Futurismus in der Musik

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    • Matthias Oberg schrieb:


      Explizit als Futurist bezeichnete sich zeitweilig George Antheil. Vor allem das sehr energiereiche Motorisch-Repetitive in seinen frühen Klavierwerken ist damals als futuristisch wahrgenommen worden und schließlich verwendete er ja auch noch einen Flugzeugpropeller in seinem Ballett.
      Ich kenne nur das Zitat, in dem er sich als Neo-Futurist bezeichnet. Das ist eigentlich fast mehr Abgrenzung als Zugehörigkeitskundgebung.
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    • Carsten schrieb:

      Möglicherweise stand sie für wahr gewordene Männerfantasien, in denen die schrecklichen Auswirkungen und der reale Kriegs-Horror noch keinen Platz hatten? Diese Fantasien der großen Jungs beinhaltete schließlich auch Bahnhöfe, die "gefräßig" waren. Alles sehr martialisch und nicht symphatisch, aber eingedenk der damaligen Zeit für mich nicht irrsinnig.
      Marinetti wünschte sich den permanenten Krieg, den endlosen Weltkrieg. Das war für seine Konzepte genauso zentral wie die Maschinenbegeisterung und die Frauenverachtung.
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    • Kater Murr schrieb:

      Ja, ein sehr faszinierendes Stück, das weitere Schicksal Mossolovs war mir bis gestern auch gar nicht bekannt (ich hatte immer nur die "Eisengießerei" auf dem Schirm). Etwas schade auch, dass das Konzert, anders als viele andere Musik, die dieser Tage herausgekramt wird, anscheinend nur in dieser älteren und Schleiermachers Einspielung vorliegt.
      Es gibt eine schöne Aufnahme von Mossolow-Klaviersonaten mit Herbert Henck:

      Sicher "persönlicher" als seine Eisengießerei, die ja einem Ballett entstammt, von dem ich den Rest nicht gehört habe.
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    • Dass der italienische Futurismus fast keinen Einfluss auf Komponisten hatte, wird in diesem Band herausgearbeitet:
      Musikästhetische Konzepte des italienischen Futurismus und ihre Rezeption durch Komponisten des 20. Jahrhunderts (Esther Schmitz-Gundlach)
      Pratella war eher in seinen Manifesten Futurist als in seinen Musikstücken und Russolo hat kaum komponiert. Die üblichen Verdächtigen außerhalb der Bewegung, denen man gerne Futurismus nachsagt, haben sich tendenziell abschätzig über den Futurismus geäußert, nur Cage hat Russolo als wichtigen Einfluss genannt. Marinetti hat mit seinem elektrifizierten misogynen Gewaltquatsch einfach mehr abgestoßen als angezogen, zudem hat er immer den Chef herausgekehrt. Wer will dann schon Marinettist sein, noch dazu als gelernter Komponist? Nur jemand wie Pratella, dessen Karriere nicht so recht voran kam.
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    • Ich glaube, das Ballett wurde nie beendet und es ist anscheinend im wesentlichen nur "Zavod" daraus übriggeblieben, in der Praxis sowieso.
      ...a man who refuses to have his own philosophy will not even have the advantages of a brute beast, and be left to his own instincts. He will only have the used-up scraps of somebody else’s philosophy; which the beasts do not have to inherit; hence their happiness. Men have always one of two things: either a complete and conscious philosophy or the unconscious acceptance of the broken bits of some incomplete and shattered and often discredited philosophy. (G. K. Chesterton)
    • Ich habe jetzt eine CD wiedergefunden, von der ich neulich zwar dachte, ich hätte sie mal gekauft, aber ich fand nur die mit Vierteltonstücken von Ives und Wyschnegradsky. (Ein Zeichen, dass die Sammlung zu unübersichtlich geworden ist, aber hätte es sich nicht um eine Anthologie gehandelt, wäre mir es wohl kaum passiert.) Die unten ist inzwischen einfacher als Download (mit der zweiten Folge) zu bekommen.



      Dann habe ich mir noch günstig eine weitere mit Mossolov zugelegt (andere Ausgabe, aber meine ist nur noch zu absurden Preisen gelistet)

      ...a man who refuses to have his own philosophy will not even have the advantages of a brute beast, and be left to his own instincts. He will only have the used-up scraps of somebody else’s philosophy; which the beasts do not have to inherit; hence their happiness. Men have always one of two things: either a complete and conscious philosophy or the unconscious acceptance of the broken bits of some incomplete and shattered and often discredited philosophy. (G. K. Chesterton)