich auf dieser CD Posaunenkonzerte, die zudem auch Werke von Wagenseil und Albrechstsberger enthält.:


      Beide CDs möchte ich sehr empfehlen.

      Hudebux