Kirill Petrenko - Der König Midas unter den Dirigenten?

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    • Leider nur wenig Originalton von Petrenko selber, aber besser als nix:

      nzz.ch/feuilleton/phono-operat…offenen-herzen-ld.1326252

      Gruß Benno
      Überzeugung ist der Glaube, in irgend einem Puncte der Erkenntniss im Besitze der unbedingten Wahrheit zu sein. Dieser Glaube setzt also voraus, dass es unbedingte Wahrheiten gebe; ebenfalls, dass jene vollkommenen Methoden gefunden seien, um zu ihnen zu gelangen; endlich, dass jeder, der Überzeugungen habe, sich dieser vollkommenen Methoden bediene. Alle drei Aufstellungen beweisen sofort, dass der Mensch der Überzeugungen nicht der Mensch des wissenschaftlichen Denkens ist (Nietzsche)
    • Giovanni di Tolon schrieb:

      Leider nur wenig Originalton von Petrenko selber, aber besser als nix:

      nzz.ch/feuilleton/phono-operat…offenen-herzen-ld.1326252

      Gruß Benno
      Die Befremdung der Journalisten, dass jemand partout Journalisten keine Interviews geben möchte, hat schon komische Züge. Eine solche Haltung kann anscheinend nur als Weltfremdheit interpretiert werden.

      Um etwas über Petrenkos Haltung zur Probenarbeit zu erfahren, hätte Marco Frei gar nicht nach Japan mitfahren müssen. Ausführlicher und detaillierter als viele andere Dirigenten äußert sich Petrenko zu diesem Thema im (weiter oben verlinkten) Gespräch mit Olaf Maninger, das im März für die Digital Concert Hall der Berliner Philharmoniker aufgezeichnet worden ist. Dort auch - ein ebenfalls von Frei angesprochenes Thema - eine Begründung Petrenkos für den Wandel seiner Mozart-Interpretationen seit seiner Zeit an der Komischen Oper Berlin. Olaf Maninger ist allerdings nur Cellist bei den Berliner Philharmonikern, kein Journalist. Deshalb zählt dieses Gespräch anscheinend nicht. Noch wahrscheinlicher, dass Frei es überhaupt nicht kennt. Es ist für jedermann kostenlos (auch ohne DCH-Abo) in voller halbstündiger Länge im Netz einsehbar:

      digitalconcerthall.com/de/interview/23490-4

      :wink:
      Details are always welcome. (Vladimir Nabokov)
    • Ende März haben Kirill Petrenko, das Bayerische Staatsorchester und (beim ersten Stück) die Solisten Julia Fischer und Daniel Müller-Schott das Doppelkonzert von Brahms und die Manfred-Sinfonie von Tschaikowsky aufgeführt. Zum Konzert in München und zum Gastspiel in Hamburg gibt es über das Forum verstreut einige Berichte und Reaktionen: Konzerterfahrungen in München, Wo wir so hingehen - Anstehende Besuche von Oper / Theater / Konzert und Die Elbphilharmonie und ihre Konzerte.


      Bis Ende April kann man sich den Livemitschnitt des Konzerts anhören, bei dem die Beteiligten in New York am 28.3. das gleiche Programm spielten wie in München und Hamburg. Aufnahmetechnik/Klangbild: geht so.

      Entweder hier:
      staatsoper.de/meldungen/konzer…in-der-carnegie-hall.html
      Oder hier:
      wqxr.org/story/kirill-petrenko…ester-live-carnegie-hall/

      9:45 - 42:06: Brahms, Doppelkonzert
      44:17 - 50:24: Zugabe Fischer/Müller-Schott - Halvorsen, Passacaglia
      1:14:20 - 2:07:23: Tschaikowsky, Manfred-Sinfonie
      2:10:53 - 2:12:23: Zugabe Orchester - Schostakowitsch, Lady Macbeth, Zwischenspiel 3. Akt

      Die Kritik in der New York Times beschäftigt sich überwiegend mit dem am darauffolgenden Tag von Petrenko, dem Staatsorchester und diversen Solisten gegebenen konzertanten Rosenkavalier und erwähnt das übertragene Konzert erst gegen Ende: nytimes.com/2018/03/30/arts/mu…trenko-rosenkavalier.html

      Siehe auch hier: bachtrack.com/de_DE/review-kir…-carnegie-hall-march-2018

      :wink:
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    • Zwielicht schrieb:

      Die Befremdung der Journalisten, dass jemand partout Journalisten keine Interviews geben möchte, hat schon komische Züge. Eine solche Haltung kann anscheinend nur als Weltfremdheit interpretiert werden.

      Um etwas über Petrenkos Haltung zur Probenarbeit zu erfahren, hätte Marco Frei gar nicht nach Japan mitfahren müssen. Ausführlicher und detaillierter als viele andere Dirigenten äußert sich Petrenko zu diesem Thema im (weiter oben verlinkten) Gespräch mit Olaf Maninger, das im März für die Digital Concert Hall der Berliner Philharmoniker aufgezeichnet worden ist... Olaf Maninger ist allerdings nur Cellist bei den Berliner Philharmonikern, kein Journalist. Deshalb zählt dieses Gespräch anscheinend nicht. Noch wahrscheinlicher, dass Frei es überhaupt nicht kennt. Es ist für jedermann kostenlos (auch ohne DCH-Abo) in voller halbstündiger Länge im Netz einsehbar
      Aha.
      Wir haben da auf einer Seite einen Dirigenten, der irgendwie die (Medien-)Öffentlichkeit scheut, und auf der anderen einen Journalisten, der über ebenjenen Dirigenten einen Text schreiben möchte und feststellt, dass sich dieser verweigert - auch, weil da "ein Geheimnis" bleiben soll. Und dann gibt es da noch den Konsumenten, der feststellt, dass es doch gar keinen Journalismus brauche. Sehr schön.

      Nun glaube ich nicht, dass Journalisten dem Dirigenten seines "Geheimnisses" berauben wollen, sie hätten nur gern Antworten auf Fragen. Gern in möglichst kleinem Rahmen, namentlich aber bei einer Pressekonferenz. Das halte ich nicht für ungewöhnlich oder gar illegitim. Das ist einfach mal der Job eines Journalisten. Und wenn der Dirigent ihn dabei auflaufen lässt, kann man ihm dafür Applaus spenden, man muss es aber nicht. Vermutlich aber passt so etwas einfach sehr gut in den Zeitgeist (Lügenpresse, Fake News), und wird deshalb auch hier so positiv aufgenommen.

      So passt der Hinweis darauf, dass der Maestro in seinem (künftigen) Hauskanal doch ein Interview gewährte. Warum nur ist er dort bereit, sich zu erklären? Vielleicht, weil er keine Kritik fürchten muss? Nein, vermutlich, weil er sich nicht der Inkompetenz der Journaille aussetzen will.
      Und der Hinweis auf das DCH-Gespräch ist natürlich auch deshalb wichtig, weil man in diesem Zusammenhang auch noch eine herabsetzende Unterstellung gegen den Journalisten unterbringen kann.
      Wie gesagt, sehr schön, sehr schlüssig das Ganze.

      Man ist ja auch bestens informiert, hat man doch die Mitteilungen auf der Webseite der BPhil. Da gibt es dann einen Beitrag, der mit "Im Porträt" geteasert wird, aus einer Ankündigung von Petrenkos bevorstehendem Gastspiel und sowieso aus reinem Wohlklang besteht und mit der Aussage Petrenkos schließt: "Durch meine wenigen Gastauftritte bei diesem Orchester habe ich das Gefühl gewonnen, dass wir zusammen künstlerisch viel erreichen können." Na dann.

      Tatsächlich gibt es sogar immer noch Karten für diese Gastspiele. Rattles letzte Konzerte als Chefdirigent sind schon lange ausverkauft.
    • Ekkehard schrieb:

      Und dann gibt es da noch den Konsumenten, der feststellt, dass es doch gar keinen Journalismus brauche.
      Diese Aussage interpretiert mein Posting ziemlich frei. Wenn ein Journalist beabsichtigt, etwas über Petrenko zu schreiben, z.B. über seine Probenarbeit, würde ich erwarten, dass er erstmal die verfügbaren Quellen auswertet - z.B. das erwähnte aufschlussreiche Gespräch mit Maninger. Zudem kann er von Petrenko geleitete Proben besuchen - das war in den letzten Jahren immer mal wieder möglich, und eine Reihe von Journalisten hat von dieser Möglichkeit auch Gebrauch gemacht. Hinzu kommen Aussagen von Musikern, die mit Petrenko gearbeitet haben, und dann noch Petrenkos Antwort auf der Pressekonferenz (die auch Norbert Frei im verlinkten NZZ-Artikel "erstaunlich konkret" findet). Aus all diesen Quellen kann oder könnte man schon ein ziemlich detailliertes Bild von Petrenkos Arbeitsweise zusammensetzen, detaillierter als bei manch anderem Dirigenten - wenn man denn wollte (Norbert Frei geht ja auch in diese Richtung, bleibt aber auf halbem Wege stehen).

      Doch, guter Musikjournalismus ist sehr notwendig. Aber warum erwartet man ihn ausgerechnet vom Gespräch bzw. Interview mit dem Künstler? Weil dort "kritische Fragen" gestellt würden, denen sich ein Verweigerer wie Petrenko entziehen will? Ich weiß nicht, wieviele Interviews mit Dirigenten (um mal bei dieser Sparte zu bleiben) ich in den letzten Jahren und Jahrzehnten gelesen habe. Es waren sehr viele. Die "kritischen Fragen", die dort gestellt wurden, kann ich an einer Hand abzählen. Der Interviewte hat ab einem bestimmten Grad der Prominenz bekanntlich viele Möglichkeiten zur Kontrolle: Er kann sich den Journalisten aussuchen, mit dem er spricht. Er kann vorab Inhalte vereinbaren, über die gesprochen werden soll (oder über die nicht gesprochen werden soll). Er kann vor der Freigabe des Interviews Aussagen, die er getroffen hat, ändern oder streichen. Der Interviewte gibt kontrolliert Informationen und Meinungen heraus, die ein bestimmtes Bild von ihm zeichnen - oder auch ganz konkret einen Kritiker in eine bestimmte Richtung lenken. Davon abgesehen bleibt das methodische Grundproblem des Interviews bzw. "Künstlergesprächs" (und das gilt auch für Petrenkos Gespräch mit Maninger): man sollte nicht Aussagen/Intentionen eines Künstlers mit dessen Kunst verwechseln. Insofern reflektiert Petrenkos Satz, er spreche "durch seine Arbeit", genau dieses Problem.

      :wink:
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    • zeit.de/2018/17/kirill-petrenko-philharmoniker-berlin

      Eine Kritik der Zeit zu dem zweiten von insgesamt drei Konzerten, das Kirill Petrenko mit den Berliner Philharmonikern vor seinem dortigen Antritt dirigiert.
      Quintessenz, die ich herausgelesen habe: zweitklassige Kompositionen, die erstklassig dirigiert wurden.

      PS: Ok, da war jemand schneller :) - und das Fazit sieht auch etwas anders aus. Und richtig: im Widerspruch steht für mich in der Kritik auch die beschriebene "phänomenale Leere" mit all dem Positiven, das auch zu lesen ist. Sinn ergibt es für mich nur, wenn die Autorin "phänomenale Leere" auf die Kompositionen bezieht. Liege ich richtig?
    • Da haben wir uns überschnitten :wink:

      Aber eigentlich geht das viel zu wenig auf die Konzerte ein, um Konzert-Kritik genannt zu werden. Ich lese da durchaus Kritik an der Repertoire-Wahl und Befürchtungen, daß es wegen Petrenkos Repertoire-Lücken zweitklassik weitergehen wird.

      Wie gesagt, ganz schlau werde ich nicht draus - aber der Artikel ist doch höchstens vergiftetes Lob.

      Viele Grüße,
      Melanie

      PS: In München wären seine Konzerte übrigens auch dann ausverkauft, wenn Petrenko "Hännschen klein" dirigieren würde :D
      With music I know happiness (Kurtág)
    • Selten eine so dummerhaftige Konzertrezension gelesen. Von Yuja Wang, die in diesem Konzert mit ihrem geradezu sensationellen Spiel allseits Staunen und höchste Begeisterung ausgelöst hat (in der Konzertpause gab es, wohin man auch hörte, kein anderes Gesprächsthema als diese Pianistin), weiß sie nur etwas über ihre Fußbekleidung zu berichten. Und wer Prokofiews Klavierkonzert Nr. 3 zu den "kruden, selten gespielten Werken" zählt, den kann man sowieso nicht ernstnehmen.
      We drink from hot wells poisoned with the blood of our children.
      (James Taylor, "New Hymn")
    • Beinahe eine Frechheit, diese "Kritik". Was Petrenko denn tatsächlich auf künstlerischer Ebene erwarten lässt, bleibt darin völlig offen. Stattdessen verbeißt sie sich in die wagen Repertoire-Andeutungen Petrenkos im Pausengespräch, was hat das mit diesem Konzert genau zu tun? Ich habe mich provoziert genug gefühlt, einen Kommentar zu verfassen...bislang wurde dieser jedoch noch nicht freigeschaltet, ein schlechtes Zeichen :D

      Und wie sich Frau Lemke-Matwey vom Äußeren der Yuja Wang hat blenden lassen, ausgerechnet sie als Frau . Dann bitte auch zumindest glaubhaft machen, warum die Werke und Beteiligten hier lediglich und ausschließlich zweitklassig waren! Und offensichtlich ist die Kritikerin beleidigt darüber, dass Petrenko zwar keine Interviews zu geben pflegt, auf der anderen Seite dann aber in der DCH auftritt. Diesen vermeintlichen Widerspruch hat Petrenko letztes Jahr im großen Pausengespräch ja bereits in den Kontext gerückt und seine Ansichten über dieses Format erläutert. Da musste ich gleich an ihr "Interview" mit Sokolov denken, welches eigentlich ein Gespräch über Gilels werden sollte und sie ständig versucht hat, ihn auszutricksen um doch noch persönliche Details zu erfahren.

      Ich freue mich um so mehr auf Petrenko, endlich mehr horizontale Vielfalt im Repertoire, zeitlich hat Rattle ohnehin bereits alle Schranken geöffnet. Solange er keine Sky-Heels trägt, wird die Kritikerin in Zukunft vielleicht sogar zufrieden sein (wobei in der Printausgabe schon recht positive Artikel über P. von ihr erschienen sind, umso merkwürdiger das hier).
      „Music is a nexus. It's a conduit. It's a connection. But the connection is the thing that will, if we can ever evolve to the point if we can still mutate, if we can still change and through learning, get better. Then we can master the basic things of governance and cooperation between nations.“ - John Williams
    • Ja, das ist unverständlich. Es stimmt zwar, dass man "normalerweise" in einem Programm nur ein weniger bekanntes Werk wie Schmidt und Dukas erwarten würde und statt des anderen ein bekannteres, aber selbst diese beiden finde ich nun nicht so exotisch wie manch anderes. Z.B. hat Petrenko ja Werke Suks eingespielt, die sind eher noch exotischer als diese beiden Sachen.
      Man kann es auch kaum allen recht machen. Die einen beschweren sich, dass immer wieder dasselbe gespielt wird (und nicht auch mal Prokofieffs 5. KK oder 2. Sinfonie oder eben Dukas, Schmidt, Suk, Hartmann etc.), die anderen beschweren sich, wenn Dukas und Schmidt gespielt werden.
      ...a man who refuses to have his own philosophy will not even have the advantages of a brute beast, and be left to his own instincts. He will only have the used-up scraps of somebody else’s philosophy; which the beasts do not have to inherit; hence their happiness. Men have always one of two things: either a complete and conscious philosophy or the unconscious acceptance of the broken bits of some incomplete and shattered and often discredited philosophy. (G. K. Chesterton)
    • Ich glaube schon zu wissen, was Frau Lemke-Matwey umtreibt.
      Nach der ersten Euphorie über den dann doch gefundenen Chefdirigenten setzt Ernüchterung ein. Mal sehen, wo das noch hinführt - wobei man auch sagen muss, dass die wirklichen Rezensionen überwiegend positiv ausfielen.

      Dennoch waren die ersten Konzerte nach der Pro-Petrenko-Entscheidung bei den BPhil meiner Erinnerung nach schnell ausverkauft. Dass bereits jetzt Plätze leer bleiben (Karten sogar bei den Abo-Konzerten noch zu bekommen waren), ist erstaunlich. Das mag an der Programmauswahl liegen - ich beispielsweise hatte mir Schmidt mit Petrenko auf Youtube angehört, um zu entscheiden, ob ich zu dem Konzert gehe; ich blieb dann fern, weil die Musik mir nichts sagte (sie mäanderte so dahin), aber das ist natürlich Geschmacksache.

      Ich denke, dass etwas anderes ab der kommenden Spielzeit zum Problem werden dürfte: Petrenkos Abwesenheit. Einige Berliner sagen ja jetzt schon mit (leichter) Empörung: Was, bitteschön, kann es denn Wichtigeres geben als die BPhil!? Zumal meines Wissens wieder lediglich ein Gastspiel von ihm geplant ist. Ich bin auch insofern sehr gespannt auf die Vorstellung des Programms 2018/19, die morgen ab 14 Uhr live (und kostenfrei) im DCH übertragen werden soll.

      Tichy1988 schrieb:

      Ich freue mich um so mehr auf Petrenko, endlich mehr horizontale Vielfalt im Repertoire, zeitlich hat Rattle ohnehin bereits alle Schranken geöffnet.
      Den Satz verstehe ich nicht so ganz. Bei Rattle gibt es alles (dieses Uneigentliche wurde ihm ja auch gern aus dem Orchester vorgeworfen), bei Petrenko dann das weniger Bekannte von allet (ugs. Berlin)?


      music lover schrieb:

      Von Yuja Wang, die in diesem Konzert mit ihrem geradezu sensationellen Spiel allseits Staunen und höchste Begeisterung ausgelöst hat (in der Konzertpause gab es, wohin man auch hörte, kein anderes Gesprächsthema als diese Pianistin), weiß sie nur etwas über ihre Fußbekleidung zu berichten.

      Tichy1988 schrieb:

      Und wie sich Frau Lemke-Matwey vom Äußeren der Yuja Wang hat blenden lassen, ausgerechnet sie als Frau
      Zum einen kam Frau Wang auch in anderen Kritiken zum Konzert nicht übertrieben gut weg (technisch wurde nichts bemängelt, das ist richtig), zum anderen sind die "Sky-Heels" nun
      erkennbar ein Sprachbild, also was solls?
    • Ekkehard schrieb:

      ich beispielsweise hatte mir Schmidt mit Petrenko auf Youtube angehört, um zu entscheiden, ob ich zu dem Konzert gehe; ich blieb dann fern
      Du warst also gar nicht in einem der drei Petrenko/Wang-Konzerte, über die wir hier reden? Hast sie auch nicht in der DCH oder in einem der Kinosäle verfogt, in die das Freitag-Konzert weltweit übertragen wurde? Du beziehst Deine "Kenntnisse" über diese drei Abende also ausschließlich über die Kritikerin Lemke-Matwey sowie durch die Lektüre von

      Ekkehard schrieb:

      anderen Kritiken zum Konzert
      Mit anderen Worten: Du kannst die Leistung von Yuja Wang und von Kirill Petrenko in diesen drei Konzerten aus eigener Wahrnehmung überhaupt nicht beurteilen?

      Interessant, dass Du trotzdem eine Meinung dazu hast.
      We drink from hot wells poisoned with the blood of our children.
      (James Taylor, "New Hymn")
    • music lover schrieb:

      Du kannst die Leistung von Yuja Wang und von Kirill Petrenko in diesen drei Konzerten aus eigener Wahrnehmung überhaupt nicht beurteilen?

      Interessant, dass Du trotzdem eine Meinung dazu hast.
      ?(

      Hatte ich irgendwo eine Einschätzung des Konzerts gegeben? Nope. Tut mir leid, aber das beliebte Argument "Du kannst es gar nicht beurteilen, weil du es nicht erlebt hast" zieht nicht, weil es mir darum erkennbar nicht ging. Mir ging es um das "Phänomen Petrenko". Und ich stellte lediglich fest, dass die Petrenko-Begeisterung sich in Berlin etwas, sagen wir, gemildert hat.

      Ich halte Petrenko für keinen König Midas der Klassikwelt. Ich habe mir sein Gastdirigat des vergangenen Jahres in der DCH mehrfach angehört und freue mich sehr auf weitere. Gespannt bin ich gleichwohl, wie er die Rolle des Chefdirigenten ausfüllen wird. Er ist natürlich anders als Rattle, und ich frage mich schon, wie jemand, der so wenig öffentlich sein will, diesen zuletzt nun mal von Rattle geprägten Job bewältigen wird.

      Lieber Music Lover, ich bezweifle nicht, dass Frau Wang ganz hervorragend abgeliefert hat. Ich hatte auch nichts in der Richtung geschrieben. Wie sollte ich auch? Den Hinweis auf kritische Rezensionen erlaubte ich mir lediglich, um Frau Lemke-Matwey etwas beizustehen, die hier meines Erachtens (teilweise) zu Unrecht Prügel erhielt. Letzteres vor allem bei ihrer Metapher zu den "Sky-Heels".
    • Ekkehard schrieb:

      Bei Rattle gibt es alles (dieses Uneigentliche wurde ihm ja auch gern aus dem Orchester vorgeworfen), bei Petrenko dann das weniger Bekannte von allet
      Ja, Rattle hat Musik aus beinahe sämtlichen Epochen gespielt und für diese Öffnung muss man ihm auch danken (und zwar nicht "posthum", wie es in dem Artikel abschätzig heißt). Dennoch hat sich Rattle in der Regel auf die jeweils repräsentativen Kernstücke konzentriert. D.h., wo er Janacek aufgeführt hat, wird Petrenko wohl auch Suk aufführen. Wo es Rachmaninoff gab, wird Petrenko (hoffentlich!) auch Medtner geben.

      Ekkehard schrieb:

      zum anderen sind die "Sky-Heels" nun erkennbar ein Sprachbild, also was solls?
      Ein gelinde gesagt äußerst profanes. Eine KonzertKRITIK wäre mir nunmal lieber gewesen.
      „Music is a nexus. It's a conduit. It's a connection. But the connection is the thing that will, if we can ever evolve to the point if we can still mutate, if we can still change and through learning, get better. Then we can master the basic things of governance and cooperation between nations.“ - John Williams
    • Ekkehard schrieb:

      Zumal meines Wissens wieder lediglich ein Gastspiel von ihm geplant ist
      Drei.
      Gerade bekannt gegeben.
      „Music is a nexus. It's a conduit. It's a connection. But the connection is the thing that will, if we can ever evolve to the point if we can still mutate, if we can still change and through learning, get better. Then we can master the basic things of governance and cooperation between nations.“ - John Williams
    • Genauer: ingesamt drei Programme, davon zwei in Berlin (Saisoneröffnung in Berlin mit Strauss/Beethoven und drei Konzerte in März mit Schönberg/Tschaikovski). Das Eröffnungsprogramm und das Dukas/Prokofiev/Schmidt-Programm auf Tournee bei den Salzburger Festspielen, beim Lucernefestival und bei den Londoner Proms. Das Märzprogramm auch in Baden-Baden. Insgesamt 13 Konzerte, fünf in Berlin, acht auf Tournee.

      Hier die komplette Saison des Orchesters: berliner-philharmoniker.de/konzerte/kalender/von/2018-08/

      :wink:
      Details are always welcome. (Vladimir Nabokov)