Strauss, Richard: Vier letzte Lieder AV 150

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    • Strauss, Richard: Vier letzte Lieder AV 150

      Ich habe lange überlegt, ob ich einen Thread überhaupt starten soll, denn ein Starter sollte sich ja doch auch berufen fühlen, den weiteren Verlauf aktiv zu verfolgen und auch in der Lage sein, Substantielleres beizutragen als Listen seiner Aufnahmen. Da bin ich mir bei mir immer nicht so ganz sicher (weshalb ich auch keinen op. 61-Thread angemeldet hatte).

      Nachdem ich aber gestern mal wieder einen kleinen Stapel Strauss-CDs eingelegt habe und um dem für mich nicht nachvollziehbaren Vorwurf, hier würden im Verhältnis zu viele Diskussionen um Austritte, Diskussionsstil oder gar zuviel Nabelschau betrieben aktiv entgegenzuwirken, habe ich mich entschlossen, den nachfolgenden Text hier einzustellen.

      Den Text, den ich schon lange vor mir herschiebe, hatte ich auch schon im „Das Klassikforum“ eingestellt, ich habe ihn mir noch einmal durchgesehen und das eine oder andere ergänzt bzw. korrigiert.

      Richard Strauss – Vier letzte Lieder [1948]

      Richard Strauss schrieb die vier Lieder im Jahr 1948 im Schweizer Exil. Nachdem er am 6. Mai Im Abendrot (Text: Joseph von Eichendorff) vollendet hatte, folgten (nach Texten von Hermann Hesse) am 13. Juli Frühling, am 4. August Beim Schlafengehen und am 20. August das Lied September.

      Nach seiner Rückkehr nach Garmisch im Jahr 1949 schrieb er einen längeren Brief an die Sopranistin Kirsten Flagstad, dem er wohl auch verschiedene Partituren beilegte und in dem er ihr erklärte, dass er sich freue, ihr seine vier letzten Lieder mit Orchester zur Verfügung zu stellen, die zu der Zeit in London verlegt werden sollten. Außerdem sei die Uraufführung in London unter einem „erstklassigen Dirigenten“ angedacht. Für Kirsten Flagstad bestand wohl kein Zweifel daran, dass es sich bei diesem Dirigenten nur um Wilhelm Furtwängler handeln könne. Obwohl Walter Legge, der Gründer des 1945 gegründeten Philharmonia Orchestra, wohl nicht wirklich gut mit Furtwängler auskam, war dies letztendlich die Konstellation, unter der am 22. Mai 1950 – wenige Monate nach Strauss’ Tod – in der Royal Albert Hall in London der Zyklus der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Von der Uraufführung gibt es auch einen Mitschnittt:

      Kirsten Flagstad, Sopran / Philharmonia Orchestra / Wilhelm Furtwängler



      Der Titel stammt nicht von Strauss selber; die vier Lieder stellen weder das Ende seines Schaffens dar – er hat wohl neben und nach diesen vier Liedern auch noch andere Werke skizziert und entworfen –, noch wurden sie von ihm als abgeschlossener Zyklus betrachtet.

      Die Lieder dokumentieren nach Imbsweiler (in: Bütow et al. 1999) eine kontinuierliche, dynamische Auseinandersetzung mit den Themen Tod und Abschied, auch vor dem Hintergrund des vergangenen Krieges und in Gewärtigung des eigenen, baldigen Todes. Zu diesem Thema ebenso wie zu der Feststellung von Imbsweiler, daß sich die Lieder „[…] wiewohl handwerklich einwandfrei, sich musikgeschichtlich längst obsoleten Tonfällen bedienen;“ und der vom selben Autor aufgeführten „[…] Diskrepanz zwischen ihrem selbstgenügsam spätromantischen Ton und der aktuellen Situation des Komponisten.“ wird sich im Laufe der Diskussion sicher das eine oder andere ebenso wie zu den Texten selber ergeben.

      1950 erschien posthum bei Boosey & Hawkes die erste gedruckte Ausgabe. Dabei wurde eine von der Chronologie der Entstehung abweichende Reihenfolge gewählt:
      1. Frühling (13. Juli 1948; Text: Hermann Hesse,)
      2. September (20. September 1948; Text: Hermann Hesse)
      3. Beim Schlafengehen (4. August 1948; Text: Hermann Hesse)
      4. Im Abendrot (6. Mai 1948; Text: Joseph von Eichendorff)
      Die Lieder werden soweit ich das gefunden habe in Werkverzeichnissen unter AV 150 oder TrV 296 geführt.

      __________________________
      EDIT 19.07., gegen 19:00:
      Aus Gründen des Urheberrechts – Rideamus wies darauf hin, daß Hesses literarisches Werk noch unter Urheberrechtsschutz steht – nehme ich die Texte der Gedichte wieder raus, ich lasse lediglich den Gedichtanfang stehen. Und aus Gründen der Einheitlichkeit mach ich dies bei allen vier Gedichten.
      Wolfgang
      __________________________

      Zunächst aber noch einmal die Texte der Lieder.

      1. Frühling (Hermann Hesse)
      Widmung: Dr. Willi Schuh und Frau
      In dämmrigen Grüften
      träumte [...]

      2. September (Hermann Hesse)
      Widmung: Mr. & Mme Seery (Maria Jeritza)
      Der Garten trauert,
      kühl sinkt [...]

      3. Beim Schlafengehn (Hermann Hesse)
      Widmung: Herrn und Frau Dr. Adolf Jöhr
      Nun der Tag mich müd gemacht,
      soll mein [...]

      4. Im Abendrot (Joseph von Eichendorff)
      Widmung: Dr. Ernst Roth
      Wir sind durch Not und Freude
      Gegangen [...]

      Quellen:
      • Bütow, S., Meisel, P. & Raab, M. (Red.) (1999): Richard Strauss und die Moderne. Konzertzyklus der Münchner Philharmoniker zum 50. Todestag des Komponisten.– 381 S., zahlr. Abb.; München (Münchner Philharmoniker).
      • Strauss: Four Last Songs.– The Boosey & Hawkes Masterworks Library (2001)
      • Versch. CD-Beihefte
      Von den Vier letzten Liedern existieren zahlreiche Aufnahmen. Ich habe mal versucht, eine Liste zusammenzustellen, die allerdings nicht den Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, aber die Vielfalt der auf dem Markt (bisher) erhältlichen Aufnahmen zeigt.
      • Kirsten Flagstad, Philharmonia Orchestra London, Wilhelm Furtwängler (1950)
      • Sena Jurinac, Stockholm Philharmonic Orchestra, Fritz Busch (1951)
      • Elisabeth Schwarzkopf, Philharmonia Orchestra London, Otto Ackermann (1953)
      • Lisa Della Casa, Wiener Philharmoniker, Karl Böhm (1953)
      • Elisabeth Schwarzkopf, Philharmonia Orchestra London, Herbert von Karajan London (1956, Konzertmitschnitt)
      • Elisabeth Schwarzkopf, Concertgebouw Orchestra, George Szel (1964, Konzertmitschnitt)
      • Hanne-Lore Kuhse, Gewandhaus Orchester Leipzig, Václaw Neumann (1964)
      • Evelyn Lear, Wiener Philharmoniker, Karl Böhm (1964)
      • Elisabeth Schwarzkopf, Radio-Symphonieorchester Berlin, George Szell (1965)
      • Martina Arroyo, Kölner Rundfunk Symphonie-Orchester, Günter Wand (1967, Konzertmitschnitt)
      • Gundula Janowitz, RAI, Sergiu Celibidache (1969)
      • Elisabeth Grümmer, Berliner Philharmoniker, Richard Kraus (1970)
      • Birgit Nilsson, Swedish Radio Symphony Orchestra, Leif Segerstam (1970, Konzertmitschnitt)
      • Mirella Freni, Bologna Symphony Orchestra, Václav Smetacek (1973)
      • Leontyne Price, New Philharmonia Orchestra London, Erich Leinsdorf (1973)
      • Anneliese Rothenberger, London Symphony Orchestra, Andre Previn (1974)
      • Gundula Janowitz, Berliner Philharmoniker, Herbert von Karajan (1974)
      • Elisabeth Söderström, BBC Symphony Orchestra, Pierre Boulez (1976, Konzertmitschnitt)
      • Montserrat Caballé, Orchestre Philharmonique de Strasbourg, Alain Lombard (1977, Konzertmitschnitt)
      • Heather Harper, Royal Philharmonic Orchestra, Norman del Mar (1981)
      • Lucia Popp, London Philharmonic Orchestra, Klaus Tennstedt (1982)
      • Jessye Norman, Gewandhausorchester Leipzig, Kurt Masur (1982)
      • Anna Tomowa-Sintov, Berliner Philharmoniker, Herbert von Karajan (1983)
      • Magdalena Hajóssyová, Slovak Philharmonic Orchestra, Libor Pešek (1983)
      • Elly Ameling, Concertgebouw Orchester Amsterdam, Wolfgang Sawallisch (1983)
      • Eva Marton, Toronto Symphony Orchestra, Andrew Davis (1985)
      • Kiri Te Kanawa, London Symphony Orchestra, Andrew Davis (1985)
      • Heather Harper, London Symphony Orchestra, Richard Hickox (1987)
      • Arleen Augér, Wiener Philharmoniker, André Previn (1988 )
      • Kiri Te Kanawa, Wiener Philharmoniker, Georg Solti (1990)
      • Felicity Lott, Scottish National Orchestra, Neeme Järvi (1992)
      • Cheryl Studer, Staatskapelle Dresden, Giuseppe Sinopoli (1993)
      • Charlotte Margiono, Radio Filharmonisch Orkest Holland, Edo de Waart (1993)
      • Lucia Popp, London Symphony Orchestra, Michael Tilson Thomas (1994)
      • Joanna Borowska, Cracow Radio Symphony Orchestra, Friedrich Haider (1995)
      • Britt-Marie Aruhn, Stockholm Royal Orchestra, Siegfried Koehler (1995)
      • Renée Fleming, Houston Symphony Orchestra, Christoph Eschenbach (1996)
      • Barbara Hendricks, The Philadelphia Orchestra, Wolfgang Sawallisch (1996)
      • Sylvia Sass, Hungarian State Orchestra, Ervin Lukacs (1996)
      • Hellen Kwon, Orquesta Filarmonica de Gran Canaria, Adrian Leaper [1998]
      • Karita Mattila, Berliner Philharmoniker, Claudio Abbado (1999)
      • Adrianne Pieczonka, Orchestre Philharmonique de Nice, Friedrich Haider (1999)
      • Jane Eaglen, London Symphony Orchestra, Donald Runnicles (1999)
      • Deborah Voigt, New York Philharmonic Orchestra, Kurt Masur (1999)
      • Soile Isokoski, Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, Marek Janowski (2001)
      • Melanie Diener, Tonhalle Orchester Zürich, David Zinman (2002)
      • Elisabeth Meyer-Topsøe, Copenhage Philharmonic Orchesstra, Hans Norbert Bühlmaier (2002)
      • Anne Schwanewilms, The Hallé Orchestra, Mark Elder / BBC MM270 (2004)
      • Michaela Kaune, NDR Radiophilharmonie Hannover, Eiji Oue (2004)
      • Nina Stemme, Royal Opera House Orchestra, Covent Garden, London, Antonio Pappano (2006)
      • Anja Harteros, Sächsische Staatskapelle Dresden, Fabio Luisi (2007)
      • Barbara Krieger, Berliner Symphoniker, Heiko Matthias Förster [2008]
      • Ricarda Merbeth, Staatskapelle Weimar, Michael Halász [2008]
      • Renée Fleming, Münchner Philharmoniker, Christian Thielemann [2008]
      Aufnahmen, bei denen ich nicht alle Daten gefunden habe
      • Christl Goltz, ... Heinrich Hollreiser (1956)
      • Jessye Norman, Münchner Philharmoniker, Sergiu Celibidache
      • Eleanor Steber, ... , James Levine
      Aufnahmen mit Klavierbegleitung
      • Ljuba Welitsch, Paul Ulanowsky (1953)
      • Gabriele Fontana, Erich Werba (1986)
      • Barbara Bonney, Malcolm Martineau (1999)
      • Konrad Jarnot, Helmut Deutsch (2005)
      • Waltraud Meier, Joseph Breinl [2008]
      Eine recht umfangreiche Liste mit darüber hinaus gehenden Angaben wie Reihenfolge, Zeiten oder Label gibt es hier:

      "http://www.gopera.com/lieder/recordings/strauss_vll.html"
      Allerdings scheint sie seit 2005 nicht mehr ergänzt worden zu sein.

      Ich kenne oder besitze nur einen Bruchteil dieser Aufnahmen, sodaß ich nicht sagen kann, welche meiner Vorliebe für nicht „übersentimentale“, dabei manchmal schnell kitschig wirkende Aufnahmen am nächsten kommt (wobei ich mir nicht sicher bin, ob nicht so manches bei Strauss, unabhängig von der Interpretation dem Kitsch zuneigt). Aber Vorlieben werden sich vielleicht im weiteren Verlauf herauskristallisieren.

      Ich bin schon zu Schulzeiten ein denkbar schlechter Textdeuter gewesen und auch bei der Kombination von Text und Musik tue mich schwer mit dem, was Fairy im Nuits-Thread als die „Innenansicht der Materie“ bezeichnet hat und daher läuft bei mir eine „Wertung“ meiner Aufnahmen bisher immer noch mehr über den Klang von Aufnahme und Stimme und weniger über die Umsetzung textlicher Details in Musik.
      Daher überlasse ich die Vorstellung der einzelnen Gedichte sowie der Mittel, mit denen Strauss dies umzusetzen versucht, gerne anderen, berufeneren Mitgliedern in unserer Runde.
      Ich hoffe, daß ich dann aber doch auch die Zeit finde, mich bei der Vorstellung der einen oder anderen Aufnahme wieder einzubringen.

      So, und jetzt habe ich hoffentlich keine Anmeldung auf einen solchen Thread übersehen, das täte mir wirklich leid.

      Viele Grüße,
      Wolfgang
      Die Wahrheit zu sehen müssen wir vertragen können, vor Allem aber
      sollen wir sie unseren Mitmenschen und der Nachwelt überliefern,
      sei sie günstig oder ungünstig für uns. (August Sander)
    • Lieber Potzi (dein Name ist mir zu kompliziert), ich bin ja bekannterweise gar kein Strauss-Fan, aber bei seinen Liedern mache ich eine Ausnahme und freue mich dass Du einen Thread zu einem seiner schönsten Werke aufmachst.
      Zu den einzelnen Liedern sollen erstmal die echten Fans etwas sagen. Ich habe aber die Noten und kann bei Fragen einspringen.
      Jedenfalls gehören sie für mich zu den Werken, die ich eines schönen Tages mal gerne singen würde, auch wenn das sicher leider niemals mit Orchester sein wird.

      Wie Deine Cd-Liste zeigt, handelt es sich hier grundsätzlich um Lieder für eine grosse lyrische Stimme- auch wenn Lucia Popp und Barbara Bonney, Elly Ameling und Anneliese Rothenberger sich trotzdem nciht abschrecken liessen.
      Um über das Strauss'sche Orchester zu kommen und insbesondere um den unendlch langen Atem für seine Phrasen zu haben, bedarf es in jedem Fall einer absolut ausgereiften Stimme und Technik. Das ist etwas für eine Meisterprüfung und nichts für Lehrlinge und Gesellen.


      Ich habe nur einen Bruchteil der hier genannten Cds und wäre serh neugierig, wie die leichteren Stimmen damit zurande kommen. Hat jemand die aufnahme mit Elly Ameling oder Barbara Bonney? Wie klingt das?

      Ganz wunderbar singen meines Erachtens Renée Fleming, Lucia Popp und Kiri te Kanwa.
      Barbara Hendricks gefällt mir gar nciht, aber das liegt daran, dass ich ihr gutturales und hartes Timbre nciht mag.

      Meine Favoritin ist derzeit Kirsten Flagstad mit Furtwängler. Und zwar vor allen Dingen auch wegen des Orchesterklangs, der hier der Stimme einen solchen Raum gibt und eine so nuancenreiche Pianokultur zustande bringt, dass das auch ganz ohne Stimme ein Genuss sein könnte.
      Und Flagstad entwickelt , obschon sie wahrlich nciht mehr so ganz frisch ist, alle Ausdrucksmöglcihekiten ihrer sehr besonderen Stimme.
      Auch wenn sie manchmal flackert und nciht immer 100ig intoniert, fidne ich ihre Gestaltung unerreicht. (zumindest aus dem, was ich kenne)
      Gibt es eigentlich einen ganzen Tristan mit Furtwängler und Flagstad?
      Antworten bitte im Tristan-Thread- das gilt auch fûr Pfuetz, der sich nun wieder missionarische Hoffnungen macht! ;)
      Ich werde mir die Aufnahme der Vier Letzten Lieder gleich nochmal anhören, um die Details wieder ins Ohr zu bekommen.

      F.Q.
      Jede Krankheit ist ein musikalisches Problem und die Heilung eine musikalische Auflösung (Novalis)
    • Lieber Poztupimi,

      zunächst einmal herzlichen Dank für diese überwältigende Threadeinführung. Warum Du mit all dem Wissen meinst, keinen Thread gestartet haben zu sollen, ist mir absolkut schleierhaft. Davon abgesehen, können und sollen Threads zu Musikwerken ruhig auch von Leuten gestartet werden, die mehr wissen und lernen wollen.

      Leider muss ich trotzdem etwas Essig in den herrlichen Wein gießen:

      1) der erste ist rein subjektiv und muss Euch nicht stören. Neben Berlioz' LES NUITS D'ÉTÉ ist Strauss' VIER LETZTE LIEDER der mir liebste Liedzyklus überhaupt. Der Thread zu diesen Liedern hat aber gerade erst die Hälfte erreicht, und ich möchte erst den abschließen, weil ich da sehr viel Vergleichshören am Laufen habe, was ich auch gerne bei Strauss tun würde. Ich muss also um etwas Geduld bitten, bis ich mich einschalten kann.

      2) Gerade diese Tage musste ich ein Lyrikposting beschneiden, das eines der Hesse-Gedichte zitierte. Da Hesses literarisches Werk noch unter Urheberrechtsschutz steht, können wir nämlich leider nicht ohne Autorisierung die vollständigen Gedichte abdrucken. Ich wäre Dir daher zu Deinem und unserem Schutz dankbar, wenn Du die jeweiligen Gedichte auf maximal vier der Dir wichtigsten Zeilen kürzt oder ganz durch einen Link auf eine Seite ersetzt, auf der man sie - möglichst autorisiert - lesen kann. Das Eichendorff-Gedicht ist natüprlich unproblematisch. Zum Glück sind die Texte aber auch in den meisten neueren Einspielungen enthalten, so dass fast jeder, der sich für die Lieder interessiert, Zugang zu ihren Texten haben dürfte, die man natürlich auch in der Beschrebung der Einzellieder referieren kann.

      Sorry für diese schlechte Nachricht und bis bald in diesem Thread. Dazu eine kleine Quizfrage: Wer findet die direkte musikalische Verbindung vom Abendrot zur FRAU OHNE SCHATTEN bzw. ihrem Mann?

      :wink: Rideamus
      Ein Problem ist eine Chance in Arbeitskleidung
    • Liebe FairyQueen,

      FairyQueen schrieb:

      Lieber Potzi (dein Name ist mir zu kompliziert), [...]
      mir eigentlich beim Anmelden auch, und deshalb schreibe ich ja auch immer meinen richtigen Namen unter die Beiträge :D

      FairyQueen schrieb:

      Um über das Strauss'sche Orchester zu kommen und insbesondere um den unendlch langen Atem für seine Phrasen zu haben, bedarf es in jedem Fall einer absolut ausgereiften Stimme und Technik. Das ist etwas für eine Meisterprüfung und nichts für Lehrlinge und Gesellen.
      Da triffst wie ich finde schon einen wichtigen Punkt. Bei fast allen Aufnahmen, die ich bisher gehört habe, gibt es Textpassagen, bei denen die Sängerinnen die Strauss'schen Bögen nicht beachten und zwischendurch atmen. In Einzelfällen werden sogar einzelnen Silben verdoppelt.


      Lieber Rideamus,

      Rideamus schrieb:

      zunächst einmal herzlichen Dank für diese überwältigende Threadeinführung. Warum Du mit all dem Wissen meinst, keinen Thread gestartet haben zu sollen, ist mir absolkut schleierhaft.
      Ich bin halt manchmal ein Skeptiker und fürchte, daß mir in mancher Hinsicht doch zu schnell der Atem ausgeht ...

      Rideamus schrieb:

      Neben Berlioz' LES NUITS D'ÉTÉ ist Strauss' VIER LETZTE LIEDER der mir liebste Liedzyklus überhaupt. Der Thread zu diesen Liedern hat aber gerade erst die Hälfte erreicht, und ich möchte erst den abschließen, weil ich da sehr viel Vergleichshören am Laufen habe, was ich auch gerne bei Strauss tun würde. Ich muss also um etwas Geduld bitten, bis ich mich einschalten kann.
      Ich lese bisher mit großem Gewinn alle Eure Beiträge in dem Thread, und nicht zuletzt daraus rührt meine Skepsis hinsichtlich meiner eigenen Möglichkeiten.
      Vergleichshören ist auch bei mir noch notwendig, aber ein wenig hat es mich halt gejuckt, schon mal einen Anfang zu machen.

      Rideamus schrieb:

      Gerade diese Tage musste ich ein Lyrikposting beschneiden, das eines der Hesse-Gedichte zitierte. Da Hesses literarisches Werk noch unter Urheberrechtsschutz steht, können wir nämlich leider nicht ohne Autorisierung die vollständigen Gedichte abdrucken. Ich wäre Dir daher zu Deinem und unserem Schutz dankbar, wenn Du die jeweiligen Gedichte auf maximal vier der Dir wichtigsten Zeilen kürzt oder ganz durch einen Link auf eine Seite ersetzt, auf der man sie - möglichst autorisiert - lesen kann.
      Das Kürzen (verstehe ich Dich richtig: vier Zeilen dürfen sein, egal ob zusammenhängend oder über die Gedichte verteilt?) dürfte mir etwas schwer fallen, ich werde mich mal umsehen, ob ich einen Link finde, den ich dann bei den Hesse-Texten setzen kann.

      Viele Grüße,
      Wolfgang
      Die Wahrheit zu sehen müssen wir vertragen können, vor Allem aber
      sollen wir sie unseren Mitmenschen und der Nachwelt überliefern,
      sei sie günstig oder ungünstig für uns. (August Sander)
    • Poztupimi schrieb:


      Das Kürzen (verstehe ich Dich richtig: vier Zeilen dürfen sein, egal ob zusammenhängend oder über die Gedichte verteilt?) dürfte mir etwas schwer fallen, ich werde mich mal umsehen, ob ich einen Link finde, den ich dann bei den Hesse-Texten setzen kann.


      Lieber Wolfgang,

      ich werde Dich gerne bei diesem Thread unterstützen, bin dazu aber frühestens in einer Woche fähig. Wenn man die Texte analysiert, lässt sich auch ein Vollzitat begründen; da Problem des Vollzitats ist nur gegeben, wenn das Gedicht ohne Kommentar einfach abgedruckt wird.

      Ich kann auch noch einige Aufnahmen hinzufügen (wie die Schwarzkopf/Karajan, die in ihrer Art ein mehr als interessanter Beitrag zur Rezeption des Zyklus ist).

      Liebe Grüße Peter
      .
      Auch fand er aufgeregte Menschen zwar immer sehr lehrreich, aber er hatte dann die Neigung, ein bloßer Zuschauer zu sein, und es kam ihm seltsam vor, selbst mitzuspielen.
      (Hermann Bahr)
    • Also ich bleibe, wenn ich darf, bei Potzi, weil der Andere Potzi auch ein Wolf ist und ich euch irgendwie unterscheiden muss.

      Was deine Skrupel angeht: bloss nciht abschrecken lassen- im Gegenteil!

      Ich fidne es immer sehr schmerzlich , wenn User fürchten, sich zu blamieren und deshalb keine Threads aufmachen.

      Das was fehlt, tragen dann Andere nach und es ist auch sehr anregend, wenn man noch Ansatzpunkte hat, zu denen man ergänzen kann. Wenn Einer schon Alles erschöpfend darstellt, wird's schwierig mit dem Antworten.

      Deshalb teile ich die Lieder bei relativ gängigen Themen ja so gerne auf verschiedene User auf und das kônnten wir hier doch auch machen oder?

      Mit dem inwendigen kennen habe ich übringes vor allen Dingen gemeint, dass jemand der die Sachen schon selbst gesungen oder gespielt hat, ein Wissen vom Inneren der Sache mitbringt.

      Wenn ich ein Lied mit Noten vor mir liegen habe und richtgi oder ansummend mitsinge, wird mir manches erst richtig klar.

      Andererseits entgeht mir aber so der Gesamteindruck auf der rein rezeptiven Ebene. beides ist wichtig , denke ich.



      Habe Flagstad eben nochmal gehört. Die Tonqulität ist leider miserabel und sie rudert manchmal ganz ordentlich flatternd zwischen den Tönen herum. Aber die Interpretation!

      Und die Orchesterzwischenspiele sind umwerfend! :faint:

      Das Geigensolo in "Beim Schlafengehn" ist celestement und überhaupt gefallen mir am Besten die Fioritura- Belcanto-Stellen. ;+)

      Einfach serh schöne Musik, da kann man nichts Anderes sagen und ich würde mal gerne wissen, ob Edwin hier auch etwas gnädiger ist als bei den Symphonischen Dichtungen und den Opern...... :D
      Jede Krankheit ist ein musikalisches Problem und die Heilung eine musikalische Auflösung (Novalis)
    • Lieber Peter,

      Peter Brixius schrieb:

      Poztupimi schrieb:


      Das Kürzen (verstehe ich Dich richtig: vier Zeilen dürfen sein, egal ob zusammenhängend oder über die Gedichte verteilt?) dürfte mir etwas schwer fallen, ich werde mich mal umsehen, ob ich einen Link finde, den ich dann bei den Hesse-Texten setzen kann.


      Lieber Wolfgang,

      ich werde Dich gerne bei diesem Thread unterstützen, bin dazu aber frühestens in einer Woche fähig. Wenn man die Texte analysiert, lässt sich auch ein Vollzitat begründen; da Problem des Vollzitats ist nur gegeben, wenn das Gedicht ohne Kommentar einfach abgedruckt wird.

      Ich kann auch noch einige Aufnahmen hinzufügen (wie die Schwarzkopf/Karajan, die in ihrer Art ein mehr als interessanter Beitrag zur Rezeption des Zyklus ist).

      Liebe Grüße Peter
      gerade was die Interpretation von mir fachfremden Texten – und Gedichte gehören leider dazu – ist kompetente Unterstützung natürlich ein große Hilfe, vielen Dank!

      Ich denke es wird am günstigsten sein, wenn ich die Gedichte aus dem Eingangsbeitrag rausnehme und wenn sie dann bei der Vorstellung der einzelnen Lieder – soweit dies dann erforderlich und erlaubt ist – eingestellt werden.

      Viele Grüße,
      Wolfgang
      Die Wahrheit zu sehen müssen wir vertragen können, vor Allem aber
      sollen wir sie unseren Mitmenschen und der Nachwelt überliefern,
      sei sie günstig oder ungünstig für uns. (August Sander)
    • Poztupimi schrieb:

      Ich denke es wird am günstigsten sein, wenn ich die Gedichte aus dem Eingangsbeitrag rausnehme und wenn sie dann bei der Vorstellung der einzelnen Lieder – soweit dies dann erforderlich und erlaubt ist – eingestellt werden.
      Gute Idee. Also nur die Titel und vielleicht die erste Zeile zur Erinnerung stehen lassen.

      Ich bin sicher, der Rest folgt dann bei den Einzelbesprechungen, wenn man auch den Eichendorff komplett abdrucken kann

      :wink: Rideamus
      Ein Problem ist eine Chance in Arbeitskleidung
    • Liebe FairyQueen,

      während ich noch suche, ob ich nicht doch einen brauchbaren, nicht das Urheberrecht verletzenden Link zu den Hesse-Gedichten finde, eine kurze Unterbrechung.

      FairyQueen schrieb:

      Also ich bleibe, wenn ich darf, bei Potzi, weil der Andere Potzi auch ein Wolf ist und ich euch irgendwie unterscheiden muss.
      Natürlich, wie es Dir beliebt!

      FairyQueen schrieb:

      Deshalb teile ich die Lieder bei relativ gängigen Themen ja so gerne auf verschiedene User auf und das kônnten wir hier doch auch machen oder?
      Da ich meine Schwächen bezüglich der Interpretation von Prosa jedweder Form kenne, hatte ich dies ja angedeutet – ok, nicht so direkt, aber ich hoffe, es wird doch so verstanden.


      FairyQueen schrieb:

      Habe Flagstad eben nochmal gehört. Die Tonqulität ist leider miserabel und sie rudert manchmal ganz ordentlich flatternd zwischen den Tönen herum. Aber die Interpretation!

      Und die Orchesterzwischenspiele sind umwerfend! :faint:

      Das Geigensolo im ersten Lied ist bereits celestement und überhaupt gefallen mir am Besten die Fioritura- Belcanto-Stellen.
      Auch wenn ich mich gerade auch was die Klangqualität mit alten Konzertmitschnitten gerne mal schwer tue, denke ich, daß hier diese Aufnahme unbedingt auch als wichtiges Dokument der Rezeptionsgeschichte dazu gehört.
      Ich schätze den Zyklus schon sehr, und umwerfend triffte es für mich da immer wieder. Auch wenn ich immer mal wieder beim Hören denke "... ist das jetzt nicht furchtbar dick oder plakativ oder einfach kitschig?"
      Aber wenn ich dann eine Gänsehaut bekomme, dann kann ich damit leben.


      FairyQueen schrieb:

      Einfach serh schöne Musik, da kann man nichts Anderes sagen und ich würde mal gerne wissen, ob Edwin hier auch etwas gnädiger ist als bei den Symphonischen Dichtungen und den Opern...... :D
      Oder ob er sich auch unter diejenigen einreiht, die auch bei den Vier letzten Liedern Strauss für überbewertet halten?

      Viele Grüße,
      Wolfgang
      Die Wahrheit zu sehen müssen wir vertragen können, vor Allem aber
      sollen wir sie unseren Mitmenschen und der Nachwelt überliefern,
      sei sie günstig oder ungünstig für uns. (August Sander)
    • Poztupimi schrieb:

      Einfach sehr schöne Musik, da kann man nichts Anderes sagen und ich würde mal gerne wissen, ob Edwin hier auch etwas gnädiger ist als bei den Symphonischen Dichtungen und den Opern...... :D
      Oder ob er sich auch unter diejenigen einreiht, die auch bei den Vier letzten Liedern Strauss für überbewertet halten?

      Viele Grüße,
      Wolfgang
      Hoffet nicht zu sehr, außer darauf, dass er irgendwann mal wieder kehrt und das selbst sagen kann. Mir war da aus unserer alten Heimat ein Zitat in Erinnerung, das lautet so:

      Es gibt zwei grundlegend unterschiedliche Standpunkte: Die einen komponieren (fast ausschließlich) Literatur, die anderen komponieren mit Absicht keine nach herkömmlichem Verständnis literarisch hochstehende Texte. (Die Ausnahme war wohl Richard Strauss - er glaubte, Literatur zu komponieren, und komponierte Gartenlaube.)


      Das Gnädigste von ihm ist etwas kryptisch und lautet, anlässlich eines Textes über Edward Elgar, so:

      Frei von diesen Nachteilen ist ein in meinen Ohren wunderbarer Orchesterliederzyklus namens "Sea Pictures", die auch duftiger instrumentiert sich und die meisten Orchesterlieder von Richard Strauss (wenn auch nicht die "Vier letzten Lieder") bei weitem - auch an Geschmack - übertreffen. Fast ebenso schön ist die Ouvertüre "In the South" ("Alassio"), deren leuchtende Höhepunkte ebenfalls an Strauss erinnern.


      Schau'n wir mal, aber unsere eigenen Gedanken dazu sind dewegen ja nicht irrelevant. Ganz im Gegenteil, denn Phobien reizen mich immer zum Widerstand (außer meinen eigenen natürlich ;)

      :wink: Rideamus
      Ein Problem ist eine Chance in Arbeitskleidung
    • Rideamus schrieb:

      Frei von diesen Nachteilen ist ein in meinen Ohren wunderbarer Orchesterliederzyklus namens "Sea Pictures", die auch duftiger instrumentiert sich und die meisten Orchesterlieder von Richard Strauss (wenn auch nicht die "Vier letzten Lieder") bei weitem - auch an Geschmack - übertreffen. Fast ebenso schön ist die Ouvertüre "In the South" ("Alassio"), deren leuchtende Höhepunkte ebenfalls an Strauss erinnern.
      Das ist doch immerhin was.
      Aber Du hast natürlich recht, hoffen wir mal, daß Edwin wieder Zeit – oder ist's die Lust? – findet, hier zu schreiben.


      Rideamus schrieb:

      Schau'n wir mal, aber unsere eigenen Gedanken dazu sind dewegen ja nicht irrelevant. Ganz im Gegenteil, denn Phobien reizen mich immer zum Widerstand (außer meinen eigenen natürlich ;)
      In jedem Fall, warum sollten wir sonst hier schreiben?

      Viele Grüße,
      Wolfgang

      PS
      der "Semikolon-Minus"-Smiley ;+) fehlt Dir, oder?
      (da habe ich ja was losgetreten :hide: )
      Die Wahrheit zu sehen müssen wir vertragen können, vor Allem aber
      sollen wir sie unseren Mitmenschen und der Nachwelt überliefern,
      sei sie günstig oder ungünstig für uns. (August Sander)
    • Lieber Wolfgang,

      ich freue mich über Deinen Thread. Auch, weil ich noch unschlüssig bin, was ich von den „Vier letzten Liedern“ halten soll. Einerseits klingen mir die schwelgenden Passagen etwas zu plakativ, als müsse der Hörer mit Macht auf die den Liedern innewohnende melancholische Stimmung hingewiesen werden. Andererseits finde ich es faszinierend, wie Strauss die menschliche Stimme als Instrument in die Klangwelt des Orchesters integriert hat.

      Während ich dies schreibe, läuft die Aufnahme mit Elisabeth Schwarzkopf und dem Radio-Symphonieorchester unter Szell. Ich höre die Schwarzkopf hier sehr gern und bin gespannt, wie die Experten diese Aufnahme einschätzen.

      Gruß, Cosima
    • Als ich. eher zufällig, vor zwanzig Jahren die CD mit Norman / Masur erstand, kannte ich nur die Aufnahmen mit della Casa und der Schwarzkopf. Die Lieder und die Interpretation durch zwei große Künstlerinnen hatten mich durchaus beeindruckt, nicht mehr und nicht weniger.

      Was mir aber dann, beim Hören der CD, widerfuhr, habe ich weder früher noch später je erlebt : Jessye Norman sang " Im Abendrot " so unglaublich anrührend und bewegend, dass mir die Tränen über die Wangen liefen, was sich noch intensivierte, als das Auferstehungsmotiv aus " Tod und Verklärung ", einem Jugendwerk, aufblühte. Das ist ehrlicher, zutiefst berührender Abschied eines alten Menschen vom irdischen Leben. Kitschig ? Was ist Kitsch ? Diese Lieder jedenfalls nicht !



      Ciao. Gioachino
      miniminiDIFIDI
    • Kleiner Tip für VLL-Süchtige:

      Bei Youtube findet sich "Im Abendrot" (für mich das Schönste der vier Lieder) gesungen von Julia Varady und begleitet vom Gewandhausorchester unter Kurt Masur. Wolfgangs Liste der Einspielungen ist ja sehr eindrucksvoll, aber Varady singt hier für mein Empfinden wirklich großartig und sollte nicht unerwähnt bleiben.

      Erschienen ist das ganze Konzert (VLL, Metamorphosen, Till Eulenspiegel) auf DVD.

      Cheers,

      Lavine :wink:
      "You gotta grab'em by Debussy" (DJ Trump)
    • Lieber Poztupimi, da sich der Kreis nun geschlossen hat, möchte ich Dir auf Dein Schreiben von Gestern antworten. Soweit ich weiß, ist nicht sicher, ob Richard Strauss die Lieder als Zyklus geplant hatte. Der Titel "Vier letzte Lieder" stammt wohl vom Boosey u. Hawkes-Verleger Ernst Roth. Er veröffentlichte die Lieder nach der Uraufführung 1950.

      Hochromantische Grüße von calisto :prost:
    • Meinem Verstand hat Eichendorff genug zu bieten, auch ausserhalb der Lieder.

      Ob das nun gegen Eichendorff oder gegen meinen Verstand spricht, môchte ich hier allerdings nicht zum Diskussiionsgegenstand machen, sondern stattt dessen besser mal das Gedicht "Im Abendrot" und die konkrete Frage nach dessen adäuater Vertonung gemeinsam mit den Interessierten besprechen, um damit Potzis Wunsch zum Inhalt diesem Thread wieder ein Stück näher zu kommen.

      Wir sind durch Not und Freude
      Gegangen Hand in Hand:
      Vom Wandern ruhen wir beide
      Nun überm stillen Land.

      Rings sich die Täler neigen,
      Es dunkelt schon die Luft,
      Zwei Lerchen nur noch steigen
      Nachträumend in den Duft.

      Tritt her und laß sie schwirren,
      Bald ist es Schlafenszeit,
      Daß wir uns nicht verirren
      In dieser Einsamkeit.

      O weiter, stiller Friede!
      So tief im Abendrot,
      Wie sind wir wandermüde -
      Ist dies etwa der Tod?



      F.Q.
      Jede Krankheit ist ein musikalisches Problem und die Heilung eine musikalische Auflösung (Novalis)
    • Cosima schrieb:

      Während ich dies schreibe, läuft die Aufnahme mit Elisabeth Schwarzkopf und dem Radio-Symphonieorchester unter Szell. Ich höre die Schwarzkopf hier sehr gern und bin gespannt, wie die Experten diese Aufnahme einschätzen.

      Gruß, Cosima


      Hallo Cosima,

      So gut wie bei allen Musikredakteuren, von denen ich bisher ein Urteil über Aufnahmen der Vier letzten Lieder gelesen habe, wird diese Einspielung als Referenz angesehen. Daneben kann dann oft nur Norman/Masur bestehen. Ich kann das jeweils gut verstehen, vor allem finde ich das Dirigat Szells vortrefflich. Auch andere Sängerinnen haben gute Einspielungen gemacht, z.B. Mattila oder Fleming. Meine Lieblingsaufnahme ist aber die mit Janowitz/BPh/Karajan. Sie ist in der Originals-Reihe der DG wieder angeboten worden, zusammen mit ebenso wunderbaren Interpretationen der "Metamorphosen" und "Tod und Verklärung", dessen Motiv ja Strauss dann "Im Abendrot" zitiert. Diese Lieder gehören zum kleinen Kreis an Musik, der mich jedesmal erschüttert und über alles Alltägliche emporhebt. Es dauert immer eine ganze Weile bis ich dann zurückkehre in diese Welt.

      Gruß, Beryllo
    • Hallo Beryllo,

      Schwarzkopf scheint mir nicht die ideale Interpretin dieser Lieder zu sein. Ich kenne hier sowohl eine der beiden Aufnahmen mit Szell (es gibt noch eine Live-Aufnahme aus Amsterdam) alsauch die Aufnahme mit Karajan. Unter Szell im Studio ist sie etwas zu alt, ihr schönes Timbre, das ich eigentlich sehr mag, hat schon etwas gelitten. Bei Karajan finde ich ihre Stimme nicht durchschlagskräftig genug, Schwarzkopf klingt ziemlich angestrengt. Vielleicht ist dies auch ein aufnahmetechnisches Problem, denn als Marschallin unter Karajan finde ich die Schwarzkopf ideal. Es mag auch sein, dass die Kühle der Stimme der Schwarzkopf, die ja von den Verächtern dieser Sängerin immer ins Felde geführt wird (meiner Ansicht nach aber nur teilweise berechtigt), für die letzten Lieder einfach nicht ideal ist.

      Die Janowitz/Karajan-Aufnahme kenne ich übrigens auch. Hier scheint es mit der Aufnahmetechnik Probleme zu geben. Solistin und Orchester sind mir zu sehr verschmolzen, so dass zu viele der herrlichen Orchesterdetails unhörbar sind, und irgendwie klingt alles ein wenig zu hell. Ich muss aber dazusagen, dass ich ein älteres Remastering der Aufnahme gehört habe, vielleicht sind die Probleme ja in dem von Dir angesprochenen Remastering gelöst worden, manchmal bewirkt ein Remastering wahre Wunder. Grundsätzlich glaube ich aber nicht, dass ich die Aufnahme Janowitz/Karajan der Aufnahme Norman/Masur vorziehe, da ich gerade auch die Langsamkeit letzterer zu lieben gelernt habe, auch wenn sie wahrscheinlich nicht authentisch (im Sinne von: von Strauss intendiert) ist.

    • Ich habe mir gerade auf youtube eine Aufnahme von Jessye Norman angehört und kann gioachinos Reaktion sehr gut verstehen, ich bekam eine Gänsehaut.
      Musik und Text bilden eine sehr eindrucksvolle Symbiose und von Kitsch kann ich nichts spüren. :juhu: :juhu:

      LG Mia

      P.S. diese Aufnahme wurde von einem Maldoror26 bei Youtube eingestellt, das wird doch nicht "unser" Maldoror sein? ?(