Alte UFA-Schlager

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    • Alte UFA-Schlager

      Beim Suchen nach einem Musikbeispiel vom "Roten Sarafan" dachte ich auf einmal so: den Hans Moser, den könnst Dir auch mal wieder anhören. "Den alten Film" habe ich als DDR-Kind jeden Montag mit meiner Oma geschaut auf DDR 2. Davon geblieben ist mir eine lebenslange andauernde Liebe zu den alten Filmschlagern der Ufa mit dem typischen Schellackplatten-Klang. Vielleicht bin ich der einzige mit dieser Leidenschaft - vielleicht gibt es noch den einen oder anderen Musikfreund mit ähnlich verquerem Geschmack. :D

      Beginnen möchte ich mit einem meiner Lieblingslieder von dem unvergessenen Hans Moser: Die Reblaus

      "www.youtube.com/watch?v=PQaq0eusLFY"

      Ist das eigentlich Gesang? Aber immer wieder schön, man wünscht sich direkt in ein Lokal nach Wien...
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    • Lieber Gnaisenau!

      Als Wiener kann ich Dir auch nicht ganz genau sagen ob das Gesang ist, aber es ist die Überzeugungskraft dass alles fein ist und richtig.

      Auch im SW Film "Der Kongress tanzt" wurde gesungen "Das muss ein Stück vom Himmel sein" und das ist eindeutig Operette bzw. der Nachfolger auf der Filmleinwand.




      Aber nicht nur hier in Wien war ja diese Musik daheim, auch wenn Hans Albers "Auf der Reeperbahn nachts um 1/2 1" sang klang es so gut, und das war auch grad nicht gesungen sondern dargebracht.

      Liebe Grüße sendet Dir Peter aus Wien. :wink: :wink:
    • Der einzige Film, mit dem ich noch Kontakt habe, ist da wohl "Der blaue Engel" von Sternberg, in dem Marlene Dietrich mehrere Schlager ablässt. Ohne Bild würde ein großer Anteil des Reizes verlorengehen.
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    • oper337 schrieb:

      Als Wiener kann ich Dir auch nicht ganz genau sagen ob das Gesang ist, aber es ist die Überzeugungskraft dass alles fein ist und richtig.

      Auch im SW Film "Der Kongress tanzt" wurde gesungen "Das muss ein Stück vom Himmel sein" und das ist eindeutig Operette bzw. der Nachfolger auf der Filmleinwand.

      Aber nicht nur hier in Wien war ja diese Musik daheim, auch wenn Hans Albers "Auf der Reeperbahn nachts um 1/2 1" sang klang es so gut, und das war auch grad nicht gesungen sondern dargebracht.

      Jaaa, das trifft es gut - es ist wohl eher eine Darbringung! :D Die ich im übrigen trotzdem toll finde, vermutlich gerade wegen des "halben Sprechgesangs".

      Meine Lieblingsszene mit Hans Moser ist aber aus einem der späteren Filme: Die schöne Lügnerin (mit Romy Schneider) von 1959. Hans Moser spielt den Großvater. Der Zar kommt ins Haus, Hans Moser ist ganz aufgelöst und readebrecht zum Zaren in seiner Verzweiflung: "An Gugelhupf?" HERRLICH!!!
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    • putto schrieb:

      Der einzige Film, mit dem ich noch Kontakt habe, ist da wohl "Der blaue Engel" von Sternberg, in dem Marlene Dietrich mehrere Schlager ablässt. Ohne Bild würde ein großer Anteil des Reizes verlorengehen.

      Jaaa, mhmmm, das ist einer der wenigen Filme aus dieser Zeit, die ich nicht mag. Was zum einen darin liegt, dass mir dramatische tragische Stoffe im Film einfach nicht liegen - ich bevorzuge Komödien. Das geht mir auch mit heutigen Filmen so. (Das Leben ist tragisch und hart genug - das muß ich mir nicht noch auf der Leinwand reinziehen!) Und zum anderen liegt es an Marlene Dietrich, die ich schon als Kind immer als sehr unsympathisch und geradezu gruselig empfunden habe, was sich bis heute nicht geändert hat.

      Es gibt halt Schauspieler, die mag man, z.B. Hans Moser, und es gibt welche, die erträgt man nicht, z.B. in dem Fall Marlene. Das geht mir auch heute noch so: Sandra Bullock finde ich großartig - mit Katherine Heigl kann man mich jagen, um mal zwei Komödien-Hollywoodgrößen zu nennen. Und so etwas wirkt sich ja auch darauf aus, ob man einen Film mag.
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    • Lustig - für mich der einzige wirklich sehr gute deutschsprachige Tonfilm, den ich kenne, vor Herzog oder Fassbinder oder so. Ich kenne aber auch fast keine - vor Jahren "Schwarzer Kies" (Käutner) gesehen, hat mich nicht begeistert, und diesen Sommer "Viktor und Viktoria" (Schünzel), den ich zum Teil ansprechend, dann aber wieder sehr abstoßend fand. Da wird auch gesungen und es ist eine Komödie, also vielleicht was für Dich.
      :D
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    • putto schrieb:

      Lustig - für mich der einzige wirklich sehr gute deutschsprachige Tonfilm, den ich kenne, vor Herzog oder Fassbinder oder so.

      Echt??? Sonst kennst Du keine Filme von vor 1950? Feuerzangenbowle? Münchhausen? 7 Jahre Pech? Und die großartige Tragödie (bei der mach ich mal ne Ausnahme) Große Freiheit Nummer 7!

      Gerade letztere ist doch einer DER deutschen Filme überhaupt! Ein absolutes Meisterwerk!
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    • Retro schrieb:

      Ich kenn den allersten Jules-Verne-Film. Reise zum Mond.

      Wird der von Meliès sein - also ein französischer Stummfilm.

      -----

      putto schrieb:

      Lustig - für mich der einzige wirklich sehr gute deutschsprachige Tonfilm, den ich kenne, vor Herzog oder Fassbinder oder so.

      Oh, das ist traurig - da sind eine Menge tolle Filme dabei.


      jd :wink:
      "Interpretation ist mein Gemüse."
      Hudebux
      "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation."
      Jean Paul
    • Gneisenau schrieb:

      putto schrieb:

      Lustig - für mich der einzige wirklich sehr gute deutschsprachige Tonfilm, den ich kenne, vor Herzog oder Fassbinder oder so.

      Echt??? Sonst kennst Du keine Filme von vor 1950? Feuerzangenbowle? Münchhausen? 7 Jahre Pech? Und die großartige Tragödie (bei der mach ich mal ne Ausnahme) Große Freiheit Nummer 7!

      Gerade letztere ist doch einer DER deutschen Filme überhaupt! Ein absolutes Meisterwerk!
      Feuerzangenbowle und Große Freiheit Nummer 7 habe ich als Kind gesehen.
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    • Hoppla, Langs "M" ist natürlich einer meiner Lieblingsfilme! Dagegen hat der blaue Engel keine Chancen.
      Außerdem hat mir Pabsts "Westfront 1918" auch eher besser gefallen als der blaue Engel.

      Was ich noch ansehen sollte:
      1930 Abschied (Siodmak)
      1931 3-Groschenoper (Pabst)
      1933 Liebelei (Ophüls)
      1933 Das Testament des Dr. Mabuse (Lang)
      1935 Triumph des Willens (Riefenstahl)

      Der deutsche Stummfilm ist jedenfalls in Summe viel attraktiver.
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    • Die Pseudo-Wiener UFA-Schmonzetten liefen meinerzeit im BR und im ORF noch recht häufig: Ständig gings im Diskant: »Ferdinand?!?« – »Leopold!!!«, Kutsche rein, Kutsche raus. So richtig, wie sich die Piefkes die walzerseligen Wiener halt vorstellen. Und manche mag ich bis heute: »Der Kongress tanzt« hat unwiderstehliche Ohrwürmer (»Christels Lied [›Das gibt’s nur einmal‹]« und die Josef-Strauss-Adaption »Das muss ein Stück vom Himmel sein/Wien und der Wein«), aber auch filmisch einiges Bemerkenswertes: Die lange komplizierte Kamerafahrt um »Christels Lied«, der drastisch-sadistische Aufbau um Christels Züchtigung per Stock, hübsche Details wie die vor dem triumphierenden Metternich walzertanzend geleerten Stühle des Kongresses, insgesamt ein cleveres Buch, aber vor allem die durch die Bank kompetent-witzige Besetzung.

      Der deutsche Tonfilm, der damalige deutsche Schlager (im Film oder außerhalb); da gibt es ungeheure Schätze zu finden: witzig, kreativ, unerwartet, gewagt (aber überraschend oft auch gerade deswegen erfolgreich); zu vieles ist dagegen fraglos auch lustlose Dutzendware (vom später ideologisch erzwungenen Brain-Drain und damit verbundenen Schicksalen mal ganz abgesehen).
    • putto schrieb:

      Was ich noch ansehen sollte:
      1930 Abschied (Siodmak)
      1931 3-Groschenoper (Pabst)
      1933 Liebelei (Ophüls)
      1933 Das Testament des Dr. Mabuse (Lang)

      1935 Triumph des Willens (Riefenstahl)
      Vor allem die drei... :juhu:


      jd :wink:
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      Hudebux
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    • Retro schrieb:

      Ihr vergesst Metropolis (Lang)

      Und alle anderen deutschen Stummfilm-Klassiker wie Nosferatu, Das Cabinet des Dr. Caligari oder Die freudlose Gasse - aber der Threadtitel lautet nunmal Alte UFA-Schlager und bezieht sich eben allenfalls auf die Tonfilme. Deswegen habe zumindest ich bisher keinen erwähnt... ;+)


      jd :wink:
      "Interpretation ist mein Gemüse."
      Hudebux
      "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation."
      Jean Paul
    • Einer meiner Lieblingskomponisten aus der UFA-Zeit ist Friedrich Hollaender, der u.a. die Songs zum o.g. "Blauen Engel" verfasst hat:
      'http://www.imdb.com/name/nm0006130/'

      In den Staaten machte er nach seiner Flucht Karriere. Ich mag sowohl seine deutschen als auch englischsprachigen Werke.

      Kennt jemand eine gute Zusammenstellung von Hollaender-Songs in neueren Aufnahmen?
    • opereddie schrieb:

      Einer meiner Lieblingskomponisten aus der UFA-Zeit ist Friedrich Hollaender, der u.a. die Songs zum o.g. "Blauen Engel" verfasst hat:

      Mhmm, zu dem hab ich jetzt nix parat, aber der ist natürlich bekannt! Wie wär's denn dann mit dem Arrangeur von Hollaender im Blauen Engel: Peter Kreuder

      Der hat später einen Hit nach dem anderen produziert. Unter anderem folgenden, den jeder schon mal als Titelmelodie der Muppet Show gehört hat: Ich brauche keine Millionen

      Hier die lange Version aus dem Film mit Marika Rökk: "www.youtube.com/watch?v=lMmo3PmRFPE"
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    • opereddie schrieb:

      Kennt jemand eine gute Zusammenstellung von Hollaender-Songs in neueren Aufnahmen?

      Ja, probiers mal mit Tim Fischer



      auf der ersten CD sind die Lieder eines armen Mädchens aufgenommen, die Hollaender für Blandine Ebinger, seine erste Frau, geschrieben hat. Die zweite CD enthält neben Chansons von Hollaender unter anderem auch welche von Georg Kreisler, Rainer Werner Fassbaender (Texte) etc.

      oder mit Georgette Dee



      ist aber auch keine reine Hollaender Scheibe

      als drittes Blandine Ebinger



      bei aller Authentizität tue ich mich schwer mit Frau Ebingers stimmlicher Darstellung.

      und als letztes Nina Proll & Trio de Salon



      Ist aber auch kein reines Hollaender Programm

      Auf die CD bin ich vor ein paar Wochen aufmerksam geworden und sie ist gleich auf meine Wunschliste gewandert. Kann also noch nichts dazu sagen.

      "Was ein richtiger Musiker sein will, der muss auch eine Speisekarte komponieren können" (Richard Strauss)