Capriccio-Presseschau

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    • Die anti-rassistische Bewegung dieser Tage muss sich natürlich auch an Monostatos abarbeiten.
      Vincent Bababoutilabo schreibt in VAN:

      War Mozarts Kreation ein subtiler, rassismuskritischer Kommentar auf die Stereotypisierung Schwarzer Menschen der Zeit? Mozart – der ja, seine musikalischen Fähigkeiten einmal ausgenommen, eher den Intellekt eines nervigen Kleinkindes gehabt zu haben scheint – einen antirassistischen Impetus zu unterstellen, ist sehr wahrscheinlich grober Unsinn.
      Hier der ganze Artikel, reich gespickt an sterotypen Vorstellungen über Mozart und seine Zeit:

      Mit dem Prinzip Monostatos brechen Rassistische Stereotype in der ›Zauberflöte‹ und was sie für Inszenierungen heute bedeuten. Ein Kommentar von Vincent Bababoutilabo.
    • Einem der größten Genies der Menschheitsgeschichte "den Intellekt eines nervigen Kleinkindes" zu attestieren, ist eine Idee, auf die man erstmal kommen muss. Sagen wir es mal so: hätte es VAN im 18. Jahrhundert bereits gegeben, so hätte Mozarts Intellekt für eine Autorenschaft in diesem Publikationsorgan vermutlich mehr als ausgereicht, auch wenn es nicht um Musik gegangen wäre. :D

      Ach ja: warum wird Monostatos in dem Artikel eigentlich als "Phantasiegestalt Mozarts" bezeichnet? Er war doch wohl eher eine Phantasiegestalt Schikaneders, oder nicht? Mozart hat der Figur offensichtlich nicht widersprochen und hat das Libretto in der uns bekannten Form vertont - erfunden hat er sie m. W. nicht.

      LG :wink:
      "Was Ihr Theaterleute Eure Tradition nennt, das ist Eure Bequemlichkeit und Schlamperei." Gustav Mahler
    • Symbol schrieb:

      Ach ja: warum wird Monostatos in dem Artikel eigentlich als "Phantasiegestalt Mozarts" bezeichnet? Er war doch wohl eher eine Phantasiegestalt Schikaneders, oder nicht? Mozart hat der Figur offensichtlich nicht widersprochen und hat das Libretto in der uns bekannten Form vertont - erfunden hat er sie m. W. nicht.
      Wohl wahr. - Das heißt, die Frage, wem der "Intellekt eines nervigen Kleinkindes" zukommt, ist nochmal neu zu stellen.

      Gruß
      MB

      :wink:
      "Es ist ein Jammer, dass die Dummköpfe so selbstsicher und die Gescheiten so voller Zweifel sind." - Bertrand Russell
    • Josquin schrieb:

      Erstmal Dirigentin in Bayreuth am Pult und Hermann Nitsch (ausnahmsweise mal blutig passend) gestaltet das Bühnenbild der Walküre.
      Gemeint ist Oksana Lyniv.

      Etwas anderes: "Joana Mallwitz wird Chefdirigentin am Konzerthaus Berlin", so die Schlagzeile heute in der Süddeutschen:

      sueddeutsche.de/kultur/musik-b…-20090101-210831-99-34427

      Die 34jährige wird damit Nachfolgerin des 81jährigen Christoph Eschenbach.

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
    • Jetzt auch hier:

      Erste künstlerische Leiterin des Orchesters Joana Mallwitz wird Chefdirigentin am Konzerthaus Berlin
      Sie hatte ihren Abschied aus Nürnberg bereits angekündigt. Nun ist klar, wohin die gefeierte Dirigentin Joana Mallwitz wechselt: Die 34-Jährige beerbt Christoph Eschenbach, 81, beim Konzerthausorchester.
      Der Spiegel, 31.08.2021

      spiegel.de/kultur/musik/joana-…eb-4d10-aa2c-a426fb12d366


      maticus
      Social media is the toilet of the internet. --- Lady Gaga
      Und wer Herr Reichelt ist, weiß ich auch erst seit Montag. --- Prof. Dr. Christian Drosten
    • Neu

      Weiße Musiker entlassen:

      faz.net/aktuell/feuilleton/deb…tskriterien-17534899.html

      Das muss der berühmte Humor sein, den man den Bewohnern Albions nachsagt.
      Später, auf irgend eine niemals aufgeklärte Weise, ist einzelnen Familiengliedern das »Wort« bekannt geworden, dieses desperate Wort, das in jener Nacht Herr Permaneder sich hatte entschlüpfen lassen. Was hatte er gesagt? – »Geh' zum Deifi, Saulud'r dreckats!«.
    • Neu

      Josquin schrieb:

      Die Hälfte der Bewohner in GB sind Nichtweiße?
      Eher ~13-16% (wenn man alle Asiaten als "nichtweiß" zählt)
      Aber Proportionalität hat bei Symbolpolitik noch nie jemanden gestört. Ebensowenig die ethnische Zusammensetzung der britischen 4x100m-Staffel... da nimmt man halt die Schnellsten, was sich relativ objektiv feststellen lässt und nicht so leicht durch falsche Brillen getrübt wird.

      en.wikipedia.org/wiki/Ethnic_groups_in_the_United_Kingdom
      Tout le malheur des hommes vient d'une seule chose, qui est de ne pas savoir demeurer en repos dans une chambre.
      (B. Pascal)
    • Neu

      Rosamunde schrieb:

      Vielleicht sind die neuen ja auch zufällig besser. Nur mal so in die Runde geworfen.
      Das ist unbedingt wahrscheinlich!

      Nein, es wurden "Vielfaltskriterien" erfüllt.
      Später, auf irgend eine niemals aufgeklärte Weise, ist einzelnen Familiengliedern das »Wort« bekannt geworden, dieses desperate Wort, das in jener Nacht Herr Permaneder sich hatte entschlüpfen lassen. Was hatte er gesagt? – »Geh' zum Deifi, Saulud'r dreckats!«.
    • Neu

      Josquin schrieb:

      Die Hälfte der Bewohner in GB sind Nichtweiße?
      So würde ich den Vergleich nicht anstellen. Interessanter und ausschlaggebender ist doch, wieviele non-whites sich als Orchestermusiker ausbilden lassen wollen. Immerhin weiss man ja zB, dass es mehr Frauen an Musikhoschulen gibt, als Männer. Aber in den Orchestern eben nicht.

      miz.org/downloads/statistik/10…enner_Auslaenderinnen.pdf

      Ich weiss nicht, ob ich diese Tabelle richtig lese, aber ich glaube da steht, dass der Anteil an ausländischen Studenten im Fach Orchester-/Instumentalmusik an deutschen Musikhochschulen bei 62 % liegt.
      Frauenanteil bei etwa 54%. Sehe ich das richtig ?

      Ich habe nach so einer Tabelle für die UK gesucht, aber keine gefunden. Es kommt mir so vor, als gibt es an UK Musikhochschulen auch sehr viele Ausländer und sehr viele non-whites.
    • Neu

      Wenn sich das so durchsetzt, müsste es dann ja ein Entlassungswelle bei z. B. den Berliner Philharmonikern geben, um 54 % Frauenanteil und 62 & Ausländeranteil (hier gehe ich dann von vielen talentierten Asiaten aus) zu erreichen. Außerdem sollte dann auch die Dirigentenquote geklärt werden. Kevin John Edusei, Dean Dixon oder Kazem Abdullah könnte man z. B. einladen.
    • Neu

      Entlassen ist selbstverständlich keine Lösung.
      Und nicht vergessen, dass es sich bei der betroffenen Oper um freelance Spieler handelte. Da gibt es keine fairen Probespiele. Nur Beziehungen.

      Dazu ist vielleicht folgendes interessant:

      Ich weiss nicht, wie die Freelance Szene in Deutschland läuft und ich weiss nicht, wie sie heute in UK läuft. Aber nach dem was ich so höre, hat sich nicht viel geändert, seit ich in den 90ger Jahren selber aktiv war.

      Das lief so: Jeder Fixer * hat eine sogenannte Liste. Auf diese Liste kommt man nicht so leicht drauf. Eigentlich gar nicht. Ausser man hat Beziehungen.

      Bei mir lief das so, dass mein Lehrer in meinem letzten Studienjahr die Stimmführer der grossen Orchester angerufen hat. Er kannte sie persönlich. Er habe da eine Studentin usw. Ich habe daraufhin bei denen angerufen und sie haben mich irgendwo hingebeten, wo sie gerade zwischen Tür und Angel 10 Minuten Zeit hatten. Da habe ich meinen Bartok abgliefert, ohne Klavier, und noch irgendeine Stelle vom Blatt spielen müssen. Nach einigen Wochen bekam ich dann einen Anruf, ob ich für ein bestimmtes Konzertdatum Zeit hätte. Damit war ich auf der Liste. Und ehe jemand meint, ich hätte mir Pelzmäntel verdient.... Nein, keinen einzigen.

      Wenn man aber nun keinen Lehrer oder anderweitige Beziehungen zu Orchesterstimmführern hat, dann kommt man nicht auf die Liste. Man muss dann mühsamst (!!!!) bei den schlechtesten Orchestern und mit jämmerlichen provinziellen Konzerten ganz unten anfangen und sich durch fantastisch gutes Spiel PLUS Arschkriechen bei Stimmführer UND Fixer hochrangeln, bis man Jahre später mal beim LSO oder ROH auf der Freelance Liste landet. Und genau das alles kann noch um etliches schwieriger sein, wenn es irgendwo in der Kette Voruteile gegen non-whites gibt.

      Nun zu der Sache mit der Opera da. Die Liste ist, so scheint es, seit 20 Jahren von denselben besetzt. Wieso auch nicht, solange die Qualität stimmt? Das ist allerdings fraglich. Ich persönlich habe erlebt, dass so manch einer nach einigen Jahren nicht mehr gut spielen kann und die Qualität dann eben doch leidet. Es braucht immer mal wieder neue. Bei den Bratschen ist es immer der Ton und die rechts-links Koordination die leidet, wenn jemand zu lange im Orchester spielt. Bitte dabei beachten, dass man in UK als Orchestermusiker wenig Zeit hat zum Üben hat. Man braucht also neue in der Gruppe, um den Klang der Gurppe schön zu halten. Egal, nehmen wir an, die Qualität war immer noch gut.

      Nur: Wie soll es bei einer geschlossenen (weissen) freelance Liste jemals zu Diversity kommen, die es aber an Musikhochschulen schon gibt? Eben nur, wie in anderen vollberuflich angestellten Orchestern auch, dh sehr langsam. Nur – es gibt hier ja keine „fairen“ Probespiele. Es geht alles nur über Beziehungen. Und falls es in einer Gruppe Voruteile gibt, dann hat man eben sehr erschwerte Chancen. Es gibt keinen "fairen" Weg auf eine Freelance Liste.

      *(der in der Verwaltung, der die Leute anruft und bucht)