Bach, Johann Sebastian: Dritter Teil der Klavierübung

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    • Bachs Orgelmesse in der Georgenkirche zu Eisenach

      Im Rahmen des Bachfestes gab es am Montag, dem 29. Oktober 2018, in der Georgenkirche zu Eisenach eine interessante Aufführung der Orgelmesse. Bei der Begrüßung sprach KMD Christian Stötzner schon das Problem an, dass das Werk eigentlich keine Messe ist, aber als griffiger Begriff zieht er eher die Zuhörer an, als wenn es heißt: Wir hören eine "Clavier-Übung". Der Gewandhausorganist Michael Schönheit spielte die 10 Choräle, eingerahmt von Praeludium und abschließender Fuge Es-Dur. Nach jedem Choral sang ein Vocalquartett (bestehend aus den Mitgliedern des Rundfunkchores Leipzig: Isabel Schicketanz - Sopran, Stefan Kunath - Altus, Sebastian Reim - Tenor, Clemens Heidrich - Bass) jeweils den passenden Choral. Das ergab eine schöne Abwechslung von Orgelklang und Vokalmusik.
      Das dreiteilige Kyrie der Orgel (BWV 669, 670 und 671) wurde korrespondiert von den drei Kyriestücken des Quartetts (BWV 371). Dem Gloria der Orgel (BWV 676) folgte "Allein Gott in der Höh sei Ehr" (BWV 260). "Dies sind die heilgen zehn Gebot: (BWV 678 und 298), "Wir glauben all an einen Gott" (BWV 680 und 437), "Vater unser im Himmelreich" (BWV 682 und 416), "Christ, unser Herr, zum Jordan kam" (BWV 684 und 280), "Aus tiefer Not" als Stück zur Beichte (BWV 686 und der entsprechende Choral aus BWV 38) sowie zum Abendmahl "Jesus Christus, unser Heiland" (BWV 688 und 363).
      Eine interessante Abwechslung war auch, dass das Vocalquartett an den passenden liturgischen Orten der Georgenkirche sang: Zur Heiligen Taufe am Taufstein Johann Sebastian Bachs, zum Gloria und zum Abendmahl am Altar, zum Katechismus (von griechisch: "von oben herab tönen") von der Orgelempore herunter. Doch all diese Abwechselungen konnten nicht die Tatsache überdecken, dass man mit 1,5 Stunden viel Sitzfleisch brauchte und sich immer wieder neu konzentrieren musste. In Vorbereitung meines Beitrages habe ich hier alle früheren Beiträge gelesen, und ich schließe mich der Vermutung an, dass das Werk ursprünglich nicht als linear ablaufendes Konzert geplant war. Aber man muss es mal erlebt haben, gerade wenn alle beteiligten Musiker so vortrefflich musizieren. Doch wenn ich demnächst in eine große Stadt käme mit einer berühmten Orgel und auf den Plakaten würde zu Bachs Orgelmesse eingeladen, dann zweifle ich, dass ich mir das schon wieder antun würde! Oder: Ganz zum Schluss reingehen und die Fuge Es-Dur in seinen Urgewalten genießen!