Wie sticht bzw. stach man eigentlich Noten?

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    • Wie sticht bzw. stach man eigentlich Noten?

      Ich habe mich schon häufig gefragt, wie man technisch in den letzten Jahrhunderten so schöne Notensätze herstellen konnte. Unter dem Begriff Notenstechen konnte ich mir nur sehr ungefähr etwas vorstellen.
      Nun habe ich auf der Seite des Henle Verlags zwei sehenswerte Filme gefunden, die diese alte, im aussterben begriffene Kunst demonstrieren. Dort wurde bis in die 1990er Jahre so gearbeitet.

      "http://www.henle.de/de/der-verlag/notenstichnotensatz/index.html"

      Ich finde sehr beeindrucken, wieviel da mit freier Hand gearbeitet wurde. Eine Partiturseite brauchte etwa acht Stunden. Fehler durfte man sich nur wenige erlauben, aber es gab immerhin eine Korrekturmöglichkeit.
      Viel Spass beim Schauen.

      Hudebux
    • das höchste an Notenstichkunst ist für mich die Ausg. der Beethoven-Klaviersonaten von Heinrich Schenker/Erwin Ratz bei der UE.
      Das hat so eine gewisse Zierlichkeit, die leise an Handschrift erinnert.
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      Es wäre lächerlich anzunehmen, daß das, was alle, die die Sache kennen, daran sehen, von dem Künstler allein nicht gesehen worden wäre.
      (J. Chr. Lobe, Fliegende Blätter für Musik, 1855, Bd. 1, S. 24).


      Wenn du größer wirst, verkehre mehr mit Partituren als mit Virtuosen.
      (Schumann, Musikalische Haus- und Lebensregeln).
    • Vielen Dank für diesen Beitrag, hudebux - das ist ja hochinteressant zu sehen, wie das funktioniert.
      Was für eine mühevolle Arbeit das war :verbeugung1:
      Viele Grüße - Allegro

      "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixir." Lajos Lencsés
    • Danke für den Hinweis! Es ist immer wieder faszinierend diese alte Handwerkskunst zu bestaunen.

      Es hat viel Mühe gebraucht, Musik zu verschriftlichen. Manchmal überlege ich, ob man die Ergebnisse des Bemühens vergleichen kann und ich bin da mit mir keineswegs einig.

      lg vom eifelplatz, Chris.
    • Hudebux schrieb:

      Fehler durfte man sich nur wenige erlauben, aber es gab immerhin eine Korrekturmöglichkeit.
      Diese Korrekturen sind dann in den Platten oft noch erkennbar, manchmal auch noch im Druck. Wenn man Erstdrucke als Quelle für Neuausgaben nimmt, können sie deshalb in manchen Fällen wichtige Hinweise geben.

      Christian
      Jeder Eindruck, den man macht, schafft Feinde. Um populär zu bleiben, muss man mittelmäßig sein.
      Oscar Wilde