Josef Suk (1874-1935) - mehr als nur der komponierende Schwiegersohn Dvoraks ?

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    • Josef Suk (1874-1935) - mehr als nur der komponierende Schwiegersohn Dvoraks ?

      Ich habe festgestellt, dass es noch keinen eigenen Thread zu Josef Suk gibt. Dem möchte ich nun Abhilfe schaffen, und ihm eine kleine Würdigung widmen. Immerhin gibt es einige bemerkenswerte Einspielungen seiner Werke, so dass man ihm hier durchaus mehr Aufmerksamkeit zuwenden sollte.

      Geboren wurde er am 04. Januar 1874 im Ort Krekovice bei Prag, was damals zu Österreich-Ungarn gehörte , verstorben am 29.05. 1935 in Benesov bei Prag. Neben seiner Tätigkeit als Komponist war er auch ein bekannter Violin-Virtuose und später dann der Schwiegersohn des großen Antonin Dvorák. Sein Enkel Josef Suk Junior (1929-2011) wurde auch ein bekannter Violinist, der die Tradition als Musiker fortsetzte.

      Zunächst noch ganz in der Tradition Antonin Dvoraks stehend, dessen Schüler er war, schrieb er die "Dramatische Ouvertüre" a-moll, op.4 1891/92 und seine "Streicherserenade", op.6 1892. Orchesterwerke, die auch auf CD zu hören sind, sind "Erzählung eines Winterabends", op.9 , "Ein Märchen", op.16 - Suite für Orchester (1907-1909) , "Praga-Symphonische Dichtung, op.26 (1904) und dann die "Sinfonie E-Dur" (1897-1899) und natürlich die "Asrael-Sinfonie",op.27 (1905-1906), ein Werk für großes Orchester in fünf Sätzen, was in seinen Dimensionen und Ausdruck durchaus mit Mahlers Werken zu vergleichen ist, die er dem Tode Antonin Dvoraks und dessen Tochter/seiner Frau Ottilie widmete.

      Weitere wichtige Werke waren "Ein Sommermärchen-Eine Symphonische Dichtung", op.29 (1907-1909), ebenfalls in fünf Sätzen , "Lebensreife-Symphonische Dichtung für Frauenchor und Orchester", op.34 (1912-1917) und "Epilog - Symphonisches Werk für Sopran, Bariton, Bass und gemischten Chor, großen gemischten Chor und Orchester", op.37 (1920-1929, rev. 1930-1933). Letzteres ist ein nicht so ganz zugängliches Stück, was durch seine Abwechslung von Text und Orchester auffällt und ursprünglich den Titel "Ernte der Liebe" bekommen sollte.

      Als Solo-Werk gibt es eine "Fantasie für Violine und Orchester",op.24 (1902-1903). Erstaunlich, dass er nicht mehr Solo-Werke für Violine geschrieben hatte, aber er war wohl durch sein Mitwirken im "Tschechischen Streichquartett", dem vielen Reisen auch mit dem Quartett, und anderen Kompositionen zu beschäftigt.

      Suk schrieb zahlreiche Kammermusiken, darunter acht Streichquartette, reine Klaviermusik, mehrere Werke für Cello und Klavier , Lieder und Chorwerke.

      Seinen musikalischen Stil würde ich als Spätromantisch beschreiben, der Einflüsse von Dvorak und vielleicht etwas Mahler in sich birgt, ganz der tschechischen Tradition folgend. Einer seiner "Konkurrenten" war ohne Zweifel Vitezslav Novák (1870-1949). Auch er war ein Schüler Antonin Dvoraks, und stand diesem, aber auch der Spätromantik und vor allem der Volksmusik seiner Heimat nahe.

      Besondere Aufmerksamkeit bekam Josef Suk nach vielen Jahren der völligen Ignoranz seiner Werke im Westen durch die Einspielungen einiger Orchesterwerke durch den Dirigenten Libor Pesek, der mit dem Royal Liverpool Philharmonic Orchestra "Asrael", "Zrani (Lebensreifen)" und "Praga" einspielte, und dann auf EMI veröffentlicht wurde. Das war Anfang der 1990-er Jahre gewesen.

      Nach erneuter Durststrecke machte dann der Dirigent Kirill Petrenko mit dem Orchester der Komischen Oper Berlin bei CPO erneut bahnbrechende Aufnahmen, die gerade in Deutschland besonders gut ankamen. Für Petrenko waren diese Einspielungen der Start zu einer nun beachtlichen Karriere, die ihn nun 2018/2019 zum Orchester der Berliner Philharmoniker wieder zurück nach Berlin führen wird.

      Ebenfalls eine hervorragende Box mit vier CDs wurden in Suks Heimat bereits Anfang/Mitte der 1980-er Jahre durch Vaclav Neumann und erneut Libor Pesek mit der Tschechischen Philharmonie Prag für Supraphon eingespielt.

      Neuere Aufnahmen von Suks Werken, besonders "Asrael" wurden durch die Dirigenten Jiri Belohlavek (er nahm drei CDs mit den ganzen Orchesterwerken auf), Petr Altrichter,Vladimir Ashkenazy, Walter Weller und JoAnn Falletta eingespielt.



      Ich kenne natürlich nicht alle dieser zahlreichen Aufnahmen, doch wenn jemand meine Favoriten wissen möchte, so würde ich Petrenko, Neumann und Pesek nennen. Allerdings sollen auch Weller und Ashkenazy gut geworden sein. Sehr schön ist auch die "Streicherserenade" auf der Naxos-CD, die mit Dvorak auch eine ideale Koppelung haben. Hervorragend müssen auch die Einspielungen unter Belohlavek geworden sein, doch auch hier kann ich selbst nichts sagen dazu.

      Trotzdem hoffe ich, hier eine gerechte Würdigung des Komponisten Josef Suk getan zu haben. Hoffentlich finden sich noch ein paar User, die etwas über die Kammermusiken schreiben können. Hier bin ich wirklich nicht der Richtige für.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
    • Maurice schrieb:

      Trotzdem hoffe ich, hier eine gerechte Würdigung des Komponisten Josef Suk getan zu haben. Hoffentlich finden sich noch ein paar User, die etwas über die Kammermusiken schreiben können. Hier bin ich wirklich nicht der Richtige für.

      Also acht Streichquarette hat Josef Suk nicht geschrieben, sondern offiziell nur zwei.



      Das 1. Streichquartett blickt noch zurück auf die Spätromantik. Das 1910/1911 entstandene 2. Streichquartett stösst allerdings die Tür zur Moderne weit auf. Und es ist ein frühes Meisterwerk des 20. Jahrhunderts, das sich hinter den um diese Epoche herum entstandenen anderen Werken, Bartoks 1. Quartett, Berg op. 3., Schönbergs 1. und 2. SQ und den Quartetten von Debussy und Ravel nicht zu verstecken braucht. Absolut eigenständig, mit keinem anderen dieser Werke vergleichbar, wird hier über 30 min eine Klangwelt erforscht, die die Grenzen der Tonalität zwar nicht sprengt, aber dehnt soweit es gerade noch geht. Und man kann dieses Werk auch als eine Vorstudie zu den genialen Quartetten von Leos Janacek hören, die erst eine Dekade später entstanden.Die Aufführung 1912 in Berlin durch das Böhmische Streichquartett mit dem Komponisten an der 2. Geige geriet zum Skandal. Josef Suk musste erkennen, dass er damals, ob er wollte oder nicht, an der vordersten Front der Avantgarde focht. Der Komponist erinnerte sich: "Eine schwere Aufgabe habe ich mir da gestellt, und die Öffentlichkeit, sowohl bei uns als auch anderswo, war geradezu verwirrt von der Aggressivität dieser Musik, und in Deutschland wurde ich zum schrecklichsten Anarchisten neben Schönberg gestempelt. Im Jahre 1912 , als mein zweites Quartett in Berlin gespielt wurde, entstand im Publikum ein Tumult, der nicht weit von einer Balgerei entfernt war. Auf der einen Seite Ausrufe der Bewunderung, auf der anderen Mißfallenskundgebungen und Auspfeifen. Um diesen Misserfolg hat mich selbst Schönberg beneidet, der auf Misserfolge besonderen Wert legte."
      Aus heutiger Sicht ist das nicht mehr nachvollziehbar, denn auch wenn die Musik nicht gerade eingängig ist, abweisend und aggressiv wirkt sie auf mich überhaupt nicht, eher abgeklärt und in sich selbst ruhend. Meisterhaft eben. Dafür braucht es Meisterinterpreten und das Minguet Quartett ist genau das.


    • Die Opuszahlen 1 und 2 tragen das die CD beschließende Klavierquartett in a und das sie eröffende Klaviertrio in c. Beide Werke kann ich nur empfehlen, auch die Einspielung als solche, wobei zumindest beim Trio die Konkurrenz beachtlich groß zu sein scheint.

      Das Quartett ist nicht ganz so eingängig wie das geradezu schmissige Trio, das ich vor vielleicht einem Jahr im Konzertsaal kennengelernt habe. Salonmusik im besten Sinne, ist das Werk melodisch prägnant, mal eher pathetisch, mal eher tänzerisch. Der Mittelsatz, wenn auch im geraden Takt, wiegt sich geradezu wienerisch. Ich bin kein Kenner der Orchesterwerke - was sich (vielleicht mit Hilfe dieses Threads) ändern lässt -, würde aber meinen, dass die frühen Kammermusikwerke wohl noch nicht dem Reifestil des Meisters entsprechen, doch gewiss lohnen.

      Dank an Maurice und Wieland!

      :wink: Wolfgang

      EDIT: Und schon ist es passiert. Die erste Vierer-CD-Box, welche Maurice oben abgebildet hat, scheint das Wichtigste zu enthalten. Asrael wollte ich ohnehin schon lange kennenlernen. Guter Preis und bestellt!
      He who can, does. He who cannot, teaches. He who cannot teach, teaches teaching.
    • Also acht Streichquarette hat Josef Suk nicht geschrieben, sondern offiziell nur zwei.
      Das ist so falsch!! Er hat acht geschrieben, hier bitte:

      • Fantasie d-Moll für Streichquartett ['https://de.wikipedia.org/wiki/Streichquartett'] (und Klavier ad lib.), ohne opus (1888)
      • Streichquartett d-Moll, ohne opus (1888)
      • Balada (Ballade) d-Moll für Streichquartett, ohne opus (1890)
      • Fuga (Fuge) c-Moll für Streichquartett, ohne opus (1890), Arr. von gleichn. Werk für Klavier solo, ohne opus (1890)
      • Streichquartett B-Dur op. 11 (1896), letzter Satz rev. als eigenständiger Quartettsatz für Streichquartett, ohne opus (1915)
      • Streichquartett Des-Dur op. 31, 1 Satz (1911)
      • Meditace na staročeský chorál "Svatý Václave" (Meditation über den alten tschechischen Choral „St. Wenzel“) für Streichquartett / Streichorchester op. 35 a (1914)
      • Quartettsatz, ohne opus (1915), Rev. von letztem Satz aus Streichquartett B-Dur op. 11 (1896)
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
    • Gut, wir streiten jetzt nicht darum, was ein Streichquartett auszeichnet, er hat acht Werke für das Medium Streichquartett geschrieben, davon hat er zwei mit dem Titel Streichquartett Nr. 1 und Nr. 2 belegt nämlich op. 11 und op 31. :wink:
      Ich streite mich nicht, es ist am Ende auch egal was ein Streichquartett auszeichnet, er hat, wie Du es richtig geschrieben hast, acht Werke dafür geschrieben. Ob nun mit Opuszahl, oder als solches Tituliert, würde ich als völlig nebensächlich ansehen.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
    • Die anderen aufgeführten Werke sind Miniaturen mit einer Spieldauer unter 10 Minuten. Die Barkarola (letztes Werk in der Liste) ist zudem eine Bearbeitung des 2. Satzes aus dem Quartett op.11 und kein eigenständiges Werk. Suk hat also definitiv 2 vollwertige Streichquartette geschrieben, die diese Bezeichnung auch verdienen.

      Wer sich umfassend über das kammermusikalische Schaffen von Suk informieren möchte, dem kann ich diese Aufnahmen empfehlen:



      Nicht bei dem Preis erschrecken, die CDs gibt es auch einzeln günstiger. Ich habe die Box vor vielen Jahren in Prag gekauft, wo es sie als Sonderangebot gab.
      Die Aufnahmen habe ich lange nicht gehört, und werde gelegentlich mal reinhören. Die Werke mit Klavier (Trio, Quartett und Quintett) habe ich allerdings in guter Erinnereung.

      Suk hat auch fleißig Klaviermusik geschrieben:



      Auf diesen Cds sind sie alle versammelt. Neben zahlreichen keineren Genrekompositionen sind die beiden Zyklen "Von der Mutter" op.28 sowie "Leben und Traum" op.30 wohl die ambitioniertesten. Ich zitiere hier einmal aus dem Begleitheft:

      „In den ,,einfachen Klavierstücken für meinen Sohn', wie der Untertitel des op.28 lautet, erzählt er dem Kleinen von der verstorbenen Mutter. Die fünf kurzen Stücke voller menschlicher Wärme bilden einen Meilenstein in Suks Klavierwerk: Auf kleiner Fläche und in nicht allzu dichtem Satz erklingt die intime Beichte jenes unsagbaren Schmerzes (im Teil Vom Herz der Mutter), die den sensiblen Zuhörer noch heute bis ins Mark erschüttert. Zugleich gewinnt Suks Klangsprache hier an Originalität (Ostinati, kultivierte Chromatik und Enharmonik, melodische ,,Seufzer", Andeutungen von Polytonalitat) und strebt zugleich dem Expressionismus zu.

      Von Umfang und Bedeutung her das wichtigste Klavierwerk ist Suks zehnteiliger Zyklus Leben und Traum op. 30, der im Frühjahr und Sommer 1909 entstand. Er bildet das geistige Bindeglied zwischen den symphonischen Dichtungen „Sommermärchen op.29“ und „Das Reifen op.34“ und der Komponist versuchte mit seiner Hilfe, seinen permanenten Schmerz zu lindern: Er betrachtete sorgfältig
      die Welt um sich herum und fand vieles, dem er früher keine Aufmerksamkeit geschenkt hatte. Das Ergebnis dieses zugespitzten Subjektivismus ist eine einzigartige Synthese von Impressionismus und Expressionismus, bei der sich auf kleinster FIäche bemerkenswerte instrumentale, harmonische und klangliche Einfälle konzentrieren. Hier ist Suk bereits ein Visionär, ein unabhängiger Denker, der sein Werk ohne Rücksicht auf die Tradition erschafft. „

      Leider wird diese wunderbare Musik so gut wie nie aufgeführt, was ich auf dessen geringe Bekanntheit zurückführen würde.

      Eusebius
      "Sie haben mich gerade beleidigt. Nehmen Sie das eventuell zurück?" "Nein" "Na gut, dann ist der Fall für mich erledigt" (Groucho Marx)
    • Bei der "Asrael" Trauersymphonie wurden aber leider zwei bedeutende Aufnahmen vergessen ......

      Die Aufn. von Václav Talich von 1952 , er war noch befreundet mit Suk, und kannte seine Werke sehr gut , sollte man haben wenn man die Asrael Symphonie mag.

      [IMG:http://ecx.images-amazon.com/images/I/61-PGOBdQXL._SY400_.jpg]

      und dann noch von den neueren jene mit Sir Ch.Mackerras , der wiederum bei V.Talich studiert hat und einer der bedeutenden Dirigenten tschechischer Musik war , vorallem Janáček.
      Die Liveaufnahme ist vom April 2007 und sehr empfehlenswert !



      LG palestrina
      „ Die einzige Instanz, die ich für mich gelten lasse, ist das Urteil meiner Ohren. "
      Oolong
    • Bei der "Asrael" Trauersymphonie wurden aber leider zwei bedeutende Aufnahmen vergessen ......
      Ich habe die beiden Aufnahmen nicht vergessen, sondern sie sind mir schlicht weg unbekannt gewesen bis eben. Auch habe ich sie bei Amazon nicht aufgelistet bekommen, warum auch immer. Mir ist klar, dass sie hätten erwähnt werden müssen, da sich beide Dirigenten vorzüglich in dieser Musik bewegt haben.

      Wahrscheinlich ist bei Talich der Dvorak als Hauptwerk zu sehen, und deshalb nicht unter "Suk" gelistet.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)


    • So, dann noch als Nachlieferung zwei weitere Talich-Einspielungen und eine weitere CD mit Mackerras. Dabei ist mir auch noch zwei unbekanntee Einspielungen unter Rafael Kubelik aufgefallen, die es leider teilweseise nicht mehr gibt. Diese wäre bestimmt auch interessant zu hören.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
    • Die Aufnahme der Asrael-Sinfonie mit Rafael Kubelik kann man sich hier anhören:

      "https://www.youtube.com/watch?v=ukmHaiUABUU"

      Ich gehe mal davon aus, dass es sich tatsächlich um diese Aufnahme handelt, da die Gesamtspielzeiten (CD-Rückseite: 64:15; YT: 64:09) nahezu identisch sind.

      Armin
      "Musik ist für mich ein schönes Mosaik, das Gott zusammengestellt hat. Er nimmt alle Stücke in die Hand, wirft sie auf die Welt, und wir müssen das Bild zusammensetzen." (Jean Sibelius)
    • Ich habe von der Kubelik-Einspielung in der "Gramophone" einen sehr positiven Bericht gelesen. Sie wurde dort in den höchsten gelobt und auch der klang soll sehr gut sein.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
    • Eusebius schrieb:

      Die anderen aufgeführten Werke sind Miniaturen mit einer Spieldauer unter 10 Minuten. Die Barkarola (letztes Werk in der Liste) ist zudem eine Bearbeitung des 2. Satzes aus dem Quartett op.11 und kein eigenständiges Werk. Suk hat also definitiv 2 vollwertige Streichquartette geschrieben, die diese Bezeichnung auch verdienen.

      Wer sich umfassend über das kammermusikalische Schaffen von Suk informieren möchte, dem kann ich diese Aufnahmen empfehlen:



      Nicht bei dem Preis erschrecken, die CDs gibt es auch einzeln günstiger. Ich habe die Box vor vielen Jahren in Prag gekauft, wo es sie als Sonderangebot gab.


      Von den in der Box enthaltenen Aufnahmen habe ich die Einzel-CD mit den Streichquartetten und die mit Klaviertrio/-quartett/-quintett:



      Mit diesen Aufnahmen bin ich ebenfalls sehr zufrieden.

      :wink:
    • Lieber Maurice,
      ich danke Dir für diesen kompetenten und schon lange überfälligen Thread!
      In der Tat wird es längst Zeit das dieser lange Jahre unterschätzte und wenig beachtete Komponist deutlich mehr gewürdigt wird...Kirill Petrenko hat ja mit seinen Einspielungen mit dem Orchester der Komischen Oper Berlin bereits eine deutliche Spur gelegt, vor allen seine Asrael Interpretation finde ich überragend,
      und dieses Werk, und bei weiten nicht nur dieses Werk, hat es verdient ganz oben zu stehen,
      Asrael, so finde ich, ist an Ausdrucksstärke Beispielsweise den Werken Mahlers ebenbürtig !

      Auf zwei Werke möchte ich noch aufmerksam machen,
      die da wären: Die Suite Pod jabloni (Unter dem Apfelbaum) opus 20 basierend auf einem Schauspiel von Julius Zeyer
      und dann wäre noch das: Fantastisches Scherzo opus 25 ein absolutes und wunderschönes Kleinod! l-l




      Herzliche Grüße:
      KALEVALA :wink:
      Die Wahrheit ist hässlich: wir haben die Kunst, damit wir nicht an der Wahrheit zugrunde gehen. (Nietzsche)


      Es gibt nichts Überflüssigeres und Schädlicheres als wie Musik. Wenn ein Mensch eine gewisse Zeit lang Musik hört, wird sein Gehirn faul und unseriös. (Ayatollah Khomeini)
    • Lieber Maurice,
      ich danke Dir für diesen kompetenten und schon lange überfälligen Thread!
      Danke sehr!! :)

      Kirill Petrenko hat ja mit seinen Einspielungen mit dem Orchester der Komischen Oper Berlin bereits eine deutliche Spur gelegt, vor allen seine Asrael Interpretation finde ich überragend,
      Gestatte mir, dass ich hier eingreife, aber Petrenko war das nicht gewesen. Bei aller Qualität seiner Aufnahmen, waren Andere bereits früher und schneller, nicht unbedingt besser, nämlich die Dirigenten aus Suks Heimat. Dazu mehr Oben bei meiner Eröffnung nachzulesen. Ohne Zweifel sind da Talich - Kubelik - Pesek zu nennen, ohne die Leistungen der anderen Dirigenten zu schmälern.

      Petrenko war wohl der erste Nicht-Tscheche, der hier richtungsweisend war. Trotzdem weiß ich nicht, ob man heute diese Aufnahmen noch so hoch ansetzen würde, wenn man nicht wüsste, dass Petrenko die Berliner Philharmoniker übernehmen würde. Diese Einschränkung muss man machen, denn ICH hätte mir die CPO-Aufnahmen mit Sicherheit NICHT gekauft. So ehrlich muss man sein, sonst wird es unglaubwürdig.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
    • Maurice schrieb:

      Petrenko war wohl der erste Nicht-Tscheche, der hier richtungsweisend war. Trotzdem weiß ich nicht, ob man heute diese Aufnahmen noch so hoch ansetzen würde, wenn man nicht wüsste, dass Petrenko die Berliner Philharmoniker übernehmen würde. Diese Einschränkung muss man machen, denn ICH hätte mir die CPO-Aufnahmen mit Sicherheit NICHT gekauft. So ehrlich muss man sein, sonst wird es unglaubwürdig.
      Nee, nee mein lieber Maurice, ist bei mir schon etwas anders, die Suk Aufnahmen von Petrenko habe ich schon einige Jährchen länger, da hat noch kein Mensch geahnt das er mal Jahre später die Berliner Philharmoniker übernehmen wird,
      ja, und erst durch die (allen voran Asrael!) Aufnahmen bin ich überhaupt zum Petrenko "Fan" geworden.
      Ich hatte schon seit 1989/90 (Mauerfall und meine Entdeckung des Tschechischen Kulturzentrum in der Ost-Berliner Leipziger-Strasse) intensivst Suk und viele andere (da habe ich auch Martinu entdeckt) eingekauft, alles was an Orchestralem greifbar war (Pesek und Kubelik)
      Asrael mit Kubelik ist super, auch Pesek macht seine Sache sehr gut---aber Leidenschaft für das Werk hat bei mir erst Petrenko entfesselt, ist einfach so! :kuss: :klatsch: :spock:






      Herzliche Grüße:
      KALEVALA :wink:
      Die Wahrheit ist hässlich: wir haben die Kunst, damit wir nicht an der Wahrheit zugrunde gehen. (Nietzsche)


      Es gibt nichts Überflüssigeres und Schädlicheres als wie Musik. Wenn ein Mensch eine gewisse Zeit lang Musik hört, wird sein Gehirn faul und unseriös. (Ayatollah Khomeini)
    • Hallo zusammen,

      seit einigen Tagen besitze ich nun neben der Petrenko-Aufnahme auch die Mackerras-Aufnahme mit der Tschechischen Philharmonie. Mackerras' Livemitschnitt vom April 2007 gefällt mir genauso gut wie die Aufnahme von Petrenko aus dem Jahre 2002, die Spielzeiten nehmen sich nicht viel, auf die gesamte Symphonie sind es kaum 20 Sekunden Unterschied, auch bei den einzelnen Sätzen nehmen sich die Unterschiede wenig.

      Mein Gesamteindruck ist, dass hier zwei sehr gute Dirigenten sich diesem emotional ungemein schwierigen Stück (Verarbeitung zweier Todesfälle von sehr nahestehenden Menschen) sehr ähnlich widmen: im ersten Satz habe ich den Eindruck, dass Mackerras manche Stelle mit etwas mehr Pathos spielt (gewichtigere Setzungen), dafür gefallen mir manche Stellen bei Petrenko im vierten Satz besser, das Durchringen zum positiven Schluss gestalten beide ausgesprochen überzeugend. Mir fällt es bisher schwer, einer Aufnahme den Lorbeer zu geben: überzeugend sind sie beide, das Stück lohnt die Auseinandersetzung. Die direkte Schülerschaft des Australiers zum direkten Suk-Schüler Talich kann ich jetzt nicht als besonders starkes Argument heraushören.

      LG Benno
    • Giovanni di Tolon schrieb:

      seit einigen Tagen besitze ich nun neben der Petrenko-Aufnahme auch die Mackerras-Aufnahme mit der Tschechischen Philharmonie. Mackerras' Livemitschnitt vom April 2007 gefällt mir genauso gut wie die Aufnahme von Petrenko aus dem Jahre 2002, die Spielzeiten nehmen sich nicht viel, auf die gesamte Symphonie sind es kaum 20 Sekunden Unterschied, auch bei den einzelnen Sätzen nehmen sich die Unterschiede wenig.

      geht es immer noch um die Asrael-Symphonie? ist ein bißchen schwer zu verfolgen, der Faden.
      Die englischen Stimmen ermuntern die Sinnen
      daß Alles für Freuden erwacht


    • Zitat von »Giovanni di Tolon«

      seit einigen Tagen besitze ich nun neben der Petrenko-Aufnahme auch die Mackerras-Aufnahme mit der Tschechischen Philharmonie. Mackerras' Livemitschnitt vom April 2007 gefällt mir genauso gut wie die Aufnahme von Petrenko aus dem Jahre 2002, die Spielzeiten nehmen sich nicht viel, auf die gesamte Symphonie sind es kaum 20 Sekunden Unterschied, auch bei den einzelnen Sätzen nehmen sich die Unterschiede wenig.
      geht es immer noch um die Asrael-Symphonie? ist ein bißchen schwer zu verfolgen, der Faden.



      HIER in DEM Fall ja. Sonst auch um die anderen Werke. Es ist nun mal das Hauptwerk des Komponisten, würde ich sagen, und liegt auch in einigen Einspielungen vor. Die anderen Werke wurden viel seltener eingespielt, daher ist es hier schwierig, wirklich viele Vergleichseinspielungen zu bringen.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)


    • Nachdem bei meinem letzten Post in diesem Thread nicht allen Lesern klar war, dass ich zwei Asrael-Aufnahmen verglichen habe, will ich mich unmissverständlicher beziehen. Diese Aufnahme ist erst seit wenigen Monaten mein Eigen. Wieder einmal kann ich nur betonen, dass ich begeistert von dieser Musik und der Aufnahme Petrenkos bin.

      Wer regelmäßiger hier im Forum liest, weiß, dass ich in München versuche, Petrenkos Dirigaten so oft wie möglich zu folgen. Seine Aufführungen zeichnen sich immer durch große Klarheit und Schönheit aus, das außerordentliche Brennen für die Musik und ein tiefes Verständnis für das jeweilige Stück, das sich bei den Live-Erlebnissen auch auf mich als Zuhörer überträgt, höre ich auch bei diesen Konzertmitschnitten.

      Und die Stücke, insbesondere das Hauptstück dieser CD, Zráni (Lebensreife) op. 34 aus den Jahren 1912-1917, sind keine leicht-verständliche Musik, das an Schicksalsschlägen nicht arme Leben spiegelt sich in dieser hochgepeitschten Musik. Im Programmheft dieser Aufnahme wird das Diktum von der 'Flüchtigkeit und Unbestimmtheit der Stimmungen' zu dieser Musik zitiert, ich finde es ausgesprochen stimmig zu dieser Musik. Ungemein farbige, letztlich auch per-aspera-ad-astra-Musik, die aber eine absolut zeitgemäße Ausprägung findet und mich mitreißt.

      Die Ouvertüre Pohádka zimního ve era op. 9 von 1894 ist sicher deutlich leichtgewichtiger, muss sich aber als Werk eines 20-jährigen zu einem leichtgewichtigen Sujet nicht verstecken. Und dem farbigen Musizieren des Orchesters der Deutschen Oper Berlin zuzuhören, bereitet mir ein großes Vergnügen. Wer sich für Musik der Zeit interessiert, sollte meiner Meinung nach mindestens Asrael kennen, macht aber weder mit Petrenkos, Peseks noch Talichs Aufnahmen etwas falsch.

      Gruß Benno