80er Jahre: Wirklich so schlecht?

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    • philmus schrieb:

      da halte ich das Debut-Album "Construction Time Again" für
      innovativer. War echt ein Knaller damals, Popmusik mit solchen Sounds.
      Die war klasse, keine Frage. Ich halte aber die "Black Celebration" tatsächlich für etwas unterschätzt. Sie haben mich auch wirklich nur mit diesem Album wirklich begeistern können. Ich war nie der größte Depech Mode Fan, aber dieses Album fand ich dann doch bemerkenswert gut. Ansonsten war ich zu jener Zeit eher bei The Cure (das ist auch bis heute so), Sister of Mercy, The Mission, Front 242 oder ähnlichem zu finden. :)

      Herzliche Grüße

      Herr Martinsen
      Elias Canetti: "Warum sind nicht mehr Leute aus Trotz gut?"
    • philmus schrieb:

      Symbol schrieb:

      Ach ja: was ist denn mit der frühen, avantgardistisch-undergroundigen NDW, die sehr elektronisch war?
      ich bin zwar nicht gefragt .. aber damals konnte ich nicht so viel damit anfangen... außer:
      Spliff
      die waren schon damals für mich Kult und hatten auch einen super Schlagzeuger,
      Herwig Mitteregger, der auch ne Menge damals moderner Sounds genutzt hat,
      aber wirklich kreativ gespielt.
      Spliff et al. meinte ich eigentlich nicht, sondern die frühen NDW-Acts wie Abwärts, Palais Schaumburg, Der Plan, DAF oder auch Andreas Dorau. Laut Dorau teilt sich die NDW ja in eine experimentelle Underground-Frühphase und eine Phase der kommerziellen Ausbeutung (zu der z. B. Fräulein Mencke oder Hubert Kah zu zählen wären), wobei er letztere strickt ablehnt und daher auch grundsätzlich nicht bei NDW-Revival-Veranstaltungen auftritt. Diese frühe NDW finde ich extrem interessant, und die ist halt größtenteils schon deutlich elektronisch geprägt.

      LG :wink1:
      "Was Ihr Theaterleute Eure Tradition nennt, das ist Eure Bequemlichkeit und Schlamperei." Gustav Mahler
    • Symbol schrieb:

      Übrigens finden viele gerade die Imperfektionen der alten Maschinchen kultig und inspirierend, Darren Hayes hat sich für eins seiner Solo-Alben deswegen sogar extra mal einen alten Synthi zugelegt.
      ....und in der Technoszene der 90er waren die in den 80ern gebauten Drummaschinen TR-808 und besonders TR-909 omnipräsent, die wurden damals auf dem Gebrauchtmarkt zu einem mehrfachen des einstigen Neupreises gehandelt. Nicht zu vergessen der Einfachst-Basssynth TR-303, der in den 80ern für die Firma Roland ein Flop war und später in der Acid-Szene eine steile Popularitätskarriere machte.
      zwischen nichtton und weißem rauschen
    • EinTon schrieb:

      motiaan schrieb:

      Achja, ein DX-7 ist ungefähr so käsig wie ein Cembalo. Seine Nachfolger sind ungefähr ein Klavier.
      Welche Geräte meinst Du hier eigentlich genau mit "den Nachfolgern"?!?
      Ich hab es über die Jahre nicht so genau verfolgt. Als Hardware z.B. Yamaha SY99, Info z.B. hier "http://www.sequencer.de/synth/index.php/Yamaha#the_digital_era_-_FM_Synthesizers_from_DX_to_FS1R"

      Virtuell:
      Native Instruments FM8, Propellerhed PX7, Tubeohm T-FM


      Da gibt es heute auch eine Menge Freeware.
      Schöne Grüße, Helli


      Immer cool bleiben.
    • motiaan schrieb:

      Ich hab es über die Jahre nicht so genau verfolgt. Als Hardware z.B. Yamaha SY99, Info z.B. hier "http://www.sequencer.de/synth/index.php/Yamaha#the_digital_era_-_FM_Synthesizers_from_DX_to_FS1R"

      Virtuell:
      Native Instruments FM8, Propellerhed PX7, Tubeohm T-FM


      Da gibt es heute auch eine Menge Freeware.


      OK, also die späteren FM-Synthesizer. Ich finde nur den Vergleich Cembalo/Klavier irreführend, da es bei den DX7-Nachfolgern um eine Weiterentwicklung derselben Klangerzeugungstechnik handelt (nämlich FM-Synthese). Ein Klavier ist dagegen technisch ein anderes Instrument als ein Cembalo (mechanisch angeschlagene statt mechanisch gezupfte Saiten), also nicht dessen Weiterentwicklung sondern eine Neuerfindung.
      zwischen nichtton und weißem rauschen
    • nein - nicht so schlecht!!

      hier eine super Zusammenstellung



      Best:

      Yes: Owner Of A Lonely Heart

      Bronski Beat: Hit That Perfect Beat

      Level 42: Lessons In Love

      ZZ Top: Gimme All Your Lovin'

      Peter Schilling: Major Tom

      The Boomtown Rats: I Don't Like Mondays

      Fine Young Cannibals: She Drives Me Crazy
    • Einige meiner persönlichen Highlights in den 1980ern, zu unterschiedlichen Zeiten:

      Simple Minds (New gold dream...)
      U2
      Iron Maiden
      AC/DC
      Extrabreit
      Trio (Da, da, da)
      New Order (Blue Monday...)
      Depeche Mode (Black Celebration...)
      Foreigner
      Ultravox
      Genesis (That's all...)
      Tears for Fears
      Abba (Album Super Trooper)
      Pet Shop Boys
      Dire Straights
      Sting
      E.L.O.
      Udo Lindenberg: Sonderzug nach Pankow
      Phil Collins: In my house

      Auch solche banalen Sommerhits wie "I like Chopin", "Dolce Vita", "Vamos a la Playa", "No tengo dinero", ...

      Und tausend weitere Sachen fallen mir jetzt gerade nicht ein. Ab 1988 hielt Klassik bei mir Einzug, und verdrängte schnell alles weitere...

      maticus
      Social media is the toilet of the internet. --- Lady Gaga
      Und wer Herr Reichelt ist, weiß ich auch erst seit Montag. --- Prof. Dr. Christian Drosten
    • Doc Stänker schrieb:

      und das ist so in etwa der Schrott, den der Threaderöffner in seinem 2. Beitrag erwähnte. Tut mir leid, ist aber so, das meiste dort aufgeführte ist Mist, deshalb kann der Threadtitel auch zu recht bestehen.

      EinTon schrieb:

      Der richtige Trash fand in den 80ern mE im (Italo-Euro)Discobereich statt
      Aus diesen Zitaten spricht ein wesentliches Merkmal der 80er-Musik-Rezeption (wohl auch der 70er, da war ich aber nicht dabei), das sie deutlich von der heutigen abgrenzt. Wenn meine beiden Söhne heute ihre Partys feiern, wundere ich mich regelmäßig, wie einträchtig jegliche Musikrichtung akzeptiert und abgefeiert wird. Da läuft Abba neben Spider Murphy Gang, AC/DC und vieles mehr, vor allem natürlich Neues, das ich nicht kenne (es kommt immer ein laut begröltes "Monster" vor).

      Das hätte es in den 80er never ever gegeben. Man gehörte abgegrenzten Gruppen an, die sich wesentlich durch Kleidung und Musik definierten. Wie heißt es so schön bei den Blues Brothers (ein noch nicht erwähnter Klassiker aus den Achtzigern, den ich ich-weiß-nicht-wie-oft im Kino betanzt habe. In Hamburg wurde der Film regelmäßig im Kino "Magazin" gezeigt , bis irgendwann ein Böller die Leinwand beschädigte): Wir spielen beides. So hörte ich damals beides: Hardrock und Heavy Metal. Depeche Mode ging gar nicht. Die Leute, die Prince hörten, waren total unten durch, die Davie Bowies waren abgefuckte Kiffer. Spandau Ballets die Popper. (Ich räume allerdings ein, dass vieles in Kauf genommen wurde, um an die Mädchen ranzukommen, sogar Prince).

      Entsprechend geht es mir noch heute gegen den Strich, die 80er-Alben in einer Weise vereint zu sehen, die den damaligen Zeiten nicht entsprach.
    • Popper überfährt man mit'm Chopper! Und dann gab es doch noch Clopper? den Geist dieser Zahnarzthelferin. Ich bin ein bißchen zu jung und habe ich für Popmusik zu wenig interessiert, aber ich vermute, dass die Feindschaften unter den Anhängern verschiedener Stile unterschiedlich stark ausgeprägt waren. Schon vor Jahren las oder hörte ich mal, dass die Häme, die man rückblickend in den späten 90ern oder frühen 2000ern (als es schon die ersten 80s Revivals gegeben haben dürfte), über die (Pop)kultur der 80er, weniger die Musik insgesamt als eben auch Filme, Mode, Frisuren etc. ausgegossen hat, verdeckt, dass es sich um das letzte Jahrzehnt mit einer identifizierbaren und eben noch nicht vollständig in kleine Biotope aufgespaltenen Popkultur handelte. Für die Mehrheit der Jugendlichen, die nicht exklusiv in einer Subszene unterwegs war, gab es einen Kern von akzeptierten Hits, Filmen, Serien etc., die praktisch alle kannten.
      Tout le malheur des hommes vient d'une seule chose, qui est de ne pas savoir demeurer en repos dans une chambre.
      (B. Pascal)
    • Zu Heavy Metal (Iron Maiden etc.), Hardrock (AC/DC) war ich damals (so um die 15) in der Tat durch einen neuen, anderen, (Km-) entfernten Freundeskreis in einer größeren Stadt gekommen, das war bei uns auf dem Dorfe oder im direkten Mitschüler*innen Umfeld nicht so beliebt (jedenfalls, nicht dass ich wüsste). Ich glaube, über diese Schiene bin ich auch auf Extrabreit gekommen. (Eine Mucke, die ich auch heute noch gut hören kann, so schön subversiv. "Polizisten", "Der Präsident ist tot", ...) Diese Phase dauerte bei mir so knappe 2 Jahre.

      Andere Kontakte durch Orts- und Schulwechsel brachten mich in der Zeit zum Abitur hin auf die Simple Minds, U2, aber auch Depeche Mode etc.

      1983 war (für mich) "Blue Monday" von New Order der Sommerhit schlechthin. In einem Zeltlager in der Po-Ebene in Italien wurden wir mit der Mucke morgens immer zum Aufwachen "gequält" --- richtig gequält wurden wir aber nicht von der Mucke, sondern von den Mücken. Am Adria-Strand liefen dann so Sachen wie "Dolce Vita", "I like Chopin", etc., was irgendwie (damals) zu der Umgebung passte.

      Ansonsten, da ich nie ein Fetengänger war (damals nannte man Parties noch Feten), habe ich in erster Linie gehört, was ich selbst als LP hatte, oder auf Audiokassette aufgenommen von Freunden. Da ich meist nach der Schule allein zuhause war, konnte ich da immer volle Pulle Musik hören. Für Onkel und Tante, die im Haus nebenan wohnten und das dann häufiger mitbekamen, war sowieso alles (Zitat!) "N*g*rmusik" (in den 1980er waren solche Begriffe nicht so verpönt, wie sie es heute zurecht sind).

      maticus
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    • Ich war als Kind Klassik-Eigenbrötler und habe die 80er wohl ähnlich erlebt, wie ein solcher Typ das zu anderen Zeiten auch erlebt hätte. Will man nachträglich die "Rock-Klassiker" kennenlernen, ist fast alles aus den 60ern, eigentlich ähnlich wie bei der E-Musik oder im Film auch, die 80er sind überall eher schwach.
      This play can only function if performed strictly as written and in accordance with its stage instructions, nothing added and nothing removed. (Samuel Beckett)
    • putto schrieb:

      Will man nachträglich die "Rock-Klassiker" kennenlernen, ist fast alles aus den 60ern,eigentlich ähnlich wie bei der E-Musik oder im Film auch

      Bei "E-Musik" sind nach meinem Eindruck schon ab ca 1950, spätestens 1970 die Schotten weitgehend dicht... ...und das meiste ist aus dem 19. Jahrhundert ;)
      zwischen nichtton und weißem rauschen
    • Kater Murr schrieb:

      Schon vor Jahren las oder hörte ich mal, dass die Häme, die man rückblickend in den späten 90ern oder frühen 2000ern (als es schon die ersten 80s Revivals gegeben haben dürfte), über die (Pop)kultur der 80er, weniger die Musik insgesamt als eben auch Filme, Mode, Frisuren etc. ausgegossen hat, verdeckt, dass es sich um das letzte Jahrzehnt mit einer identifizierbaren und eben noch nicht vollständig in kleine Biotope aufgespaltenen Popkultur handelte.
      Das empfinde ich so tatsächlich - zwar gab es in den 1980er Jahren auch schon Zugehörigkeiten, aber man kannte die Musik der Anderen ebenso. Man entkam ihr noch nicht so schnell. Das sah in den 1990ern schon anders aus.

      Inzwischen bin ich froh, daß es Sender gibt, die die 80er regelmäßig spielen - mit der modernen Musik (2010er Jahre) habe ich wenig Berührungspunkte. Man kann es ertragen, wenn es im Radio läuft und was anderes macht; aber bewußt zuhören und mögen...nee, bei 99,99999% klappt das nicht mehr. Die 80er hatten noch feine Sachen.

      Was den Schrott betrifft - die gab es in allen Jahrzehnten. Den meidet man halt oder hält ihn für 3-4 Minuten aus. Und eigene Konserve heißt ohnehin, daß man nur das laufen läßt, was einem noch gefällt.

      Simple Minds höre ich noch sehr gern (lustigerweise aber lieber die Phase 1980-1981, aber gegen Once Upon A Time werde ich nie etwas sagen), Dire Straits ist auch dabei, U2, die beiden FGTH-Alben finde ich immer noch stark. Waren halt meine Jugendjahre.
      "Interpretation ist mein Gemüse."
      Hudebux
      "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation."
      Jean Paul
    • Josquin Dufay schrieb:

      Inzwischen bin ich froh, daß es Sender gibt, die die 80er regelmäßig spielen - mit der modernen Musik (2010er Jahre) habe ich wenig Berührungspunkte. Man kann es ertragen, wenn es im Radio läuft und was anderes macht; aber bewußt zuhören und mögen...nee, bei 99,99999% klappt das nicht mehr.
      Ich höre daher fast nur Sender, die entweder keine oder aber gleich klassische Musik senden. Im ersten Fall ist das bei mir der Deutschlandfunk, den ich, wenn ich Radio höre, sicherlich zu 90-95% höre, die anderen 5-10% sowas wie wdr3 oder wdr5. Was ich überhaupt nicht mag, ist "aufgezwungene" Musik. Auch klassische Musik möchte ich in aller Regel nicht "aufgezwungen" bekommen, etwa in Kaufhäusern, oder noch schlimmer, in Restaurants; oder in Telefonwarteschleifen.

      maticus
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