Disco-Musik der 70er Jahre

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    • Disco-Musik der 70er Jahre

      Es hat wohl keinen Sinn, für jede halbwegs erfolgreiche Gruppe der 70er Jahre einen eigenen Thread aufzumachen. Daher dieser Beitrag, welcher das Thema etwas umfassender darstellen soll. Und das durchaus subjektiv. Objektiv ist ja Wikipedia:
      https://de.wikipedia.org/wiki/Disco_(Musik)

      Mein "musikalisches Erwachen" war 1978 (mit 13). Damals eher Mainstream, und da spielte Disco-Musik automatisch ein wichtige Rolle. Bei der Gelegenheit: Schon mit 13 interessierte es mich herzlich wenig, was die anderen von meinem Musikgeschmack hielten. Die "Kenner" hörten damals Rolling Stones und dergleichen. Na und. Ich probierte lieber selbst alles aus, und "natürlich" war mein Disco-Phase eher kurz. Aber heute, wo ich die in letzter Zeit von mir digitalisierten Musicassetten anhöre, bin ich selber überrascht, welche Menge an Disco-Musik dabei ist.

      Meine beiden ersten Kauf-MCs waren diese:
      www.discogs.com/Various-Disco-Fire/master/383582
      www.discogs.com/Various-Discorocket-20-Original-Hits-20-Original-Stars/release/6419520


      Nicht alles davon ist Disco, aber die beiden MCs (bzw. LPs) geben einen relativ präzisen Eindruck von dem, was in den Jahren 1975 bis 1977 angesagt war.


      Zitat Wikipedia: "Texte, Melodie und oft auch der Gesang treten bei Disco-Musik in den Hintergrund; Tanzbarkeit, Groove, ein Beat von etwa 100 bis 120 Schlägen pro Minute (bpm) und der Mix stehen im Vordergrund. Die Blütezeit der Disco-Musik war zwischen 1976 und 1979, sie war prägend für die Mode, den Zeitgeist und das Lebensgefühl dieser Jahre."


      Was waren nun die Highlights dieser Zeit (1975-1980)? Hier würde mich interessieren:

      - Was habt ihr damals an Disco-Musik gehört?
      - Was davon findet ich heute noch "hörbar"?


      Thomas
    • Über Boney M. und Donna Summer hatte ich schon geschrieben. Disco-Titel im engeren Sinne:

      - Daddy Cool (Boney M.)
      - Love to Love You Baby (Donna Summer)
      - I Feel Love (Donna Summer)

      Eben gehört:

      Chic
      https://de.wikipedia.org/wiki/Chic
      Bester Song ganz klar: Le Freak

      Dabei erkennt man auch ein Problem der Disco-Musik: Bei "guten" Pop-Gruppen ist das jeweilige Album als "Werk" zu betrachten. Disco-Gruppen haben einzelne geniale Stücke, aber es reicht fast nie zu einem komplett hörenswerten Album. Auch hier nicht:

      Bee Gees
      Spirits Having Flown
      https://de.wikipedia.org/wiki/Spirits_Having_Flown
      Top-Hit dabei: Tragedy

      Bei der Gelegenheit müssen die beiden wichtigsten Filme zum Thema genannt werden:

      Saturday Night Fever (1977)
      https://de.wikipedia.org/wiki/Saturday_Night_Fever_(Film)

      Grease (1978)
      https://de.wikipedia.org/wiki/Grease_(Film)

      Beide Filme sind voller Ohrwürmer, insbesondere von den Bee Gees (Saturday Night Fever) und von John Travolta/Olivia Newton-John (Grease).

      Weitere Protagonisten der Disco-Musik:

      Amanda Lear (Follow Me)
      Baccara (Yes Sir, I Can Boogie; Sorry, I’m a Lady)
      Gloria Gaynor (I Will Survive)
      KC and the Sunshine Band (I'm Your Boogie Man)
      Patrick Hernandez (Born to Be Alive)
      Silver Convention (Fly, Robin, Fly; Telegram)
      The Ritchie Family (American Generation)
      Village People (Y.M.C.A.)

      Bzgl. Michael Jackson würde ich seinen Top-Hit Don’t Stop ’Til You Get Enough (1979) in das Genre einordnen.

      In der Summe kommt da ganz schön viel zusammen. Nur reicht es leider nie zu einem kompletten Top-Album. Ich lasse mich aber gern eines Besseren belehren...


      Thomas
    • Ecclitico schrieb:

      Amanda Lear (Follow Me)
      Baccara (Yes Sir, I Can Boogie; Sorry, I’m a Lady)
      Gloria Gaynor (I Will Survive)
      KC and the Sunshine Band (I'm Your Boogie Man)
      Patrick Hernandez (Born to Be Alive)
      Silver Convention (Fly, Robin, Fly; Telegram)
      The Ritchie Family (American Generation)
      Village People (Y.M.C.A.)
      Puh,
      da habe ich ja in den 70igern Glück gehabt, wenn ich abends nach Studienarbeit noch in die Disko ging und mir solch ein "Mist" nicht angeboten wurde. Da wäre ich stante pede wieder abgehauen. Musste ich nicht, es gab ja auch gute Diskomusik! So schlimm und peinlich waren die 70iger nicht!
      Bei uns im "Milli Vanilli" in Kiel, leider abgerissen, weil es einem Ausbau der Ostseehalle im Wege stand, wurde die Musik grundiert von "Earth Wind and Fire", "The Commodores", "Kool and the Gang", "George Mac Crea", auch "Thelma Houston," "James Brown" und "Chakka Khan". Wenn es schmusig werden sollte, kam "Barry White" zum Einsatz. Und manchmal gab es "George Clinton" und "We're a winner" von "Curtis Mayfield". "Sly Stone" war auch dabei
      "Abba" war damals ein Graus und der deutsche Disko Pop was fürs Dorf oder für die Diskos in denen "Staubsaugervertreter" oder "12ender vom Bund" Jagd auf Krankenschwestern und Friseusen machten.
      Gruß aus Kiel

      PS. Der Ruhm von ABBA kam erst später, wahrscheinlich als die Fischkonserve ABBA bei Ikea aus den Regalen genommen wurde. :D
      Gloria Gaynors Erfolg ist mir bis heute unverständlich, sie wurde aber eine Schwulenikone (eben Gay, hahaha ). Ich erinnere, als meine Freunde Hans und Lothar ihren Geburtstag groß in einer Berliner Schwulendisko feierten (Ende der 90iger) da waren all diese peinlichen Lieder aus den 70igern zu hören. Ich bekam fast "Ohrenkrebs", hielt aber mit meiner Gattin tapfer durch.

      PPS: Ich vergaß völlig, aber die Erinnerung kommt wieder Stück für Stück. Patty Labelle mit "Lady Marmelade" im Background die unglaubliche Nona Hendryx!
      Die 70iger waren sehr vielschichtig. Zu üppig zu prall! Nicht mehr die armen 60iger mit ihrem Aufbruch, nicht die traurigen Reagan/Thatcher/Kohl 80iger, dazu von AIDS und Drogenkontrolle noch unbeleckt. Selbst die "Stones" haben noch das eine oder andere gute Album liefern können.
      Vielleicht sollte man mal darüber genauer schreiben.
      Manchmal tue ich so, als wäre ich normal. Doch dann wird mir langweilig und ich bin wieder ich selbst.
    • Doc Stänker schrieb:

      Puh,
      da habe ich ja in den 70igern Glück gehabt, wenn ich abends nach Studienarbeit noch in die Disko ging und mir solch ein "Mist" nicht angeboten wurde. Da wäre ich stante pede wieder abgehauen. Musste ich nicht, es gab ja auch gute Diskomusik! So schlimm und peinlich waren die 70iger nicht!
      :thumbsup:

      In HH waren das (After) Shave und anschließend das Madhouse Pflicht. Donny Hathaway, Average White Band, die von Dir genannten zzgl. Maze und Meters, warum nicht auch Johnny Guitar Watson oder Jimmy Castor Bunch, wenns etwas beknackt und trotzdem groovy sein darf?

      Tempi passati
    • Andreas schrieb:

      das Madhouse Pflicht.
      Ja, das Madhouse. Bei Hamburg Besuchen mußte man dahin.
      Vorher war ich meist im "Grünspan," abhotten zu "Hocus Pocus" und "Sylvia" von Focus.

      Es ist erstaunlich, wie sehr die 70iger in Verruf geraten sind, ob solch peinlicher Musik, wie Ecclitico sie dankenswerterweise benannt hat.Und bei dem Namen Tina Charles, die Ingo benannt hat, kriege ich heute noch (inzwischen nur noch milde) Würgreize. Das ist so schlimm wie heute die Amigos!
      Vielleicht ist die zunehmend "dünnschissige" Radiomusik (insbesondere NDR2 bei uns) daran Schuld, das man auf den Gedanken kommt, dass ZDF Ilja Richter und Dorfbumsmusik mal repräsentativ waren.
      Das ist ja beinahe so, als wäre Konsalik der größte Schriftsteller aller Zeiten gewesen.
      Gruß aus Kiel

      PS: Auch wenn ich bekennender Queen-Hasser bin,- ich musste mal auf einer Cebit 8 Tage lang alle halbe Stunde von 9:00 - 18:00, also ca. 150 mal, vom Nachbarstand "It's a kind of Magic" hören- , Disko haben sie nie gemacht. Höchsten "Another one bites the Dust kommt dem etwas nahe.
      Manchmal tue ich so, als wäre ich normal. Doch dann wird mir langweilig und ich bin wieder ich selbst.
    • motiaan schrieb:

      Ich glaube, Ingo meint das Queen-Album "Hot Space".

      Von Queen war ich ja Fan, und zwar anschließend an meine Mainstream-(inkl. Disco)-Phase. Ich würde Queen jetzt nicht mit Disco in Verbinding bringen. Erinnere mich aber daran, dass ich sie bei dem o.g. Album Hot Space auf dem absteigenden Ast sah. Wobei das Erscheinungsdatum (1982) eigentlich zu spät für Disco ist.

      Das weiter oben erwähnte Another One Bites the Dust ist auf dem Album The Game von 1980. Mir hat das damals ziemlich gut gefallen, aber ist das Disco? Egal, das Album The Game muss ich eh in den nächsten Tagen anhören, es wurde nämlich vor kurzem digitalisiert und auf CD gebrannt...


      Thomas
    • Ecclitico schrieb:

      Wobei das Erscheinungsdatum (1982) eigentlich zu spät für Disco ist.
      zu spät für Disco?
      Nee, zu spät für "Disco der 70er Jahre".
      Aber "Disco der 80er" ist ja auch noch mal so ´ne Baustelle.

      Ecclitico schrieb:

      Das weiter oben erwähnte Another One Bites the Dust ist auf dem Album The Game von 1980. Mir hat das damals ziemlich gut gefallen, aber ist das Disco?
      auf jeden Fall ziemlich tanzbar.
      Und von der Ästhetik - den dezent wechselnden Sounds bei eigentlich aufgelöster "Strophe-Refrain"-Struktur - schon nah an dem, was man heute noch "clubbig" nennen würde..
      Die englischen Stimmen ermuntern die Sinnen
      daß Alles für Freuden erwacht
    • Doc Stänker schrieb:

      Bei uns im "Milli Vanilli" in Kiel, leider abgerissen, weil es einem Ausbau der Ostseehalle im Wege stand, wurde die Musik grundiert von "Earth Wind and Fire", "The Commodores", "Kool and the Gang", "George Mac Crea", auch "Thelma Houston," "James Brown" und "Chakka Khan". Wenn es schmusig werden sollte, kam "Barry White" zum Einsatz. Und manchmal gab es "George Clinton" und "We're a winner" von "Curtis Mayfield". "Sly Stone" war auch dabei

      Ist das nicht eher Funk und Soul als das, was man normalerweise so unter Discomusik versteht? :whistling:
      zwischen nichtton und weißem rauschen
    • Ekkehard schrieb:

      Ecclitico schrieb:

      Von Queen war ich ja Fan, und zwar anschließend an meine Mainstream-(inkl. Disco)-Phase.
      Aha. Und ich hätte jetzt gedacht, dass Queen Mainstream waren. Man lernt nie aus.
      Dafür gibt's Capriccio.

      Ja, bzgl. Queen kann man streiten. Aber 1978 lag ihr Schwerpunkt immer noch eher in UK. The Game (1980) war der erste große Erfolg in D. 1978 war man als Queen-Fan zwar geachtet, aber man fand nicht so ohne weiteres einen Mitstreiter. In den 80ern ging's dann auch in D steil bergauf.

      Unter "Mainstream" in der 2. Hälfte der 70er verstehe ich sowas wie ABBA, Boney M., Alan Parsons Project, Smokie, Donna Summer, Bee Gees, etc.

      Oder nimm mal das hier:
      www.discogs.com/Various-The-Rock-Album/master/373002
      www.discogs.com/Various-The-Best-Of-Todays-Rock-Music/master/636669
      Auf so einer Platte fand man damals keine "Queen", obwohl sie thematisch (und qualitativ) eigentlich draufgehörten. Aber auf mich hört ja keiner.

      Oder um beim Thema zu bleiben:
      www.discogs.com/Various-Disco-Fire/master/383582
      www.discogs.com/Various-Discorocket-20-Original-Hits-20-Original-Stars/release/6419520


      Thomas
    • Nabend,

      man könnte postulieren, dass diesen Sampler-Firmen einfach nicht erlaubt wurde, Queen-Songs zu verwenden.

      Aber was damals alles "Rock" oder "Disco" gewesen sein soll, erstaunt mich doch. Smokie war doch immer Schmuse-Rock, niemals Disco, um nur ein Beispiel zu nennen. Also waren diese Genres damals wohl mehr Marketing-Begriffe als alles andere.
      Schöne Grüße, Helli


      Immer cool bleiben.
    • motiaan schrieb:

      Nabend,

      man könnte postulieren, dass diesen Sampler-Firmen einfach nicht erlaubt wurde, Queen-Songs zu verwenden.

      Aber was damals alles "Rock" oder "Disco" gewesen sein soll, erstaunt mich doch. Smokie war doch immer Schmuse-Rock, niemals Disco, um nur ein Beispiel zu nennen. Also waren diese Genres damals wohl mehr Marketing-Begriffe als alles andere.

      Smokie ist natürlich kein Disco. Ich erwähnte sie nur als Beispiel für "Mainstream", im Gegensatz zu Queen. Smokie war damals wirklich im Gespräch. Chris Norman war damals in D mit Sicherheit bekannter als Freddie Mercury.

      Wir sind inzwischen aber off topic. Smokie interessiert heute keinen mehr. Zu Queen habe ich einen eigenen Thread aufgemacht.


      Thomas