Strauss, Richard: Vier letzte Lieder AV 150

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    • Zwielicht schrieb:

      Wenn Sawallisch hier tranig ist, was sagt man dann erst zu Masur, der das Orchestervorspiel nochmal ca. 25% langsamer nimmt? :D

      Mit Margaret Price (auch bei Youtube) dirigiert Sawallisch nicht viel, aber etwas zügiger. Es liegt der Verdacht nahe, dass Frau Norman sich von beiden Dirigenten ein sehr langsames Tempo gewünscht hat - die Qualitäten ihrer Stimme, die großen Bögen, die sie spannt, kommen dabei ja auch eindrucksvoll zur Geltung. Bei Sawallisch/Norman habe ich jetzt nur flüchtig reingehört, aber was Masur/Norman betrifft: so großartig Norman hier singt, so schön auch das Orchester klingt - in mir sträubt sich etwas gegen dieses verschleppte Tempo. Vorgeschrieben ist ein Andante in Vierteln. Und - wie von mir oben schon gesagt - man muss die sukzessive Verlangsamung zum Schluss hin schon hören, was mir nicht gelingt, wenn schon der Beginn ein Largo ist.

      Tempomäßig kommen für mich etwa Szell, (überraschenderweise) Tennstedt und - jahaa - auch Karajan und Thielemann dem Ideal nahe.

      Ich meine mit "tranig" nicht unbedingt nur ein Tempo-Problem. Es fehlt mir bei Sawallisch eine gewisse Glut im Ausdruck, diese Empfindung einer Überwältigung durch die Klangwolke, die das Sonnenlicht repräsentiert. Diesen Effekt kann man sicherlich durch ein zügigeres Tempo erreichen, ich meine aber, dass es sich (auch) um ein Ausdrucks- und Spannungs-Problem handelt.

      Szell finde ich in dem Stück auch sehr gut.

      LG :wink:
      "Was Ihr Theaterleute Eure Tradition nennt, das ist Eure Bequemlichkeit und Schlamperei." Gustav Mahler
    • Symbol schrieb:

      Es fehlt mir bei Sawallisch eine gewisse Glut im Ausdruck, diese Empfindung einer Überwältigung durch die Klangwolke, die das Sonnenlicht repräsentiert. Diesen Effekt kann man sicherlich durch ein zügigeres Tempo erreichen, ich meine aber, dass es sich (auch) um ein Ausdrucks- und Spannungs-Problem handelt.
      Hm. Ja, klingt etwas dumpf, aber das scheint mir eher durch die (ja auch von Dir bemerkte) mäßige Tonqualität bedingt zu sein.

      :wink:
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    • Zwielicht schrieb:

      Symbol schrieb:

      Es fehlt mir bei Sawallisch eine gewisse Glut im Ausdruck, diese Empfindung einer Überwältigung durch die Klangwolke, die das Sonnenlicht repräsentiert. Diesen Effekt kann man sicherlich durch ein zügigeres Tempo erreichen, ich meine aber, dass es sich (auch) um ein Ausdrucks- und Spannungs-Problem handelt.
      Hm. Ja, klingt etwas dumpf, aber das scheint mir eher durch die (ja auch von Dir bemerkte) mäßige Tonqualität bedingt zu sein.

      Das mag sein, und das ist sicherlich auch ein "cum grano salis", das man bei der Beurteilung dieser Aufführung anbringen sollte.

      LG :wink:
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