Capriccio-Presseschau

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    • Geht mir ebenso. Man kann ja nur einen kleinen Bruchteil dessen kennen was auf diesem Planeten so geschrieben wird; die Jungs und Deerns vom Nobelpreiskomitee stoßen allerdings mit irritierender Regelmäßigkeit in meine Bildungslücken (oder nehmen Dylan oder Handtke :S )

      Es ist sehr lange her daß jemand ausgezeichnet wurde den oder die ich wirklich schätzte. Es fehlt so ein bißchen der Mitfreufaktor... Den hätte ich bei Don deLillo etwa gehabt.

      Aber der Gedanke, es könne ein Komitee geben, welches über der Literatur stände und diese bewerten könne ist ja eh absurd.


      :)
      "Verzicht heißt nicht, die Dinge dieser Welt aufzugeben, sondern zu akzeptieren, daß sie dahingehen."
      (Shunryu Suzuki)
    • garcia schrieb:

      Aber der Gedanke, es könne ein Komitee geben, welches über der Literatur stände und diese bewerten könne ist ja eh absurd
      Hm - ich sehe das so: Ich würde nicht das Wort "Bewertung" benutzen, sondern vielleicht eher "Einschätzung", oder davon sprechen, wie sehr man etwas schätzt. Dann wird eventuell eher ein Schuh daraus. Ein Kritiker oder Jurymitglied ist für mich nicht per se jemand, der darüber steht. Er oder sie kann auch einfach dem Grad seiner Bewunderung Ausdruck geben.
    • Wieland schrieb:

      Ich bin hoffentlich nicht der Einzige hier im Forum, dem der Name des diesjährigen Nobelpreisträgers für Literatur Abdulrazak Gurnah neu ist.
      Schon 2018 schrieb Tim Schleider in der Stuttgarter Zeitung:

      Tim Schleider schrieb:

      Ach, hätte es der schwedische Dynamiterfinder Alfred Nobel in seinem Testament 1896 doch bei drei Nobelpreisen belassen: Physik, Chemie und Medizin. Dank des globalen Wettbewerbs der Naturwissenschaften vermag man sich sofort vorzustellen, dass irgendein Gremium entscheiden kann, wer wann und wo die wichtigsten Entdeckungen gemacht hat und dafür eine Urkunde, einen Handschlag des Königs, ein schönes Abendessen und rund 750 000 Euro Preisgeld verdient. Nobels weitergehende Wünsche nach einem jährlichen Friedens- und einem Literaturpreis schaffen dagegen regelmäßig Probleme. Ja, der Literaturnobelpreis provoziert sogar regelmäßig Hohn und Spott. Manche der Preisträger in den vergangenen Jahren waren auf den ersten Blick selbst dem versierten Kulturpublikum frappierend unbekannt – und es war dann die Aufgabe der Kulturredakteure aller Länder, diesem ratlosen Publikum die Entscheidung in Stockholm doch noch plausibel zu erklären. Verbunden war das stets mit dem Hinweis, dass es doch eigentlich ganz schön und wichtig sei, von der hochkompetent und völlig unabhängig agierenden Expertenjury der Schwedischen Akademie stets auf die ganze Vielfalt der Weltliteratur hingewiesen zu werden. Selbst ein skurriles Votum wie jenes für Bob Dylan 2016 konnte man sich so noch schönreden.
      Quelle: stuttgarter-nachrichten.de/inh…67-a1f8-b7525caa616c.html

      In diese Tradition reiht sich das Auswahlgremium, das 2018 mit einem massiven sexuellen Missbrauchs- und Korruptionsskandal (hierzu instruktiv: de.wikipedia.org/wiki/Schwedische_Akademie#Krise_von_2018) in die Schlagzeilen geriet, auch in diesem Jahr wieder ein. Wie schrieb Tim Schleider 2018 so schön über das Auswahlkomitee?

      Tim Schleider schrieb:

      Keinem Autor dieser Welt wäre derzeit noch zuzumuten, aus ihren Händen einen Preis anzunehmen.
      Bezeichnenderweise war auch Bob Dylan monatelang nicht zu bewegen, diesen Preis entgegenzunehmen.
      "Ich bin ein solcher Skeptiker, dass selbst Skeptiker in mir Skepsis auslösen."
      (Dieter Nuhr)
    • Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
    • Ein sehr schöner Artikel über Musikmachen im klassischen Umfeld, aber außerhalb des Standardbetriebs:

      sz-magazin.sueddeutsche.de/mus…dresdner-sinfoniker-90729

      Ich mag besonders diesen Abschnitt über die 'Bedeutung' des Live-Events und was es mit Musikern und Zuhörern im guten Fall macht:

      'Noch einmal zurück zu der Frage: Was kann Musik?
      Musik verbindet Menschen. Allein das gemeinsame Hören lässt Menschen etwas Gemeinsames fühlen. "Ko-Pathie" nennt das die Forschung: Musik synchronisiert die emotionalen Empathie-Zentren in den Gehirnen. Ein Forschungsteam der Universität Oxford vermutet, dass so ein Synchron-Erlebnis das endogene Opioid-System im Gehirn aktiviert. Das ist für die Ausschüttung des Neurotransmitters Endorphin zuständig. Es fühlt sich gut an, synchronisiert zu sein. Die Forscher wiesen neben dieser kurzfristigen Wirkung auch eine langfristige nach: Menschen verhalten sich nach einem Synchron-Erlebnis friedlicher, kooperativer, freundlicher, hilfsbereiter. Das Gehirn baut eine neue Verbindung auf, zwischen Musik hören und sich gut fühlen und gut handeln. Diese Verbindung, das ist sie: die Kraft der Musik ....'

      Entsteht allerdings vermutlich nicht beim einsamen CD-Auflegen oder Streamen ...

      Gruß Benno
      Überzeugung ist der Glaube, in irgend einem Puncte der Erkenntniss im Besitze der unbedingten Wahrheit zu sein. Dieser Glaube setzt also voraus, dass es unbedingte Wahrheiten gebe; ebenfalls, dass jene vollkommenen Methoden gefunden seien, um zu ihnen zu gelangen; endlich, dass jeder, der Überzeugungen habe, sich dieser vollkommenen Methoden bediene. Alle drei Aufstellungen beweisen sofort, dass der Mensch der Überzeugungen nicht der Mensch des wissenschaftlichen Denkens ist (Nietzsche)
    • Da ich auch im "Konzerte aus München"-Faden hier noch nichts darüber gefunden habe, poste ich es mal hier: die FAZ berichtet heute über die neue Isarphilharmonie und das Eröffnungskonzert am 08.10.2021 mit Daniil Trifonov und den Münchner Philharmonikern unter Valery Gergiev:
      faz.net/aktuell/feuilleton/bue…ten-gasteig-17578413.html

      Das Konzert dazu ist hier anzusehen und zu hören:
      br-klassik.de/concert/ausstrahlung-2650734.html
      Viele Grüße - Allegro

      "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixir." Lajos Lencsés