Komponisten, wenn´s richtig unschön an die Nerven geht!

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    • zwoelftonapostel schrieb:

      Ist ja schön, wenn Glass Dir gut gefällt. Geschmäcker sind ja Gott sei Dank verschieden
      Das freut mich, das wir da einer Meinung sind, ich finds auch schön das Dir Schönberg gut gefällt.
      (naja, eigentlich ist es mir ganz schnurz) ^^




      Herzliche Grüße:
      KALEVALA :wink:
      Die Wahrheit ist hässlich: wir haben die Kunst, damit wir nicht an der Wahrheit zugrunde gehen. (Nietzsche)


      Es gibt nichts Überflüssigeres und Schädlicheres als wie Musik. Wenn ein Mensch eine gewisse Zeit lang Musik hört, wird sein Gehirn faul und unseriös. (Ayatollah Khomeini)
    • Bernhard schrieb:

      Als ich neulich Fieberträume hatte, hat mich keine Musik so sehr getröstet wie Schoenbergs atonale und zwölftonige. Irgendwie wirkte sowieso alles, was ich wahrgenommen hatte, wie ein schiefer Ton. Und in der Musik hab ich mich dann verstanden gefühlt. ;)


      Die ganze Welt ist voller schiefer Töne und heftiger Dissonanzen. Da fühl ich mich bei Schönberg & Co. einfach sehr zu Hause.

      Dagegen, Tschaikowski (aber nicht den Boris Tschaikowski, - der ist was für den Verliebt-Thread) und Rachmaninoff ertrage ich keine zwei Takte. Davon kriege ich Überzucker und heftiges Magengrimmen. Lieber 2 Wochen Zahnschmerzen, als 2 Takte von diesen Knilchen!

      Minimal Music nervt generell kollossal.

      Walzerseligkeit der diversen Sträuße. Die Vorstellung, ein Neujahrskonzert absitzen zu müssen, verursacht Alpträume und Panikattacken.

      Richard Strauss, bis auf die Metamorphosen :shake:

      Pärt bis auf ein paar frühe Werke :o:

      Brahms -Ungarische Tänze und Dvoraks Slovenische Tänze sind auch ganz schlimm - gehen gar nicht, obwohl ich ansonsten das meiste von beiden sehr mag.

      Ansonsten, ich borge mir mal Don Fatales hübsche Formulierung, mache ich den Bartleby bei Mozart, J.C. Bach, Bellini, Donizetti, Puccini und generell Verismo, Meyerbeer, frühen Wagner, Bruckner, Morton Feldman....

      :wink: Matthias
    • Matthias Oberg schrieb:

      Morton Feldman....
      also den muss ich mir unbedingt mal anhören... :rolleyes:


      Herzliche Grüße:
      KALEVALA :wink:
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      Es gibt nichts Überflüssigeres und Schädlicheres als wie Musik. Wenn ein Mensch eine gewisse Zeit lang Musik hört, wird sein Gehirn faul und unseriös. (Ayatollah Khomeini)
    • Michael Schlechtriem schrieb:

      Davon abgesehen bin ich auch immer pleite, jeden Monat.

      ......

      Wir machen am besten einen internen Capriccio- Looser thread auf und unterhalten uns dort weiter.


      Hey, ich bin dabei. Obwohl, eigentlich fühl ich mich nicht als Loser. Altersarmut ist zwar vorprogrammiert und die Kohle ist immer äußerst knapp, aber dafür lehre und schreibe ich nur noch völlig kompromißlos, nehme nur noch Aufträge an, hinter denen ich stehe - und das fühlt sich geil an. So gesehen, bin ich enorm privilegiert.

      Damit bin ich auch Prekarier und Geringverdiener, aber gehe trotzdem mehrfach jede Woche zu Live-Musik, wenn auch überwiegend zu Jazz-Konzerten, die hier in Berlin meist sehr günstig sind und die Szene ist gerade so gut und spannend, absolut top-weltklasse, wie noch nie. Auch in viele klassische Konzerte komme ich billig. Ich habe z.B. dieses Jahr für jeweils 15 Euri Zimmermanns Soldaten, Birthwistles Punch and Judy, drei Sciarrino-Opern, eine Rameau-Oper, eine Haydn-Oper und Bizets Carmen live erlebt, außerdem diverse Kammermusik, meist Neue Musik und einige Sinfonie-Konzerte.

      Insofern ist mir die Vorstellung, in kleineren Städten oder gar auf dem Land zu leben, der völlige Horror. Ich habe mich auch schon für länger in Chicago, London, Kopenhagen, Milano, Brüssel und Paris aufgehalten. Klar, auch spannend, aber um dort länger leben und mir Konzerte leisten zu können, müßte ich dort so viel arbeiten, dass ich für Konzerte wahrscheinlich kaum noch Zeit und Kraft hätte. Innerdeutsch ist auch in München, Hamburg oder Köln viel weniger los, besonders beim Jazz, Mieten, Lebenshaltung und Konzerteintritte sind dafür auch viel, viel teuerer. Das ist hier in Berlin halt alles, relativ gesehen, immer noch unschlagbar günstig. Also, ich weiß, weswegen ich hier lebe.

      So, jetzt höre ich auf, weil ich in ein Jazz-Konzert einer erstklassigen Schweizer Band will. Kostet mich als Vereinsmitglied im Trägerverein des Veranstalters 3 Euri. Den jährlichen Vereinsbeitrag arbeite ich ab als Berater bei der Programmgestaltung, Schreiber von Info-Texten etc.

      :wink: Matthias
    • EK_BT schrieb:

      Mir hat diese Doppel-CD recht gut gefallen:



      Die für Feldman wohl eher kurzen Stücke sind aber mW auch auf Youtube anhörbar.
      Danke für den Hinweis,
      habe mal etwas reingeschnuppert,

      25 Minuten reichen fürs erste (man soll ja nicht gleich alles auf einmal "essen", sonst verdirbt man sich schnell mal die Oh..äh, den Magen) :pfeif:


      Herzliche Grüße:
      KALEVALA :wink:
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      Es gibt nichts Überflüssigeres und Schädlicheres als wie Musik. Wenn ein Mensch eine gewisse Zeit lang Musik hört, wird sein Gehirn faul und unseriös. (Ayatollah Khomeini)
    • Bernhard schrieb:

      Ich glaube, es waren die Suite Op. 29, die Serenade Op. 24 und Pierrot Lunaire. Jedenfalls habe ich eine ganze Weile in der Box herumgehört und geswitcht, jene Nacht.
      Pierrot ist ja inzwischen fast zu so was wie'n „Klassiker“ mutiert. Nicht minder fetzig ist die weniger bekannte Serenade op. 24

      Bernhard schrieb:

      Meinem ungeschulten Ohr ist es bisher auch noch nicht wirklich möglich, zwischen der "nur" atonalen und der zwölftonigen Phase Schoenbergs zu unterscheiden.
      Wer kann das überhaupt beim bloßen Hören unterscheiden ?
      Ich nicht !

      Sogar in Schönbergs freiatonaler Phase gibt es zuweilen 12-tönige „Passagen“ z.B. in op. 19 Sechs kleine Klavierstücke oder im Pierrot. Wenn mir das eine freundliche Tastenquälerin nicht anhand der Noten erläutert hätte, wär’s mir nie klar geworden.

      In Berg Lyrische Suite sind nicht alle Sätze in 12-Tonmucke organisiert.
      Denjenigen möchte ich erleben, der das spontan beim Ersthören der LS zu unterscheiden vermag.

      Jüngstes Beispiel : Wuorinens Meisterwerk (obwohl die meisten Kritiker an der Brokeback-Mucke blöde rumnörgeln) Brokeback-Mountain; BRD-Premiere gabs gerade in Aachen. Einige Gazetten schrieben nach der Madrider UA 2014 , die Oper sei 12-tönig. Woher wissen die denn das ? Ich glaub, keiner hat in die Noten geschaut. Sie wissen’s vermutlich nur, weil’s denen vom Komponisten oder seinem Manager eingeblasen wurde...

      Bernhard schrieb:

      Aber ich mag ihn total. Zwar sehr stimmungsabhängig, also keine Musik, die immer passt -- aber wenn ich Lust drauf habe, dann richtig. :)

      Ich erinnere mich, dass ich vor allem die Suite Op. 29 mitreißend fand, weil sie ganz besonders "abgespaced" wirkte UND instrumental ist. Schoenbergs Vokalmusik finde ich zwar auch gut, aber das ganze für Orchester ist einfach top. Deswegen hatte ich die verschiedenen CDs der Box nach ähnlichem durchsucht...
      Also ich wünsche dir – allerdings keine unpässlichen - zahllose Stimmungen, die dich für Schönberg-Mucke empfänglich machen. Vielleicht gibt’s dann Feedback von dir im „Frisch-Verliebt“-Thread.

      Bernhard schrieb:

      (Geht aber auch nur, wenn meine Frau nicht in Hörweite ist. Ansonsten bekomme ich Ärger.)
      Kommt mir irgendwie sehr bekannt vor. :D Hat sich aber glücklicherweise etwas entspannt ...
      „Ein Komponist, der weiß, was er will, will doch nur was er weiß...“ Helmut Lachenmann
    • Kermit schrieb:

      Kammermusik ist fordernd - nach Aufmerksamkeit. Und wer etwas anderes als Streichquartett hören möchte, mit mehr als zwei beteiligten Musikern, hat erschreckend wenig Auswahl. Die Kammermusikabstinenz mancher ist für mich schon ziemlich gut nachvolllziehbar und vielleicht sogar einen eigenen Thread wert..
      Ganz genau, bei Kammermusik muß man sich halt anstrengen. Das ist nichts für den Hintergrund. Aber das es "erschreckend wenig Auswahl gibt" ist natürlich ziemlicher Quatsch. Ganz im Gegenteil gibt es unglaublich viele Kammermusik für 3 bis 6 Instrumente. Allein bei den Klaviertrios dürften es annähernd an die 1000 Werke sein. Fast jeder bedeutende Musiker ab etwa der Mitte des 18. Jh. hat Kammermusik geschrieben. Aber wenn selbst ein Herr Kornemann im Rondo schreibt, das Frankreich bis weit ins 19. Jh. eine "Kammermusikwüste" gewesen sei, zeigt das eine erschreckende Unkenntnis in diesem Bereich.
      Wer sich allgemein für Musik interessiert und die Kammermusik ganz oder weitgehnd meidet, verpasst einen wichtigen Bereich des musikalischen Schaffens. Daher ist für mich die Abstinenz so mancher hier überhaupt nicht nachvollziehbar. Und Kammermusikkonzerte werden reichlich angeboten. Heute Abend z.B. bin ich in einem solchen Konzert, wo Werke französischer Komponisten für Klavier und Bläserensemble geboten werden.

      Eusebius
      "Sie haben mich gerade beleidigt. Nehmen Sie das eventuell zurück?" "Nein" "Na gut, dann ist der Fall für mich erledigt" (Groucho Marx)
    • Eusebius schrieb:

      Ganz genau, bei Kammermusik muß man sich halt anstrengen. Das ist nichts für den Hintergrund.
      Kann mir das mal jemand erklären? Ich verstehe tatsächlich überhaupt nicht, inwiefern man sich bei Kammermusik prinzipiell mehr "anstrengen" muss als bei einer Symphonie oder Klaviersonate.

      Eusebius schrieb:

      Aber das es "erschreckend wenig Auswahl gibt" ist natürlich ziemlicher Quatsch.
      Kann man so sagen. Selbst wenn man sich nur auf die berühmten Komponisten beschränkt, kommt man kaum durch. Allerdings fällt es schon auf, dass viele Ensembles immer nur dieselben Stücke spielen: von Brahms nur das H-Dur-Trio, aber so gut wie nie das C-Dur oder c-moll, von Dvorak nur das Dumky-Trio, kaum mal das f-moll und fast nie die beiden ersten, von Schumann höchstens mal das d-moll-Trio, von Haydn fast immer das Zigeuner-Trio, von Beethoven immer wieder das Geister-Trio op. 70/1 aber kaum mal das in Es-Dur op. 70/2. Oder bei Klavierquartetten: Von Brahms unverhältnismäßig oft das erste usw..


      Christian
      "Herr Professor, vor zwei Wochen schien die Welt noch in Ordnung."
      "Mir nicht."
      (Theodor W. Adorno)
    • Ich finde Orchester- und besonders Vokalmusik normalerweise schlechter für den "Hintergrund" geeignet als Kammermusik. Anstrengen muss ich mich für Kammermusik nicht unbedingt.
      Allerdings kann ich ein wenig verstehen, dass für manche Hörer die Reize der Kammermusik nicht so stark sind (auch wenn es mir nicht so geht und ich etliche Kammermusik schon als Anfänger spontan attraktiv fand).
      Natürlich gibt es zig Werke für Trio bis Sextett und selbstverständlich verpasst man wesentliche Werke der klassischen Musik, wenn man Kammermusik verweigert. Aber das müssten die Verweigerer eigentlich wissen, es geht hier ja nicht um "Geheimtips", sondern sehr berühmte, häufig aufgeführte Stücke.
      Tout le malheur des hommes vient d'une seule chose, qui est de ne pas savoir demeurer en repos dans une chambre.
      (B. Pascal)
    • ChKöhn schrieb:

      Zitat von »Eusebius«
      Ganz genau, bei Kammermusik muß man sich halt anstrengen. Das ist nichts für den Hintergrund.

      Kann mir das mal jemand erklären? Ich verstehe tatsächlich überhaupt nicht, inwiefern man sich bei Kammermusik prinzipiell mehr "anstrengen" muss als bei einer Symphonie oder Klaviersonate.
      So war es auch nicht gemeint, dass man sich speziell bei Kammermusik besonders anstrengen muss. Es ist eher eine generelle Haltung zur Rezeption von Musik.

      Die Vernachlässigung von Repertoire ist allerdings (nicht nur hier) eine bedauerliche Erscheinung unseres Konzertbetriebes. Der Kammermusikführer von Wilhelm Altmann (auch schon 70 Jahre alt) umfasst ca. 350 eng beschriebene Din A4 Seiten mit Kammermusikwerken. Aber es gibt dennoch eine ganze Reihe von Veranstaltungen, die sich diesem Repertoire auf besondere Weise widmen (z.B. Fürstensaal Classics Kempten, Russisches Kammermusikfest Hamburg oder Heimbach).

      Eusebius
      "Sie haben mich gerade beleidigt. Nehmen Sie das eventuell zurück?" "Nein" "Na gut, dann ist der Fall für mich erledigt" (Groucho Marx)
    • Ihr habt ja alle recht (generelle Haltung zum Hören, Vernachlässigung von Repertoire). Ich gebe zu, dass ich zum reinen Musik-Hören eher zu wenig Zeit habe und noch irgendetwas anderes nebenher mache. Geht aber nicht anders, habe keinen nine-to-five-job.

      Und ich höre kaum Brahms und Dvorak (das sind wirklich Kammermusik-Titanen auch jenseits des Streichquartetts), auch weniger Schönberg, z.B. sondern eher Schostakowitsch, Weinberg, Simpson. Und da ist mir aufgefallen, dass bei diesen nur das Streichquartett gut bedacht wurde bzw. gut erschlossen ist. Man könnte auch in diesem Forum hier nachvollziehen, dass die Kammermusik doch "etwas" unterrepräsentiert ist.

      Ich nehme das hier zum Anlass, jetzt mal einen Tag nur mit Kammermusik zu verbringen. Weiter also im "Eben gehört: Neue-Musik"-Thread.

      LG, Kermit :wink:
      Es ist vielfach leichter, eine Stecknadel in einem Heuhaufen zu finden, als einen Heuhaufen in einer Stecknadel.
    • putto schrieb:

      Zitat von »Eusebius«
      Allein bei den Klaviertrios dürften es annähernd an die 1000 Werke sein.

      So wenige?
      ?(


      Tja, da es nach Schätzung von Fachleuten ca. 100 000 Opern geben soll, kriegt man mit als Liebhaber des Instrumentellen doch dessen Zweitrangigkeit mit den 1000 Klaviertrios drastisch vor Augen geführt.
      ---
      Es wäre lächerlich anzunehmen, daß das, was alle, die die Sache kennen, daran sehen, von dem Künstler allein nicht gesehen worden wäre.
      (J. Chr. Lobe, Fliegende Blätter für Musik, 1855, Bd. 1, S. 24).


      Wenn du größer wirst, verkehre mehr mit Partituren als mit Virtuosen.
      (Schumann, Musikalische Haus- und Lebensregeln).