Kirill Petrenko - Der König Midas unter den Dirigenten?

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    • Ja, sehe es auch gerade. Sehr gut. Zum Saisonauftakt gibt es mit Petrenko zudem echtes Kernrepertoire - Strauss (Don Juan, Tod und Verklärung) sowie Beethoven (die Siebte).

      Christian Thielemann ist übrigens raus. Während andere langgediente Gastdirigenten (Nelsons, Dudamel zB) mit zwei Programmen dabei sind, ist er überhaupt nicht mehr vertreten. Es gab den Hinweis, dass man vor allem auch auf Dirigenten setze, die "mittleren Alters" seien (gemeint war: zwischen 40 und 50). Da ist Thielemann (seit kurzem 59) vielleicht schon zu alt. Womöglich ist das Nicht-Verhältnis mit Petrenko auch ein Grund, wer weiß.
    • Ekkehard schrieb:

      Christian Thielemann ist übrigens raus.
      Naja, er dirigiert nicht in der Spielzeit 18/19. Kann gut sein, dass er einfach eine Saison aussetzt. In der Spielzeit 13/14 hat er auch nicht dirigiert. (Und ältere Dirigenten sind nach wie vor stark vertreten: Jansons, Barenboim, Janowski, Mehta, Blomstedt z.B.).

      Übrigens ist zwar noch nicht das Dukas/Prokofiev/Schmidt- Konzert in die Digital Concert Hall eingestellt worden, wohl aber das Gespräch, das Petrenko dort mit dem Orchestervorstand und Cellisten Knut Weber geführt hat. Dort Aussagen zum Stand der Zusammenarbeit, zum Verhältnis Oper-Konzert, zu seiner russischen Vergangenheit, zu Schmidts vierter Sinfonie und zur Problematik "verspäteter" Werke - und zum Schluss einige Andeutungen in Richtung künftiger Konzertprogramme (Hartmann, Hindemith, mehr Französisches):

      digitalconcerthall.com/de/interview/51178-5 (ohne Anmeldung, kostenlos)

      :wink:
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    • Zwielicht schrieb:

      Übrigens ist zwar noch nicht das Dukas/Prokofiev/Schmidt- Konzert in die Digital Concert Hall eingestellt worden
      Kaum geschrieben, schon ist auch das Konzert vom 13.4. (Dukas: La Péri, Prokofiev: Klavierkonzert 3, Schmidt: Sinfonie 4) in der Digital Concert Hall verfügbar. Wie üblich kostenpflichtig (umsonst gibt's nur einen Trailer):

      digitalconcerthall.com/de/concert/51178

      :wink:
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    • Ja, das war ein Gastspiel mit dem Programm (Mahlers Siebte), das Alexander und Benno in München gehört hatten - Berichte ab hier. Ich hab's diesmal nicht geschafft und einen Mitschnitt gibt's auch nicht. ;(

      Nicht nur der Guardian vergibt Höchstwertungen:

      telegraph.co.uk/music/what-to-…erts-britain-london-june/
      theartsdesk.com/classical-musi…hlers-seventh-dance-suite
      thetimes.co.uk/article/concert…at-the-barbican-3mb3dk6fn
      bachtrack.com/de_DE/review-mah…hestra-barbican-june-2018

      :wink:
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    • Erhältlich ab 1.9.2018:



      Das Bayerische Staatsorchester mit Kirill Petrenko on tour: Photographien von Christoph Brech

      Aus dem Werbetext:
      "Dem Bayerischen Staatsorchester bleibt er als Gastdirigent erhalten." :top:
      Zur Info: Bis auf weiteres keine aktive Moderationstätigkeit meinerseits.
      Herzliche Grüße
      AlexanderK
    • FREITAG, 24.08.2018 20:04 UHR - KULTURRADIO (RBB) (LIVE)
      Saisoneröffnung der Berliner Philharmoniker unter Leitung von Kirill Petrenko; Werke von Richard Strauss und Ludwig van Beethoven

      SAMSTAG, 25.08.2018 22:15 UHR - RBB FERNSEHEN (LIVE)
      Kirill Petrenko dirigiert Werke von Ludwig van Beethoven und Richard Strauss; zeitversetzte Übertragung aus dem Berliner Schloss
      Zur Info: Bis auf weiteres keine aktive Moderationstätigkeit meinerseits.
      Herzliche Grüße
      AlexanderK
    • AlexanderK schrieb:

      FREITAG, 24.08.2018 20:04 UHR - KULTURRADIO (RBB) (LIVE)
      Saisoneröffnung der Berliner Philharmoniker unter Leitung von Kirill Petrenko; Werke von Richard Strauss und Ludwig van Beethoven
      Interessant. In der DCH steht 19:00 Uhr als Starttermin...da gibts wohl wieder allerhand Interviews etc.
      Petrenko versteckt sich dort ja überhaupt nicht und spricht auch recht offen über seine Ansichten, zumindest bisher. Bin gespannt ;)
      „Music is a nexus. It's a conduit. It's a connection. But the connection is the thing that will, if we can ever evolve to the point if we can still mutate, if we can still change and through learning, get better. Then we can master the basic things of governance and cooperation between nations.“ - John Williams
    • Tichy1988 schrieb:

      Interessant. In der DCH steht 19:00 Uhr als Starttermin...da gibts wohl wieder allerhand Interviews etc.
      Nee, das Konzert morgen fängt um 19 Uhr an (siehe hier; so steht's auch auf meiner Eintrittskarte ^^ ). Die DCH überträgt natürlich live, rbb bzw. das ARD Radiofestival zeitversetzt ab 20.04 Uhr. Das nennt sich dort "live zeitversetzt" (und den Vornamen können sie immer noch nicht richtig schreiben).

      :wink:
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    • Achsooo :D . Dacht ich mir fast schon...
      Wow, viel Spaß wünsche ich! Neid...
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    • Auf der Seite der Bayerischen Staatsoper gibt es ein 26 minütiges Gespräch mit Kirill Petrenko und Niklaus Bachler, in dem diese auf Publikumsfragen antworten. Ich habe es noch nicht gesehen, fängt aber nicht uninteressant an.

      Der Link ist hier.

      :wink:

      Und gerade habe ich auch die Absage für die Otello-Premiere mit Petrenko in München bekommen. :heul1:
      With music I know happiness (Kurtág)
    • Berliner Philharmoniker, 24.8.18 - Strauss, Beethoven

      Aus drei verschiedenen Threads Reaktionen zur Spielzeiteröffnung der Berliner Philharmoniker hier versammelt:

      Mauerblümchen schrieb:

      In der Digital Concert Hall:

      Eröffnungskonzert der Saison 2018/19

      Richard Strauss:

      Don Juan op. 20
      Tod und Verklärung op. 24

      Ludwig van Beethoven:

      Sinfonie Nr. 7 A-Dur op. 92

      Berliner Philharmoniker
      Kirill Petrenko

      War das Finale der Siebten nicht der helle Wahnsinn ... ?

      Aber der Reihe nach - Wie mutig, lauter "signature pieces" von Karajan aufs Programm zu setzen. "Don Juan" gehörte zu seinen allerersten Demo-Stücken (zusammen mit Brahms 1, Daphnis et Chloe Suite Nr. 2 u. ä.), "Tod durch Verkühlung" und Beethovens Siebte feierten ebenfalls lange vor Philharmonia-Zeiten (ganz zu schweigen von Berlin) ihre Schallplattenpremiere mit HvK.

      Die Siebte fand ich fast vollständig von ihren kinetischen Energien her entwickelt - nach vorne, nach vorne. Lustvoll, lustvoll, lustvoll mit verspielten Einschlägen.

      Der 2. Satz war eingangs sehr verhalten, fast schon elegisch, Petrenko vermied auffällig jede Monumentalität bei der Steigerung. Die gabs allerdings im zweiten Trio des Scherzos.

      Und das Finale war dann der Hammer ...

      ... bin gespannt, was Zwielicht schreiben wird, der vor Ort dabei war.

      Gruß
      MB

      Scherzo schrieb:

      gerade noch rechtzeitig zur 7. Beethoven eingeklinkt. (Mein erstes DCH live Konzert)

      digitalconcerthall.com/de/concert/51834

      Gospodin Petrenkos Saisoneröffnung:
      Interessante "deutsche" Orchesteraufstellung mit den Kontrabässen hinten links und den Bläsern ganz in der Mitte zentriert, sogar neben der Pauke.
      Auch interessant zu lernen, dass die Sinfonie eigentlich nur zwei Sätze hat, weil 1 + 2 und 3 + 4 fast nahtlos in einander übergehen.

      Da kam ungeheuer viel Energie rüber. (Allerdings denke ich das bei fast jeder Aufführung der 7.)

      AlexanderK schrieb:

      rbb Kultur:

      Zeitversetzt aus der Philharmonie in Berlin:

      Richard Strauss:
      Don Juan op. 20
      Tod und Verklärung op. 24

      Ludwig van Beethoven:
      Sinfonie Nr. 7 A-Dur op. 92

      Berliner Philharmoniker
      Kirill Petrenko

      Strauss: Klangfarben und Nuancen hochmusikalisch ausmodelliert.
      Beethoven: Leben pur, ein kraftstrotzender Organismus, mitten im Herzschlag des Lebens.
      Zu später Stunde nur ein paar Stichworte von mir: "Don Juan" war exzellent gespielt, nicht brachial, aber sehr energetisch, in der "Reprise" kein Dauerfortissimo, sondern klug angelegte Steigerungen. "Tod und Verklärung", obwohl nicht mein Favorit unter den Strauss-Tondichtungen, fand ich diesmal noch einprägsamer (bei "Don Juan" ist vielleicht das interpretatorische Spektrum schon stärker ausgelotet): tolle Klangfarben in der Einleitung, die ebenso wie die Verklärungscoda nicht zerdehnt wird. Petrenko verschießt das Pulver nicht zu früh, das mehrfach durchbrechende Verklärungsmotiv wird einer Steigerungsdramaturgie unterzogen. Die Coda erlebe ich manchmal recht langstielig - hier überhaupt nicht. Großartig das Verklingen nach der letzten Steigerung: wenn die Geigen sich allmählich zur Tonika bewegen, wenn in den stehenden Akkordflächen die Fragmente des Verklärungsmotivs wie Wolken schweben, das hatte fast schon bildhafte Präsenz. Sowas liegt Petrenko ganz besonders.

      Beethoven: "kinetisch, lustvoll, mit verspielten Einschlägen", wie MB oben schreibt. Schon gelegentlich mit harten Pauken- und Trompetenakzenten, aber doch gerade im ersten und auch im dritten Satz mit tänzerischer Eleganz, wobei mich da möglicherweise auch Petrenkos Körpersprache und Dirigierstil beeinflussen. Details: im Allegretto wird das Hauptthema beim letzten Erscheinen plötzlich gebundener artikuliert, sehr einpräsam. Die beiden Trio-Abschnitte im Scherzo eher auf der schnellen Seite, mit im tiefen Horn und in den Klarinetten lustvoll-wild ausgespielten dynamischen Steigerungen. Erstaunlich die Coda des Kopfsatzes: nach fulminantem Crescendo lässt Petrenko in den letzten Takten nicht die Sau raus, sondern bleibt geradezu verhalten. Und dann, wie oben von Scherzo bemerkt: die Sinfonie besteht hier aus zwei Teilen: dass das Finale direkt auf das Scherzo folgt, hört man öfter, aber der Bläserakkord zu Beginn des Allegretto als direkte Antithese zum Schlussakkord des Kopfsatzes ist noch frappierender. Das Finale dann rasend im fast schnellstmöglichen Tempo, eine richtige Explosion (trotzdem mit schönen Details), wenn auch nicht alles mehr ganz ausartikuliert wurde (die sausenden 32?tel in den Streicher-Mittelstimmen in der Schlussgruppe kamen zumindest auf meinem Platz akustisch etwas zu kurz). Insgesamt: eine schöne, reiche Interpretation, nicht in Stein gemeißelt, ein wenig experimentell (wie im letzten Jahr Mozarts Haffner-Sinfonie am selben Ort). Konzentriertes Publikum, großer Jubel.

      :wink:
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    • Ich habe nun auch die rbb Aufzeichnung gesehen. Das Münchner Kabelnetz hat nur einen Monoton angeboten, ob "normal" oder HD.
      Mich hat vor allem beim Beethoven erneut fasziniert, wie hier trotz sicher genauester Proben und genauso durchdachter wohlkalkulierter Tempodramaturgie ein natürlicher Fluss erzielt wurde, ein höchst lebendiges organisches Geschehen.
      Die Musik ist sie selbst, das Gemachte ist nicht (mehr) wichtig.
      Zur Info: Bis auf weiteres keine aktive Moderationstätigkeit meinerseits.
      Herzliche Grüße
      AlexanderK
    • Fein, fein. - Dass der Rezensent bei Brahms' 2. Sinfonie von einer "langsamen Einleitung" schreibt, wirft allerdings einen Schatten auf den Rest.

      Gruß
      MB

      :wink:
      Un homme d'esprit est perdu s'il ne joint pas à l'esprit l'énergie de caractère. Quand on a la lanterne de Diogène, il faut avoir son bâton. (Nicolas-Sébastien de Chamfort)