GRIEG, Edvard: Konzert für Klavier und Orchester a-Moll op. 16

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    • GRIEG, Edvard: Konzert für Klavier und Orchester a-Moll op. 16

      Das neben der Peer Gynt Musik wohl berühmteste Werk des norwegischen Komponisten Edvard Grieg (1843-1907) entstand 1868 und wurde am 3.4.1869 in Kopenhagen uraufgeführt.

      Griegs Konzert für Klavier und Orchester a-Moll op. 16 gehört zu den populärsten romantischen Klavierkonzerten – stilistisch an Schumann, Chopin, Liszt gemahnend, aber mit skandinavischem Einschlag, norwegischem Volkstonfall (Springtanz!) ganz charakteristisch eigen komponiert.

      Deutlich ist das Vorbild des a-Moll Konzerts von Robert Schumann mit der Tonartwahl und dem markanten, „herabstürzenden“ Beginn markiert.

      Der erste Satz, Allegro molto moderato, verzichtet auf eine Orchestereinleitung. Das erste Thema ist marschartig, das zweite strahlt weite Ruhe aus. In der Durchführung wird vor allem das erste Thema charakterlichen Veränderungen unterworfen. Die ausgeschriebene Kadenz mündet ruhig in die Coda.

      Der zweite Satz ist ein Adagio in Des-Dur, zunächst verträumt, dann aber auch kräftiger.

      Vom zweiten geht es direkt in den dritten Satz, Allegro moderato molto e marcato, der folkloristisch-tänzerisch durchsetzt daherkommt. In der Mitte fällt eine Flötenmelodie auf. Die Coda ist feierlich und wirkungsvoll virtuos komponiert.

      Wikipedia liefert eine genaue Verlaufsschilderung. (Ich will und kann dies nicht selbst leisten. Einige bei Capriccio möchten für sich gerne Werke mit ganz genauen Verlaufsschilderungen erschließen, und Threads mit derartigen Eröffnungen werden vielfach besonders gewürdigt; es ist ja auch wirklich eine ganz besonders intensive und aufwendige Arbeit mit viel Liebe, Hingabe und Akribie damit verbunden. Sorry wenn ich das nicht erfüllen kann - daher bei Werken die nach mittlerweile fünf Jahren Capriccio noch keine Threads haben weil offenbar niemand Zeit und Lust hatte dafür diese wikipedia Hinweise.)
      "http://de.wikipedia.org/wiki/Klavierkonzert_%28Grieg%29"

      Ich habe derzeit nur eine CD mit diesem Werk, hier mein persönlicher Höreindruck, im Anschluss daran auch zu zwei Radioaufnahmen aus letzter Zeit:



      Vor allem pianistisch und vom Orchester-Luxusklang her finde ich die Aufnahme mit Krystian Zimerman und den von Herbert von Karajan dirigierten Berliner Philharmonikern, die im September 1981 in der Berliner Philharmonie entstand (CD DGG 439 015-2, Spieldauer ca. 32 ½ Minuten) grandios – hochmusikalisch souverän, in der Virtuosität nie selbstzwecksüchtig, bei aller Brillanz stets um beseelten Ausdruck bemüht, der ungemein zu Herzen geht. Tontechnisch steht das Klavier dominant im Vordergrund, der herrliche Klangkörper des Orchesters, an sich differenziert aufgefächert, wird „zurückgedreht“. Im ersten Satz gibt es Dialoge zwischen Klavier und Oboe, und da darf die Oboe hier nur aus dem Hintergrund ihre Wortmeldungen abgeben. Dieses akustische Ungleichgewicht trübt aber den Gesamteindruck nur minimal.

      Innerhalb weniger Tage gab es für Radiohörer im Oktober 2014 zweimal die Möglichkeit, das Konzert mit angesagten Pianistinnen der Gegenwart in Konzertmitschnitten zu hören.

      Deutschlandradio Kultur sendete am 21.10.2014 live aus der Philharmonie in Berlin ein Konzert des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin unter der Leitung von Karel Mark Chichon. Zwischen zwei Dvořák Werken (Ouvertüre zu "Armida" op. 115 und Sinfonie Nr. 5 F-Dur op. 76) war die aus München stammende Alice Sara Ott Solistin in Edvard Griegs Konzert für Klavier und Orchester a-Moll op. 16. Alice Sara Ott hat Griegs Klavierkonzert schon länger im Repertoire, erstmals hat sie es mit 16 Jahren studiert, auch in München hat sie es schon gespielt. Und am 15. und 16.1.2015 wird sie es im Herkulessaal mit Esa-Pekka Salonen und dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks wieder spielen. Ihre Stärke ist ein glasklarer, transparenter Anschlag und ein beherzt „freundliches“ Spiel. Die Abstimmung mit dem gut disponierten Orchester funktioniert sehr gut. Alice Sara Ott weiß nun wirklich auch hier beherzt und virtuos zu punkten. Hohe Professionalität, die in der Liveübertragung mitreißend rüberkommt. Eine sympathische Interpretation!

      Am 3.4.2014 gab das Orchestre National de France unter der Leitung von Kristjan Järvi ein Konzert im Théâtre du Châtelet in Paris. BR-Klassik brachte am 23.10.2014 die Aufzeichnung davon. Hier war Valentina Lisitsa die Solistin des Grieg Konzerts. Vor diesem wurden Arvo Pärts meditativ geheimnisvolle "Fratres" in der Fassung für Streichorchester und Schlagzeug gespielt, danach Griegs griffige "Peer Gynt", Suite Nr. 1 (Morgenstimmung, Åses Tod, Anitras Tanz und In der Halle des Bergkönigs) und Carl Nielsens "Aladdin", op. 34, ebenfalls eine griffige Suite nach einer Schauspielmusik (Orientalischer Festmarsch, Aladdin Traum/Tanz der Morgennebel, Hindu-Tanz, Chinesischer Tanz, Der Marktplatz in Isfahan, Tanz der Gefangenen und Negertanz), alles vollblütig klangschön. Valentina Lisitsas Anschlag ist weicher, ihr Spiel ist romantischer, gefühliger und pedalhalliger als das von Alice Sara Ott. Das Orchester macht bei diesem weichen, vollblütigen Charakterspiel farbenfroh mit. Die romantischste Interpretation von den drei gehörten.

      Vielleicht möchte jemand empfehlenswerte Aufnahmen von Griegs Klavierkonzert nennen oder Weiteres zum Werk schreiben - herzlich willkommen hier!
      Zur Info: Bis auf weiteres keine aktive Moderationstätigkeit meinerseits.
      Herzliche Grüße
      AlexanderK
    • AlexanderK schrieb:

      das Konzert mit angesagten Pianistinnen der Gegenwart in Konzertmitschnitten zu hören.
      Empfehlenswerte Aufnahmen des Grieg-Klavierkonzerts gibt es viele - da sind natürlich die "üblichen Verdächtigen" wie Dinu Lipatti, Arthur Rubinstein, Arturo Benedetti Michelangeli, Van Cliburn, Emil Gilels, Swjatoslaw Richter etc. zu nennen. Da Du aber von "angesagten Pianistinnen der Gegenwart" sprichst, möchte ich zuallererst Julia Fischer erwähnen, die eine staunenswerte Interpretation des Werks mit der Jungen Deutschen Philharmonie und dem Dirigenten Matthias Pintscher vorgelegt hat

      Bevor ich dieses Video sah, wusste ich nicht einmal, dass Julia Fischer auch eine ausgebildete Konzertpianistin ist. Aber als ich dann ihren Grieg hörte, blieb mir wirklich die Spucke weg. Respekt.
      Er tut so gut.
      (Swjatoslaw Richter über Joseph Haydn)
    • Du kannst das Julia Fischer-Video auch hier sehen:
      "http://www.youtube.com/watch?v=N9oTYIvKafs"

      Dass jemand sowohl Violine als auch Klavier gleichermaßen so gut spielen kann, hat es wahrscheinlich wirklich lange nicht mehr gegeben.
      Er tut so gut.
      (Swjatoslaw Richter über Joseph Haydn)
    • Griegs Klavierkonzert stellt für mich den mit Abstand größten (und auch in Relation zu anderen Meisterwerken wirklich vergleichbar großen) Wurf des Komponisten dar. Diese Musik fesselt mich immer wieder vom ersten bis zum letzten Takt!

      Meine Lieblingsaufnahme, die einen exzellenten Pianisten sowie den Berliner "Luxusklang" mit einem sehr beweglichen und expressiven Dirigat verbindet, ist bislang diese hier:



      Auf meiner alten DG-LP ist die Kombination eine andere: Geza Anda spielt hier noch in einer ebenfalls sensationellen Interpretation mit den Berlinern unter Kubelik Schumanns op.54, und für mich hat diese Zusammenstellung den großen Vorteil, dass mir Karajan komplett erspart bleibt.... :stumm: .

      Viele Grüße

      Bernd
    • Ich werde mal versuchen, den Thread mir weiteren Aufnahmen zu konfrontieren. Es gibt nicht gerade wenige davon, daher mal einige Beispiele, die durchaus ihre Qualitäten haben :

      Eine Aufnahme, die im Grunde völlig unter gegangen ist, ist jene mit der Pianistin Amalie Malling. Zunächst einmal war mir die Pianistin vor dieser Einspielung völlig unbekannt, aber diese CD hat den Reiz, mal nicht eines der anderen großen Klavierkonzerte mit dabei zu haben, sondern jenes des Komponisten Friedrich Kuhlau. Malling weiß in beiden Werken zu gefallen, hat bei mir aber doch irgendwie keinen bleibenden Eindruck hinterlassen (man sollte aber keinen Anda erwarten jetzt).



      Weiter geht es mit einer Einspielung, die man vor allem dem Grieg-Anfänger empfehlen kann, da er auch weitere wichtige Werke des Komponisten erhält, und das zu einem sehr günstigen Preis:



      Lilya Zilberstein und Neeme Järvi geben ein sehr gutes Team ab. Unterstützt werden sie durch die hervorragend disponierten Sinfoniker aus Göteborg.

      Leif Ove Andsnes hat das Werk zweimal eingespielt. Einmal unter Mariss Jansonss und einmal unter Dmitri Kitajenko.



      Beide Einspielungen haben ihren Reiz. Seine erste Einspielung unter Kitajenko hat ihn bekannt gemacht, wenn ich es recht in Erinnerung habe. Er spielt das Konzert nicht einfach runter, sondern "musiziert" hier einfach, wunderbar unterstützt von Dirigent und Orchester. Auch die Klangtechnik ist ausgezeichnet, so dass man völlig zufrieden sein kann mit der Einspielung. Bei der Doppel-CD bekommt man noch u.a. die "Lyrischen Stücke" und die Klaviersonate e-moll dazu.

      Die Einspielung unter Mariss Jansonss, erneut mit den Berliner Philharmonikern (siehe Oben), hier mit dem Schumann-Klavierkonzert, ist vielleicht noch eine Idee "besser". Frisch und dynamisch wird hier musiziert, bestens ergänzt von Jansonss und dem famosen Orchester aus Berlin.

      Ebenfalls in hervorragender Qualität liegt das Konzert unter Murray Perahia und Sir Colin Davis vor. Erneut ist es mit Schumanns Konzert gekoppelt, so dass man hier wohl die berühmte Qual der Wahl hat.

      Es gibt noch eine weitere CD mit der gleichen Einspielung, nur anderem Cover. Sie ist zur Zeit für EINEN Cent zu erwerben bei Amazon, aber leider will das Bild dazu nicht reingehen. Suchen lohnt sich!!

      Geza Anda nahm das Werk mit Rafael Kubelik und den Berliner Philharmonikern kongenial auf. Hier mit dem Klavierkonzert von Brahms, bzw. mit Robert Schumann kombiniert:



      Meine letzte kurze Vorstellung gehört der Naxos-Einspielung mit Havard Gimse unter Bjarte Engeset.



      Gimse spielt elegant, mit klarer Phrasierung und erhält mit Engeset einen sehr guten Dirigenten und Partner an die Seite gestellt, der auch in den "Symphonischen Tänzen" zu gefallen weiß. Dazu kommt noch die Konzertouvertüre "Im Herbst" als Eröffnungsstück.

      Anmerkung : Danke für die aufmerksamen Leser, die mich auf einen bösen Fehler hingewiesen haben, den ich nun korrigiert habe. Weniger schön fand ich einige Anmerkungen dabei, denn so etwas kann passieren. In diesem Falle durch Probleme mit dem I-Net, so dass ich öfter unterbrochen wurde und dann völliger Salat heraus kam. Sorry nochmals!!
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
    • Maurice schrieb:



      Gleich 2x Géza Anda. Zunächst mit Karajan in dessen erster DG-Einspielung, dann mit Rafael Kubelik. Beide Male mit den Berliner Philharmonikern. Beide Einspielungen bestechen durch eine überzeugende Ausführung aller Interpreten. Während Karajan hier noch nicht ganz so glatt poliert agiert, spielt Anda vor allem unter Kubelik das ganze Register seines Könnens aus: Nicht hochvirtuos und nüchtern-neutral, sondern sich in die Musik hineinfühlend, souverän agierend, den romantischen Bogen spannend.

      Ich fürchte, Du vergaloppierst Dich. Géza Anda hat das Grieg-Klavierkonzert 1963 mit Rafael Kubelik und den Berliner Philharmonikern eingespielt. Eine Anda-Aufnahme mit den Berliner Philharmonikern und Herbert von Karajan gibt es nicht. Siehe hier die vollständige Géza Anda-Diskografie:
      "http://www.geza-anda.ch/disko"

      Die beiden DG-CDs, die Du abgebildet hast, enthalten dieselbe Aufnahme, nämlich die mit Kubelik (so auch auf den Covers ablesbar). Unterschiede, die Du zwischen einer vermeintlichen Karajan-Einspielung mit Anda und der Kubelik-Einspielung mit Anda wahrzunehmen glaubst, bildest Du Dir leider nur ein, da Du ein und dieselbe Einspielung hörst.
      Er tut so gut.
      (Swjatoslaw Richter über Joseph Haydn)
    • music lover schrieb:

      Géza Anda hat das Grieg-Klavierkonzert 1963 mit Rafael Kubelik und den Berliner Philharmonikern eingespielt. Eine Anda-Aufnahme mit den Berliner Philharmonikern und Herbert von Karajan gibt es nicht.


      Um so verblüffender:

      Maurice schrieb:

      Während Karajan hier noch nicht ganz so glatt poliert agiert, spielt Anda vor allem unter Kubelik das ganze Register seines Könnens aus


      Hut ab.
      "...es ist fabelhaft schwer, die überflüssigen Noten unter den Tisch fallen zu lassen." - Johannes Brahms
    • Ich fürchte, Du vergaloppierst Dich. Géza Anda hat das Grieg-Klavierkonzert 1963 mit Rafael Kubelik und den Berliner Philharmonikern eingespielt. Eine Anda-Aufnahme mit den Berliner Philharmonikern und Herbert von Karajan gibt es nicht. Siehe hier die vollständige Géza Anda-Diskografie:
      Ich habe nicht vergaloppiert, sondern wurde nicht gezählte 10 mal unterbrochen, weil mein I-Net zwischenzeitlich gesponnen hat. Folge dessen kam am Ende nur Müll heraus im ersten Teil. Danke für die Richtigstellung. Ich werde das gleich ausbessern. Danke....grmpf!!!
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
    • Bei der Aufnahme der Konzerte von Grieg und Schumann haben sich Krystian Zimerman und HvK derart zerstritten, dass sie fortan nicht mehr gemeinsam musizierten.

      Nicht zu vergessen sind die "klassischen" Aufnahmen des Werkes mit Dinu Lipatti/Alceo Galliera und Leon Fleisher/George Szell:



      Gruß
      MB

      :wink:
      Un homme d'esprit est perdu s'il ne joint pas à l'esprit l'énergie de caractère. Quand on a la lanterne de Diogène, il faut avoir son bâton. (Nicolas-Sébastien de Chamfort)
    • Das Konzert gehört sicher nicht zu meinen Lieblingswerken. Vor einiger Zeit habe ich dennoch mal aus einer Laune heraus ein Vergleichshören von etwa 15 Aufnahmen gemacht. Zu meiner Überraschung war darunter eine, die mich völlig eindeutig am Meisten überzeugte, mich mit ihrer High-Energy-Atmosphäre sogar für das Werk gewann.

      Julius Katchen spielte mit dem Israel Philharmonic unter Isztvan Kertesz (Decca 1962). Da brennt die Luft - Solist und Orchester sprühen vor Energie und hochromantischer Emphase. Diese Aufnahme empfinde ich als ein Ereignis. Vielleicht wird sie aber diejenigen weniger überzeugen, die eher die verträumt-verzärtelte Seite des Werks schätzen. Vor allem im Finale geht Katchen äußerst stürmisch und entschlossen zu Werke.

      Kennt jemand diese Aufnahme und was haltet Ihr davon? Auf Spotify ist sie auch verfügbar.




      Cheers,

      Lavine :wink:
      "You gotta grab'em by Debussy" (DJ Trump)
    • arundo donax schrieb:

      Bei der Aufnahme der Konzerte von Grieg und Schumann haben sich Krystian Zimerman und HvK derart zerstritten, dass sie fortan nicht mehr gemeinsam musizierten
      Ein historischer Glücksfall - ich schätze Krystian Zimerman nämlich ungemein! :hide:
      Was stört Dich an der Einspielung mit Karajan konkret?

      Christian
      Jeder Eindruck, den man macht, schafft Feinde. Um populär zu bleiben, muss man mittelmäßig sein.
      Oscar Wilde
    • Das Orchester wird für meinen Geschmack zu lotrecht geführt. Unter Kubelik (z.b.) findet mehr Agogik statt.

      Die Einspielung unter Mariss Jansonss, erneut mit den Berliner Philharmonikern (siehe Oben), hier mit dem Schumann-Klavierkonzert, ist vielleicht noch eine Idee "besser". Frisch und dynamisch wird hier musiziert...


      Diese Aufnahme mit Andsnes am Flügel besitze ich auch. Bislang hat sie mich nicht vom Stuhl gerissen, sondern kam mir eher gediegen als wirklich spannend vor. Vielleicht muss ich sie einfach noch einmal hören.

      Viele Grüße

      Bernd
    • RE: Zimerman und Fleisher

      ChKöhn schrieb:

      Was stört Dich an der Einspielung mit Karajan konkret?

      Was heisst lotrecht ? Ich finde Karajan findet einen angemessen orchestralen Ton für beide Konzerte, der wenig zu wünschen übrig lässt.
      ;+) Du empfindet es aber als historischen Glücksfall, dass der geschätzte Christian Zimerman fortan nicht mehr mit deinem ungeliebten Karajan zusammen musizierte !


      Ich sehe das ganz anders und finde es ehr schade, das zwei grosse Künsteler sich so schnell auseinanderleben. Übrigens eine Intertessante INFO von Mauerblümchen (habe ich auch bisher nicht gewust !).
      Das ist ja fast so eine Story wie bei Karajan/Richter mit dem Beethoven-Tripelkonzert ...

      Mir gefallen die Zimerman/Karajan - Aufnahmen (DG) der Klavierkonzerte mit Schuman und Grieg ganz ausgezeichnet.
      Zum Glück hört man den Aufnahmen die offenbaren Meinungsverschiedenheiten beider Künstler nicht an. Karajan jedenfalls bietet eine erhaben grosses Orchesterspiel (um nicht zu sagen Begleitung) mit dramatisch sinfonischen Akzenten; vom fabelhaften Solisten, der alles souverän meistert brauchen wir gar nicht zu reden.

      Aber geprägt wurde ich von den Aufnahmen mit Fleisher/Szell (SONY), die MB einige Beiträge höher bereits nannte. :angel: Damit alleine könnte ich auf alle Zeiten zufrieden sein.
      Hier sind Solist und Dirigent eine hörbare Einheit, bei der das Ergebnis eine absolut orchestrale Präzision und eine genial spannende Interpretation ist.

      Ich habe noch die erste CBS-CD-Version:

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      CBS, 1960, AAD
      ______________

      Gruß aus Bonn

      Wolfgang
    • Oha ... könnte überall stehen. Karajan-Biographien, FonoForum-Artikel über Zimerman ... ich guck.

      Gruß
      MB

      :wink:
      Un homme d'esprit est perdu s'il ne joint pas à l'esprit l'énergie de caractère. Quand on a la lanterne de Diogène, il faut avoir son bâton. (Nicolas-Sébastien de Chamfort)
    • Ich bilde mir mal ein gelesen zu haben, das Zimerman den Grieg zweimal aufgenommen hat, weil er mit der ersten Aufnahme nicht zufrieden war. Bei der DGG hatten alle zuviel Angst vor Karajan, drum musste er es ihm selber sagen, worauf der schlicht gesagt haben soll: Na dann machen wir es halt noch einmal.

      Muss irgendwann einmal im Karajan-Jahr gewesen sein.
      Wenn ich F10 auf meinem Computer drücke, schweigt er. Wie passend...