Glocken, Glockengeläut in der Musik

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    • Nach reichlichem überlegen denke ich, das hier geht doch ( nicht erwünschtes Glockenspiel aber auch Röhrenglocken und Gong)
      Schostakowitsch---Novorossijsk Chimes ("Flamme der ewigen Herrlichkeit") opus 111b
      Schostakowitsch verwendete hier Material welches er 1943 für einen Wettbewerb für eine neue Nationalhymne der Sowjetunion komponiert hatte.



      Herzliche Grüße:
      KALEVALA :wink:
      Die Wahrheit ist hässlich: wir haben die Kunst, damit wir nicht an der Wahrheit zugrunde gehen. (Nietzsche)


      Es gibt nichts Überflüssigeres und Schädlicheres als wie Musik. Wenn ein Mensch eine gewisse Zeit lang Musik hört, wird sein Gehirn faul und unseriös. (Ayatollah Khomeini)
    • KALEVALA schrieb:

      nicht erwünschtes Glockenspiel aber auch Röhrenglocken und Gong)
      vielleicht nochmal verdeutlicht:

      wo Glockenspiele oder Spieluhren reines ausführendes Instrument sind, ohne daß irgendwie "Glockensemantik" mit hereinspielt, dann sollte das nicht in diesen Faden gehören (z.B. ein Glockenspiel an einem Rathaus spielt ein Volkslied, oder Haydns Werke für Spieluhr).
      Zweifelsfälle sind hier ausdrücklich erwünscht.
      ---
      Es wäre lächerlich anzunehmen, daß das, was alle, die die Sache kennen, daran sehen, von dem Künstler allein nicht gesehen worden wäre.
      (J. Chr. Lobe, Fliegende Blätter für Musik, 1855, Bd. 1, S. 24).


      Wenn du größer wirst, verkehre mehr mit Partituren als mit Virtuosen.
      (Schumann, Musikalische Haus- und Lebensregeln).
    • Wie es sich manchmal so trifft!;
      in meinem Lösungswort-Ballett aus dem Balletträtsel findet sich im Finale Glockenklang durch zwei Zimbeln ;)
      Den Titel und den Komponisten füge ich dann , aus verständlichen Gründen, hier später ein---soll ja keiner zum schmulen verleitet werden :D ;)


      Herzliche Grüße:
      KALEVALA :wink:
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    • Wenn ich es jetzt richtig verinnerlicht habe dann passt das hier bestens in den Thread:
      Kodály---Háry János Suite
      2. Satz "Wiener Glockenspiel"
      der Glockenklang wird durch den Einsatz des Zymbal erzeugt.


      Herzliche Grüße:
      KALEVALA :wink:
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    • Besten Gruß zurück an KALEVALA! :cincinbier:
      Für Orgel gibt es doch diverse "Carillon"-Kompositionen. Da müsste ich jetzt allerdings nachschauen, was ich im Schrank (oder gleich im Internet) finde. In Anbetracht der Tageszeit darf gern jemand anderes vortreten! :verbeugung2:

      EDIT: Wieder mal Sprüche geklopft: siehe die Beiträge 7 (besonders bekannt) und 8. Aber da gibt es sicher noch mehr.


      :wink: Wolfgang
      He who can, does. He who cannot, teaches. He who cannot teach, teaches teaching.
    • Im Rahmen der gemäßigten Orgelmoderne möchte ich dann doch noch einen Namen nennen: Marcel Dupré.

      Hier ein Carillon aus seiner Feder:

      "https://www.youtube.com/watch?v=wkdyPE3S808
      He who can, does. He who cannot, teaches. He who cannot teach, teaches teaching.
    • Debussy - La cathédrale engloutie (aus den Préludes I). Hier evoziert das Klavier mE durchgängig Glockentöne.

      Und natürlich Ravel - La vallée des cloches (aus "Miroirs"). Da höre ich zu Beginn die von TB im Nachbarthread genannte "Zufallsmusik".
      Bernd

      Fluctuat nec mergitur
    • Quasimodo schrieb:

      zabki schrieb:

      wieso klar?
      Ich hab' mich nur vor den Kopf geschlagen, weil ich nicht selbst drauf gekommen war.
      ach soo, ok :)
      ... ich hatte den Vorteil , daß ich von Verdi fast ausschließlich den Falstaff kenne...
      ---
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      (J. Chr. Lobe, Fliegende Blätter für Musik, 1855, Bd. 1, S. 24).


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    • Purcells "Rejoice in the Lord alway" hat den Beinamen "The Bell Anthem" aufgrund einer repetierten Bassfigur. (Echte Glocken spielen keine mit.)
      ...a man who refuses to have his own philosophy will not even have the advantages of a brute beast, and be left to his own instincts. He will only have the used-up scraps of somebody else’s philosophy; which the beasts do not have to inherit; hence their happiness. Men have always one of two things: either a complete and conscious philosophy or the unconscious acceptance of the broken bits of some incomplete and shattered and often discredited philosophy. (G. K. Chesterton)
    • Nochmal Mahler

      Im instrumentalen Schlussabschnitt von Mahlers 2. Sinfonie (5. Satz), also nach dem Chor, verwendet Mahler 3 Glocken.
      Die haben m.E. in dieser Passage Tendenz zum illustrierenden Gestus.

      Sinfonie Nr. 9 Erster Satz (Andante comodo):

      Nach dem Zusammenbruch (fff) folgt ein reprisenartiger Abschnitt („Wie ein schwerer Kondukt“).
      Ab Takt 327 kommen noch 3 Glocken hinzu, im Rhythmus eingebunden, Verstärkung des finsteren Gehalts dieser Mucke...

      „www.youtube.com/watch?v=685VwUoHzJ4“ ab 20:50
      „Ein Komponist, der weiß, was er will, will doch nur was er weiß...“ Helmut Lachenmann
    • Khatchaturian: Sinfonie Nr.2 "Mit der Glocke"

      Aram Khatchaturians Zweite hat die Glocke sogar im Beinamen !
      Gleich am Anfang geht es in ffff mit Orchester und Glocke in bedrohlicher Gebärde "zur Sache". Die Glocke ist in der ganzen Sinfonie immer wieder vertreten. Der durchdringende Glockenklang steht hier natürlich für die Angst und Schrecken des 2.Weltkrieges.

      Es gibt wenig Werke in der Klassik, die ich direkt mit der Glocke so eindringlich verbinde, wie Khatchis hochgeschätzte Sinfonie Nr.2 (1943).
      Khatchaturians Decca-Aufnahme mit den Wiener PH ist ein eindrucksvolles Dokument, das bei mir als Khatchturian - Fan mit Sicherheit nicht fehlen darf.

      Ich hatte bereits zuvor die Decca-LP dieser Aufnahme. Die LP-Technik (trotz Decca) hatte es nicht geschafft bereits dem riesigen Orchestrapparat und lautstarken Anfang der Sinfonie gerecht zu werden. Das hörte sich damals auf der LP übersteuert an, als wenn der Diamant aus der Rille springt. Die CD natürlich = erste Sahne.


      DEcca, 1962, ADD
      ______________

      Gruß aus Bonn

      Wolfgang
    • Habe ich hier nur etwas überlesen, oder hat tatsächlich noch niemand den Glocken-Gassenhauer schlechthin, nämlich "Jingle Bells" erwähnt? Die Glöckchen, auf die sich dieses Lied bezieht, sind das Geläut der Schlittenpferde.

      Es handelt sich übrigens nicht um ein Weihnachtslied, auch wenn dies inzwischen durch seinen permanenten Einsatz in der Weihnachtszeit in Vergessenheit geraten ist:
      "https://de.wikipedia.org/wiki/Jingle_Bells"
      Er tut so gut.
      (Swjatoslaw Richter über Joseph Haydn)
    • Jetzt hab ich gesehen, daß es vor bald elf Jahren schon einen thematisch identischen Faden auf Tamino gab:

      Glocken, Glockenklänge und Glockenimitationen in der Musik.
      "http://www.tamino-klassikforum.at/index.php?page=Thread&postID=15548#post15548"

      ist dann hier natürlich etwas fad. Na schön, ich mache dennoch noch etwas weiter mit einem Lied.


      Anton Webern: „Der Tod“


      Ein frühes Lied von 1903 oder 1904, veröff. in: Anton Webern, Eight early songs for voice and piano,
      Nr. 7.

      „Der Tod“

      Ach, es ist so dunkel in des Todes Kammer,
      tönt so traurig, wenn er sich bewegt
      und nun aufhebt seinen schweren Hammer
      und die Stunde schlägt.
      (Matthias Claudius)

      Am Gedichttext fällt die große syntaktische Spannung auf. Der eine Satz, aus dem es besteht, könnte schon bei halbem Umfang ein verständliches Ganzes bilden:

      Ach, es ist so dunkel in des Todes Kammer,
      tönt so traurig, wenn die Stunde schlägt.

      Das "Schlagen der Stunde" wäre so nur eine gebräuchliche Redewendung; durch die Einfügung des Todes als Person (wenn auch nach Art einer Allegorie), deren Handeln in dem Einschub benannt wird, wird die Situation paradoxerweise lebendig .

      Dieser Tod ist kein plötzlicher, unvermuteter, sondern nach einer unbestimmten Zeit, in der nichts von ihm zu bemerken war, meldet er sich, um sein Werk zu tun. Die Nennung der drei Stufen (bewegt sich - hebt den Hammer - schlägt die Stunde) suggeriert ein unaufhaltsames Geschehen.

      Webern komponiert das ganze Lied um diesen Glockenschlag herum - er zerlegt ("analysiert") quasi das "Glockige" in seine Komponenten: eine tiefe Tonrepetition der l.Hd. des Klavierparts (die Oktav C" - C') ertönt während des ganzen Stückes; die r.Hd. spielt Zusammenklänge, die, obwohl der Intervallstruktur nach zumeist dreistimmige Molldreiklänge, zur Grundoktav in scharfem, sozusagen angeschrägten Verhältnis stehen; der eigentliche Schlag erklingt in klirrend-dissonanter Höhe (auf schweren Hammer). Eine milde Variante dieses Schlages in eigentümlich zu Ende führender Gestik war schon auf die Worte wenn er sich bewegt erklungen, und Webern greift auf diese Wendung am Schluss des Liedes zurück (ist sie hier begütigend, resignativ?).

      Das Lied steht in c-Moll (ist so auch vorgezeichnet), aber es ist ein eigenartiges Moll, sozusagen ein "Übermoll": Webern setzt die im Moll als Durdreiklänge vorkommenden Stufen (IIb, III, VI, VIIb) sämtliche in ihrer Mollvariante; die Subdominante aber sowie die Dominante als die strukturellen Analogbildungen zum Dur vermeidet er völlig.

      Das Lied ist in der zweiten Boulez-Kassette vorhanden (Christiane Oelze, Eric Schneider), in dieser Aufnahme auch auf Spotify.
      ---
      Es wäre lächerlich anzunehmen, daß das, was alle, die die Sache kennen, daran sehen, von dem Künstler allein nicht gesehen worden wäre.
      (J. Chr. Lobe, Fliegende Blätter für Musik, 1855, Bd. 1, S. 24).


      Wenn du größer wirst, verkehre mehr mit Partituren als mit Virtuosen.
      (Schumann, Musikalische Haus- und Lebensregeln).