Peter Mattei - der schwedische Spitzenbariton.

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    • Peter Mattei - der schwedische Spitzenbariton.

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      Ich habe eigentlich erst durch unsrer Musikkristin etwas von diesem Ausnahmesänger etwas gehört und bin begeistert, nicht nur als Sänger des Figaro Grafen, des Don Giovanni oder Eugen Onegin.

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      Peter Mattei wurde am 3. Juni 1965in Piteá geboren und hat auch in Schweden an der Königlichen Musikschule und der Hochschulefür Oernsänger studiert.

      Aber seinen internationalen Durchbruch hatte er dann als Don Giovanni im Festival d'Aix-en Provance. Sein oft schon wiederholtes Wien Gastspiel hat er aber in der Titelpartie des Eugen Onegin am 24.4.,26.4 und 28.4. 2014. So ein Glück.


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      Das darstellerische und musikalische Genie kann er hier wieder zeigen.

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      und besonders auch abseits von der Oper in amerikanischen Melodien von Sinatra bis....
      Also mehr als zu empfehlen. Euer Peter aus Wien. :wink:
    • Lieber Peter,

      ja was soll ich dazu schreiben? Vor Jahr und Tag habe ich ihn hier verrissen und ihm die Ausstrahlung als Don Giovanni abgesprochen (Scala-Eröffnung 2011). Mir gefiel die Inszenierung nicht und so habe ich im 1. Akt ausgeschaltet. Was für ein Fehler!

      So habe ich mich nicht um ihn "gerissen" bis, ja bis ich ihn am 18. Oktober 2014 bei der Met-Übertragung als Figaro-Grafen erlebte. Er war für mich ein Ereignis und in seiner Art in dieser Rolle auf der gleichen Stufe wie Ruggero Raimondi und Sir Thomas Allen. So etwas von Temperament und schöner Stimme, ich war hin und weg. Das "Contessa perdono" habe ich noch nie so schön gesungen gehört. Das Publikum in N.Y. stand fast Kopf und ich hab es verstanden.

      Seitdem bin ich am Suchen, um möglichst viel von seinen Aufnahmen, ob Film oder Audio zu ergattern. Nächstens mehr!

      Daß ich mir diese Oper angesehen habe ist nur ihm zu verdanken: Sein Amfortas ist erschütternd gut:

      .

      Dasselbe gilt für die Oper "Il Barbiere di Siviglia", wo er 2007 an der Seite von Juan-Diego Florez als Figaro eine "Granate" war, auf Youtube anzusehen. Er ist gleichermaßen großartig im Drama wie in der Komödie.


      :wink: :wink: :wink: Kristin
      Vom Ernst des Lebens halb verschont ist der schon der in München wohnt (Eugen Roth)
    • Ich stimme dem Gesagten 100%ig zu. Peter Mattei ist eine Urgewalt, als Sänger und als Darsteller gleichermaßen. Sein Bariton hat ein ungemein faszinierendes, kerniges Timbre und eine phänomenale Durchschlagskraft. Als Don Giovanni und als Eugen Onegin klingt er so, als ob in jedem Ton mindestens 10 kg Testosteron mitschwingen. Aber wie Kristin schon angedeutet hat, er beherrscht eine ungeheure Palette von stimmlichen Ausdrucksmöglichkeiten und gestaltet jede einzelne Silbe mit Bedacht.
      Darstellerisch ist er ein sicherer Garant gegen Langeweile, ohne dass ich ihm overacting vorwerfen könnte. Was er tut, wirkt immer stimmig, allerdings scheint er nicht die geringsten Hemmungen zu haben, auch extreme Gefühsregungen auf die Bühne zu stellen. Ein Beispiel, bei dem er die Regieanweisungen - die mir persönlich zu weit gehen und für die man starke Nerven braucht - fast schon zu gut umgesetzt hat ist der Pariser Don Giovanni, (Champagner-Arie: "https://www.youtube.com/watch?v=2BLNVWQjtd8").
      Auch ich sammele alles von ihm, was ich (mit Bild) in die Finger kriegen kann. Bisher sind das die beiden Don Giovanni-DVDs (Scala und Aix), der Salzburger Onegin, der MET-Barbiere, der MET-Parsifal (Amfortas), der DOB Tannhäuser 2014 (Wolfram), der Scala-Fidelio 2014 (Don Fernando) und Ausschnitte aus seinem Frankfurter Billy Budd 2007 und seinem Pariser Figaro (Almaviva).
      Ein kurzes Schmankerl, was dennoch viel von seinen Qualitäten zeigt: Peter Mattei as Daniel Westling (Don Giovannis Ständchen) "https://www.youtube.com/watch?v=zXK0ixMYZYo"

      Wenn ich mich für einen Lieblingssänger unter den Aktiven entscheiden müsste, wäre es Peter Mattei. :love:

      VG, stiffelio

      P.S.: eine neugierige OT-Frage: weiß jemand, wie groß (=Körperhöhe ;+) ) Peter Mattei eigentlich ist? Egal wer neben ihm steht, Mattei scheint immer noch größer zu sein.
    • Kleine Info für Royalisten ;+) :

      Schweden ist ein Land, wo verdienstvolle Sänger nicht etwa nur Kammersänger werden, sondern vom König zum Hofsänger [Hovsångare] ernannt werden :P . Wie ich gerade sehe, ist Mattei schon seit 2004 ein solcher, um sich damit in eine illustre schwedische Sängerriege, die man sich hier ansehen kann: "http://sv.wikipedia.org/wiki/Hovs%C3%A5ngare", einzureihen.

      LG, Amaryllis
    • stiffelio schrieb:

      der DOB Tannhäuser 2014 (Wolfram)
      Das ist ja eine, ich würde mal sagen für mich, gewöhnungsbedürftige Inszenierung gewesen. Aber wie sensibel Mattei das Lied an den Abendstern gestaltete (z.T. tänzerisch, das kann er, ohne daß es komisch wirkt) und sang, das war beeindruckend. Wie er sich, die Brille abnehmend, neben die Schuhe kniete, das würde bei den meisten anderen nicht glaubhaft wirken. Ihm habe ich die tiefe Liebe und Anbetung abgenommen. Das kann nur Mattei so!!!

      Wie ich an anderer Stelle schrieb, habe ich schon die Karte für seinen Wiener "Eugen Onegin" am 28.04.2015. Freue mich schon irrsinnig. Denn der Onegin von 2007 in Salzburg war ganz wunderbar. Außer Hvorostovsky, der macht es auf seine Art besonders, ist er mein Onegin. Eigentlich an erster Stelle.

      :wink: :wink: :wink: Kristin

      P.S. Das ist eigentlich das Positivste, das ich in den letzten Jahren mehr und mehr lernte: Viele Sänger zu lieben, jeden auf seine Art. Es ist eine Bereicherung für mich, nicht so festgefahren zu sein.
      Vom Ernst des Lebens halb verschont ist der schon der in München wohnt (Eugen Roth)
    • Musikkristin schrieb:

      Aber wie sensibel Mattei das Lied an den Abendstern gestaltete (z.T. tänzerisch, das kann er, ohne daß es komisch wirkt) und sang, das war beeindruckend.

      Dieses. oder? => "http://youtu.be/EQeAq9m3NEU"
      Hallo Kristin, ich gebe Dir recht -- da braucht es wirklich einen Ausnahmekünstler, um in dieser oberspießigen Kostümierung nicht lächerlich zu wirken!

      LG, Amaryllis
    • Hallo Amaryllis,

      ja das meine ich. Schau es mir gerade wieder mal an. Die Inszenierung war schon grenzwertig. Aber er zeigte wieder mal seine wunderbare Vielfältigkeit. Und ohne lächerlich zu wirken, das ist wahr!!!


      :wink: :wink: Kristin
      Vom Ernst des Lebens halb verschont ist der schon der in München wohnt (Eugen Roth)
    • Vollkommen begründungslos und aus der Hüfte geschossen: Mattei ist nicht nur ein sehr guter Opernsänger, sondern auch ein hervorragender Konzert- und Liedsänger.

      Vielleicht noch ein paar Hinweise, beispielsweise auf diese recht ordentliche Live-Aufnahme des "Don Carlo", in der er einen wirklich herausragenden Posa singt:



      Auf diesen beiden Aufnahmen des Sibelius'schen "Kullervo" gibt er denselbigen mit fast an Jorma Hynninen heranreichender Intensität



      und auch hier



      gefällt er mit ausnehmend gut.

      Und diese CD, die ich einmal leihweise haben hören dürfen, kann ich den Liederfreunden sowohl wegen des Repertoires als auch wegen Mattei warm an die Pumpe legen:



      :wink: Agravain

      Ich habe das schon oft bemerkt; die Leute von Profession wissen oft das Beste nicht.
      Georg Christoph Lichtenberg

      Sei nicht wie der Frosch im Brunnen. Der Frosch kennt nichts Größeres als den Brunnen, in dem er sitzt. So sind alle Frömmler; ihnen gelten nur ihre eigenen Glaubenssätze.
      Shrî Ramakrishna
    • Musikkristin schrieb:

      Er war wunderbar als Amfortas. Ich hörte in einem Ausschnitt nur einen Laut und wußte, das muß ich sehen und hören!!! Und Parsifal ist weiß Gott nicht meins.

      Mir ging es ganz genauso! Ich habe, das muss ich hier gestehen, vorher nie einen Parsifal durchgehalten, bis mich die "stiffelio" auf diese DVD aufmerksam gemacht hat -- auch die anderen Rollen sind m.E. gut / sehr gut besetzt.

      LG nochmal, Amaryllis
    • Auch "aus der Hüfte geschossen" - der Ausdruck gefällt mir -:



      Mattei und auch Frau Tilling und die Musik und das Orchester: ein Traum.

      Weihnachtslieder auf Schwedisch: Jul med - leider nur als Download zu kriegen

      Krieg ich in den nächsten Tagen und bin gespannt:




      Sein Rodrigo in diesem feinen "Don Carlo" aus Schweden war wirklich das Highlight. :juhu: :juhu:

      :wink: :wink: Kristin
      Vom Ernst des Lebens halb verschont ist der schon der in München wohnt (Eugen Roth)
    • Hallo,

      Peter und ich sind ja in Ausarbeitung einer Wunschliste für künftige Partien, die er gefälligst noch singen soll. Einen Mandryka auf jeden Fall!!!

      Die kriegt er dann am Bühneneingang nächstes Jahr überreicht. :-H

      :wink: :wink: :wink: Kristin
      Vom Ernst des Lebens halb verschont ist der schon der in München wohnt (Eugen Roth)
    • Liebe Kristin und Freunde diese ungewöhnlichen Sängers!

      Bitte den Baron Scarpia nicht vergessen, dem muss ja jede Flori Tosca verfallen sein. Speziell bei den Cavaradossis [außer Jonas Kaufmann] die ich gehört, gesehen und mit Mißfallen genossen habe. :juhu: :juhu:

      Liebe Grüße sendet Euch Euer Peter. :wink: :wink:
    • Lieber Peter,

      da hätte es irgendein Cavaradossi schwer!!! Bei Kaufmann wäre es interessant, zwei solche Kaliber in Gegnerschaft auf der Bühne und die Stimmen! Der Jonas ist ja auch leicht baritonal!

      Aber Spaß beiseite: In einem Interview meinte er, mit Verdi z.B. hat er es nicht so. Aber einen Macbeth möchte er singen und einen Luna. Warum, seufz, seufz, hat er das nicht dieses Jahr in Salzburg verwirklicht!!

      Und eine Sorge hätten wir bestimmt nicht, im Falle eines Falles. Beim Tosca-Te Deum kommt er auf jeden Fall übers Orchester.

      :wink: :wink: :wink: Kristin
      Vom Ernst des Lebens halb verschont ist der schon der in München wohnt (Eugen Roth)
    • Hallo,

      heute bei mir angekommen:



      Nach dem Hören der Bariton-Soli - die Aufnahme ist von 1995 und insgesamt wunderbar - wird schon klar, warum er Weltkarriere machte.

      "Betörende Gestaltungsmöglichkeiten", so schrieb der "Standard" heuer nach dem Berliner "Tannhäuser" und genau diese hat Peter Mattei.


      :wink: :wink: :wink: Kristin
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    • Musikkristin schrieb:

      Hallo Amaryllis,

      ja das meine ich. Schau es mir gerade wieder mal an. Die Inszenierung war schon grenzwertig. Aber er zeigte wieder mal seine wunderbare Vielfältigkeit. Und ohne lächerlich zu wirken, das ist wahr!!!


      :wink: :wink: Kristin

      Hallo Kristin,

      diese Inszenierung fand ich nicht grenzwertig sondern schauderhaft :faint: ("Tanzterrorismus" lautete eine treffende Bezeichnung in einem anderen Forum). Die Szenen mit Mattei im letzten Akt sind fast die einzigen, die ich mit Bild aushalte. Wunderbar ist aber auch sein Zusammenspiel mit Elisabeth zwischen ihrer Arie und seiner Abendstern-Arie (derzeit offenbar leider nicht auf YT).
      Sein MET-Amfortas war eine reine Offenbarung für mich, zumal ich ihn da das erste Mal so ganz anders erlebt habe, als in den Giovanni- und Onegin-Rollen, in denen ich ihn kennengelernt hatte. Ungeheuer ernsthaft und ans-Herz-greifend, kein bisschen spöttisch oder ironisch. :juhu: Ich kann nur beten, dass er den Posa auch nochmal in einer Aufführung singen wird, die gefilmt wird, da ich ihn in dieser Rolle unbedingt auch sehen und nicht nur hören will.

      Er wäre sicher ein toller Scarpia, da seine bisherigen Rollengestaltungen schon zeigen, dass er auch richtig fies spielen kann. Das gleiche gilt für den Luna und wenn er mal einen Macbeth singt, werde ich vielleicht sogar auch noch Fan dieser Verdi-Oper, mit der ich mich bisher immer ein bisschen schwer getan habe.

      VG, stiffelio