Duke Ellington - Der Mann, der Klangmagier des Jazz ?

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Gerade habe ich von Duke Ellington und seinem Orchester den "Wanna-Go-Back-Again-Blues" und "If You Can´t Hold the Man You Love" aus dem Jahr 1926 gehört. Natürlich mit viel Hintergrundrauschen, aber irgendwie passt das. Da kann man den Growl-Sound schon spüren; das erste der beiden Stücke beginnt mit einem von den Bläsern geformten Eisenbahntuten und man ahnt schon, wohin es klanglich noch gehen wird...

      Zum ersten Mal besteht die Band schon aus 10 Musikern. Das wird sich von Jahr zu Jahr noch erweitern.

      Uwe

      Auf Wunsch des Autors dieses Beitrags wurde dieser und die drei nachfolgenden Beiträge (bis Nr. 125) aus dem "Jazz mit Laser und Nadel: Gerade goutiert"-Thread in diesen kopiert.
      Lionel - Für die Moderation -
      Schon ein ganz kleines Lied kann viel Dunkel erhellen.

      (Franz von Assisi)
    • Uwe Schoof schrieb:

      Gerade habe ich von Duke Ellington und seinem Orchester den "Wanna-Go-Back-Again-Blues" und "If You Can´t Hold the Man You Love" aus dem Jahr 1926 gehört. Natürlich mit viel Hintergrundrauschen, aber irgendwie passt das. Da kann man den Growl-Sound schon spüren; das erste der beiden Stücke beginnt mit einem von den Bläsern geformten Eisenbahntuten und man ahnt schon, wohin es klanglich noch gehen wird...

      Zum ersten Mal besteht die Band schon aus 10 Musikern. Das wird sich von Jahr zu Jahr noch erweitern.
      Du kannst Dich gerne mal durch meinen Thread über Duke Ellington "kämpfen", wenn Du magst. Die Band von 1926 ist wirklich nur in Ansätzen mit der etwas späteren Band zu vergleichen. Du hast aber recht, wenn Du sagst, dass bereits hier das Crowl-Spiel stattfand. Kein Wunder, saßen doch Bubber Miley und Charles Ives in der Band. Ives sollte aber bald durch den berühmten Joe "Tricky Sam" Nanton ausgetauscht werden.

      Übrigens spielte hier noch "Bass" Edwards an der Tuba mit und nicht Wellman Braud. Auch eine Violine ist zu hören, und das könnte Otto Hardwicke gewesen sein, aber das kann ich aus dem Kopf nicht sagen.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
    • Deinen Thread habe ich keinesfalls "erkämpft", sondern bereits mit Vergnügen gelesen.

      Ja klar, die frühen Besetzungen sind nur schwer mit der späteren Band vergleichbar, aber es macht mir Freude, zu beobachten, wie sich die Band allmählich von Anfang an entwickelte. Und nicht nur dies; auch die Musiker entwickelten sich zusammen mirt der Band und jeder einzelne krisistallisierte sein Profil heraus. Ich meine, dass Ellington schon in der frühen Phase und auch später bei neueinsteigenden Musikern sofort deren individuellen Eigenheiten erkannte und diese förderte und auch forderte, was ja dann auch den wahrlich speziellen Ellington-Sound ausmachte.

      Ja, es stimmt. Ellington nahm in dieser Zeit den Tubaspieler Henry Edwards in seine Band, was wohl daran gelegen hat, dass auf der Bühne des Hollywood Clubs, in der die Band regelmäßig spielte, zu wenig Platz für einen Kontrabass bestand. Nunja, ein praktischer Grund...Edwards hat in einigen seiner Konzerte, dies nebenbei zum Schmunzeln, seine Tuba wohl mit grünem und rotem Licht bestückt, welche bei seinen fetzigen Soli aufflackerten oder leuchteten. Wie ich Ellington kenne, hat ihm sowas gut gefallen, hat er doch für Showeffekte stets was übrig.

      In den beiden von mir genannten Stücken vom Juni 1926 wurde Bubber Miley übrigens kurzzeitig, auch in der Aufnahme, von den beiden Trompetern Harry Cooper und Leroy Rutledge ersetzt. Aber auch diese konnten etwas growlen...Dies hat Ellington bestimmt nebenbei dazu genutzt, klanglich etwas zu experimentieren. So lässt er bläsermäßig im "Wanna-Go-Back-Again-Blues" einerseits die beiden Trompeten, andererseits dann zwei Klarinetten und schließlich das Baritonsaxophon zum Gesamtklang verschmelzen. Gesungen hat diese beiden Stücke übrigens Sonny Greer, der Schlagzeuger. Gar nicht übel.

      Uwe
      Schon ein ganz kleines Lied kann viel Dunkel erhellen.

      (Franz von Assisi)
    • Uwe Schoof schrieb:

      Ja, es stimmt. Ellington nahm in dieser Zeit den Tubaspieler Henry Edwards in seine Band, was wohl daran gelegen hat, dass auf der Bühne des Hollywood Clubs, in der die Band regelmäßig spielte, zu wenig Platz für einen Kontrabass bestand. Nunja, ein praktischer Grund...Edwards hat in einigen seiner Konzerte, dies nebenbei zum Schmunzeln, seine Tuba wohl mit grünem und rotem Licht bestückt, welche bei seinen fetzigen Soli aufflackerten oder leuchteten. Wie ich Ellington kenne, hat ihm sowas gut gefallen, hat er doch für Showeffekte stets was übrig.
      Er hatte zuvor nie einen Kontrabassisten, aber das mit den "Showeffekten" würde ich unterschreiben. Die amerikanischen Tuben nehmen nicht weniger Platz ein als ein Kontrabass. Die Tuba drang aber besser durch die Band als der Kontrabass. Daher spielte man auch den "Slap Bass", denn der war hörbar gewesen. Man denke an die großen Ballsäle, die konnte kein Kontrabass durchdringen. Man spielte damals ohne Anlage, ein Punkt, der gerne immer wieder vergessen wird.


      Uwe Schoof schrieb:

      In den beiden von mir genannten Stücken vom Juni 1926 wurde Bubber Miley übrigens kurzzeitig, auch in der Aufnahme, von den beiden Trompetern Harry Cooper und Leroy Rutledge ersetzt. Aber auch diese konnten etwas growlen...D
      Miley wird besoffen gewesen sein. Er war bekanntermaßen starker Alkoholiker. Das sollte dann auch der Grund werden, warum er die Band 1929 verlassen musste. Der Crowl-Klang war damals bereits mehrere Jahre alt. Das Ur-Vorbild war übrigens King Oliver gewesen, er hat diese Technik als erster Musiker effektiv zu nutzen verstanden. Bubby Miley hat auch direkt von ihm diesen Stil übernommen und weiterentwickelt. Nach Miley kam dann ein gewisser Trompeter Cootie Williams aus der Fletchter Henderson-Band. Er formte und entwickelte dann diesen Stil bis zur Perfektion weiter.

      Die hier erwähnten Trompeter sind völlig unbekannt geblieben übrigens. Harry Cooper ging meines Wissens nach später nach Europa. Dort wird er 1947 wieder als Musiker einer Band erwähnt. Er wurde 1903 in Lake Charles/Louisiana geboren. Er spielte u.a. mit Elmer Snowden und saß bereits 1925 in der Cotton Club Band, bevor er 1925 zum Duke kam. Er spielte die Crowl-Soli vermutlich, da er lange genug Seite an Seite mit Miley jeden Abend spielte, und wohl daher genug von ihm gelernt haben dürfte. Das kann man in Ellingtons eigener Biographie so nachlesen.

      Das mal zu den von Dir erwähnten Musikern....
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)


    • Duke Ellington : The Treasury Shows, Vol. 1 - 25 :

      Diese Serie hat insgesamt 25 Doppel-CDs aus der Zeit von 1943 bis 1954, also runde 10 Jahre. Sie waren als Radio-Sendungen für Kriegsanleihen der USA gedacht, um den 2. Weltkrieg und später den Koreakrieg zu finanzieren. Ellington nutzte diese von der ABC gesendeten Sendungen auch zum Einspielen neuer Stücke, bzw. anders arrangierten Stücken aus dem Standard-Repertoire. Die Aufnahmequalität ist für diese Zeit oftmals sehr gut, mit wenigen Ausreißern nach Unten.

      Laut dem Cover wurde die Original-Serie vom "United States Treasury Department" (Finanzministerium) und Duke Ellington selbst vertraglich vereinbart. Die Sendung sollte Samstags laufen und im öffentlichen Radio zu hören sein (ABC war das gewesen). Man startete am 07.April 1945 begannen im "400" , einem Restaurant in New York City. Mit der Zeit kamen auch noch Aufnahmen ab 1943 bis eben 1954 dazu, etwa aus dem "Zanzibar" in NYC, dem "Birdland", ebenfalls NYC und dem "Meadowbrook Gardens" in Culver City in Kalifornien oder dem "Blue Note" in Chicago.

      Volume 2 bringt z.B. Live-Mitschnitte aus dem "Hurricane Restaurant" in NYC heraus, so vom 23.09.1943, 22.04.1944 und 05.05.1944. Das war der Beginn einer langen Übergangszeit der Ellington-Band, etwa durch die Verluste vieler großer Solisten, angefangen von Cootie Williams Ende 1940 bis hier etwa dem Verlust von Ben Webster, den man eiligst durch Elmer "Skppy" Williams "ersetzte", einem erfahrenen, aber wenig bekannten Musiker. Auch Rex Stewart war 1943 mal kurz aus der Band gestiegen, auch war noch immer kein echter Ersatz für den Mitte 1942 ausgestiegenen Barney Bigard an der Klarinette gefunden worden. Das sollte nach diesem Mitschnitt durch Jimmy Hamilton aber in Kürze geschehen.

      Stellvertretend mal die einige CDs, die den Anfang, die Mitte und das Ende bedeuten, was diese Reihe so zu bieten hat. Ich selbst besitze, Stand heute, auch nur die Volumes 2, 6, 8, 11, 14 und 25. Immer der Reihe nach eben.

      Insgesamt ist diese Reihe für die Band-Historie absolut lebenswichtig, da durch zwei Aufnahmestopp der Musikergewerkschaften vom 01.07.1942 angefangen, der sich teilweise bis Mitte 1944 hinzog und erneut 1948/49 , aber auch durch den Krieg selbst, kaum Aufnahmen gemacht worden sind. Die wenigen Live-Mitschnitte der Band, etwa die Carnegie Hall-Konzerte 1943-1947, haben auch oftmals nur eine sehr bescheidene Aufnahmequalität, so dass man über diese Mitschnitte hier sehr dankbar sein muss, da man die Band hier live und entsprechend "authentisch" zu hören bekommt.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
    • Maurice schrieb:

      Duke Ellington : The Treasury Shows, Vol. 11 : AD: 25.08.1945 (CD1) + 07.10.1945 (CD1) + 01.09.1945 (CD2) + 07.10.1945 (CD2)

      Diese Serie hat insgesamt 25 Doppel-CDs aus der Zeit von 1943 bis 1954, also runde 10 Jahre. Sie waren als Radio-Sendungen für Kriegsanleihen der USA gedacht, um den 2. Weltkrieg und später den Koreakrieg zu finanzieren. Ellington nutzte diese von der ABC gesendeten Sendungen auch zum Einspielen neuer Stücke, bzw. anders arrangierten Stücken aus dem Standard-Repertoire. Die Aufnahmequalität ist für diese Zeit oftmals sehr gut, mit wenigen Ausreißern nach Unten.

      Hin und wieder gibt es auch Mitschnitte aus diversen Clubs, so hier aus dem "Club Zanzibar" in New York City. Hier ist die Aufnahmequalität nicht so gut,sehr topfig.

      Immer wieder mit dem Moderator, der vor allem im "Club Zanzibar" auch in die Stücke hinein spricht, ein damals übliches Vorgehen, was heute zumindest mich ziemlich nervt.

      Nichts davon wurde zuvor veröffentlicht, weder auf Platte noch auf CD. Ordentliche Booklets mit Besetzungen, Aufnahmedaten und Solisten wurden ebenfalls gemacht. Das betrifft beide CDs.

      Hier einige dieser selten gespielte Stücke beim Duke : "After All" wurde nur in der Zeit von 1941-1945 gespielt, dann erneut 1967 für die LP "And his Mother called him Bill", die Tribute-Platte für den gerade verstorbenen engen Vertrauten Ellingtons, Billy Strayhorn. "Indiana" wurde 1944-1946 gespielt, vor allem wohl für Jimmy Hamilton, der dabei seine Fähigkeiten präsentieren konnte, und technisch mit etwa Benny Goodman und Buddy de Franco mithalten konnte. "The more I see You" für die Vokalistin Kay Davis, die hier eines ihrer wenigen Stücke mit Text singen durfte. Es soll sich um die einzige verfügbare Einspielung dieses Stückes handeln, was gut möglich sein kann. "Every Hour on the Hour" wurde von Al Hibbler gesungen, aber nur 1945-1946, dann verschwand das Stück aus dem Band-Book. "Everything but You" gibt es hier sowohl mit dem Gesang von Joya Sherrill, als auch rein instrumental mit einem Solo von Jimmy Hamilton an der Klarinette.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
    • Maurice schrieb:

      Duke Ellington : The Treasury Shows, Vol. VI , CD2 : AD: 28.01.1945 (Tracks 01-03) + 21.10.1945 (Tracks 05) alle Club "Zanzibar", NYC+ 23.06.1945 (Tracks 06-26) , Palace Theatre, Akron, Ohio

      Und wieder gibt es ein paar feine Stücke, etwa "Ko-Ko", hier um Einiges schneller als im Original, Jump for Joy" mit Ray Nance als Vokalist, "I should Care" mit Otto Hardwicke (Altsax) und Harry Carney (Baritonsax) als Solisten, "What am I here for?" mit Tricky Sam Nanton (Posaune), Rex Stewart (Kornett), Al Sears (Tenorsax), "Warm Valley" mit Johnny Hodges (Altsax) und Rex Stewart (Kornett) und "Stompy Jones", dieses Mal mit Lawrence Brown (Posaune), Jimmy Hamilton (Klarinette), Harry Carney (Baritonsax), Tricky Sam Nanton (Posaune) und dann erneut mit Anderson und Hamilton.

      Auch damals hatte der Duke eine nach wie vor hochkarätig besetzte Band :

      Cat Anderson, Rex Stewart*, Taft Jordan, Shelton Hemphill (Trompeten, Kornett*), Ray Nance (Trompete, Violine, Gesang)
      Lawrence Brown, Joe "Tricky Sam" Nanton , Claude Jones (Posaunen)
      Otto Hardwicke, Johnny Hodges (Altsax)
      Al Sears /Tenorsax)
      Jimmy Hamiton (Klarinette, Tenorsax)
      Harry Carney (Baritonsax, Klarinette, Bass-Klarinette)
      Duke Ellington (Klavier)
      Fred Guy (Gitarre)
      Alvin "Junior" Raglin (Bass)
      Sonny Greer (Drums)
      Al Hibbler + Joya Sherrill (Gesang)

      Am 28.10.45 spielt vermutlich Lloyd Trotman Bass für Raglin. Die Angabe im Booklet mit Al Lucas am Bass für Raglin wurde mir nicht im Buch "Jazz Records 1942-1980" von Ole J.Nielsen bestätigt, der seine Volume 6 ganz der Ellington-Band gewidmet hat, und das mit gößter Akribie bis zum Tode des Duke 1974.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)

    • Maurice schrieb:





      Duke Ellington : DE at the Hurricane 1943, featuring Ben Webster

      Diese CD ist leider in Teilen auch auf der "The Threasury Shows, Vol. 25 drauf. Aufgenommen am 03. und 04.April 1943 und 06.Juni 1943, findet man noch einige Titel mehr auch der Treasury-Reihe. Was sich aber unterscheidet ist die Besetzungsliste. Hier diese CD lässt Taft Jordan (Trompete) für Re Stewart (Kornett) spielen, dazu Sandy Williams (Posaune) für Lawrence Brown. Hier spielen Nat Jones (Altsax/Klarinette) und Jimmy Hamilton (Klarinette und Tenorsax), bei den Treasury-Angaben spielen nicht Taft Jordan und Sandy Williams mit, sondern Stewart und Brown an ihren alten Plätzen. Sax Mallard (Altsax) spielt für Nat Jones und Jimmy Hamilton spielt überhaupt nicht mit, ebenso wenig wie Chauncy Haughton (Klarinette, Alt&Tenorsax). Warum Otto Hardwicke (Altsax) nicht dabei sein soll, ist ebenso unklar. Alle sind aber auch nicht solistisch zu hören, so dass man hier auch keine Antwort bekommt.

      Das Buch "Jazz Records 1942-1980, Vol. 6 , Duke Ellington" von Ole J.Nielsen gibt auch nur unzureichend Klarheit. So spielten am 30.05.1943 Rex Stewart, Lawrence Brown, Otto Hardwicke und Sax Mallard mit, die anderen erwähnten Musiker nicht.

      für den 06.Juni 1943, also das hier entscheidende Date wird nur als Änderung Sandy Williams (Posaune) für Lawrence Brown aufgelistet. Und am 17.Juni 1943 spielt Taft Jordan (Tp) für Stewart (Kornett), Sandy Williams (Tb) für Brown, Jimmy Hamilton (Kl, Ts) und Nat Jones (Kl, As) für Sax Mallard und Hardwicke.

      Fakt ist, dass 1943 in dieser Zeitspanne Lawrence Brown runde drei Wochen Urlaub machte und durch Sandy Williams vertreten worden ist. Ebenfalls einige Zeit abwesend war Rex Stewart gewesen. Für ihn kam Taft Jordan (1915-1981) in die Band, der auch bis Mitte 1947 blieb. Er hatte einen Stil zwischen Roy Eldridge und Rex Stewart und wurde recht oft solistisch eingesetzt, weil er recht feurig spielen konnte. Er sielte zuvor viele Jahre in der Band von Chick Webb, die dann nach dessen Tod von Ella Fitzgerald bis 1942 und mit Teddy McRae als Music Director weitergeführt wurde. 1958 sollte er mit Benny Goodmans Bigband auf der Weltausstellung in Brüssel spielen. Sonst blieb er in seiner relativ kurzen Zeit mit dem Duke eher blass. Seine vermutlich wichtigste Aufnahme-Session machte er bei der Einspielung von "Sketches of Spain" mit Miles Davis und dem Gil Evans Orchestra 1959.

      Otto Hardwicke könnte gesundheitlich gefehlt haben, und einer der weiter gelisteten Saxophonisten wird einen der freien Tenor-Plätze belegt haben, bevor dann Jimmy Jamilton Mitte Juni dann fest in die Band kam. Nat Jones (Altsax, Klarinette) war bis mindestens 27.09.1943 in der Ellington-Band geblieben. Lawrence Brown kam am 27.Juni 1943 wieder zurück. Rex Stewart wird wieder am 08.11.1943 in der Band gelistet. Da mit Dizzy Gillespie, Taft Jordan und Wallace Jones zusammen im Satz. Ray Nance fehlte zu dieser Zeit. Dies lässt auch das Verbleiben von Taft Jordan erklären, der auch teilweise die Soli auf "Take the A-Train" und "Perdido" spielte.

      Ben Webster verließ Ende Juli 1943 die Band. Für ihn man zuerst Elmer "Skippy" Williams in die Band, bevor Mitte Mai 1944 Al Sears bis 1949 übernahm, aber Webster nie ersetzen konnte. Dieser kam 1948 wieder zurück in die Band für einige Monate.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)