"Komponisten-Wunderkind" Alma Deutscher

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    • zabki schrieb:

      Rechtlich besteht Kunstfreiheit, und diese ist, wenn nötig, unbedingt zu verteidigen. Daraus kann man aber keine Ästhetik ableiten, und es kann und soll ästhetische Positionen geben, die Wertungen vornehmen, wobei sie durchaus in Widerspruch zueinander stehen können. Und da ist natürlich eine Position möglich, die auf den "Materialstand" als ein Kriterium abhebt und bei ihren Bewertungen berücksichtigt. Das gehört zur Kunstfreiheit dazu.
      Die Möglichkeit dieser Postition ist unbestritten. Ich hänge ihr sogar zu einem Gutteil an. Was mich an der in meinem obigen Beitrag zitierten Äußerung von Symbol ("Eine ausgereifte Künstlerpersönlichkeit fällt ihre Entscheidungen aber in der Regel auf der Basis einer Kenntnis des Materialstands") stört, ist, dass diese Position verabsolutiert und damit Künsterln vorgegeben wird. Dass Symbol (und auch ich) einen solchen Künstler womöglich weniger schätzen, ist etwas anderes.

      Etwas anderes ist auch die oben angesprochene Frage nach Erfolgsbedingungen. Neue klassische Musik auf der Höhe des Materialstands kommt bekanntlich beim Publikum nicht so gut an. Wenn allerdings heute einer wie Verdi komponieren würde, wären die Opernhäuser wieder voll - trotz Materialstand-Ebbe.
    • Knulp schrieb:

      Die Möglichkeit dieser Postition ist unbestritten. Ich hänge ihr sogar zu einem Gutteil an. Was mich an der in meinem obigen Beitrag zitierten Äußerung von Symbol ("Eine ausgereifte Künstlerpersönlichkeit fällt ihre Entscheidungen aber in der Regel auf der Basis einer Kenntnis des Materialstands") stört, ist, dass diese Position verabsolutiert und damit Künsterln vorgegeben wird.
      aber wenn man diese Position vertritt, dann vertritt man sie eben (mit mehr oder weniger Entschiedenheit), da steckt doch eine "Verabsolutierung" notwendig drin. Und der Künstlerin wird nichts vorgegeben, das können allenfalls nur Erziehungsberechtigte, Lehrer, Manager und dergleichen Personen.
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      Es wäre lächerlich anzunehmen, daß das, was alle, die die Sache kennen, daran sehen, von dem Künstler allein nicht gesehen worden wäre.
      (J. Chr. Lobe, Fliegende Blätter für Musik, 1855, Bd. 1, S. 24).


      Wenn du größer wirst, verkehre mehr mit Partituren als mit Virtuosen.
      (Schumann, Musikalische Haus- und Lebensregeln).
    • putto schrieb:

      Wenn die Neue Musik in der Öffentlichkeit keine Chance hätte und überall nur Deutschers aufgeführt würden, fände ich das ja OK. Aber es ist ja andersherum.
      "Neue Musik", zumal solche mit vielen Dissonanzen, wird im Verhältnis zu älterer, dreiklangsorientierter Musik (Bach, Beethoven, Tschaikowsky, Mahler, Richard Strauss....) im Konzertbetrieb sehr wenig aufgeführt.
      zwischen nichtton und weißem rauschen
    • zabki schrieb:

      putto schrieb:

      und ich gehe davon aus, dass Du Overbeck, Cornelius etc. auch ganz furchtbar findest.

      Es lohnt sich für mich nicht mehr, mich für Cornelius noch groß zu interessieren, insofern finde ich ihn auch nicht besonders furchtbar.

      Aber in unserm Kontext - Cornelius ist vor Brahms geboren, war er für seine Generation irgendwie besonders "rückwärtsgewand"?
      Ich meinte natürlich nicht den Komponisten Cornelius.
      :)
      This play can only function if performed strictly as written and in accordance with its stage instructions, nothing added and nothing removed. (Samuel Beckett)
    • putto schrieb:

      zabki schrieb:

      putto schrieb:

      und ich gehe davon aus, dass Du Overbeck, Cornelius etc. auch ganz furchtbar findest.
      Es lohnt sich für mich nicht mehr, mich für Cornelius noch groß zu interessieren, insofern finde ich ihn auch nicht besonders furchtbar.

      Aber in unserm Kontext - Cornelius ist vor Brahms geboren, war er für seine Generation irgendwie besonders "rückwärtsgewand"?
      Ich meinte natürlich nicht den Komponisten Cornelius.
      :)
      da sieht mans mal, wie es um meine Allgemeinbildung bestellt ist ... ;)

      zum Glück habe ich jedenfalls betr. dem Komponisten Cornelius bemerkt, daß da was nicht stimmt ...

      was nun die Maler betrifft: vor einem Ratespiel "echt alt oder imitiert?" würde ich mich drücken, aber wo ich einen Unterschied sehe, fällt der tatsächlich ausgesprochen zu Ungunsten der jüngeren aus ...
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      Es wäre lächerlich anzunehmen, daß das, was alle, die die Sache kennen, daran sehen, von dem Künstler allein nicht gesehen worden wäre.
      (J. Chr. Lobe, Fliegende Blätter für Musik, 1855, Bd. 1, S. 24).


      Wenn du größer wirst, verkehre mehr mit Partituren als mit Virtuosen.
      (Schumann, Musikalische Haus- und Lebensregeln).