Komponisten, wenn´s richtig unschön an die Nerven geht!

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    • Ein interessanter thread, der mal wieder zeigt, dass ich völlig "schräg" zu den meisten unserer Forenprofis höre.

      Keinen Zugang habe ich zu Webern, Strauss, Schönberg, Milhaud, Ligeti, Penderecki und Co, das "fluppt" bei mir einfach nicht.
      Von den älteren Semestern braucht es nicht Telemann, Haydn (langweilig) Liszt (was will er mir sagen?) und Bruckner (zu laut, zu grell) zu sein.
      Überhaupt braucht es für mich wirklich wenig an Symphonien (allgemein), allerdings kann ich einen gewissen Hang zu Mahlers 1. und 3. Symphonie nicht verleugnen.

      Als mE einziger in dieser trauten Runde kann ich Glass gut hören.

      Auch dabei bin ich, wenn es um Klaviermusik solo geht.
      Soler, Scarlatti, Bach, Rameau, Couperin, Skrjabin usw usw, nur nicht Chopin (warum auch immer).

      Und Rutter hat um Weihnachten herum seine Berechtigung - welcome....

      Nur, häufig genug geht alles genannte auf den Puffer und ich höre einfach - gar nichts.
    • Kater Murr schrieb:

      Ich habe noch fast nichts live gehört, jedenfalls kaum ein Orchesterwerk, vermutlich auch noch keine Beethovensinfonie, wobei ich mir da tatsächlich nicht ganz sicher bin.
      Ich kann das irgendwo verstehen, aber es ist schade.
      Wenn das live-Erlebniss so gut wie nie stattgefunden hat, wie kann man dann eine wirklich gute Aufnahme wirklich einordnen?
      Das ist- Entschuldigung für meine mehr als deutlichen Worte- nahe an dem Zustand, in welchem man sein ganzes Leben masturbiert, ohne die wirklichen Freuden kennengelernt zu haben.

      Wie gesagt, Entschuldigung, aber bei einem solch sinnlichem Erleben wie dem Erleben von Musik fällt mir nichts besseres ein.
      Und der Vergleich kommt aus eigener Erfahrung, mehr sage ich dazu nicht.
    • Es geht mir aber ebenso wie Kater Murr. Bei mir weil: Ich kann mir Konzerte eben einfach nicht leisten. Ich zahl Unterhalt für 3 Kinder.Was bleibt ist etwa HarzIV. Und ein Konzertbesuch mit nem vernünftigen Platz kostet soviel wie 10 sorgfältig ausgesuchte Marketplace-CDs... tja und nun? Ist mein Musikhören nur eine Ersatzhandlung wie von Michael fürs erotische Gebiet beschrieben?

      Vielleicht schon (ich kanns ja mangels Erfahrung nicht recht beurteilen)... aber da ich keine Alternativen hab (jedenfalls bis die Kids groß sind) ist es eben so und ich bin gezwungen Musik auf minderperfekte Art, eben via Konserve, lieben zu lernen. Aber das geht.

      Isso, ich hab keine Alternative. Aber trotzdem berührt Musik mein Herz und ist das mir zweitwichtigste (nach Literatur).

      Irgendwann sitz ich Abend für Abend in Konzerten. Aber bis es soweit ist muß ich es eben via Tonträger genießen. Und die muß ich sehr sorgfältig auswählen da ich sehr sehr schnell pleite bin Monat für Monat.

      Hat aber auch seinen Reiz, jede mich anrührende Aufnahme dann...

      Jeder nicht wie er will sondern wie es eben geht :rolleyes:
      "Verzicht heißt nicht, die Dinge dieser Welt aufzugeben, sondern zu akzeptieren, daß sie dahingehen."
      (Shunryu Suzuki)
    • Felix Meritis schrieb:

      Das heißt Kammermusik ist für viele Klassikliebhaber in ihrer Gesamtheit nicht zumutbar.
      Man muß dann unterscheiden zwischen einem Klassikliebhaber, der eher ein Liebhaber seiner Anlage ist und/oder Orgasmen sucht.
      Ich bin selber solch ein "Klassikliebhaber" immer gewesen und bin es noch.
      Kammermusik habe ich eher selbst gespielt, zuhause an der Anlage wollte ich immer die größtmögliche immaginäre Ejakulation.


      Nun denn, man lernt ja dazu, und ich persönlich freue mich darauf, den Rest meines Lebens immer öfter hörend mit Kammermusik zu verbringen.
      Ich muß zugeben, daß im Falle von Kammermusik meine hörende- nicht spielende- Dauerpubertät erst jetzt jenseits der 50 langsam aufhört.

      Wie gesagt, ich kann das alles gut nachvollziehen.
      Und das sich Einlassen auf Kammermusik ist tatsächlich vom reinem Hörerstandpunkt ein gewaltiger Schritt!
      Jedenfalls, was Aufnahmen an der eigenen Anlage angeht.

      Ein persönlicher Besuch eines sog. Kammerkonzertes ist eine ganz andere Geschichte und unterscheidet sich vom Erlebniss an der eigenen Anlage m.E. noch viel größer als vom Besuch eines Sinfoniekonzertes.
    • garcia schrieb:

      Es geht mir aber ebenso wie Kater Murr. Bei mir weil: Ich kann mir Konzerte eben einfach nicht leisten. Ich zahl Unterhalt für 3 Kinder.Was bleibt ist etwa HarzIV. Und ein Konzertbesuch mit nem vernünftigen Platz kostet soviel wie 10 sorgfältig ausgesuchte Marketplace-CDs... tja und nun? Ist mein Musikhören nur eine Ersatzhandlung wie von Michael fürs erotische Gebiet beschrieben?
      Es gibt an den Musikkhochschulen eine ganze Menge an unendgeltlichen Konzerten jedweder Gattung.
      Es gibt nach wie vor Kostengünstige Angebote der städt. Anbieter.......
      Gut, das ist dann nicht Zubin Mehta z.B. oder Justus Frantz, aber es ist auch heute noch möglich- sehr gut möglich- tolle Konzerte fast für umsonst oder glatt für umsonst zu besuchen.

      Man muß es nur wollen, und die Welt ist voll von armen und tollen Musikern, welche für nichts und wieder nichts auftreten und sich ein Publikum wünschen.

      Und viele von denen zahlen garantiert auch Unterhalt für Situationen, in denen sie lieber kastriert gewesen wären.
      Da bist Du nicht alleine.
      Und ich kann mich nicht erinnern, irgendetwas von Erotik geschrieben zu haben.

      Das, was ich beschrieben habe, hat eher etwas mit einem Druckausgleich zu tun, sorry vielmals.
      In meiner Studentenzeit habe ich jedenfalls fast keine Probleme gehabt, wenigstens einen Stehplatz für wenig Geld zu ergattern auch bei "großen" Konzerten.
      Das war dann zwar meistens kein "vernünftiger" Platz, aber immer noch besser als gar keiner.

      Und an der Anlage zuhause klingt das alles eh nicht wie in echt.
      Leider.
      Es klingt halt anders, und das finde ich auch gut so!

      Den Unterschied sollte man aber trotzdem kennen, finde ich.
    • Michael Schlechtriem schrieb:

      Es gibt an den Musikkhochschulen eine ganze Menge an unendgeltlichen Konzerten jedweder Gattung.
      Es gibt nach wie vor Kostengünstige Angebote der städt. Anbieter.......


      Und, nicht zu vergessen, den riesigen Bereich der Kirchenmusik: auch hier werden wundervolle Werke immer wieder gratis geboten, und wenn es einen fähigen Organisten, Kirchenchor etc. gibt, kann schon der ganze normale Gottesdienst musikalisch sehr reizvoll sein.
      „Orchester haben keinen eigenen Klang,den macht der Dirigent"
      Herbert von Karajan


      „nicht zehn Prozent meiner Musikleute verstehen so viel von Musik wie diese beiden Buben“.
      Karajan nach einem Gespräch mit den Beatles George Harrison und Ringo Starr.
    • Dafür müsste ich nach Saarbrücken oder Mannheim fahren - und das Programm, das geboten wird, wäre dazu noch interessanter als bei den gängigen Sinfoniekonzerten, wo ich W. A. Mozart oder P. I. Tschaikowsky wirklich nicht hören will. Das in Kaiserslautern ansässige Sinfonieiochester des Südwestfunks ist schon vor Jahren weggespart worden. Aber ich kann mir schon die Fahrkarte nicht leisten wie auch den Zeitverlust = Einkommensverlust. So ist in den letzten Krisenjahren mein "Kulturhaushalt" auf fast Null geschrumpft, noch stärker als der für Gastronomie, der schon seit Dekaden nie über 100 TEURO kommt (pro Jahr). Aber warum es mir besser gehen als anderen Spezialisten, wie es unter den sehr gut ausgebildeten Musikern gerade genügend gibt.

      Kirchenmusik ist oft überraschend interessant, so kommt man auch mit Musik von Hilding Rosenberg, Jehain Alain oder Jean Langlais in Kontakt.

      Mit Frédéric Chopin kann ich übrigens auch überhaupt nichts anfangen. Bei Franz Liszt habe ich mir schon fast vorsätzlich noch kein Urteil gebildet, wahrscheinlich weil ich ihn schonen will. :D :hide: Jedenfalls mag ich Liszt lieber als Richard Wagner, aber ich bin im Grunde ein bis zur Schroffheit unromantischer Mensch.

      Kammermusik ist fordernd - nach Aufmerksamkeit. Und wer etwas anderes als Streichquartett hören möchte, mit mehr als zwei beteiligten Musikern, hat erschreckend wenig Auswahl. Die Kammermusikabstinenz mancher ist für mich schon ziemlich gut nachvolllziehbar und vielleicht sogar einen eigenen Thread wert..

      Was mich wundert, dass hier eigentlich keiner Wolfgang Amadé Mozart nennt, von dem ich nur ganz weniges ertragen kann, ohne dass ich genervt nach einer anderen Schallquelle suche. Mit Mozart kann man mich foltern, wenn auch dezenter als mit Xavier Naidoo oder Wiener Walzer. Es gibt allerdings Ausnahmen, wenn Werk und Interpretation (sehr straff und ohne Süssstoffzusatz bitte) gut zusammenpassen. Der Jupitersinfonie beispielsweise kann man den "Meisterwerk-Staus" einfach nicht absprechen.

      Das Beste ist und bleibt aber ein Froschkonzert am See in einer lauen Mainacht. :juhu: :juhu: :juhu:


      LG, Kermit :wink:
      Es ist vielfach leichter, eine Stecknadel in einem Heuhaufen zu finden, als einen Heuhaufen in einer Stecknadel.
    • Kermit schrieb:

      Das Beste ist und bleibt aber ein Froschkonzert am See in einer lauen Mainacht.
      Absolut!
      d’accord!
      Davon abgesehen bin ich auch immer pleite, jeden Monat.
      Und ich mache gar nichts.
      Ich trinke, rauche und esse nur.

      Ich habe keine Kinder, esse sehr wenig, über das Rauchen- auch mit E-Zigarette- reden wir bitte nicht.

      Es reicht jedenfalls nicht, ich muß sehr viel tanken, im Moment muß ich private Arztrechnungen bezahlen, da ich seit Monaten nicht mehr spielen kann.

      Wir machen am besten einen internen Capriccio- Looser thread auf und unterhalten und dort weiter.
      Das meine ich ganz ernst, vielleicht können wir uns dort gegenseitig helfen, ohne daß dies im öffentlichen Raum zu sehen ist.
    • Michael Schlechtriem schrieb:

      Wir machen am besten einen internen Capriccio- Looser thread auf und unterhalten und dort weiter.


      Ja, da könnten wohl einige mitquaken :S . Ist eine Idee.
      Die Stimmung ist immerhin besser als die Lage - und zum Teil kann ich mich noch mit fossilem Geld den Stand der Technik halten, um überhaupt bestimmte Leistungen anbieten zu können. Dabei ist zum Teil recht üppig Geld da für die, die in bestimmten Netzwerken gut intergriert sind, selbst wenn die Leistung stinkt.

      Ab dem nächsten Wochenende ist vermutlich wieder ein Hauch mehr Zeit.

      Zum Thema zurück: Rutter möchte ich jetzt gar nicht kennenlernen - und Philipp Glass nehme ich mir nur sehr dosiert zu mir. Ihn werde ich habe nicht auf die Mißgefallens-Liste setzen, da ich die Minimal Music als zu wichtig ansehe. Sie ist aber sui generis (zumindest für mich) kein "Seitenprojekt" der klassichen Musik, sondern kommt woanders her (irgendwo zwischen den Stühlen). Hier ist sicher der blinde Musiker Moon Dog zu nennen! ausgeprägt repetitive, geradezu monotone Strukturen müssen nicht langweilig sein - das zeigt doch auch die geradezu schreiend komische Literatur von Thomas Bernhard.

      Ich bin übermüdet:
      gerade eben habe ich gelesen: "Ich esse keine Kinder, ich ..."
      Autsch.

      LG, Kermit :vv:
      Es ist vielfach leichter, eine Stecknadel in einem Heuhaufen zu finden, als einen Heuhaufen in einer Stecknadel.
    • Kermit schrieb:

      Was mich wundert, dass hier eigentlich keiner Wolfgang Amadé Mozart nennt, von dem ich nur ganz weniges ertragen kann, ohne dass ich genervt nach einer anderen Schallquelle suche. Mit Mozart kann man mich foltern, wenn auch dezenter als mit Xavier Naidoo oder Wiener Walzer. Es gibt allerdings Ausnahmen, wenn Werk und Interpretation (sehr straff und ohne Süssstoffzusatz bitte) gut zusammenpassen. Der Jupitersinfonie beispielsweise kann man den "Meisterwerk-Staus" einfach nicht absprechen.

      Das Beste ist und bleibt aber ein Froschkonzert am See in einer lauen Mainacht.
      NU hab ich doch glatt gelesen: "das Meiste ist und bleibt aber ein Froschkonzert..."
      Mozart, der olle Lurch...

      Achim schrieb:

      Als mE einziger in dieser trauten Runde kann ich Glass gut hören.
      ...
      Und Rutter hat um Weihnachten herum seine Berechtigung - welcome....
      Da sind wir ja schon zwei...
      Die englischen Stimmen ermuntern die Sinnen
      daß Alles für Freuden erwacht
    • Hallo zusammen!

      Dann will ich auch mal die Keule auspacken ;+) !

      Philip Glass - zu langweilig
      W.A. Mozart - so einiges - ist mir zu lieblich und wahrscheinlich bin ich auch durch meinen nahen Wohnort zur Mozartstadt schon etwas "abgestumpft". Don Giovanni, Die Hochzeit und Cosi mag ich hingegen sehr
      Wolfgang Rihm: da gibts ein paar Dinge, die ich nicht spannend finde - seine Quartette z.B.
      Max Reger: Finde sein Klavierkonzert durchaus interessant, alles andere leider extrem trocken... Seine Mozartvariationen hingegen mag ich sehr
      Franz Liszt: habe noch kein Werk gefunden, welches mich vom Hocker geworfen hat - ebenfalls zu trocken... - Die h-Moll-Sonate ist vielleicht eine Ausnahme...
      Und natürlich das ganze Belcanto-Zeugs...
    • Dass ich irgendeinen Komponisten richtiggehend nicht mag, ist bisher nicht vorgekommen. Wenn ich in den letzten drei Monaten meiner Erforschung auf etwas gestoßen bin, zu dem ich keinen Zugang hatte, hab ich versucht, es mir auf den zweiten oder dritten Blick munden zu lassen und es als Herausforderung zu sehen. Und oft war es dann auch tatsächlich so, dass Stücke, die ich sofort ganz toll fand beim fünften oder sechsten Mal etwas langweilig klangen und umgekehrt.

      Wieder andere Stücke sind für mich ganz extrem stimmungsabhängig, d.h. ich mag sie wirklich nur dann, wenn ich in der passenden Stimmung bin (wovon Bach und in geringerem Maße die Wiener Klassiker das Gegenteil sind, die passen irgendwie immer).

      Generell tu ich mich noch etwas schwer mit Vokalmusik, mit Opern mehr als mit geistlicher Musik. So habe ich versucht, Wagners Ring (den Anfang) und Verdis "Aida" einfach nur anzuhören ohne mich auf die Handlung zu konzentrieren. Das ging daneben. Erst, als ich die Libretti mitgelesen habe bzw. eine Aufführung auf DVD (mit Untertiteln) gesehen habe, hat es das Gesamtpaket Musik+Handlung für mich herausgehauen.

      Wagners Musik (auch die nichtvokale) ist für mich sehr stimmungsabhängig. Ein bisschen das musikalische Äquivalent dazu, eine Flasche Wodka auf ex zu trinken -- nicht subtil, berauschend, aber schnell wird mir schlecht.

      Kein Witz: Als ich neulich Fieberträume hatte, hat mich keine Musik so sehr getröstet wie Schoenbergs atonale und zwölftonige. Irgendwie wirkte sowieso alles, was ich wahrgenommen hatte, wie ein schiefer Ton. Und in der Musik hab ich mich dann verstanden gefühlt. ;)

      Auch zu einigen Komponisten des 20. Jahrhunderts fehlt mir noch der Zugang, während andere sofort gezündet haben. Stravinsky, Shostakovich, Hindemith fand ich sofort sehr interessant. Ligeti mochte ich allein schon wegen des Films "2001". Auch die Dänen, deren Kammermusik mit "ungewöhnlicher" Besetzung (z.B. Trompete + Orgel) ich neulich in der 10-CD-Box "Spirales - Snapshots of Contemporary Classical Music" gehört habe. Hingegen finde ich bisher Henze, Takemitsu und Stockhausen noch weitgehend unverständlich (abgesehen von Takemitsus Einlagen mit traditionall japanischen Instrumenten, die fand ich interessant) und etwas trostlos. Rautavaara sagt mir irgendwie mehr, wenn mir kalt ist (kein Witz).
    • "Fast nichts" war vielleicht etwas übertrieben. Aber ich gehe nicht regelmäßig ins Konzert/Oper (es sei denn, zweimal im Jahr zählt als regelmäßig). Nicht weil ich das ablehne, sondern aus logistischen, finanziellen und Trägheitsgründen. Die finanziellen Engpässe bestanden nicht immer, aber der logistische Aufwand für eine nicht-provinzielle Aufführung fast immer. Und nicht jede Stadt hat eine Musikhochschule, d.h. mit Provinz meine ich nicht Münster, sondern eher zwei Nummern provinzieller.
      Das mag jeder beurteilen wie er will.
      Dieses Jahr war ich einmal in der Oper, Mozarts Idomeneo. Ich hätte neulich zB die "Entführung" sehen können, war aber erstens erkältet und zweitens waren die Rezensionen nicht so toll und drittens ist das auch kein Stück, das ich unbedingt regelmäßig live sehen will. (Ich habe es zwei- oder dreimal in unterschiedlichen Inszenierungen gesehen). Manchmal verpenne ich auch Gelegenheiten, das gebe ich gerne zu. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass wenn die Aufwandsschwelle niedriger wäre, ich in Frankfurt oder Berlin wohnen würde und 20 min U-Bahn von regelmäßigen erstklassigen Konzerten entfernt wäre. ich diese Gelegenheiten häufiger wahrnehmen würde. Es ist auch ein Unterschied, ob man sich EUR 30 für eine Karte leisten kann oder obendrauf nochmal so viel an Fahrtkosten oder ggf. Hotelübernachtung, vom Zeitaufwand ganz zu schweigen. Ich sehe auch nicht ein, dass ich die Pflicht habe, dann stattdessen 25 EUR für eine provinzielle Aufführung auszugeben oder mein Sparverhalten so auszurichten, dass ich mir einmal im Jahr einen "Konzerttrip" für mehrere 100 EUR leisten kann.

      Gerade Sinfonien usw. fallen da besonders hintenrunter, weil mir der Aufwand für eine mehr oder minder provinzielle Aufführung normalerweise zu groß ist. Bei Opern und großen Chorwerken (hier habe ich die meisten schon live gesehen, h-moll-Messe oder Matthäuspassion auch je mindestens dreimal) ist das ein bißchen anders und ich habe in anderen Lebensphasen auch häufiger solche Gelegenheiten wahrgenommen.
      Tout le malheur des hommes vient d'une seule chose, qui est de ne pas savoir demeurer en repos dans une chambre.
      (B. Pascal)
    • Michael Schlechtriem schrieb:

      ...natürlich esse ich Kinder. ...
      Tut doch jeder!

      ;(

      Achim schrieb:

      Als mE einziger in dieser trauten Runde kann ich Glass gut hören.
      ich hör den auch gerne. ^^

      Herzliche Grüße:
      KALEVALA :wink:
      Die Wahrheit ist hässlich: wir haben die Kunst, damit wir nicht an der Wahrheit zugrunde gehen. (Nietzsche)


      Es gibt nichts Überflüssigeres und Schädlicheres als wie Musik. Wenn ein Mensch eine gewisse Zeit lang Musik hört, wird sein Gehirn faul und unseriös. (Ayatollah Khomeini)
    • zwoelftonapostel schrieb:

      Philip Glass - zu langweilig
      Menno du untertreibst ja wie Tamás
      Hau mit der Keule fester auf Glass . ich will Ääääääction
      Nozze ist in der Tat mega-hammer Mozart-Mucke.. l-l

      Bernhard schrieb:

      Als ich neulich Fieberträume hatte, hat mich keine Musik so sehr getröstet wie Schoenbergs atonale und zwölftonige. Irgendwie wirkte sowieso alles, was ich wahrgenommen hatte, wie ein schiefer Ton. Und in der Musik hab ich mich dann verstanden gefühlt. ;)
      Das ist ja voll geil.
      Weisst du zufällig noch, welche Schönberg-Mucke es aus seiner 12-töngen Phase das war ?...
      .. als Schönberg-Junkie müsste ich dir eigentlich regelmäßig solche Fieberträume wünschen, wenn dir’s nicht zu unersprießlich wär....
      „Ein Komponist, der weiß, was er will, will doch nur was er weiß...“ Helmut Lachenmann
    • @Bernhard:

      Bernhard schrieb:

      Kein Witz: Als ich neulich Fieberträume hatte, hat mich keine Musik so sehr getröstet wie Schoenbergs atonale und zwölftonige. Irgendwie wirkte sowieso alles, was ich wahrgenommen hatte, wie ein schiefer Ton. Und in der Musik hab ich mich dann verstanden gefühlt. ;)


      Zu mir hat mal jemand folgendes gesagt: Du musst ja krank sein, wenn Du Dir den Schoenberg anhören kannst ;+)

      Als "Zwoelftonapostel" kann ich Dir allerdings gratulieren. Mich würde ja auch interessieren, welches Stück Du Dir da angehört hast...

      Liebe Grüße

      Peter :wink:
    • @Amfortas09 & zwoelftonapostel:

      Genau weiß ich es nicht mehr, aber es war aus der Box "Pierre Boulez conducts Schoenberg" von Sony Classical. Ich glaube, es waren die Suite Op. 29, die Serenade Op. 24 und Pierrot Lunaire. Jedenfalls habe ich eine ganze Weile in der Box herumgehört und geswitcht, jene Nacht.

      Meinem ungeschulten Ohr ist es bisher auch noch nicht wirklich möglich, zwischen der "nur" atonalen und der zwölftonigen Phase Schoenbergs zu unterscheiden.

      Aber ich mag ihn total. Zwar sehr stimmungsabhängig, also keine Musik, die immer passt -- aber wenn ich Lust drauf habe, dann richtig. :)

      Ich erinnere mich, dass ich vor allem die Suite Op. 29 mitreißend fand, weil sie ganz besonders "abgespaced" wirkte UND instrumental ist. Schoenbergs Vokalmusik finde ich zwar auch gut, aber das ganze für Orchester ist einfach top. Deswegen hatte ich die verschiedenen CDs der Box nach ähnlichem durchsucht...

      (Geht aber auch nur, wenn meine Frau nicht in Hörweite ist. Ansonsten bekomme ich Ärger.)