Freiluftkonzerte und Instrumentenschutz

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    • Michael Schlechtriem schrieb:

      Ich möchte sagen, daß sich diese Musiker überhaupt nicht schützen können.
      Die haben auch gar keine Möglichkeit dazu und müssen Zustände ertragen, die unsereiner vielleicht noch aus den 60er und 70ern kennen mag.
      Die Veranstalter kümmert das nicht weiter, solange diese Leute fidelieren und funktionieren.

      Für die ist so ein Engagement doch ein halber Lottogewinn. Die Löhne sind dort dermaßen schlecht, dass ein Auftritt in D (oder gar in der CH) eine massive Verbesserung des Familieneinkommens darstellt. In Jugendherbergen wollen sie wohl selbst übernachten, damit möglichst wenig Geld verloren geht.
      Im Zweifelsfall immer Haydn.
    • Michael Schlechtriem schrieb:

      Unsäglich finde ich es trotzdem in jedem Falle.

      Ja, es ist obszön, dass die große Mehrheit der Menschen in Umständen lebt, die wir uns gar nicht mehr vorstellen können. Bei mir im Labor arbeitet ein Kubaner, der für ein Jahr in die Schweiz in ein Doktoratsprogramm aufgenommen wurde. Der gibt nur das allerallernötigste aus, lebt fast ausschließlich von Nudeln und Reis, um einen möglichst großen Klumpen Geld nach Hause bringen zu können. Man kann nur hoffen, dass ihm die Kubaner das Geld am Flughafen nicht abnehmen,
      Im Zweifelsfall immer Haydn.
    • Dass sich ein Amateur nicht unbedingt noch ein Zweitinstrument leisten kann oder will, leuchtet mir ein. Aber sobald man mit Musik Geld verdienen möchte, sollte man meiner Meinung nach immer über ein Reservegerät verfügen
      Das geht bei uns Trompetern prima, ich kann sogar mit einem überdurchschnittlichen Fünftinstrument aufwarten, Kornette habe ich drei. Nur das Flügelhorn, was ich nur hin und wieder benötige, habe ich einfach. Da es gerade zur Reparatur ist, muss es eben ohne gehen. Viele Kollegen von mir haben selbst im Hobbybereich Zweitinstrumente, um eben für solche Freiluft-Konzerte, Festzelte oder Schlechtwetter-Mucken nicht ihr Hauptinstrument unnötig zu ruinieren. Doch gegenüber anderen Instrumenten kommen wir noch relativ preisgünstig weg (man muss kein Instrument für 2500 € spielen, auch wenn das doch erstaunlich viele tun. Die meisten Kollegen bewegen sich auf durchschnittlichem Amateurniveau, d.h., sie werden den Unterschied, den Instrumente ab einer gewissen Klasse ausmacht, nie selbst feststellen.

      Ich selbst verheize meine guten Instrumente jedenfalls nicht. Die werden schon oft genug beansprucht.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
    • Maurice schrieb:

      Dass sich ein Amateur nicht unbedingt noch ein Zweitinstrument leisten kann oder will, leuchtet mir ein. Aber sobald man mit Musik Geld verdienen möchte, sollte man meiner Meinung nach immer über ein Reservegerät verfügen
      Das geht bei uns Trompetern prima, ich kann sogar mit einem überdurchschnittlichen Fünftinstrument aufwarten, Kornette habe ich drei. Nur das Flügelhorn, was ich nur hin und wieder benötige, habe ich einfach. Da es gerade zur Reparatur ist, muss es eben ohne gehen. Viele Kollegen von mir haben selbst im Hobbybereich Zweitinstrumente, um eben für solche Freiluft-Konzerte, Festzelte oder Schlechtwetter-Mucken nicht ihr Hauptinstrument unnötig zu ruinieren. Doch gegenüber anderen Instrumenten kommen wir noch relativ preisgünstig weg (man muss kein Instrument für 2500 € spielen, auch wenn das doch erstaunlich viele tun. Die meisten Kollegen bewegen sich auf durchschnittlichem Amateurniveau, d.h., sie werden den Unterschied, den Instrumente ab einer gewissen Klasse ausmacht, nie selbst feststellen.

      Ich selbst verheize meine guten Instrumente jedenfalls nicht. Die werden schon oft genug beansprucht.

      Hat nicht Ornette Coleman gerne auf einem Plastiksaxophon gespielt? Das wäre doch was für Open Air.
      Im Zweifelsfall immer Haydn.
    • Nachtrag Plastiksaxophon:
      Wenn die Veranstalter so rücksichtslos sind, für keine Ueberdachung bei Schlechtwetter zu sorgen, sollen die Musiker halt demonstrativ mit Billiginstrumenten auftreten. Das würde für ein Umdenken sorgen. Coleman zeigte, dass man auch mit solchen Instrumenten spielen kann, der Vertrag würde also erfüllt.
      Im Zweifelsfall immer Haydn.
    • Felix Meritis schrieb:

      Wenn die Veranstalter so rücksichtslos sind

      Was heißt denn hier rücksichtslos? Wie ich bereits weiter oben angedeutet habe, sollten Veranstalter und Musiker (auch die sind in der Verantwortung) vertraglich vereinbaren wie ein Open-Air-Konzert abzulaufen hat und wie die Rahmenbedingungen auszugestalten sind, was natürlich eine gegenseitige Akzeptanz, beispielsweise von Haftungsklauseln, voraussetzt. Dadurch kann Streit bereits im Vorfeld vermieden werden. Vielleicht verfügt der - seriöse - Veranstalter ja auch über eine angemessene Haftpflichtversicherung zur Absicherung irgendwelcher Unwägbarkeiten.
    • Warum sollte man so eine Selbstverständlichkeit vertraglich regeln müssen? Wenn, dann gesetzlich. Viele Instrumente sind Einzelstücke und nicht zu ersetzen. Ein Wasserschaden in einer alten Guarneri wird nicht durch eine blosse Geldsumme vergessen gemacht. Musikinstrumente sind auch Kunstgegenstände.
      Im Zweifelsfall immer Haydn.
    • Yukon schrieb:

      Yukon schrieb:

      beispielsweise von Haftungsklauseln


      Felix Meritis schrieb:

      Wenn, dann gesetzlich
      Problem: verschuldensunabhängige Haftung?

      Ich bin ja leider kein Jurist, sondern sehe das aus der sozialen/menschlichen Perspektive. Wenn ich ein Orchester, also Künstler, einlade, welche auf teurem Gerät spielen, dann sorge ich doch einfach aus Gründen der Anständigkeit dafür, dass kein Schaden entstehen kann. Alles andere ist mieses Verhalten, selbst wenn ich nichts illegales tue. Für so etwas gäbe es ja zahlreiche Beispiele.
      Im Zweifelsfall immer Haydn.
    • Felix Meritis schrieb:

      Ich bin ja leider kein Jurist, sondern sehe das aus der sozialen/menschlichen Perspektive. Wenn ich ein Orchester, also Künstler, einlade, welche auf teurem Gerät spielen, dann sorge ich doch einfach aus Gründen der Anständigkeit dafür, dass kein Schaden entstehen kann. Alles andere ist mieses Verhalten, selbst wenn ich nichts illegales tue. Für so etwas gäbe es ja zahlreiche Beispiele.




      Ich vermute einmal, dass die Durchführung von Open-Air-Events oder was für Veranstaltungen auch immer, inzwischen etwas komplexer zu sein scheint, als gemeinhin angenommen wird. Ich erinnere da nur an Fragen im Zusammenhang mit einer Haftungsbegründung und -verteilung, Rücktritt, Höhere Gewalt, Audio-/Videoaufzeichnungsrechte, Lautstärkeregulierung, Auftrittsdauer, vorzeitiger Konzertabbruch, Erstattung von Eintrittspreisen und so weiter und so fort. Insoweit ist man, jedenfalls aus meiner Perspektive, gut beraten nicht nur die Hauptpflichten sondern auch etwaige weitere Pflichten/Nebenpflichten und Rechte zu vereinbaren, was ja im Regelfall auch geschehen dürfte (Grund: s.o.). Inzwischen gibt es sogar das Berufsbild eines Veranstaltungskaufmannes, der/die


      konzipieren und organisieren Veranstaltungen und sorgen für deren reibungslosen Ablauf. Sie kalkulieren die Kosten und übernehmen alle kaufmännischen Aufgaben rund um die Planung, Durchführung und Nachbereitung von Veranstaltungen.




      http://berufenet.arbeitsagentur.de/berufe/start?dest=profession&prof-id=14448

      Und da das Thema, wie Du selbst schreibst, bisweilen zu Missmut und Streitereien führt, werden halt manchmal auch Gerichte damit behelligt, die natürlich ihre Bibel zum Veranstaltungsrecht immer griffbereit haben.



      Aber das natürlich nur am Rande und OT.