"Komponisten-Wunderkind" Alma Deutscher

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    • "Komponisten-Wunderkind" Alma Deutscher

      Hallo zusammen,

      aufgrund eines Berichtes in einem anderen Forum bin ich heute auf ein 10-jähriges Mädchen namens Alma Deutscher gestoßen, die nicht nur sehr gut Violine und Klavier spielt, sondern bereits seit Jahren im allerbesten Stil von Mozart und Schubert komponiert - inkl. einer ganzen Oper ! 8)
      Ihre Werke wurden und werden bereits "richtig" öffentlich aufgeführt, auch mit ihr selbst als Solistin, und das, was ich eben von ihr gehört habe, finde ich wirklich durchweg richtig schön (und bin vollkommen baff, wie man so etwas in diesem Alter komponieren kann).
      Da ich jedoch nur ausübender Laie bin und von Musiktheorie nur das allernötigste Gundwissen und von Kompositionslehre absolut gar keine Ahnung habe, würde mich mal interessieren, was die hier anwesenden "Profis" davon halten ....

      "https://www.youtube.com/watch?v=St4czzKcROE"

      "https://www.youtube.com/watch?v=zad7fkhGzzs"

      "https://www.youtube.com/watch?v=ITowZi3AMwI"

      Und hier gibt es noch ein Interview mit ihr: "http://www.zeit.de/2016/02/wunderkind-oper-orchester-intelligenz-10-jahre-alma"
      Viele Grüße - Allegro

      "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixir." Lajos Lencsés
    • Wie gut, dass diesem Wunderkind ein Kompliment gebührt. - Ja, sie wird auch von ihren Eltern sehr gefördert.
      Auf Facebook gibt es eine Fanseite von ihr, und man kann dort ad libitum ihre Interpretationen anhören und ansehen.
      Sie ist großartig! :top:
      "Solange Menschen denken, dass Tiere nicht fühlen, müssen Tiere fühlen, dass Menschen nicht denken."

      (Unbekannt)
    • Ein Geschenk, dieser Hinweis von Dir, liebe Allegro! Vielen Dank.

      Mehr noch als ihre durchaus erstaunlichen Kompositionen, ergreift mich das kristallklare Wesen von Alma Deutscher:
      Hier wirkt eine reife alte Seele in einem jungen Körper, dass es eine wahre himmlische Freude ist.
      Kein Schatten trübt das Gesicht und viel Schalk blitzt aus den Augen.
      Man möchte innerlich jubeln und ist versucht, die Welt gleich in einem viel helleren Licht zu betrachten.

      Wenn sie spielt (Klavier und Violine), geschieht das mit einem äusserst bezaubernden Mona-Lisa-Lächeln,
      und man sieht förmlich ihre innere Bewegung. Sie spielt zwar noch nicht sehr virtuos (was sehr sympathisch ist) aber mit bewegendem Tiefgang. (Wunderschön die beiden Bach Doppelkonzerte für Klavier und für Violine). Sie ist in der Lage, zur eigenen Klavierbegleitung zu singen (was gar nicht einfach ist), und sie tut es wie eine Lerche.

      Sie spricht und argumentiert wie eine Erwachsene. Was beim ersten Hören etwas altklug erscheint, wirkt nach kurzer Zeit völlig natürlich.
      In der Tube sind einige Interviews zu verfolgen, unter anderen eine Sendung mit dem bekannten Musikpaedagogen Arie Vardi, wo sie eine sehr empfindsame Scarlatti-Sonate spielt, und ein Werk von Eduard Marxen (Lehrer von Brahms) dessen Biographie sie gelesen habe...mit 8 Jahren notabene!

      Ihre Kompositionen (meist im Stile Mozarts) entbehren nicht der Überraschungen. Das Meiste ist recht gut gesetzt und angenehm zu hören.
      Einiges noch recht unbeholfen. Aber immerhin: dass ein 10-jähriges Mädchen in der Lage ist, ein 1-stündiges Singspiel zu schreiben, ist schon äusserst bemerkenswert. Auch an ihrem Violinkonzert und an der Tanzsuite für Orchester kann man Freude haben. Bei aller Euphorie: ein zweiter Mozart ist sie noch nicht, auch wenn die Alma (im Boulevard) bereits mit dem Amadeus verglichen wird.

      Ganz erstaunlich! Ich bin verblüfft und zu Tränen gerührt und glaube noch mehr an das Gute im Menschen!

      Es ist zu hoffen, dass das Mass an Publicity, dem sie offenbar im angelsächsischen Raum bereits ausgesetzt ist, sich in gesunden Grenzen hält und ihre offensichtlichen Gaben sich gut geschützt entfalten können. Allerdings gehört eine solche Freudenbringerin vielleicht ohnehin ans Licht der Öffentlichkeit (wenn sie es denn selbst so will): sie wärmt jedenfalls mein Herz.

      Jedenfalls hat sie mir einen bereichernden Abend geschenkt, und ich werde ihren Weg gerne weiter verfolgen.

      Herzlich grüsst aus Bern
      Walter
    • "Es ist, als habe Alma sich eine zweite Welt in ihrem Inneren geschaffen – eine, in der die Menschen so schlau sind wie sie."
      (Zitat aus dem von "Allegro" oben angeführten Artikel in der "Zeit")

      Ein zentrales Problem bei Hochbegabten, dass sie im "normalen" Umfeld so selten Gleichaltrige finden können, mit denen sie auf Augenhöhe kommunizieren können.

      Ich hoffe für die kleine Alma, dass sie sich frei entwickeln darf, unbeschadet von den Ansprüchen der Erwachsenenwelt und dass ihr das Etikett "Wunderkind" nicht zur schweren Bürde wird.
      Eine äußerst anspruchsvolle Aufgabe für Eltern ...


      P.S.
      Ganz am Rande -
      erst vergangene Woche bin ich auf einen Artikel gestoßen, der sich mit Komponieren im Kindes- und Jugendalter beschäftigt.
      => http://www.giessener-anzeiger.de/ratgeber/leben-und-geniessen/familie/das-foerdert-das-ego-wenn-kinder-musik-erfinden_16926985.htm
      Erwähnung fand dabei auch der zwölfjährige David Vorraber, seit dem 9. Lebensjahr Jungstudent an der Würzburger MuHo.
      Sein Vater Franz ist den Klavierliebhabern hier sicher bekannt, nicht zuletzt durch dessen zyklische Aufführung des Gesamtwerks von Robert Schumann.
      Liebe Grüße,
      Berenice

      Colors are like music using a short cut to our senses to awake our emotions.
    • Berenice schrieb:

      Ich hoffe für die kleine Alma, dass sie sich frei entwickeln darf, unbeschadet von den Ansprüchen der Erwachsenenwelt und dass ihr das Etikett "Wunderkind" nicht zur schweren Bürde wird.
      Eine äußerst anspruchsvolle Aufgabe für Eltern ...
      Daraus wird wohl nichts, denn die Begehrlichkeiten von allen Seiten werden zu stark sein.

      Welchen Grund gäbe es wohl sich die junge Dame oder ihre Kompositionen anzuhören? Bei mir gibt es grundsätzlich keinen Kinderbonus. Wenn jemand auf die Bühne tritt muß er sich mit allen Kollegen vergleichen lassen, ansonsten ist es besser zu warten, bis man einen solchen Vergleich bestehen kann. Und bei allem Respekt vor den Leistungen von Alma Deutscher, ihr Spiel wird dem nicht einmal ansatzweise gerecht.

      Peter
      "Sie haben mich gerade beleidigt. Nehmen Sie das eventuell zurück?" "Nein" "Na gut, dann ist der Fall für mich erledigt" (Groucho Marx)
    • Eusebius schrieb:

      Welchen Grund gäbe es wohl sich die junge Dame oder ihre Kompositionen anzuhören?


      Vielleicht den gleichen, aus dem man sich von Kindern gemalte Bilder anschaut, ihren Geschichten zuhört?
      Durchaus Erstaunliches kann man da sehen, hören, lesen, auch tief berührt werden.

      Mit dem Vergleichen und Beurteilen ist das so eine Sache und mir kommt da ein Text von Max Frisch in den Sinn,
      der zwei völlig divergente Herangehensweisen schlagwortartig aufzeigt,
      und den Du, lieber Eusebius, bitte, bitte nicht als Affront auffassen mögest.
      => http://days.illuminous-avantgarde.net/2010/02/
      Liebe Grüße,
      Berenice

      Colors are like music using a short cut to our senses to awake our emotions.
    • Berenice schrieb:

      Mit dem Vergleichen ist das so eine Sache und mir kommt da ein Text von Max Frisch in den Sinn,
      den Du, lieber Eusebius, bitte, bitte nicht als Affront auffassen mögest.
      => http://days.illuminous-avantgarde.net/2010/02/

      Ich kann Peter in seiner Skepsis nur zustimmen. Natürlich ist das "mit dem Vergleichen so eine Sache", aber das gilt wohl zuerst und vor allem für die Vergleiche der jungen Dame mit Mozart oder Schubert. Und wer jetzt sagt, das sei ja nur die sensationsheischende Presse, möge sich mal die offizielle Website anschauen: Dort ist eben diese Presse mit genau diesem Vergleich mehrfach zitiert, offenbar von den Eltern oder zumindest mit deren Billigung. Tut mir leid, aber mein Gesamteindruck ist leider, dass hier - wieder mal - unverantwortliche Eltern ein großes Geschäft auf Kosten ihrer zweifellos begabten, aber - so viel Vergleich muss schon sein - alles andere als einzigartig talentierten Tochter machen. Die Chance, dass das über den Kindchen-Effekt hinaus Erfolg hat oder sogar eine große Künstlerin aus der jungen Dame wird, ist meiner Meinung nach unter diesen Umständen annähernd null. Weder ihr Geigenspiel noch ihr Klavierspiel finde ich nach den Eindrücken der (wieder von den Eltern oder deren Beauftragten ins Netz gestellten) Youtube-Ausschnitte besonders herausragend. Dabei vergleiche ich nicht etwa mit Grigory Sokolov oder Frank-Peter Zimmermann, das wäre natürlich albern. Nein, so etwas - und Besseres! - hört man bei internationalen Kinder- und Jugendwettbewerben oder selbst bei Jugend Musiziert auf Bundesebene reihenweise. Sie hat eine angenehme natürliche Musikalität und ein für ihr Alter recht gutes technisches Niveau. Mehr höre ich da wirklich nicht. Bleiben also die Kompositionen: Von denen stand irgendwo, dass sie "am Klavier entstanden" und vom Vater "in den Computer eingegeben" worden seien; wer hat da eigentlich genau welchen Anteil? Im Ergebnis höre ich ganz hübsche, etwas langatmige und eintönige Stilkopien, offenbar mit einer gewissen kindlichen Freude von einem Mädchen erdacht, welches trotz ihrer sicherlich besonderen frühreifen Intelligenz keine Chance hat, zu durchschauen, welches schmutzige Spiel da mit ihr getrieben wird.

      Christian
      Jeder Eindruck, den man macht, schafft Feinde. Um populär zu bleiben, muss man mittelmäßig sein.
      Oscar Wilde
    • Hier wird ja viel an Interpretationen und Interpreten herumkritisiert. Manches zu Recht und manches zu Unrecht. Wenn ein gestandener Künstler offensichtlich Probleme mit seiner Interpretation oder gar mit der Beherrschung seines Instrumentes hat, erfährt er keine Gnade, sondern man vergleicht ihn mit anderen Einspielungen des Werkes. Und warum sollen für ein 10-jähriges Kind, dem es noch an vielem in der Beherrschung seines Instrumentes mangelt anders sein? Nur weil sie eben noch ein Kind ist, und demzufolge eine gesonderte Behandlung erwarten darf?

      Es geht nicht darum die Leistungen eines hochbegabten Kindes nicht anzuerkennen.Es finden sich ja auch durchaus Momente in ihrem Spiel oder ihren epigonalen Kompositionen die aufhorchen lassen. Und die Beherrschung von Kompositionstechniken ist beachtlich. Und es geht auch nicht darum jemand herunter zu machen mit einer Kenner-Attitüde, wie Frisch das beschrieben hat. Sondern es geht einzig allein darum, dass hier jemand sich in der Öffentlichkeit präsentiert, der noch unfertig und einem Vergleich nicht gewachsen ist. Ich glaube kaum das sich ein Profi Orchester finden würde bei dem sie mitspielen könnte, und das aus verständlichen Gründen.

      Und ein von Kindeshand gemaltes Bild schaue ich mir immer gerne an, und entdecke darin durchaus auch interessante Details. Aber ich käme nie auf die Idee das in irgendeiner Weise für Kunst zu halten. Diesen Anspruch verfolgen aber offenbar Alma Deutscher und ihre Unterstützer. Aber es ist mein ganz persönlicher Anspruch an Musik und ihre Darbietung (und jedem anderen bleibt unbenommen das anders zu betrachten), etwas Besonderes zu erwarten. Und daher nehme ich dieses Phänomen mit Interesse zur Kenntnis, aber es hat für mich keine künstlerische Relevanz. Das mag man für überheblich halten, aber der Tag hat nur 24 Stunden, und es gibt für mich lohnendere Beschäftigungen als einem Kind zu lauschen welches noch ganz am Anfang seiner Entwicklung steht. In 6 - 8 Jahren sieht das sicher ganz anders aus, vorausgesetzt die weitere Entwicklung läuft behutsam und zielstrebig ohne Marketing.

      Peter
      "Sie haben mich gerade beleidigt. Nehmen Sie das eventuell zurück?" "Nein" "Na gut, dann ist der Fall für mich erledigt" (Groucho Marx)
    • Eusebius schrieb:

      Bei mir gibt es grundsätzlich keinen Kinderbonus. Wenn jemand auf die Bühne tritt muß er sich mit allen Kollegen vergleichen lassen, ansonsten ist es besser zu warten, bis man einen solchen Vergleich bestehen kann.

      Ich denke, auch Kinder können, dürfen, ja wollen auf eine Bühne treten.
      Aber es muss "ihre Bühne" sein -
      eine Bühne, auf der sie von allen Beteiligten - Eltern, Betreuern, Publikum - in ihrer Eigenschaft als Kinder wahrgenommen werden,
      eine Bühne, auf/hinter/vor der die "Mündigen" Verantwortung übernehmen.

      Ob das aber die "Weltbühne" sein kann ???

      Mich beschleicht bei Alma, gerade nachdem ich Christian Köhns Statement gelesen hatte, doch ein wenig das Gefühl eines "schmutzigen Spiels", wie er das so trefflich in Worte gefasst hat.

      Ich persönlich hatte sie als Kind wahrgenommen und aus diesem Grund auch Vergleiche mit "ausgewachsenen" Künstlern der Vergangenheit und Gegenwart als nicht angebracht empfunden.

      Meine Wunsch, Alma möge eine von der Erwachsenenwelt unbeschadete Kindheit durchleben, die ihren individuellen Gegebenheiten optimal Rechnung trägt, ist so um so dringlicher.
      Liebe Grüße,
      Berenice

      Colors are like music using a short cut to our senses to awake our emotions.
    • Eusebius schrieb:

      Wenn ein gestandener Künstler offensichtlich Probleme mit seiner Interpretation oder gar mit der Beherrschung seines Instrumentes hat, erfährt er keine Gnade, sondern man vergleicht ihn mit anderen Einspielungen des Werkes. Und warum sollen für ein 10-jähriges Kind, dem es noch an vielem in der Beherrschung seines Instrumentes mangelt anders sein? Nur weil sie eben noch ein Kind ist, und demzufolge eine gesonderte Behandlung erwarten darf?

      Lieber Eusebius,
      dieser Aussage muss ich widersprechen und sie treibt mir schier die - was weiß ich - in die Augen.

      Kinder müssen eine andere, eine "gesonderte" Behandlung erwarten dürfen,
      eine andere als Erwachsene, denn sie sind keine kleinen Erwachsenen.
      Dies ist für mich ganz unabdingbar und ich sehe es als "heilige" Verantwortung von uns Mündigen, auf kindgerechte Behandlung zu achten.

      Wenn dies Im Falle von Alma allem Anschein nach nicht so gehandhabt wird, ist das für mich jedenfalls kein Grund, es diesen Menschen gleichzutun.
      Ich kann nur wiederholen - möge eine schützende Hand über dieses Kind gehalten werden!
      Liebe Grüße,
      Berenice

      Colors are like music using a short cut to our senses to awake our emotions.
    • Ach... lasst doch die Kirche mal im Dorf, liebe "Misepeters" (smile)

      Die Wunderkind-Diskussion ist immer ein Minenfeld, das ist mir klar.

      Ich habe gestern abend meinen analytischen Verstand in den Bauch fallen lassen.
      Ich hoffe sehr, dass ein solches Vorgehen noch Platz hat auf diesem Forum.

      Dass sie kein Mozart ist, habe ich geschrieben.
      Dass sie mitnichten technisch perfekt ist, habe ich beschrieben.
      Dass sie Gefahr läuft, in die Publicity-Mühle zu geraten, habe ich beschrieben.

      Ich fühle mich denn auch keinesfalls auf dem falschen Dampfer. (Das hat auch niemand behauptet.)

      Dass man eine Instrumentalisierung Alma Deutschers nicht von der Hand weisen kann, habe ich nicht konkret beschrieben.
      Das mag ja sogar sein - die offenbar recht problematische homepage habe ich mir noch nicht angeschaut - allein die glückhafte Ausstrahlung des Kindes (ja, ich bin sentmental und ich bin romantisch bis esoterisch, grins) straft die Verdächtigungen Lügen.

      Mir ist auch klar, dass ein Internetauftritt und das Einstellen der Clips ja wohl nicht das Resultat ihrer eigenen Arbeit ist. Möge es nicht gegen ihren Wunsch geschehen. Ich war auch einmal ein Elternteil von relativ begabten Kindern und ich gebe zu, dass die Förderung eine Gratwanderung war. Eltern haben eine grosse Verantwortung darin, das Talent ihrer Kinder zu unterstützen und nicht brach liegen zu lassen. Man kann es eigentlich niemals wirklich gut machen. "Gut genug" reicht aber auch. Das soll den Eltern von Alma Deutscher eingestanden sein.

      Erstens ist ihr eine Hochbegabung (in der Breite) nicht abzusprechen, und zweitens müsste man sie selbst fragen, wie sie sich fühlt unter diesem durchaus nicht unproblematischen Druck. Sie scheint aber grossen Spass an der Sache zu haben, oder ich muss mir ernsthaft Gedanken machen um meine Menschenkenntnis. Ich finde ihre Ausstrahlung beglückend. Mich hat sie bereichert. Mir reicht das vorerst einmal. Beckmesserisch die offensichtliche Epigonialität festzustellen, scheint mir in diesem Stadium noch gar nicht angemessen.
      Falsch fände ich in der Tat, ihr Illusionen zu machen, wo keine angebracht sind.

      Natürlich kann man ihre Auftritte an Talkshows kritisieren. Wenn ich aber die Kommentare lese unter den Clips, spüre ich lauter glücklich gemachte Menschen. Das ist doch auch schon etwas. Nochmals: ich habe nicht den Eindruck, dass sie sich unwohl fühlt dabei. im Gegenteil.

      Ich kann den Hinweis von Eusebius durchaus nachvollziehenn, wenn er schreibt, dass es sinnvollere Beschäftigungen gebe, als sich mit solchen Kinderclips zu beschäftigen (und ich weiss auch, wie er es meint, denn er ist ja ein feinfühliger Mensch, sonst wäre er ja nicht "Eusebius" ...smile). Jeder hat ein anderes Zeitgefühl und andere Zeitkapazitäten und Interessen. Meine eigene Zeit wurde gestern abend durch mindestens 10 Clips mit Alma Deutscher beglückend gefüllt. Dazu stehe ich, und das wollte ich zum Ausdruck bringen.

      Den Kindern sollte viel mehr Zeit und Aufmerksamkeit geschenkt werden!

      Lieber Gruss aus Bern

      Walter
    • Berenice schrieb:

      Kinder müssen eine andere, eine "gesonderte" Behandlung erwarten dürfen,
      Das sehe ich ja ganz genau so. Aber das ist doch der Punkt: Das Mädel wird eben nicht als Kind und schutzwürdig behandelt, sondern der Allgemeinheit als Zirkuspferd vorgeführt. Auch wenn sie das bestimmt ganz toll findet so viel Aufmerksamkeit zu erregen. Aber die Eltern müssten es schützen, was sie aber nicht tun, sondern die Chance zur Vermarktung nutzen. Sobald Kinder musizierend in der Öffentlichkeit auftreten, setzen sie sich automatisch einem Vergleich mit Erwachsenen aus. Also lieber warten, reifen lassen, kindgerecht aufwachsen, und dann falls genug Potenzial da ist, auf die Bühne schicken.

      Peter
      "Sie haben mich gerade beleidigt. Nehmen Sie das eventuell zurück?" "Nein" "Na gut, dann ist der Fall für mich erledigt" (Groucho Marx)
    • Lieber Eusebius,

      ganz herzlichen Dank für Deine Klarstellung!
      Ich hatte Dich da wohl gründlich missverstanden und dieses "keine Gnade" als Deine Haltung gegenüber der Leistung von Kindern in der Öffentlichkeit wahrgenommen.
      Liebe Grüße,
      Berenice

      Colors are like music using a short cut to our senses to awake our emotions.
    • Eusebius schrieb:

      Sobald Kinder musizierend in der Öffentlichkeit auftreten, setzen sie sich automatisch einem Vergleich mit Erwachsenen aus

      Lieber Eusebius

      Das mag ja so sein, ist aber nicht legitim.

      Dass Kinder einen Schutz vor der Öffentlichkeit brauchen, ist unbestritten, und dass mit Auftritten zugewartet werden sollte, bis ein gewisses Niveau erreicht ist, kann ich unterschreiben. Die kleine Alma wurde sicherlich zu früh ins Rampenlicht geschickt. Das sehe ich auch so.
    • Walter Heggendorn schrieb:

      allein die glückhafte Ausstrahlung des Kindes (ja, ich bin sentmental und ich bin romantisch bis esoterisch, grins) straft die Verdächtigungen Lügen.
      Das finde ich nicht: Auch wenn das Kind im Moment Freude daran haben mag, so im Mittelpunkt zu stehen, bedeutet das doch nicht, dass eine solche Intensivvermarktung für seine Entwicklung das Richtige ist. Auf der Website findet sich in ihrer Biographie kein Wort zu ihrer Ausbildung, statt dessen heißt es "Alma Deutscher, born 2005, is a composer, violinist and pianist". Nein, das alles ist sie eben nicht! Sie ist ein Kind, welches überdurchschnittlich gut Geige und Klavier spielt und - angeblich - ein gewisses Talent zur Komposition hat. Wichtig wären also zuallererst hervorragende Lehrer, in einem anregenden Umfeld mit möglichst Gleichaltrigen und Gleichgesinnten. Statt dessen ist direkt neben den Pressestimmen der Kontakt zur Konzertagentur verlinkt. Das alles lässt für mich leider nur den besagten Schluss zu, dass es den Verantwortlichen (und das sind nun mal letzten Endes die Eltern) gar nicht um die optimale Förderung des Mädchens geht sondern um den maximalen Sofortgewinn, sowohl finanziell als auch in Form öffentlicher Aufmerksamkeit. Ich bin da zugegebenermaßen empfindlich, aber ich habe mit Eltern von "Hochbegabten" eben auch so meine Erfahrungen. Tibor Varga hat mal gesagt, man müsse, wenn man einen begabten jungen Schüler hätte, als erstes dessen Eltern erschießen :D . Google mal nach der Geigerin "Carla Marrero": Die habe ich vor zehn Jahren - als sie genau im selben Alter wie Alma Deutscher jetzt, dabei aber geigerisch erheblich weiter war - bei der Detmolder Sommerakademie begleitet und wegen ihres ehrgeizigen Vaters ähnliche Bedenken gehabt wie jetzt. Leider habe ich recht behalten. Ihre Website, auf der man sie damals gegen den dringenden Rat ihrer Lehrer intensiv zu vermarkten versucht hat, wurde inzwischen abgeschaltet.

      Walter Heggendorn schrieb:

      Falsch fände ich in der Tat, ihr Illusionen zu machen, wo keine angebracht sind.
      Ja, aber hier ist es meines Erachtens noch schlimmer: Man macht ihre Chancen auf die Entwicklung ihrer Talente durch völlig unangemessene Frühvermarktung zunichte. Und natürlich kann sie das nicht "wissen" oder "bemerken" - und sich schon gar nicht dagegen wehren.

      Christian
      Jeder Eindruck, den man macht, schafft Feinde. Um populär zu bleiben, muss man mittelmäßig sein.
      Oscar Wilde
    • ChKöhn schrieb:

      Sie ist ein Kind, welches überdurchschnittlich gut Geige und Klavier spielt und - angeblich - ein gewisses Talent zur Komposition hat.
      Ist eigentlich erwiesen, daß sie die ihr zugeschriebenen Sachen wirklich selbst komponiert hat? Könnte ja auch eine Vermarktungsmasche der Eltern sein...

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
    • ChKöhn schrieb:

      Auf der Website findet sich in ihrer Biographie kein Wort zu ihrer Ausbildung
      dann schau mal (oder tu es besser nicht) die ihr gewidmete englischsprachige Wikiseite (einschließlich Fußnoten) an ;(
      Gruß, minuetto

      edit

      ChKöhn schrieb:

      Google mal nach der Geigerin "Carla Marrero"
      lieber Christian, vielen Dank für den Hinweis.
      hier die letzten Einträge, die ich gefunden hatte (Sommer/Herbst 2015).

      https://www.youtube.com/watch?v=msDVH1tP0UI
      http://www.rtve.es/alacarta/videos/atencion-obras/atencion-obras-carla-marrero-voz-del-violin/3316981/
      vielleicht hab ich etwas übersehen ?
    • Hab's getan. ;(

      Soll ich mir jetzt diese CD besorgen:



      Vermutlich hat das Kind auch das Bild selber gemalt. Schönberg konnte ja auch beides, komponieren und malen...

      :tee1:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
    • ChKöhn schrieb:


      Auch wenn das Kind im Moment Freude daran haben mag, so im Mittelpunkt zu stehen, bedeutet das doch nicht, dass eine solche Intensivvermarktung für seine Entwicklung das Richtige ist.


      Völlig einverstanden, lieber Christian. Ob es sich denn wirklich um eine "Intensivvermarktung" des Mädchens handelt, vermag ich nicht zu beurteilen.
      Ich kann mit meinem veralteten Browser leider "ihre" Homepage nicht öffnen. Aber was Du anführst ist schon sehr bedenklich.

      In paedagogischer Hinsicht ist alles, was Du monierst nachvollziehbar und richtig. Zudem hast du entsprechende Erfahrungen gemacht und bist sensibilisiert.

      Mein Argument für die Perle Alma ist eh nicht in Worte zu fassen, deshalb werde ich hier in diesem Faden nun schweigen, weil mir die Worte ausgehen...

      Alma spricht mich auf einer Dimension an, die sich jenseits ihrer Talente ausbreitet und durch die ich mich gestern zutiefst berührt fühlte.
      Diese Berührung will ich mir schützen. Und das soll bitte keine Kritik sein an der Kritik. Diese soll hier weiterhin möglich bleiben, denn sie ist völlig angebracht.

      Mit herzlichem Gruss aus Bern
      Walter