Carreras, José "Singen mit der Seele"

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    • Carreras, José "Singen mit der Seele"

      Josep Maria Carreras i Coll katal.Namensform
      ☆5.12.1946 in Barcelona

      Er ist einer der bedeutendsten Tenöre der 2 . Hälfte des 20.Jahrhunderts und war einer der 3 Tenöre bei der Fußball Weltmeisterschaft .
      Als Kind sang er schon kleine Partien am Liceu , bis zum Stimmbruch .Er studierte auch schon Gesang bei J.F.Puig , nach dem Tod der Mutter studierte er dann Chemie , bis er 1963 wieder zum Gesangsstudium bei Puig wechselte und am Conservatorium in Barcelona .
      1970 sang er dann neben M. Caballé den Flavio in" Norma" und Caballé meinte er wäre besser gewesen als der Pollione , das war der Auftakt einer großen Freundschaft mit Ihr.
      Im selben Jahr sang er dann den Genarro in der "Lucrezia" neben ihr . Auch sang er 1970 den Ismael in einer Neuproduktion des " Nabucco".
      Dann folgte der Verdi Wettbewerb in Parma 1971 den er gewann .
      Im gleichen Jahr sang er mit Caballé in einer konzertanten "Maria Stuarda" in London mit großem Erfolg , ein Stern war aufgegangen und die Reise um die Welt begann , bis .......

      Wichtige Debüts :
      NYCO '72 Linkerton - Butterfly
      ROCG London '74 Alfredo - La Traviata
      München NT '74 Cavaradossi - Tosca
      WSO '74 Herzog - Rigoletto
      Met '74 ebenfalls Cavaradossi
      Scala '75 Riccardo - Maskenball
      Salzb.Festspiele '76 Don Carlos

      .....er 1987 an Leukämie erkrankte . Nach seiner Heilung gründete er aus Dankbarkeit für die mediz.Hilfe 1988 die "Fundazión International José Carreras para la lucha contra la Leucemia " !
      2009 gab er seinen Rücktritt von der Opernbühne bekannt , wollte aber weiter in Konzerten Auftreten .
      Er kehrte 2014 nochmals auf die Opernbühne zurück für die Titelrolle in "El Juez" des österreichischen Komponisten Christian Kolonovits .

      Mit Pavarotti bin ich einer Meinung , der sagte "Er hat die schönste Stimme von uns dreien " .
      OT Carreras : Meine Devise war von Anfang an , lieber zehn Jahre kürzer, aber dafür ehrlicher zu singen !

      Es gibt ein großes Répertoire auf Tonträger .
      Als erstes soll genannt werden das Recital von 3.1976 mit dem Royal Philharmonic Orchestra unter Roberto Benzi , zu der Aufn. sagte Dale Harris in High Fidelity .....
      "José Carreras erste Solo -Platte weckt Hoffnungen auf wundervolle Dinge . Der bloße Klang der Stimme , fest, voll, elastisch und sinnlich, ist einfach unwiderstehlich! "

      Ich war schon von Anfang an ein großer Fan von ihm , hörte ihn dann auch an der Oper Frankfurt in La Boheme und Rigoletto , auch in einem Solo Recital . Ich finde er hat ein großes und Erbe hinterlassen in einigen Fällen allerdings nicht immer ein gutes , aber das ist doch auch bei anderen so. Die besten Aufnahmen wurden in den 70zigern bis Mitte der 80ziger gemacht !

      :thumbsup: :thumbsup: :thumbsup:

      Auf dem Album hier sind auch 5 CD Premieren angeführt von der unglaublich schönen Interpretation von "La mia letizia infondere " aus I Lombardi deretwegen schon allein die CD lohnt ! ;+)

      LG palestrina

      PS. Ich werde noch einige von meinen Lieblings Aufn. hier vorstellen , aber ihr habt doch bestimmt auch welche !?
      „ Die einzige Instanz, die ich für mich gelten lasse, ist das Urteil meiner Ohren. "
      Oolong
    • Für manche Partien hatte er von den "3 Tenören" sicher die schönste Stimme, aber nicht für alle. Bei ihm schwang das Jungenhafte, Schlanke mit, während etwa Domingo im Virilen meistens überzeugender wirkte. Carreras gefällt mir unter anderem besonders im Musical, was sein breites Repertoire bezeugt, breiter sicher als Pavarotti. Bei dem gerieten die Lieder oft zu - sehr effektvollen - Kunsttönen, während bei Carreras überwiegend die Seele durchschimmert. Bei den Zarzuelas kommt er für mich an Domingo allerdings nicht ganz heran.
      Natürlich mag ich ihn als Operntenor sehr, aber nicht zu verachten sind auch:

      (ohne Bilder, da die Amazon-Links wieder einmal nicht funktionieren) SPANISCHE LIEDER (ALLEGRIA 2003), MEMORIES (diverse Editionen, lizenziert von Philips)
      ______________________

      Homo sum, ergo inscius.
    • Lieber Palestrina,

      Danke für die Threaderöffnung! Ich bin immer wieder erstaunt (auch wenn ich es eigentlich weiß), was für wunderbare Stimme der junge Carreras hatte. Dieser Schmelz - zum Dahinschmelzen! ;+) Ich denke da z.B. an diese Aufnahme, die nicht nur wegen Carreras eine meiner Lieblingseinspielungen der "Forza del destino" ist:

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      Alleine das "Solenne in quest' ora"!

      Dass er schon viele Jahre nicht mehr bei guter Stimme ist und trotzdem immer noch singt, finde ich persönlich traurig.

      :wink:
      Renate
      Unsre Freuden, unsre Leiden, alles eines Irrlichts Spiel... (Wilhelm Müller)
    • Hallo lieber Waldi, du meinst bestimmt diese hier .....
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      Ja klar war nicht alles zum Besten aber vieles liebe ich sehr von ihm .Z.B.

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      den Live Don Carlo finde ich noch etwas besser und der Werther ist besonders gut gelungen !

      Dann gibt es noch das andere gute Solo Recital mit López Cobos !
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      LG palestrina
      „ Die einzige Instanz, die ich für mich gelten lasse, ist das Urteil meiner Ohren. "
      Oolong
    • amelia grimaldi schrieb:

      Lieber Palestrina,
      Danke für die Threaderöffnung! Ich bin immer wieder erstaunt (auch wenn ich es eigentlich weiß), was für wunderbare Stimme der junge Carreras hatte. Dieser Schmelz - zum Dahinschmelzen! ;+) Ich denke da z.B. an diese Aufnahme, die nicht nur wegen Carreras eine meiner Lieblingseinspielungen der "Forza del destino" ist:
      [Blockierte Grafik: http://ecx.images-amazon.com/images/I/41H%2BZiSNu3L.jpg]
      Alleine das "Solenne in quest' ora"!
      Dass er schon viele Jahre nicht mehr bei guter Stimme ist und trotzdem immer noch singt, finde ich persönlich traurig.
      :wink:
      Renate


      Hallo liebe Renate, ich bin auch froh das es diese Live Aufn.gibt, denn die Studio Einspielung ist nicht mehr ganz so gut , leider gefällt mir darauf M. Caballé nicht so gut in der Rolle der Leonora, aber dennoch eine tolle Aufn. !
      Mit dem immer noch singen , wurde er in einer Talkshow angesprochen, und er begründete es , er würde es nur noch wegen seiner Stiftung machen ! Auch ich bin der Meinung irgendwann sollte Schluß sein, denn er hat uns schönes hinterlassen! :)

      LG palestrina
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      Oolong
    • Es gibt auch noch das Buch von Carreras ....

      [Blockierte Grafik: http://ecx.images-amazon.com/images/I/41WAB7FKCJL._SY350_.jpg]

      und natürlich diese wunderbare Lucia .....Karl Löbl schrieb über diese Aufn. " Carreras ist gewiss der beste Edgardo seit di Stefano .Seine Sensibilität, seine Phrasierungskunst , sein Timbre machen ihn zum idealen leidenden Liebhaber. "

      [Blockierte Grafik: http://ecx.images-amazon.com/images/I/41F39V5494L._SY350_.jpg]
      Und vorallem ist auch das Duett mit Enrico ( Vincenzo Sardinero) enthalten !!!

      LG palestrina
      „ Die einzige Instanz, die ich für mich gelten lasse, ist das Urteil meiner Ohren. "
      Oolong
    • Hallo lieber Waldi, zum obigen Liebestrank hatte ich das mal gepostet beim Klassikforum .....

      Weil ich gerade im Carreras Fieber bin, hörte ich auch mMn die schönste aller Liebestrank GA mit dem jungen und wohl stimmlich schönsten Nemorino , José Carreras .....
      Rec. live at London
      Orch. of the Royal Opera House Covent Garden], John Pritchard (cond.)
      Yasuko Hayashi (A), José Carreras (N), Thomas Allen (B), Geraint Evans (D), Lillian Watson (G)

      live Covent Garden 1976.

      Das ist eine Produktion aus dem Premierenjahr '76 , die GA danach im Studio '77 wurde aber leider mit Domingo gemacht , jedoch mit I.Cotrubas statt Y.Hayashi und der Belcore ist mit T.Allan besser besetzt als mit I.Wixell .
      Diese Live GA ist klanglich ganz hervorragend , bin immer wieder begeistert wenn ich es höre !

      Und das ist die GA ein Jahr später , wenn nur Domingo nicht wäre , er passt einfach nicht in die Rolle, obwohl Hayashi wahrlich nicht schlecht ist ,hier ist die Cotrubas doch etwas besser .Hatte wohl auch mit der Besetzungspolitik zu tun , denn Carreras war erst am Anfang seiner Karriere !


      LG palestrina
      „ Die einzige Instanz, die ich für mich gelten lasse, ist das Urteil meiner Ohren. "
      Oolong
    • Da sind wir ganz einer Meinung (und ich erinnere mich jetzt auch, Deinen Eintrag im KF gelesen zu haben, dort bin ich technischer Probleme wegen aber zu einem passiven Dasein gezwungen, irgendein Update hat sich dort für mich fatal ausgewirkt, bei Capriccio aber glücklicherweise nur meine Zitierfunktion lahmgelegt). So sehr ich Domingo bewundere, er war meines Wissens nie ein passender Nemorino - man kann ja auch nicht alles sein, obwohl manche Sänger das nicht glauben wollen. Ob Hayashi oder Cotrubas, unsere Sorgen möcht' ich haben... ;+)
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      Homo sum, ergo inscius.
    • Sehr gut ist José Carreras in dieser Aufnahme mit der ebenfalls großartigen Frederica von Stade:



      Aber warum mußte er sich später mit Canio, Radamés und Turiddu übernehmen? Lyrische Partien hätte er besser nicht so früh aufgeben sollen. Allerdings hatte ich früher eine Tosca-Schallplattenaufnahme mit ihm und Montserat Caballé. In dieser Aufnahme gefiel er mir als Cavaradossi ganz ausgezeichnet.

      Erwähnen muß man auch noch seinen Gabriele Adorno in dieser Aufnahme:



      Hier sind natürlich auch noch andere Sänger und Sängerinnen am Gelingen der Aufnahme beteiligt.

      calisto
    • Ich habe mit Carreras so meine Probleme. Nicht nur, weil ich seinen ersten Auftritt an der Wiener Staatsoper erlebt habe (Herzog in "Rigoletto"), der fürchterlich in die Hosen gegangen ist Aber Carreras ist leider der Versuchung erlegen, weit über seine stimmlichen Möglichkeiten (das wäre Nemorino und ähnliche Rollen gewesen) hinaus zu singen, musste daher auch immer wieder forcieren (wie auf der angeführten " Forza" deutlich hörbar. Den letzten Stoß gab ihm allerdings der angeblich so stimmsichere Karajan mit Carlos und Radames in Salzburg.
      Seine schwere Erkrankung brach erst später aus.
      Die Wiederauftritte waren meiner Meinung nach (sehr subjektiv) eine Mischung aus Mitleid und tatsächlichem Können, vor allem bei seinen Liederabenden. Opernmäßig tritt er ja sehr kurz; ein Werk von Christian Kolonovits - in Erl letztes Jahr uraufgeführt und in ein paar Monaten auch im Theater an der Wien zu hören -ist auf seine aktuellen Möglichkeiten abgestimmt
      Dass er einen Großteil seiner Einnahmen heute seiner Leukämiestiftung widmet, spricht aber jedenfalls deutlich für den Menschen Carreras.
    • Hallo brunello, hier O.T. Carreras über das Desaster an der WS.....

      " Im Januar 1974 gab ich mein Debüt an der Donau , das recht kurios verlief .Ausgerechnet in meiner Lieblingspartie us meiner Kindheit, dem Herzog aus Rigoletto, hatte ich alles andere als Glück. Im entscheidensten Moment, am Ende des wahrscheinlich tausendmal von mir gesungenen "La donna e mobile" blieb mir die Stimme weg -und zwar so , wie es einem wirklich höchstens einmal in zehn Jahren passiert. Und das ausgerechnet in Wien und an einem Abend wo es auch sonst nicht so recht klappen wollte,
      Um Wien , das später aus mehreren Gründen meine zweite Heimat werden sollte , machte ich jedenfalls vorerst einen (mehrjährigen ) Bogen!"

      Ja ja , die ersten Belcanto Partien sind ganz toll , auch der frühe Verdi ,aber forcieren ist doch heute an der Tagesordnung , wer will denn so kleinlich sein ;+) !
      Sicher, das führte ich ja auch schon an , es gibt Partien die hätte er besser sein lassen sollen , aaaaaber dafür gibt es wunderbare Aufn. an denen ich mich erfreue !

      LG palestrina
      „ Die einzige Instanz, die ich für mich gelten lasse, ist das Urteil meiner Ohren. "
      Oolong
    • Lieber palestrina ! Lieber brunello !

      J. Carreras war ja nicht der Erste dem beim Herzog das passierte, diese Partie hat ja so seine Tücken. Ich weiß dass das schon mehreren Sängern bei "La Donna e mobile" geschehen ist, aber der Herzog war auch nicht ganz seine Partie, dafür war er als Cavaradossi immer sehr gut. Und als Calaf gefiel er mir sehr, er war da bedeutend besser als Placido.



      Wenn Herbert v. K. nicht so richtig eine Tosca Symphonie gebracht hätte, so etwas von überlaut.


      Liebe Grüße sendet Euch beiden Euer Peter. :wink: :wink:
    • oper337 schrieb:

      Wenn Herbert v. K. nicht so richtig eine Tosca Symphonie gebracht hätte, so etwas von überlaut.
      Lieber Peter, in dieser Aufnahme ist José Carreras nun wirklich völlig überfordert. Auch Katja Ricciarelli, für mich übrigens ein lyrischer Sopran, ist für die Tosca nicht geeignet. Sach ich jetzt einfach mal so.

      Ich meinte übrigens diese Aufnahme:



      Hier gefällt (gefiel) er mir recht gut. Es kann aber auch sein, daß mich die Erinnerung trügt, weil ich die Aufnahme zuletzt vor 30 Jahren gehört habe :hide: . Vielleicht kennt palestrina die Aufnahme ebenfalls und kann noch etwas dazu schreiben.
      calisto
    • Meine Lieben!

      Ich meinte die Tosca mit Ricicarelli, Carreras und Ruggero Raimondi, wo Karajan die Sänger mit dem Orchester "überdeckte".

      Aber das konnte Welser - Möst in einer meiner letzten "Toscas" auch sehr gut.

      Liebe Grüße sendet Euch Euer Peter. :wink: :wink: