Salzburger Festspiele 2015 - L. v. Beethoven - "Fidelio" vom 13. August 2015. ORF 2.

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    • Salzburger Festspiele 2015 - L. v. Beethoven - "Fidelio" vom 13. August 2015. ORF 2.

      Ich habe mir erst heute die LIVE Übertragung auf ORF 2 angeschaut, also erst jetzt meine Eindrücke.

      Dass die Salzburger Festspiele bei Opernspielen immer schlechter werden ist ja kein Geheimnis mehr!!!

      Zuerst die Positiva:

      Die Leonore von Adrienne Pieczonka ist gesanglich wirklich sehr gut und auch der Florestan von Jonas Kaufmann fulminant, Tomas Konieczny singt den Don Pizarro pasabell. Auch die Marzellina und der Jacquino sind im 1920er Look nicht grad gut aber auch net grad abgrundtief schlecht. Sebastian Holecek als Minister Ferrando ist auch recht gut und er schaut gut aus, nur er ist halt auch alt geworden, das hat er mit mir gemeinsam.

      Die gesprochenen Dialoge sind nicht da, das ist schmerzlich,

      aber Frau Barbara Rett ist da und das ist noch schmerzlicher - sie ist wirklich unerträglich.

      Dass man für die Leonore eine 2. braucht die die Erzählung als Pantomine von sich gibt ist manchmal lächerlich und das Bühnenbild ist im Stil eines großen Zimmer in weiß gehalten mit runter- und raufgehenden schwarzen Ding völlig unnötig, denn "O Gott welch Dunkel hier" - ja wo ist denn das, das Grab braucht nicht ausgeschaufelt werden, es ist schon da, nur wenn Rocco zu Leonore singt "Nun hilf den Stein mir heben, gib acht er hat Gewicht" ist keiner da, na ja mit dem Spazierstock könnte er auch das Grab nicht ausschaufeln. Auch "Ich löse deine Ketten" war ganz unnötig - es waren keine da. Der Chor der Gefangenen im blendend weißen Anzügen würde sich für jede Waschmittelreklame gut machen.

      Aber die Wiener Philharmoniker sind da, und die kennnen und können ihren Beethoven also auch Fidelio und Franz Welser-Möst dirigiert zurückhaltend und einfühlend sowohl auf Sänger und auch Orchester, kaum zu glauben er kann das auch. Bei seinem, für mich, letzten Dirigat in der WStO [übrigens "Tosca" hat er eine überlaute Symphonie gespielt].

      Nun wie hat es mir gefallen - obwohl ich ja nunmehr kein absoluter Staubi bin, das hätte man uns und Salzburg ersparen können. Das zahlende Publikum hat ja schon im 1. Akt auf Jonas Kaufmann gewartet und da sieht man, die Schicki-Micki ist auch nicht mehr das was es einmal war.

      Dieses versteht überhaupt nichts mehr von Musik, aber bei erhöhten Preisen und Beethoven ist ihm fremd.

      Herr Claus Guth war für mich nicht gut, denn was er da zusammenwerkelte kann doch "Nicht das Gelbe vom Ei" gewesen sein.

      Euer Peter, der diese Oper liebt, aber erst seit 1954 und sie wohl noch nicht verstanden hat.

      P.S.: Meine Lieben! Wenn mir von Euch wer die fehlenden Namen einsetzt ist ich wäre sehr dankbar! :juhu: :juhu:

      :wink:
    • Hallo Peter, leider lässt man die Opernjunkies in D schmoren bis zum 22.08., dann kommt das Ganze erst auf 3sat. Die ORF-2-Sendung ist (mal wieder) ländergesperrt, zumindest das, was in der Mediathek liegt. Ich fürchte, in einer Woche ist es endgültig zu spät, sich entweder darüber aufzuregen oder zur Verteidigung der Guth'schen Ideen auszuholen, dann ist's nämlich schon fast Schnee von gestern und außerdem wurde schon so furchtbar viel darüber geschrieben...

      :wink: Amaryllis

      PS: Fehlende Namen? Marzellina / Jacquino ---> Olga Bezsmertna / Norbert Ernst
      PPS: Hatte gerade dank youtube Hoffnung ---> "https://www.youtube.com/watch?v=ERlBvIsQah0", leider ganz schlechter Ton, also doch noch eine Woche warten.
    • Als Referenzaufführung wird dieser "Fidelio" ganz sicher nicht in die Operngeschichte (oder die Annalen der Salzburger Festspiele) eingehen. Für die - in der Tat nicht wahnsinnig intelligenten - gibt es ja Alternativen, auf die man hätte zurückgreifen können. Aber selbst der Originaltext wäre vermutlich besser gewesen, als die elektroakustischen Einschübe zwischen den Musiknummern.
      Über das Bühnenbild breite ich lieber den Mantel des gnädigen Schweigens. Die ziemlich statische Personenführung hätte aus meiner Sicht stärkere Persönlichkeiten benötigt, um die (vermutlich) gewollte Wirkung zu erzielen. Den Sinn des Einsatz der Gebärdensprache habe ich einfach nicht verstanden, da bin ich vermutlich zu dumm dazu. Ein Double für Leonore kann ich mir vorstellen, um ihre Zerrissenheit zu als Mann-Frau zu symbolisieren.

      Jonas Kaufmann ist als Florestan (und nicht nur in dieser Partie) nich ganz mein Fall. Das ist nicht wertend, sondern subjektiv ! Aber ich weiß, damit vertrete ich eine Minderheitenposition.

      Michael
    • Oh je lieber Peter, was hast Du gegen Barbara Rett? Da sind wir auseinander, macht aber nichts. Ich schätze sie sehr. ;+)

      Hier meine persönlichen Eindrücke zur Fernsehausstrahlung:

      .GUT UND BÖSE BRAUCHEN ZWEI

      Ludwig van Beethovens „Fidelio“, inszeniert von Claus Guth und dirigiert von Franz Welser-Möst, live in ORF 2 aus dem Großen Festspielhaus in Salzburg, 13.8.2015

      Aufgewachsen und „Fidelio“-sozialisiert bin ich mit Otto Schenks Wiener Staatsopern-Inszenierung, die 1970 im Theater an der Wien Premiere hatte, seit Anfang der 80er Jahre öfter besucht, in Erinnerung vor allem die Leonoren der Gwyneth Jones und der Hildegard Behrens sowie die Spannung jeder „Dritten Leonore“, in Wien traditionell vor dem Schlussbild als Orchesterglanzstück „zum inneren Neudurchleben des Geschehens“ eingefügt, und stets präsent durch die Fernsehaufzeichnung von 1978 unter der ins Werk vollständig eintauchenden Leitung des Premierendirigenten Leonard Bernstein.

      Das Dirigat, die Musik also, nun Franz Welser-Möst und die Wiener Philharmoniker (Konzertmeister Rainer Honeck) in Salzburg mit Beethovens „Fidelio“: das weiche Klangbild des Orchesters erklingt sensibel durchhörbar transparent, wie oft bei Welser-Möst, nicht zu dickflüssig. Es ist ein wienerischer, bekömmlicher „Fidelio“-Tonfall, dem geborenen Wiener doch sehr vertraut. Da geht die Musik einmal mehr unter die Haut, das Quartett, Leonores große Arie, Florestan im Kerker, die „3. Leonore“, das Innehalten im Finale – das packt schon unmittelbar, immer wieder.

      Schenk Inszenierungen leiden manchmal darunter, dass vielfach lauter Schenk Parodien auf Bühnen unterwegs sind, aber es sind immer Menschen, die sich menschlich oder unmenschlich verhalten, menschliche Charaktere durch und durch.

      Claus Guth hingegen vertraut den Menschen nicht, er verweigert die Unmittelbarkeit des Menschseins. Er vertraut auch der Kraft der Musik nicht, dort wo sie alleine tragen könnte, etwa in der Ouvertüre. Da muss Leonore einen Eingang im Vorhang suchen, Florestans Kopf wird übergroß sichtbar, ja, nach dem sucht sie, das wird deutlich. (Ergibt sich diese Klarstellung nicht später aus der Handlung ohnedies?)

      Der Saal des Einheits-Bühnenbildes (Bühne und Kostüme: Christian Schmidt) könnte in der großen Villa sein, in der auch Guths Salzburger „Figaro“ von 2006 gespielt hat. Dorthin gestellt ist ein unheimlicher, bedrohlicher schwarzer Monolith, der sich bei Szenenwechseln dreht und auch allerlei Schattenwirkungen ermöglicht.

      Leonore und Pizarro werden in dieser Inszenierung stumme Zweitgestalten zur Seite gestellt – Leonore eine, die mit Gebärdensprache quasi als innere Stimme all das verdeutlicht, was Leonore wohl nach außen unterdrücken muss, so wie Pizarros „Double“ noch bedrohlicher zum Angriff bereit ist als sein Original. Leonore oder ihr stummes zweites Ich sind übrigens auch immer auf der Bühne präsent, dort wo sie nicht szenisch im Einsatz sind eben nur als Beobachterinnen.

      Guth verzichtet zudem auf alle Dialoge. Stattdessen sollen allerlei meist unheimliche Geräusche wie etwa lautes Atmen oder das Ticken einer Uhr die Beklemmung der Situationen verdeutlichen, und die Mitwirkenden unterstreichen gestisch und mimisch, was handlungsbedingt anfällt. Für jemanden der das Werk einigermaßen kennt, ist das immerhin ein Ansatz, bei dem man besonders genau beobachtet, wie Guth das alles auflöst. Wie jemand damit zurechtkommt, der das Werk erstmals miterlebt, sei dahingestellt.

      Gesanglich habe ich den Eindruck, es muss bei Inszenierungen wie dieser „zweckdienlich“ gesungen werden. „Fidelio“ ist sicher keine Sängeroper im Schönklangsinn, aber so wie gesungen wird, wird der Gesang ausschließlich „benutzt“. Der Gesang intensiviert die innere Anteilnahme kaum, er ist rein Mittel zum Zweck. Die Regie interessiert sich nicht für die Psychologie, die vom Gesang ausgeht, von der Kraft des Operngesangs. Sie würde auch als Schauspielinszenierung so wirken wie sie wirkt.

      Leonore (Adrianne Pieczonka, ihr Schatten Nadia Kichler) und Pizarro (Tomasz Konieczny, sein Schatten Paul Lorenger) wird durch die Aufspaltung die Eigenständigkeit und Facettenvielfalt einer Persönlichkeit gebrochen. Die Konzentration teilt sich auf, die Szenen mit den Originalen und Doubles werden zu choreografierten Tableaus. Das Double „erklärt“ das Original, als wäre dieses nicht fähig, für sich zu stehen, mit all seinen Brüchen und unterdrückten Gefühlen.

      Guths Marzelline (Olga Bezsmertna) versucht auch irgendwie, an Netrebkos Susanna aus dem „Figaro“ zu erinnern, in ihrem Dienstbotenkleid. Jaquino (Norbert Ernst) wirkt hingegen wie ein Studienrat. Rocco (Hans-Peter König) tritt auf wie ein gewichtiger Professor aus einem Schnitzler-Drama. Pizarro mit seiner Sonnenbrille könnte ein Cosa Nostra Mafiaboss sein. Nicht nur sein Double, auch alle seine Soldaten sind gleichgeschaltete Klone von ihm. Die durchwegs weißen Anzüge der Gefangenen geben diesen auch eine „einstudierte“ Einheitlichkeit. Don Fernando (Sebastian Holecek) wirkt wie ein Edelmann aus einer Operette.

      Bleibt der Florestan des Jonas Kaufmann. Bis in kleinste Nuancen ausinszeniert muss er als Marionette des Regisseurs (und er macht das bewundernswert präzise) als grandioser Singschauspieler eine Lebendigkeit des Verzweifelten erturnen. In seinem 2. Akt ist im Saal eine schiefe Ebene eingefügt, in der ein rechteckiges Loch vom nun von oben drohenden Monolith „zugemalmt“ werden möchte. Florestan stürzt auch kurz hinein ins Loch, und der Monolith senkt sich wie in jeder Fernsehserie mit derlei Spannungssituationen nach und nach weiter.

      Die dramatischste Szene des Werks, wenn sich Leonore vor Pizarro stellt, um Florestan zu schützen, bleibt bei Guth ein statisches, choreografiertes, überhöhtes Tableau, weil sie die Körperlichkeit dieser Situation strikt verweigert.

      Das immerhin: Dieser Florestan ist psychisch völlig kaputt, er kann sich nur in Visionen wirklich über die Befreiung freuen, geschweige denn für Leonore öffnen. Ein realistisch vorstellbares Szenario, wenn auch die Musik „das Positive“ erzwingen will.

      Zumindest in der Fernsehaufzeichnung gibt es auch kein Vertrauen zur ausschließlichen Musik der großen „3. Leonore“, auch die muss bebildert werden, wir sehen den Bühnenumbau, Riesenluster statt Monolith nun, roter Teppich, zu Beginn des Schlussbildes auch rote Beleuchtung auf die Wände. Florestan ist völlig aus der Welt, gebrochen, zerstört, ein Wrack. (Kaufmann spielt das famos.) Bei „Bestrafet sei der Bösewicht!“ bricht Pizarro tot zusammen. Die ruhige Passage wird zur „Traumszene“ der vollendeten Harmonie, eine wie ich finde sehr schöne Idee. Florestan, der bei Guth kein Double benötigt, darf hier selbst so wie man es gewohnt ist herzlich befreit auf Leonore zugehen und glücklich sein. Während dann der Wiener Staatsopernchor aus dem Off jubelt, gestikuliert die zweite Leonore wild um sich, Florestan nimmt Leonore nun doch auch „in Wirklichkeit“ bei der Hand, er bricht aber mit dem Schlussakkord zusammen. Das hat dann am Ende doch noch etwas sehr Menschliches, zutiefst Tragisches, darin Nachvollziehbares.

      Explodierender Jubel nach der „3. Leonore“, ansonsten eher verhaltene Reaktionen des Publikums. Nach dieser Vorstellung kam der Regisseur nicht mit heraus zum Applaus, also auch „ungestörter“ solcher, für die tapferen Solisten und noch mehr fürs Orchester.

      Für mich war es durchaus spannend, mit diesen Schattenideen und Geräuschen statt der Dialoge neu durch den „Fidelio“ zu gehen. Meine Lieblingsinszenierung wird das aber wohl nicht werden. Demnächst möchte ich den Züricher „Fidelio“ von 2004 von DVD ansehen, Inszenierung Jürgen Flimm, Dirigent Nikolaus Harnoncourt, Florestan Jonas Kaufmann.
      Zur Info: Bis auf weiteres keine aktive Moderationstätigkeit meinerseits.
      Herzliche Grüße
      AlexanderK
    • Lieber Alexander !

      Bei Barbara Rett bin ich nur deshalb so ungut auf sie zu sprechen, weil sie den Künstlern derart hineinkriecht und das macht sie mir mit der Zeit nicht grad sympathisch. ?(

      Dass sie ein hübsche Frau ist da bin ich mit Dir wahrscheinlich einer Meinung. :yes: :yes:

      Liebe Grüßer sendet Dir Peter der vom Gewitter aufgewacht ist. Gute Nacht und schlaf weiter gut! :wink:
    • *threadhochhol*

      Alexanders sehr ausführliche Beschreibung der Aufführung hat mich neugierig gemacht und so sitze ich nun in den Startlöchern zum Ansehen - ich hoffe nur, der livestream bei 3sat-online funktioniert dann nachher auch reibungslos ...
      Viele Grüße - Allegro

      "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixir." Lajos Lencsés
    • Danke für den link, Amfortas ;+)

      So - eben ist die Übertragung zu Ende gegangen - und ich fand die Inszenierung nicht ganz uninteressant.
      Die sängerischen Leistungen empfand ich nun zwar auch nicht als "besonders"; vor allem Pizarro fand ich stimmlich sogar sehr schwach.
      Die schauspieleriche Leistung von Jonas Kaufmann war jedoch in der Tat sehr überzeugend.
      Besonders gut gefallen hat mir die Idee mit Leonores Schatten, der mich mit ihren Gebärden und dem tiefen Ausdruck sehr fasziniert hat.
      Ziemlich doof fand ich dagegen die Regie in der Kerkerszene beim "Graben", wo jedoch niemand gräbt oder gar schwere Steine schleppt, sondern in der Rocco einfach mit seinem Spazierstock zur Stütze weiter herumspaziert :wacko:
      Und die fehlenden Dialoge empfinde ich als sehr fehlend ... wie soll jemand, der mit der Handlung und dem genauen Ablauf nicht vertraut ist, sich da zurechtfinden ? :huh:
      Viele Grüße - Allegro

      "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixir." Lajos Lencsés
    • Allegro schrieb:

      So - eben ist die Übertragung zu Ende gegangen - und ich fand die Inszenierung nicht ganz uninteressant.
      Die sängerischen Leistungen empfand ich nun zwar auch nicht als "besonders"; vor allem Pizarro fand ich stimmlich sogar sehr schwach.
      ich habe nach dem Krimi mal kurz in 3SAT reingezappt: 2. Akt..
      . uninteressant ist die Inszenierung nicht, aber die Choreographie der Florestan-Figur schleifte sich etwas ab; also die Darstellung der Entfremdung/Traumatisierung durch Knast....
      .. das Quartett fand ich etwas schleppend vom Orchester, aber nicht das Duett (namenlose Freude), da ward die Personenführung mir wieder sinnvoller und gab mir wichtigen Kontrast zur Mucke..; nach dem Begin der Leonore III. habe ich dann TV ausgeschaltet.. muss es mir also gründlich reinziehn.....
      „Ein Komponist, der weiß, was er will, will doch nur was er weiß...“ Helmut Lachenmann
    • Musikalisch : Top ( bis auf Konieczny )
      Szenisch : Flop ( Streifenpeter : Nicht das Gelbe vom Ei! ). Dass Sänger, mich eingeschlossen, gesprochene Dialoge in der Oper nicht besonderes mögen, dürfte eigentlich kein hinlänglicher Grund sein, sie deswegen wegzulassen. Und welcher Regisseur von Renommée ginge schon auf diesbezügliche Wünsche der ihm Ausgelieferten ein? Guth muss andere Gründe haben, fragt sich nur, welche?

      Ciao. Gioachino ?(
      miniminiDIFIDI
    • Oh mein Gott!

      Wenn ich das schon lese, werde ich mir das Ansehen ersparen! Leider, denn Fidelio ist eine meiner Lieblingsopern. Ich frage mich bei solchen "Modernitäten" immer: Kann der Regisseur nicht ein eigenes Werk schreiben und das verhunzen? Warum muß ein Beethoven dran glauben? Vermutlich weil der sich nicht mehr wehren kann! Anscheinend ist es heutzutage im deutschen Fernsehen (3sat, Arte) völlig unmöglich, mal eine Oper zu sehen, bei der Inszenierung, Bühnenbild, Handlung auf der Bühne UND Libretto/ Musik übereinstimmen. Da bleibt wieder mal nur eine Aufführung der Met im Netz - da wird sich so ein Schwachsinn nicht erlaubt, weil die sich über Spenden finanzieren müssen und nicht über die zwangsweise abgepresste Knete der Bürger.
      Was heißt hier modern? Betonen Sie das Wort mal anders! Richard Strauss
    • Fidelio "richtig" zu deuten/zu interpretieren/zu inszenieren ist wohl ein Ding der Unmöglichkeit, wird diese Oper doch von "rechts" wie von "links" als Befreiungsoper für sich reklamier. Und die jüngste Festspielproduktion hatte jedenfalls für mich den einen oder anderen (positiv) diskussionswürdigen Ansatz (auch, wenn das Double der Leonore - für mich der optisch dargestellte Zwiespalt zwischen der Figur Fidelio und der Frau Leonore - doch sehr plakativ war). Dass mit Ausnahme der Wiener Philharmoniker und Welser-Möst der musikalische Teil nur bedingt festspielwürdig war (und da nehme ich auch Jonas Kaufmann nicht aus :hide: ) , haben meine Vorschreiber schon festgestellt.

      Nach der Übertragung von Hoffmanns Erzählungen aus Bregenz in ORFIII am Sonntag, finde ich die szenische Umsetzung des Fidelio in Salzburg aber schon wieder nicht mehr sooo schlecht. So einfach relativiert sich das.

      Michael
    • Lieber brunello - Michael!

      Ich melde mich auf Dein Schreiben nochmals.

      Ich fand das Double - Nadia Kirchler etwas unnötig , denn sie war da wenn man sie grad nicht gebraucht hat. Bei Frau Kirchler hatte wenigstens Ähnlichkeiten mit der Leonore, beim Pizarro Tomasz Konieczny und Paul Lorengar [nicht zu verwechseln mit Paul Löwinger] lagen ja Welten dazwischen.

      Bei Jonas Kaufmann gehen unsere Meinungen auseinander, ich fand in spielerisch und gesanglich großartig aber nicht nur er sondern auch Adrianne Pieczonka, konnten das Zeug nicht retten. Außer wie Du richtig schreibst die Wiener Philharmoniker und Welser - Möst.

      Den "Hofmann" habe ich vergessen auf Telekabel-Box aufnehmen, ich habe einfach auf ihn vergessen [beginnender Altersblödsinn, oder wie man so sagt? :stern: :stern: ] Also kann ich nichts dazu sagen.

      Kann mir wer aus der Patsche helfen :juhu: :cry: :cry: , wäre dankbar, da ich ja DVD sehen kann nur nicht aufnehmen mehr, dann kann ich mich äußern.

      Liebe Grüße sendet Dir Peter. :wink: :wink: