Eure absolute Lieblingsoper

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    • Ha, mir ist doch noch eine "absolute Lieblingsoper" eingefallen: Strawinskys Geschichte vom Soldaten. Das habe ich jedenfalls früher oft genug angehört, um es wirklich von vorne bis hinten im Ohr zu haben, und wird auch jedesmal mich wieder fesseln können, nehme ich an, in den letzten 10 Jahren wohl nur ausschnittsweise angehört.
      :versteck1:
      This play can only function if performed strictly as written and in accordance with its stage instructions, nothing added and nothing removed. (Samuel Beckett)
    • putto schrieb:

      mir ist doch noch eine "absolute Lieblingsoper" eingefallen: Strawinskys Geschichte vom Soldaten.
      Meines Wissens wird dieses Werk nicht dem Genre "Oper" zugerechnet.
      Im weiteren Sinn ist es aber doch Musiktheater im Sinne einer hochwertigen Moritat, die mit Sprecher, Kulissen und Schauspielern aufgeführt werden kann.
      Eine Folge der knappen Mittel während des 1. Weltkriegs.

      Sei's drum:
      Es handelt sich um ein würdiges Werk für einen absoluten Vorrangsstatus.
      Diese "Geschichte" ist gespickt mit musikalisches Wundereinfällen.
      Lb. Gr.

      Cäcilius

      "Ist es ein Fortschritt, wenn ein Kannibale Messer und Gabel benutzt?"
      (S.J.Lec)
    • putto schrieb:

      Das habe ich jedenfalls früher oft genug angehört, um es wirklich von vorne bis hinten im Ohr zu haben, und wird auch jedesmal mich wieder fesseln können, nehme ich an, in den letzten 10 Jahren wohl nur ausschnittsweise angehört.
      auch die beiden Sparversionen davon für noch Ärmere reingezogen ?
      „Ein Komponist, der weiß, was er will, will doch nur was er weiß...“ Helmut Lachenmann
    • hm, ich glaube einmal live tatsächlich nochmal reduziert, aber ich bin mir nicht so sicher.
      jedenfalls sieht man, dass ich nicht so der opern-fan bin, wenn das meine "lieblings-oper" ist.
      nun, meine lieblingsbesetzung ist orchester ohne gesang. da wäre aber ein absolutes lieblingswerk auch nicht naheliegend.
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    • Cäcilius schrieb:

      Aber es kann andererseits nicht beliebig sein, in "welche Blumenblüte ich grade meine Nase versenke."
      Manche riechen nach nichts; sonst gäbe es keinen Unterschied zwischen André Rieu und Issac Stern oder zwischen Salieri und Mozart.
      Daß sie nach nichts riechen (oder im andere Fall absolut betörend!), weiß ich aber erst hinterher! Um das herauszufinden, muß ich meine Nase also erst einmal in alle möglichen Blüten versenken. Sonst bleib' ich möglicherweise bei den Caprifischern hängen und komme erst gar nicht bis Mozart...
      ;)

      (Und an der behaupteten Mediokrität von Salieri würde ich gerne ein fettes Fragezeichen anbringen. Vielleicht doch mal daran riechen..? Rossini, Verdi, Bellini und Donizetti dreht man doch auch keinen Strick daraus, daß sie fast auschließlich Opern geschrieben haben?)
      viele Grüße

      Bustopher


      Sapere aude
    • Amfortas09 schrieb:

      Sadko schrieb:

      Dabei ist die Lulu doch viel schöner!
      Menno, Lulu-Mucke find ich doch auch geil.
      Hallo Amfortas! Danke für Deine sehr ausführliche Erwiderung! Ich kann es nachvollziehen - nur finde ich persönlich die Lulu berührender, daher hab ich sie etwas lieber als den Wozzeck. Aber beides sind Meilensteine!
      Und die Lulu ist länger, da hat man mehr davon :D

      bustopher schrieb:

      Rossini, Verdi, Bellini und Donizetti dreht man doch auch keinen Strick daraus, daß sie fast auschließlich Opern geschrieben haben?)
      Kurzes Off-topic: Ich drehe ihnen genau deswegen einen Strick :D Ich hab gemerkt, dass mir die Werke jener Komponisten, die sich vorrangig auf ein Genre konzentriert haben, nicht besonders gut gefallen. Hugo Wolf würde ich auch in dieser Reihe stellen. Die große Ausnahme ist Mahler!
    • Dass Salieri "nach nichts röche", muss ich auch entschieden verneinen, gerne höre ich:

      Les Danaides

      Schlechter als Schreker ist er auch nicht ...
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    • Les Danaïdes riecht nach Blut und Feuer und die höre ich auch sehr gerne. Allerdings kenne ich bislang nur diese Einspielung:

      und ich spiele mit dem Gedanken, mir diese zuzulegen:

      Kann jemand über sie berichten ?
      Alles, wie immer, IMHO.
    • Eine andere Aufnahme von Les Danaïdes wird übrigens dort besprochen: Salieri, Antonio. Der etwas ältere Thread erwähnt auch noch weitere Opernaufnahmen Salieris.

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
    • Im Jahr 2009 (s.d.) konnte ich die Frage nur mit einem ganzen Opernbündel und auch sonst nur unzureichend beantworten. Natürlich ist das im Grund auch heute noch so, aber setzt man mir das Messer an die Brust, ist die Antwort inzwischen eindeutig und klar: LA TRAVIATA, obwohl es selbstverständlich Tage gibt, an denen ich lieber Mozart oder Bellini oder Rigoletto, Trovatore oder Humperdinck etc.etc. höre. Doch irgendwie ist die TRAVIATA meine Suchtdroge geworden - ein wunderschöner, sehr empfehlenswerter Zustand...
      ______________________

      Homo sum, ergo inscius.
    • Salieri und die Mediokrität

      "Riecht nach nichts" - Das war nicht als Abwertung gemeint. Nischen sind sehr schön. Alle!
      Jedoch analog gesagt: Nicht jeder Geruch schafft es bis zur Nase...
      Salieri ist keine gleichwertige Alternative zu Mozart.
      Es gibt - aus meiner Sicht - kleinere und größere, schöne und weniger schöne Blüten in der Musikwelt, über deren Bedeutung weitgehend Einigkeit besteht.
      Daher der Vergleich in den B e i s p i e l e n : André Rieu und Isaac Stern, Salieri und Mozart.
      Den Geiger-Vergleich fand sinnigerweise niemand anstößig. Also würde Rieu als lediglich mittelmäßiger Geiger durchgehen?
      Warum darf das für Saleri nicht auch gelten?
      Wer hätte von der Existenz Salieri's überhaupt Notiz genommen ohne den Film von Milos Forman? Nur Spezialisten, Wissenschaftler und/oder Biographen.
      Das ist natürlich keine Qualitätsfrage, ob man Salieri verdientermaßen aus der Versenkung holt oder nicht.
      Aber es sagt schon etwas aus, warum sich seine Musik in den Folgeepochen nicht halten konnte.

      Ich mag z,B, die Musik von William Boyce sehr gern. Kennt kaum jemand. Ich würde aber nie widersprechen, wenn man ihm einen weniger bedeutenden Rang zumisst als Händel.
      :wink:
      Lb. Gr.

      Cäcilius

      "Ist es ein Fortschritt, wenn ein Kannibale Messer und Gabel benutzt?"
      (S.J.Lec)
    • Das sehe ich ja auch so.
      Mozart > Salieri
      Strauss > Schreker
      Allerdings riechen Salieri und Schreker nicht "nach nichts".
      This play can only function if performed strictly as written and in accordance with its stage instructions, nothing added and nothing removed. (Samuel Beckett)
    • putto schrieb:

      Mozart > Salieri
      Strauss > Schreker
      Darüber könnte man noch sinnvoll streiten (etwa durch Vergleich Salome/Elektra mit Der ferne Klang/Die Gezeichneten; zweifelhaft auch, ob Salieri die Qualität der Da Ponte-Opern erreicht), während "Schreker > Salieri" m.E. unsinnig ist: Beide liegen historisch und stilistisch zu weit auseinander. Da paßt nicht einmal mehr die oftbemühte Äpfel-Birnen-Metapher.

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
    • Salieri war immerhin einer der einflussreichsten LEHRER seiner Generation mit mehr prominenten Schülern als irgendeiner der großen Klassiker. Ist allerdings nicht unbedingt direkt mit der Qualität seiner Kompositionen verknüpft. (Beckenbauer war vermutlich ein besserer Spieler als Trainer, Löw ist ganz sicher ein besserer Trainer als er Spieler war.)
      ...a man who refuses to have his own philosophy will not even have the advantages of a brute beast, and be left to his own instincts. He will only have the used-up scraps of somebody else’s philosophy; which the beasts do not have to inherit; hence their happiness. Men have always one of two things: either a complete and conscious philosophy or the unconscious acceptance of the broken bits of some incomplete and shattered and often discredited philosophy. (G. K. Chesterton)
    • Gurnemanz schrieb:

      während "Schreker > Salieri" m.E. unsinnig ist: Beide liegen historisch und stilistisch zu weit auseinander. Da paßt nicht einmal mehr die oftbemühte Äpfel-Birnen-Metapher.
      Ich habe das ja nicht so geschrieben. Ich habe nur - augenzwinkernd - festgehalten, dass ich Salieri besser finde. Das halte ich für eine Frage des persönlichen Geschmacks, es geht mir hier nicht um ein objektives Werturteil, sofern man so etwas überhaupt objektiv formulieren kann. :)