Mozart: Sonate für Klavier B-Dur KV 281 (189f)

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    • Mozart: Sonate für Klavier B-Dur KV 281 (189f)

      ich finde es sehr bereichernd, mich auch mit Wolfgang Amadeus Mozarts Klaviersonaten zumindest einmal im Leben ganz genau zu befassen. Was mich betrifft: Ich höre sie derzeit chronologisch durch. Einige habe ich als nunmehriger Hobby-Klavierspieler in der Kindheit und Jugend einstudiert, einige später vom Blatt gespielt, einige lerne ich erst jetzt kennen, so auch die Klaviersonate B-Dur KV 281 (189f). Wie die ersten beiden Sonaten entstand auch diese in München Anfang 1775. Und wieder überrascht (mich) Mozart, gehe ich von den vorangegangenen Sonaten KV 279 und KV 280 aus, mit einem völlig neuen Werk. Das Hauptthema des 1. Satzes (Allegro) spielt mit Sechzehnteln und Zweiunddreißigsteln, das 2. Thema mag eine Spieluhr oder Vogelrufe assoziieren, und die Durchführung des Sonatensatzes ist schon ganz schön ausführlich. Die positivste Bedeutung des Wortes „zauberhaft“ würde ich dem 2. Satz (Andante amoroso, Es-Dur) zuordnen, und hier führt (mich) speziell das 2. Thema in eine ganz eigene Zauberwelt. Das Rondeau-Allegro des Finalsatzes kommt auch mit Schalk daher, ein Rondo mit einem Moll-Abschnitt und mit „Orchestereffekten“ am Klavier, dank vollgriffigerer Wiederholungen von Phrasen.

      Bei Henles Internetauftritt findet sich (auch) zu dieser Sonate eine kurze Werkeinführung von Eva und Paul Badura-Skoda.
      "http://www.henle.de/de/detail/index.html?Titel=Klaviersonate+B-dur+KV+281+(189f)_1053"

      Persönlicher Höreindruck, zwei mir nun liebe Aufnahmen betreffend:



      Friedrich Gulda (Gesamtspielzeit 17:52 Minuten) spielt bei seinen erst posthum veröffentlichten „Mozart Tapes“ (3 CDs DGG 00289 477 6130, 2009 dann 6 CDs DGG 477 8466 - „The complete Gulda Mozart Tapes“, 2015 „Friedrich Gulda Mozart“ - 10 CDs DGG 482 2418) alle vorgeschriebenen Wiederholungen am Bösendorfer Flügel, die Sätze 1 und 3 wieder männlich-zupackend, den dritten auch mit Witz. Wenn Gulda Exposition und Reprise des 1. Satzes abrollen lässt, merkt man, dass er auch ein Jazzer ist. Und erneut nähert sich Gulda dem 2. Satz, dem langsamen Satz, besonders respektvoll, fast scheu (jedes Forte nur ja nicht zu stark!). Er setzt das Pedal bewusst etwas nachklingend ein und macht nicht nur damit den Satz damit zu einem für einen modernen Konzertflügel, als wäre er dafür geschrieben. (So ist halt mein Eindruck, in höchstem Respekt vor jedem anderen Ansatz..) Nichts wirkt so wie ich es höre manieriert an Guldas Mozart, alles von tiefer Liebe und ungeheurem Respekt getragen.



      Habe auch noch eine andere Aufnahme von Mozarts Klaviersonate KV 281 – bevor ich (neugierig und auch für Capriccio) weiter zu KV 282 schaue, wollte ich diese Aufnahme auch noch hören. Und sie ist (so meine ich) eine sehr schöne, positive Überraschung. Der 1983 in Locarno geborene Francesco Piemontesi, 3. Preisträger des Reine Elisabeth Klavierwettbewerbs Brüssel 2007, sprang am 7.7.2007 kurzfristig beim Klavier-Festival Ruhr für Anna Vinnitskaya im Robert-Schumann-Saal in Düsseldorf ein und übernahm deren Klavierkonzert, was für CD festgehalten wurde (enthalten in der 9 CD Box Initiativkreis Ruhrgebiet 8553088). Piemontesi spielt frisch und pointiert. Er wiederholt im ersten und 3. Satz Durchführung und Reprise allerdings nicht (so wie Gulda es tut). Charmante fill ins und leichte Rubati geben zusätzliche Farbe. Im 3. Satz spielt der Pianist vor einem markanten Hauptthemeneinsatz einen reizvollen Eingang. Ein sympathisch frischer Mozart!

      Wer etwas zu diesem Werk und/oder zu Aufnahmen davon schreiben möchte - hier ist der Capriccio Thread dafür, herzlich willkommen!
      Herzliche Grüße
      AlexanderK


    • Auf Seong-Jin Chos CD mit dem Hauptwerk KV 466 finden sich ergänzend zwei Sonaten von Mozart, aufgenommen im Juli 2018 in der Friedrich-Ebert-Halle in Hamburg. Die B-Dur Sonate KV 281, wie das Booklet sie charakterisiert in den Sätzen 1 und 3 funkelnd und glitzernd und im 2. Satz laut Cho eine Arie, spielt der südkoreanische Warschauer Chopinpreisträger 2015 so wie ich es höre sympathisch lebendig und sorgfältig schattiert, die jeweils 2. Teile allerdings nicht wiederholend, im 2. Satz aber bei der Wiederholung des 1. Teils mit charmanten Verzierungen, und im 3. Satz auch nett keck.
      Herzliche Grüße
      AlexanderK